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Subtitle: Ein Ländervergleich Deutschland - Großbritannien
Termpaper, 2007, 17 Pages
Author: Birgitta Bernhardt
Subject: Social Pedagogy / Social Work
Details
Tags: Frage, Inklusion, Arbeitnehmer, Arbeitssystem, Hintergrund, Altersstrukturwandels
Year: 2007
Pages: 17
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 10 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-03104-2
ISBN (Book): 978-3-638-93053-6
File size: 115 KB
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Abstract
Die „Rente mit 67“, aktuell eines der Topthemen innerhalb der nationalen Medienlandschaft, bewegt und erhitzt die Gemüter der Bevölkerung über alle Schichten und Milieugrenzen hinweg. Das Spektrum der Bewertung der anstehenden Reformen reicht von „notwendiger Anpassungsmaßnahme an die demografische Entwicklung“ bis zum „Rentenklau“. Innerhalb des Lagers der Gegner der Gesetzesnovelle wird als eines der Hauptargumente die schon bereits derzeit bestehende prekäre Lage älterer Arbeitnehmer auf dem Arbeitsmarkt angeführt. Abnehmende Einstellungschancen für Ältere, mangelnde Partizipationsmöglichkeiten an Weiterbildungsange-boten, vermehrte Gefährdung bei Personalabbaumaßnahmen etc. würden schon heute Zweifel an einer Integration älterer Arbeitnehmer in das Arbeitssystem aufwerfen. Durch die Anhebung des Renteneintrittsalters werde diese Problematik nur um einige Jahre verlängert, ohne den älteren Arbeitnehmern wirkliche berufliche Perspektiven zu bieten. Die Befürworter der Anhebung des gesetzlichen Renteneintrittsalters argumentieren mit der Notwendigkeit der Anpassung an die gestiegene Lebenserwartung sowie an die Herausforderungen des Alterstrukturwandels. Die Chancen für ältere Arbeitnehmer, Anschluss an den ersten Arbeitsmarkt zu bekommen, ließen sich durch geeignete Interventionen und Reformen erheblich verbessern. Beispiele für eine gelungene Integration älterer Menschen in die Arbeitswelt fänden sich u.a. bei einem großen Teil unserer europäischen Nachbarn. Im Folgenden wird der Frage nach der Inklusion älterer Erwerbstätiger in das Arbeitssystem nachgegangen. In diesem Zusammenhang wird zunächst die Entwicklung der Erwerbsbeteiligung älterer Menschen dargestellt: Erwerbsquoten, Rentenzugangsalter, Arbeitslosigkeit und die Partizipation an Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen sind hierbei Indikatoren für die Präsenz älterer Personen am Arbeitsmarkt. In Bezug auf diese Kriterien wird der direkte Vergleich mit Großbritannien gesucht, als europäischem Land mit einer der höchsten Erwerbsquoten älterer Menschen. Neben der Vorbildfunktion, die Großbritannien in dieser Hinsicht zukommt, hat dieses Land als Wiege der Industrialisierung auch eine gewisse historische Bedeutung in Bezug auf die Frage nach der Situation von Arbeitnehmern. Im Anschluss an die Erhebung des Problembefunds werden potenzielle volkswirtschaftlichen Konsequenzen diskutiert, die sich aus der defizitären Situation in Deutschland ergeben können. In einem weiteren Schritt werden mögliche Ursachen für die mangelnde Integration älterer Erwerbstätiger erörtert und abschließend - auch im Hinblick auf die Erfahrungen in Großbritannien - erfolgversprechende Lösungsstrategien erläutert.
