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Die inneren und äußeren Ursachen des Niedergangs des Osmanischen Reiches im 17./18. Jahrhundert

Termpaper, 2007, 15 Pages
Author: André Walter
Subject: Orientalism / Sinology - General

Details

Event: Jüngere islamische Geschichte
Institution/College: http://www.uni-jena.de/
Tags: Ursachen, Niedergangs, Osmanischen, Reiches, Jahrhundert, Jüngere, Geschichte
Category: Termpaper
Year: 2007
Pages: 15
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 9  Entries
Language: German
Archive No.: V87876
ISBN (E-book): 978-3-638-02780-9
ISBN (Book): 978-3-638-92683-6
File size: 168 KB
Notes :
Kommentar des Dozenten: Ich bewerte Ihre Hausarbeit mit einer 2,0 "Die inneren und äußeren Ursachen des Niedergang des Osmanischen Reiches im 17./18. Jahrhundert." Die wesentlichen Strukturen der Zeit wurden erfasst. Die Arbeit ist gut gegliedert. Sie haben einiges gelesen. Noch sind zu viele Rechtschreib- und Formfehler in der Arbeit. Bei der Umschrift müssen Sie deutlich noch dazu lernen. Sie haben Sie in dieser Arbeit immer vermieden. Im großen und ganzen, machen Sie weiter so.


Abstract

Thematik dieser Arbeit ist das Osmanische Reich im 17. Und 18. Jahrhundert. Diese beiden Jahrhunderte, die in der Geschichtsschreibung als Zeit des Niederganges des Osmanischen Reiches aufgefasst werden, sollen näher beleuchtet werden. Der Schwerpunkt hierbei wird auf den militärischen Auseinandersetzungen mit den europäischen Mächten Habsburg, Venedig, Polen und Russland sowie mit dem Persischen Reich liegen. Weitere Schwerpunkte sind die innere Verfassung der Staatsstruktur des Osmanischen Reiches sowie die wirtschaftliche Entwicklung in diesen beiden Jahrhunderten. Dabei sollen Änderungen in der staatlichen Struktur dargelegt und daraus resultierende Probleme und Wandel im Machtgefüge des Osmanischen Reiches beleuchtet werden. Des Weiteren sollen Veränderungen in der europäischen Wirtschaft mit Beginn der Industrialisierung und ihre Auswirkungen auf das Osmanischen Reich dargestellt und im Anschluss problematisiert werden. Dabei liegt ein zusätzlicher Schwerpunkt auf den militärischen Auseinandersetzungen des Osmanischen Reiches mit den europäischen Mächten und dem Persischen Reich. Besonderes Augenmerk hierbei sind die daraus folgenden Auswirkungen, wobei die Belagerung von Wien 1683 die wohl folgenreichsten war. Ferner sollen anhand einiger Beispiele Unabhängigkeitsbestrebungen in den nordafrikanischen Gebieten und Territorien der Arabischen Halbinsel dargestellt werden. Ziel dieser Arbeit ist es, die Problematiken aus den genannten Bereichen des Osmanischen Reiches zu analysieren. Dabei soll erörtert werden, welche die schwerwiegendsten Ursachen für den Niedergang des Osmanischen Reiches waren.


Excerpt (computer-generated)

Friedrich ­ Schiller ­ Universität Jena

Institut für Sprachen und Kulturen des Vorderen Orients

PS: Jüngere islamische Geschichte

,,Die inneren und äußeren Ursachen des Niedergang des Osmanischen Reiches im

17./18. Jahrhundert."

vorgelegt von:

André Walter

Studiengang: Islamwissenschaften/Erziehungswissenschaften/Soziologie

Abgabedatum:

11.11.2007


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die regionale Ausdehnung im 17. Jahrhundert

3. Das Osmanische Reich im 17. Jahrhundert

3.1 Der Außenpolitische Niedergang

3.2 Innenpolitische Umstrukturierung, Machtkämpfe und Aufstände

4. Der wirtschaftliche Niedergang des Osmanischen Reiches

5. Das Osmanische Reich im 17. Jahrhundert

5.1 Die Gebietsverluste

5.2 Innere Veränderungen und Krisen

5.3 Unabhängigkeitsbestrebungen im osmanischen Territorien

6. Schlusswort

2


Einleitung

Thematik dieser Arbeit ist das Osmanische Reich im 17. Und 18. Jahrhundert. Diese

beiden Jahrhunderte, die in der Geschichtsschreibung als Zeit des Niederganges des

Osmanischen Reiches aufgefasst werden, sollen näher beleuchtet werden. Der

Schwerpunkt hierbei wird auf den militärischen Auseinandersetzungen mit den

europäischen Mächten Habsburg, Venedig, Polen und Russland sowie mit dem

Persischen Reich liegen. Weitere Schwerpunkte sind die innere Verfassung der

Staatsstruktur des Osmanischen Reiches sowie die wirtschaftliche Entwicklung in diesen

beiden Jahrhunderten.

