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Essay, 2007, 15 Pages
Author: Dorothea Schönfeld
Subject: Romance Languages - Spanish Studies
Details
Tags: Erinnerungskultur, Bestseller, Beispiel, Javier, Cercas, Soldados, Salamina
Year: 2007
Pages: 15
Grade: 2,00
Bibliography: ~ 9 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-06593-1
ISBN (Book): 978-3-640-13390-1
File size: 284 KB
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Abstract
In dieser Arbeit wird am Beispiel von Soldados de Salamina der performative Umgang mit der Vergangenheit in der Kunst gezeigt. Bei dem Roman handelt es sich um eine Retrospektive des Guerra Civil, welche der Identitätsbildung bzw. Der Selbstpositionierung des Protagon isten in der Literatur dient. Entscheidend ist, dass Ereignisse und Erfahrungen immer neu kontextualisiert werden, sodass ein kontinuierlicher Bedeutungswandel der historischen Ereignisse Eine Verallgemeinerung und somit das Festschreiben von Wahrheiten verhindert wird.
Excerpt (computer-generated)
ERINNERUNGSKULTUR UND BESTSELLER AM BEISPIEL
VON
JAVIER CERCAS′ SOLDADOS DE SALAMINA
Universität Bielefeld
Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft
Seminararbeit im Studiengang: Spanien und Lateinamerikastudien
vorgelegt von: Dorothea Schönfeld
Bielefeld Juli 2007
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Gliederung
1. Einleitung
1.1. Kontextualisierung
2. Das Verhältnis von Erinnerungskultur und Literatur
2.1. Erinnerungskultur als Populärform von Geschichtsschreibung
2.2. Bestseller - vom Autor zum Leser.
2.3. SOLDADOS DE SALAMINA und der Erfolg eines erinnerungskulturellen
Romans
3. Kunst und Geschichte eine Zusammenfassung
4. Bibliographie
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1. Einleitung
SOLDADOS DE SALAMINA ist der erfolgreichste Roman des katalanischen Autoren
Cercas, der Roman wird nach seinem Erscheinen 2001 schnell zum Bestseller und schon
kurze Zeit später als Film veröffentlicht, dies mehrt den Erfolg des Stoffes.
Am 15. Juni 2007 ist der 30. Jahrestag der ersten freien Wahlen in Spanien begangen worden.
Mit dem öffentlichen und feierlichen Begehen dieses Tages identifiziert sich das heutige
Spanien und grenzt sich zu dem des Bürgerkrieges wie der Francozeit ab. Das zeigt, dass
Identität mit Geschichtlichkeit verbunden ist. Ein Bergriff, der sich mit diesem Phänomen
auseinandersetzt ist jener der Erinnerungskultur. Im Folgenden soll Erinnerungskultur in der
spanischen Literatur am Beispiel des Romans SOLDADOS DE SALAMINA von Javier
Cercas thematisiert werden. Aus diesem Grund stellt sich die Frage, was dem Roman von
Javier Cercas in der Debatte um Erinnerungskultur für das Verlagswesen und den Leser seine
Aktualität verleiht bzw. worin seine Besonderheit liegt.
Um dies zu realisieren soll zunächst das Thema des historischen Erinnerns kontextualisiert
werden. Dazu wird es nötig Kultur als öffentliche Auseinandersetzung mit Aufgabe des
Kulturmanagements der Verlage zu thematisieren, um das Verhältnis von Erinnerungskultur
und Literatur in Relation zur Erinnerungskultur als Populärform von Geschichtsschreibung
setzen zu können. Damit soll verdeutlicht werden, wie der Bestseller SOLDADOS DE
SALAMINA vom Autor über das Verlagswesen zum Leser kommt. Daran schließt die
Teilanalyse des Romans, die in einem Ausblick auf weiterführende Fragestellungen münden
soll. Denn jede Kunst hat zu einem anderen Zeitpunkt ihren Höhepunkt, alle befinden sich in
ständigem reziproken Fluss.