Excerpt (computer-generated)
Katholische Fachhochschule Freiburg
Hochschule für Sozialwesen, Religionspädagogik und Pflege
Fachbereich Soziale Arbeit
Lehrveranstaltung
Sozial- und Gesellschaftspolitik
Thema der Hausarbeit
Die Frage der Inklusion älterer Arbeitnehmer in das Arbeitssystem vor
dem Hintergrund des Altersstrukturwandels
Ein Ländervergleich Deutschland - Großbritannien
Hausarbeit vorgelegt von:
Birgitta Bernhardt
8. Fachsemester Soziale Arbeit
1
Inhalt
1. Einleitung 3
2. Die Entwicklung der Erwerbsbeteiligung älterer Menschen 4
2.1. Die Situation am deutschen Arbeitsmarkt 4
2.1.1. Rentenzugangsalter 4
2.1.2. Erwerbsquoten älterer Menschen 4
2.1.3. Arbeitslosigkeit erwerbswilliger älterer Menschen 5
2.1.4. Partizipation an Fort- und Weiterbildungsangeboten 5
2.2. Die Situation am britischen Arbeitsmarkt 6
2.2.1. Rentenzugangsalter 6
2.2.2. Erwerbsqouten älterer Menschen 6
2.2.3. Arbeitslosigkeit erwerbswilliger älterer Menschen 7
2.2.4. Partizipation an Fort- und Weiterbildungsangeboten 7
2.3. Fazit 7
3. Konsequenzen einer geringen Alterserwerbstätigkeit für die Volkswirtschaft 7
3.1. Entgangene Wertschöpfungspotenziale 8
3.2. Überlastung der sozialen Sicherungssysteme 8
4. Integrationshemmende Faktoren für ältere Menschen am deutschen Arbeitsmarkt 9
4.1. Gesetzliche Rahmenbedingungen 9
4.2. Tarifliche Rahmenbedingungen 10
4.3. Negativattribuierung des Alters seitens der Arbeitgeber 10
5. Maßnahmen zur Förderung der Beschäftigung älterer Erwerbstätiger 11
5.1. Deutschland 11
5.1.1. Arbeitsrechtliche Reformen 11
5.1.2. Allgemeines Gleichstellungsgesetz (AGG) 12
5.2. Großbritannien 12
5.2.1. Staatliche Initiativen 12
5.2.2. Rechtliche Grundlagen 13
6. Zusammenfassung 14
7. Literatur 16
2
1. Einleitung
Die ,,Rente mit 67", aktuell eines der Topthemen innerhalb der nationalen Medienlandschaft,
bewegt und erhitzt die Gemüter der Bevölkerung über alle Schichten und Milieugrenzen
hinweg. Das Spektrum der Bewertung der anstehenden Reformen reicht von ,,notwendiger
Anpassungsmaßnahme an die demografische Entwicklung" bis zum ,,Rentenklau". Innerhalb
des Lagers der Gegner der Gesetzesnovelle wird als eines der Hauptargumente die schon
bereits derzeit bestehende prekäre Lage älterer Arbeitnehmer auf dem Arbeitsmarkt angeführt.
Abnehmende Einstellungschancen für Ältere, mangelnde Partizipationsmöglichkeiten an
Weiterbildungsange-boten, vermehrte Gefährdung bei Personalabbaumaßnahmen etc. würden
schon heute Zweifel an einer Integration älterer Arbeitnehmer in das Arbeitssystem
aufwerfen. Durch die Anhebung des Renteneintrittsalters werde diese Problematik nur um
einige Jahre verlängert, ohne den älteren Arbeitnehmern wirkliche berufliche Perspektiven zu
bieten. Die Befürworter der Anhebung des gesetzlichen Renteneintrittsalters argumentieren
mit der Notwendigkeit der Anpassung an die gestiegene Lebenserwartung sowie an die
Herausforderungen des Alterstrukturwandels. Die Chancen für ältere Arbeitnehmer,
Anschluss an den ersten Arbeitsmarkt zu bekommen, ließen sich durch geeignete
Interventionen und Reformen erheblich verbessern. Beispiele für eine gelungene Integration
älterer Menschen in die Arbeitswelt fänden sich u.a. bei einem großen Teil unserer
europäischen Nachbarn.