Dabei sollen Änderungen in der staatlichen Struktur dargelegt und daraus resultierende

Probleme und Wandel im Machtgefüge des Osmanischen Reiches beleuchtet werden. Des

Weiteren sollen Veränderungen in der europäischen Wirtschaft mit Beginn der

Industrialisierung und ihre Auswirkungen auf das Osmanischen Reich dargestellt und im

Anschluss problematisiert werden. Dabei liegt ein zusätzlicher Schwerpunkt auf den

militärischen Auseinandersetzungen des Osmanischen Reiches mit den europäischen

Mächten und dem Persischen Reich. Besonderes Augenmerk hierbei sind die daraus

folgenden Auswirkungen, wobei die Belagerung von Wien 1683 die wohl folgenreichsten

war. Ferner sollen anhand einiger Beispiele Unabhängigkeitsbestrebungen in den

nordafrikanischen Gebieten und Territorien der Arabischen Halbinsel dargestellt werden.

Ziel dieser Arbeit ist es, die Problematiken aus den genannten Bereichen des

Osmanischen Reiches zu analysieren. Dabei soll erörtert werden, welche die

schwerwiegendsten Ursachen für den Niedergang des Osmanischen Reiches waren.

2. Die regionale Ausdehnung im 17. Jahrhundert

Seine größte Ausdehnung erreichte das Osmanische Reich im 17. Jahrhundert. Der

Herrschaftsbereich erstreckte sich im Süden auf die nordafrikanischen Küstengebiete

sowie auf Ober- und Unterägypten, den Hedschas, Jemen und weitere Gebiete am Roten

Meer. Im Osten endete das Reichsgebiet zu Georgien und Aserbeidschan, die östlichsten

Provinzen Bagdad und Basra grenzten am persischen Safawidenreich. Die Balkanländer

stellten den westlichen Teil des Herrschaftsgebietes zu der Mittelmeermacht Venedig.

Ungarn als auch die osmanischen Vasallengebiete Walachei, Moldau und das Chanat der

3


Krim gehörten zu den nördlichsten Ausdehnungsbereichen, die an das Habsburger Reich,

Polen und das russische Reich grenzten.

3. Das Osmanische Reich im 17. Jahrhundert

3.1 Der Außenpolitische Niedergang

Schon im 16. Jahrhundert verlor das Osmanische Reich einen Teil seiner

Großmachtstellung. 15711 wurde die osmanische Flotte bei Lepanto von einer Flotte der

Heiligen Liga, bestehend aus Venedig und Spanien, besiegt. Die osmanische Flotte war

zwar ein Jahr später wieder vollständig aufgebaut, jedoch wurde die Hegemonie des

Osmanischen Reiches im Mittelmeer gebrochen. Danach beschränkte sich der

Machtbereich nur noch auf das östliche Mittelmeer.

Des Weiteren dauerte der Krieg gegen das habsburgerische Österreich bis 1606 an.

Dessen Folge war, das sich die Habsburger aus der osmanischen Tributpflicht befreien

konnten. Danach mussten sich die Habsburger dem Dreißigjährigen Krieg zuwenden und

die Osmanen verlegten ihren militärischen Schwerpunkt auf den Krieg gegen die

Safawiden. Der Schah Abbâs I. (reg. 1588 ­ 1629) eroberte 1603 Aserbeidschan und

1623 Bagdad und Mossul von den Osmanen. Diese eroberten 1629 Mossul und 1638

Bagdad wieder zurück. 1639 wurde zwischen den Osmanen und den Persern ein

Friedensvertrag geschlossen, der bis 1726 hielt. 1635 ging nach fast 100 Jahren die

Provinz Jemen verloren. In der Herrschaftszeit der Osmanen kam es immer wieder zu

Aufständen des zaiditischen Imams und lokalen Stammesführern. Jemen wurde in dieser

Zeit durch den aufkommenden Kaffeehandel für die europäischen Mächte interessant.

Inwieweit die Europäer in der Rebellion gegen die Osmanen involviert waren, ist

unbekannt.2 Darauf folgte in den fünfziger Jahren des 17. Jahrhunderts3 der Krieg gegen

Venedig um Kreta, das die Osmanen trotz ihrer Niederlage 1571 erobert hatten und halten

konnten. 1672 kam es zu Kampfhandlungen zwischen Polen und dem Osmanischen

Reich, da sich die Kosaken im Westteil der Ukraine von Polen lossagten und sich unter

osmanische Oberhoheit stellten. Polen verlor dabei den Westteil der Ukraine. Als jedoch

1 Faroqhi gibt 1573 an (Faroqhi, 2000, S.37), die überwiegenden Quellen wie Matuz (Matuz, 1990, S.139),

Kreiser (Kreiser, 2001, S.28) und Shaw (Shaw, Stanford Jay; Shaw, Ezel Kural, 1995, S.178) 1571

2 Vgl. Kellner-Heinkele, 2001, S.331

3 Krieser (Kreiser, 2001, S. 28) und Matuz (Matuz, 1990, S. 168) geben den Kriegsausbruch 1645 an,

Faroqhi (Faroqhi, 2000, S.65) und Shaw (Shaw, Stanford Jay; Shaw, Ezel Kural, 1995, S.200) dagegen

1644

4



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