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Scholary Paper (Seminar), 2008, 26 Pages
Author: Katja Renkert
Subject: Pedagogy - Reform Pedagogics
Details
Institution/College: University of Education Freiburg im Breisgau
Tags: Andreas, Flitners, Themen, Reform“, Umsetzung, Reformschule, Reformpädagogik, Reformschulen, Schulreform
Year: 2008
Pages: 26
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 9 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-03404-3
ISBN (Book): 978-3-638-94995-8
File size: 162 KB
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Abstract
„Stell dir eine Schule vor, an der Kinder die Freiheit haben, sie selbst zu sein… an der sich Erfolg nicht über akademische Leistungen definiert, sondern über die eigene Definition von Erfolg des Kindes… an der die ganze Schule demokratisch mit allen Themen umgeht, wo jeder Einzelne das gleiche Recht hat, angehört zu werden… an der du den ganzen Tag spielen kannst, wenn du möchtest… und wo Raum und Zeit ist, sich hinzusetzen und zu träumen! Könnte es so eine Schule geben?“ (vgl. http://www.summerhillschool.co.uk/ 7.1.2008) Vielleicht könnte es so eine Schule geben. Vielleicht gibt es Kinder und Eltern, die von solch einer Schule schon immer träumen. Vielleicht macht eine solche Schule viele Schüler um einiges glücklicher als eine „normale“ Schule. Vielleicht hat eine solche Schule aber auch Schattenseiten. Das 20 Jahrhundert, unter Pädagogen auch genannt das „Jahrhundert der Reformpädagogik“, begann mit einer veränderten Sichtweise auf das Kind. Zahlreiche sich unterscheidende Strömungen, unter anderem auch die Pädagogik Alexander Sutherland Neills, welche er an seiner Schule „Summerhill“ verwirklichte, entstanden. Genau um diese Schule geht es im oben angeführten Zitat. Kaum ein reformpädagogischer Ansatz stand so oft im Mittelpunkt von Diskussionen wie sie. Andreas Flitner hat in seinem Werk „Reform der Erziehung“ unter anderem die seiner Meinung nach für die heutige Zeit wichtigsten zwölf Reformthemen herausgearbeitet. Ziel dieser Arbeit ist es, zu klären, inwieweit diese zwölf Punkte an der Reformschule Summerhill umgesetzt werden. Vom Aufbau her werden zunächst die wichtigsten Prinzipien und Faktoren der Reformschule Summerhill beleuchtet, um einen groben Überblick über die Schule zu geben.
Excerpt (computer-generated)
Pädagogische Hochschule Freiburg
Seminar: Reformpädagogik, Reformschulen, Schulreform, Modul 2
WS 06/07
Andreas Flitners ,,Ewige Themen der Reform"
und deren Umsetzung an der Reformschule ,,Summerhill"
von
Katja Renkert
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 4
2. Summerhil 6
2.1 Die wichtigsten Prinzipien 6
2.1.1 Freiheit 6
2.1.2 Selbstregulierung der Schulgemeinde 6
2.1.3 Gleichberechtigung und Anerkennung 7
2.2 Die Schüler 7
2.3 Die Lehrer in Summerhil 8
3. Die unendlichen Themen der Reform 8
3.1 Kinder verstehen 8
3.1.1 Umsetzung in Summerhil 9
3.1.2 Beurteilung 10
3.2 Selbständigkeit ermutigen 10
3.2.1 Umsetzung in Summerhil 10
3.2.2 Beurteilung 11
3.3 Ausdruck und Gestaltung ermöglichen 11
3.3.1 Umsetzung in Summerhil 11
3.3.2 Beurteilung 12
3.4 ,,Ganzheitlichkeit" lehren und lernen 12
3.4.1 Umsetzung in Summerhil 12
3.4.2 Beurteilung 13
3.5 Begabungen finden und fördern 13
3.5.1 Umsetzung in Summerhil 13
3.5.2 Beurteilung 14
3.6 Gemeinschaft über Konkurrenz setzen, Ausgrenzungen überwinden 14
3.6.1 Umsetzung in Summerhil 14
3.6.2 Beurteilung 15
3.7 Kinder hilfreich beurteilen 15
3.7.1 Umsetzung in Summerhil 16
3.7.2 Beurteilung 16
3.8 Vertiefung und ,,Einwurzelung" anbahnen 16
3.8.1 Umsetzung in Summerhil 17
2
3.8.2 Beurteilung 17
3.9 Konzentration und Stil e üben 17
3.9.1 Umsetzung in Summerhil 18
3.9.2 Beurteilung 18
3.10 Brücken zur ,,Wirklichkeit" schlagen 18
3.10.1 Umsetzung in Summerhil 19
3.10.2 Beurteilung 20
3.11 An die großen Aufgaben öffentlicher Verantwortung heranführen 20
3.11.1 Umsetzung in Summerhil 20
3.11.2 Beurteilung 21
3.12 Eine ,,Kultur" des Lebens und Arbeitens entwickeln 22
3.12.1 Umsetzung in Summerhil 22
3.12.2 Beurteilung 23
4. Abschließendes Fazit 23
5. Literaturverzeichnis 25
3
Anmerkung
Um ein flüssiges Lesen zu ermöglichen, verzichte ich in dieser Arbeit auf die
Nennung der femininen Form. Wann immer eine Person oder Personengruppe in
maskuliner Form genannt wird, impliziert dies gleichzeitig die feminine Form.
1. Einleitung
,,Stell dir eine Schule vor, an der Kinder die Freiheit haben, sie selbst zu
sein... an der sich Erfolg nicht über akademische Leistungen definiert,
sondern über die eigene Definition von Erfolg des Kindes... an der die ganze
Schule demokratisch mit allen Themen umgeht, wo jeder Einzelne das gleiche
Recht hat, angehört zu werden... an der du den ganzen Tag spielen kannst,
wenn du möchtest... und wo Raum und Zeit ist, sich hinzusetzen und zu
träumen!