Im Folgenden wird der Frage nach der Inklusion älterer Erwerbstätiger in das Arbeitssystem
nachgegangen. In diesem Zusammenhang wird zunächst die Entwicklung der
Erwerbsbeteiligung älterer Menschen dargestellt: Erwerbsquoten, Rentenzugangsalter,
Arbeitslosigkeit und die Partizipation an Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen sind hierbei
Indikatoren für die Präsenz älterer Personen am Arbeitsmarkt. In Bezug auf diese Kriterien
wird der direkte Vergleich mit Großbritannien gesucht, als europäischem Land mit einer der
höchsten Erwerbsquoten älterer Menschen. Neben der Vorbildfunktion, die Großbritannien in
dieser Hinsicht zukommt, hat dieses Land als Wiege der Industrialisierung auch eine gewisse
historische Bedeutung in Bezug auf die Frage nach der Situation von Arbeitnehmern. Im
Anschluss an die Erhebung des Problembefunds werden potenzielle volkswirtschaftlichen
Konsequenzen diskutiert, die sich aus der defizitären Situation in Deutschland ergeben
können. In einem weiteren Schritt werden mögliche Ursachen für die mangelnde Integration
älterer Erwerbstätiger erörtert und abschließend - auch im Hinblick auf die Erfahrungen in
Großbritannien - erfolgversprechende Lösungsstrategien erläutert.
3
2. Die Entwicklung der Erwerbsbeteiligung älterer Menschen
2.1. Die Situation am deutschen Arbeitsmarkt
Die Entberuflichung ist eines der 5 Altersphänomene, die im Kontext der
bundesrepublikanischen Altersforschung von Hans Peter Tews im Zusammenhang mit dem
Strukturwandel des Alters beschrieben werden. Die Berufsaufgabe hat sich in den
vergangenen Jahren in Deutschland eindeutig nach unten verschoben, so dass die Anzahl der
älteren Beschäftigten stark gesunken ist.
Das Ausscheiden aus dem Erwerbsleben ist nicht unbedingt mit dem Einsetzen des Bezugs
von Altersrente verknüpft. Neben Erwerbs- und Berufsunfähigkeitsrenten sind es auch
betriebliche Vereinbarungen und Sozialpläne, welche Menschen Anlass zum Eintritt in den
Ruhestand geben. Die Möglichkeit des früheren Ausstiegs aus dem Erwerbsleben wurde in
den vergangenen Jahren häufig als Instrument zur Regulierung der Arbeitsmarktsituation und
als Rationalisierungs- maßnahme von Unternehmen genutzt (vgl. Herfurth,M./Kohli,
M./Zimmermann, K. S. 47).
2.1.1. Rentenzugangsalter
Aus einer Studie geht hervor, dass in Deutschland eine gravierende Diskrepanz zwischen dem
gesetzlichen und dem tatsächlichen Renteneintrittsalter besteht. Bei dem gesetzlichen
Rentenalter von derzeit noch 65 Jahren beträgt bei Männern die Differenz durchschnittlich 4,0
Jahre, bei Frauen liegt sie sogar bei 4,6 Jahren. Im internationalen Vergleich wird evident,
dass ein Zusammenhang zwischen der Höhe des gesetzlichen Rentenalters und dem
tatsächlichen Eintritt in den Ruhestand nicht gegeben ist, d.h. dass ein höheres gesetzliches
Rentenalter keine höhere Erwerbsbeteiligung älterer Menschen nach sich zieht (vgl.
Bertelsmann Stiftung, S. 34).
2.1.2. Erwerbsquoten älterer Menschen
Zahlen aus empirischen Untersuchungen zum internationalen Vergleich belegen, dass in
Deutschland der Anteil der älteren Arbeitnehmer auffallend niedrig ist. So waren in der
Gruppe der 55- bis 64-Jährigen 2001 bei uns nur noch 37,6 % erwerbstätig. (vgl. Bertelsmann
Stiftung, S. 34). Innerhalb dieses Trends der Entberuflichung älterer Menschen zeichnen sich
außerdem folgende Spezifika ab: Die Erwerbsbeteiligung der 55-bis 59-jährigen Männer
nimmt seit 1970 kontinuierlich, aber mäßig ab, während die Erwerbsquote der 60- bis 64-
Jährigen sich relativ stark reduziert. Bei den Frauen der Altersgruppe der 55-bis 59-Jährigen
ist eher ein Zuwachs zu verzeichnen im Gegensatz zu den 60- bis 64-Jährigen, deren Präsenz
auf dem Arbeitsmarkt stark abnimmt.Bei diesen Zahlen ist zu beachten, dass Arbeitssuchende
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