1.1. Kontextualisierung
Am 15. Juni diesen Jahres ist der 30. Jahrestag der ersten freien Wahlen in Spanien begangen
worden. Nach der Restaurationszeit, dem Guerra Civil und der Diktatur Francos, war es den
Spaniern am 15. Juni 1977 das erste Mal möglich frei und demokratisch zu wählen, dieses
Ereignis wird gemeinhin als Abschluss einer Epoche betrachtet. Auch durch Francos Tod
wird kein wirklicher Bruch vollzogen, sondern die Zeit der Transición begonnen, das heißt,
über die Vergangenheit wurde im Konsens für den Übergang zur Demokratie geschwiegen.
Dieser Konsens ist folglich eine mehr oder weniger die stillschweigende Übereinkunft
darüber Toleranz zu üben und die Taten der Anderen wie die eigenen als vergeben anzusehen.
Die Absicht dahinter ist wie schon seit der Restauration, dem Guerra Civil und auch der
3
Diktatur Francos die kollektive bzw. Nationale Identität zu sichern. Kurz Ziel ist die
Gemeinschaft. Aber ist eine einzige nationale Identität in Spanien überhaupt möglich?
Das derzeitige Problem ist, dass nach nunmehr 30 Jahren diese Toleranz gegen ,,Wahrheit"
eingetauscht werden soll. Weshalb das und auf welchem Weg wird danach gefordert? Wer
will da den Frieden und die Ruhe stören? Zählt das, wenn auch stillschweigende, Abkommen
nicht mehr? Wie kommt es zu dem plötzlichen Interesse an der Vergangenheit, die als
,,geregelt" abgeschlossen worden war? Kann man diese geistige Haltung mit einem
allgemeinen Geschichtsinteresse, welches man in ganz Europa beobachten kann, erklären? Ist
die Ursache in dem Bestreben ein Gesetz zur historischen Erinnerung anzusiedeln? Kann die
Ursache daran festgemacht werden, dass die letzten Zeitzeugen sterben? Oder liegen vielmehr
andere Gründe zugrunde, wie beispielsweise die Unzufriedenheit mit der neuen Identität der
autonomen Regionen, wie Katalonien, welche die stillschweigende Transición für ihre
Zwecke instrumentalisieren?
Das Thema der Identität wird auch in der Polemik zur diesjährigen Frankfurter Buchmesse
deutlich. Katalonien bildet den Themenschwerpunkt der Messe, es werden jedoch nur
Autoren und Schriftsteller präsent sein, die ihre Werke auf Katalanisch verfassen. Dabei gibt
es zahlreiche Schriftsteller, die großen zum Teil große internationale Erfolge haben, in
Katalonien leben, sich als Katalanen fühlen und bezeichnen, aber ihre Werke auf Spanisch
verfassen. Ihnen wird die Teilnahme an der Buchmesse verweigert, wie unter vielen Anderen,
Eduardo Mendoza, Carlos Ruiz Zafón, Juan Marsé. Alle drei aufgeführten Autoren sind in
den Augen von Katalanisten nicht authentisch genug, denn sie schreiben auf Spanisch, in der
Sprache des Erbfeindes. Noch unter Franco wurde es verboten auf der Strasse Katalan zu
sprechen, jetzt ist die Sprache dagegen neben Spanisch eine der beiden offiziellen Sprachen
der Region.
Sprache ist ein Aspekt der komplexen Identifikation. Identität ist ein facettenreiches
Konstrukt über das sich der Mensch selbst benennt und sich in die Gesellschaft zeitlich, lokal
und sozial integriert. Eine Möglichkeit sich mit zeitlich bedingter bzw. historischer Identität
auseinander zu setzen bildet in der geschichtswissenschaftlichen Strömung die
Erinnerungskultur.
In Javier Cercas Buch
SOLDADOS DE SALAMINA
wird über den Bürgerkrieg und die
Machtübernahme Francos berichtet. Der Autor konstruiert eine fiktionale Geschichte um die
historischen Ereignisse des spanischen Bürgerkrieges, da er selbst diese Zeit nicht miterlebt
hat, muss er sich die fehlende Erinnerung und Erfahrung über Dritte aneignen, um derart zu
re-konstruieren, was möglicherweise geschehen sein könnte. In diesem Kontext reflektiert
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