Könnte
es
so
eine
Schule
geben?"
(vgl.
http://www.summerhil school.co.uk/ 7.1.2008)
Viel eicht könnte es so eine Schule geben. Viel eicht gibt es Kinder und Eltern, die
von solch einer Schule schon immer träumen. Viel eicht macht eine solche Schule
viele Schüler um einiges glücklicher als eine ,,normale" Schule. Viel eicht hat eine
solche Schule aber auch Schattenseiten.
Das 20 Jahrhundert, unter Pädagogen auch genannt das ,,Jahrhundert der
Reformpädagogik", begann mit einer veränderten Sichtweise auf das Kind.
Zahlreiche sich unterscheidende Strömungen, unter anderem auch die Pädagogik
Alexander Sutherland Neil s, welche er an seiner Schule ,,Summerhil " verwirklichte,
entstanden. Genau um diese Schule geht es im oben angeführten Zitat. Kaum ein
reformpädagogischer Ansatz stand so oft im Mittelpunkt von Diskussionen wie sie.
Andreas Flitner hat in seinem Werk ,,Reform der Erziehung" unter anderem die seiner
Meinung nach für die heutige Zeit wichtigsten zwölf Reformthemen herausgearbeitet.
Ziel dieser Arbeit ist es, zu klären, inwieweit diese zwölf Punkte an der Reformschule
Summerhil umgesetzt werden.
Vom Aufbau her werden zunächst die wichtigsten Prinzipien und Faktoren der
Reformschule Summerhil beleuchtet, um einen groben Überblick über die Schule zu
4
geben. Auf Details sowie die Biografie des Gründers A.S. Summerhil kann im
Rahmen dieser Arbeit leider nicht eingegangen werden. Daraufhin werden Andreas
Flitners ,,Unendliche Themen der Reform" dargestel t und deren Umsetzung im
Bezug auf Al tag und Philosophie an der Reformschule Summerhil geprüft. Um einen
direkten Bezug zu ermöglichen, wird eine persönliche Beurteilung direkt im
Anschluss an jeden Punkt gegeben.
Zu mehreren Punkten von Flitners ,,Unendlichen Themen der Reform" gaben weder
Sekundärliteratur von Neil selbst, noch Sekundärliteratur Aufschluss über eine
mögliche Umsetzung in Summerhil . Also beschloss ich, die Schule selbst zu
kontaktieren, um mich direkt aus erster Hand zu erkundigen. Schließlich durfte ich
sogar mit Zoë Readhead, der Tochter von A.S. Neil , die seit 1985 die Schule leitet,
selbst sprechen. Dieses Gespräch war einerseits sehr aufschlussreich und half mir
sehr weiter. Andererseits betonte sie auch, dass es sehr schwer ist, Flitners Thesen,
welche ich kurz zusammenfasste, mit Summerhil zu vergleichen, da es sich einfach
nicht um eine ,,normale" Schule handelt und einige der Punkte daher für Summerhil
einfach nicht relevant seien.
5
2. Summerhill
Die demokratische Schule ,,Summerhil " wurde 1921 in Deutschland gegründet, zog
aber bald nach Leiston, Suffolk im Nordwesten Englands um und existiert dort bis
heute.
2.1 Die wichtigsten Prinzipien
2.1.1 Freiheit
Das Hauptanliegen der Schule war und ist es, den Schülern al e Freiheit zu lassen,
damit sie ganz sie selbst sein können.
,,Einem Kind Freiheit zu geben, ist nicht einfach. Es bedeutet, daß wir uns
weigern, es Religion, Politik oder ein Klassenbewusstsein zu lehren"
(Neil
1970, S. 120)
Es wird also auf jede Lenkung verzichtet. Dies impliziert für Neil , dass man den
Menschen an sich für gut hält und davon ausgeht, dass er sich in die richtige
Richtung entwickeln werde. (Vgl. Neil 1970, S. 22; S. 113ff.)
Diese These erinnert stark an Rousseaus Theorie vom ,,freien Wilden", bei der
Rousseau vom Guten im Kind und dessen Entfaltungsmöglichkeiten aus sich selbst
heraus ausgeht.
Neil wird nicht müde, Freiheit in seinem Sinne gegen die Zügel osigkeit
abzugrenzen, als die sein Prinzip oft missverstanden wird.
Ein wichtiger Baustein dieser Freiheit ist auch die Freiwil igkeit der Teilnahme am
Unterricht. Wenn die Schüler es möchten, ist es sogar möglich, dass sie während
ihrer gesamten Laufbahn in Summerhil nicht eine einzige Unterrichtsstunde
besuchen. Es wird auch kein Wert auf bestimmte Methoden gelegt; Neil geht davon
aus, dass ein Kind nach jeder Methode lernt, solange es den Stoff nur wirklich lernen
wil . (Vgl. Neil 1970, S. 23)
2.1.2 Selbstregulierung der Schulgemeinde
Die Selbstregulierung ist eines der wichtigsten Merkmale von Summerhil .
Obwohl die Schüler viele Freiheiten haben, gibt es dennoch einen Grundstock von
etwa 200 Regeln, um die Ordnung aufrechtzuerhalten. Diese Regeln werden in der
Vol versammlung, an denen jeder teilnehmen kann und bei denen jede Stimme
gleich viel zählt, beschlossen oder abgeschafft. Davon ausgeschlossen sind Regeln,
die die Personaleinstel ung und die Sicherheit betreffen. Diese Punkte regelt die
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