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Termpaper, 2007, 21 Pages
Author: Anja Thonig
Subject: Pedagogy - Miscellaneous Topics
Details
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Abstract
1. Einleitung In meiner Hausarbeit zum Thema „Philosophieren mit Kindern“ beziehe ich meine Ausführungen hauptsächlich auf Philip Cams Buch „Zusammen nachdenken“. Nach den im Buch gesetzten Schwerpunkten beziehe ich mich darauf, wie der Lehrer die Kinder in einer Unterrichtsdiskussion zum Nachdenken anregen und beispielhafte Übungen und Geschichten dafür einsetzen kann. Die folgenden Überlegungen werden mit Cams Zielstellung für sein Buch und der Klärung der Frage was Philosophie, vor allem Kinderphilosophie, primär bedeutet, eingeleitet. Außerdem werde ich mich mit der Rolle der Philosophie im Unterricht auseinandersetzen. Der zweite Teil meiner Arbeit widmet sich der Frage nach den Aufgaben des Lehrers für eine philosophische Diskussion in der Klasse und welche Mittel ihm zur Verfügung stehen um diese zu lenken und die Kinder zum „zusammen nachdenken“ anzuregen. 2. Philip Cams Zielstellung: Philip Cams vordergründiges Ziel liegt in der Integration der Philosophie als (Denk-) Ansatz in andere Disziplinen. Er ist der Auffassung, dass man durch philosophische Fragen und Themen in das Zentrum der anderen Disziplinen gelangt. Das Denken betrifft seiner Ansicht nach alle Bereiche des Lehrplans. Daraus folgend, sieht er in der Philosophie im Unterricht die einzige Möglichkeit dem Denken eine zentrale Rolle zuzusprechen und so den Kindern zu helfen effektive Denker zu werden. Sein Buch „Zusammen nachdenken“ soll vor allem als Hilfestellung für die Lehrer betrachtet werden, um zum Einen das Verständnis für die Fragen und Ideen zu fördern und zu vertiefen und zum Anderen soll die Denkfähigkeit, vordergründig das reflexive Denken, der Kinder erhöht werden, da dieses Voraussetzung für die Entwicklung eines intelligenten und vernünftigen Kindes ist. „Dieses Buch stellt einen Weg vor Kindern zu helfen dieses Denken zu entwickeln.“ [...]
Excerpt (computer-generated)
Universität Leipzig
Institut für Philosophie
Sommersemester 2006
Proseminar: Philosophieren mit Kindern
,,Philosophieren mit Kindern" am Beispiel von
Philip Cams Buch ,,Zusammen nachdenken"
Anja Thonig
Fächer: Germanistik, Philosophie, Erziehungswissenschaften
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Philip Cams Zielstellung: 3
3. Was ist das- Philosophie? 4
3.1 Philosophieren mit Kindern 4
3.1.1 Was ist Kinderphilosophie? 4
3.1.2 Das mangelnde Verständnis gegenüber der kindlichen Neugier 5
3.1.3 Philosophie in Schule und Unterricht 6
3.1.4 Kinder und Fragen 6
4. Die Rolle des Lehrers 7
4.1 Geschichten auswählen 7
4.2 Eine Forschungsgemeinschaft aufbauen 9
4.2.1 Form der Klassendiskussion 9
4.2.2 Der Zeitplan 9
4.2.3 Lernen Fragen zu stellen 10
4.2.4 Zusammenhänge herstellen 10
4.3 Eine Diskussion führen 11
4.3.1 Der Beginn der Diskussion 11
4.3.2 Dinge, die der Lehrer im Auge behalten sollte 11
4.4 Die Diskussion vorbereiten 15
4.4.1 Diskussionsvorschläge 15
4.4.2 Übungen und Aufgaben 16
5. Denkwerkzeuge 16
5.1 Begriffliches Denken 16
5.2 Logisches Denken 19
6. Fazit 20
7. Literaturverzeichnis 20
2
1. Einleitung
In meiner Hausarbeit zum Thema ,,Philosophieren mit Kindern" beziehe ich meine
Ausführungen hauptsächlich auf Philip Cams Buch ,,Zusammen nachdenken". Nach den im
Buch gesetzten Schwerpunkten beziehe ich mich darauf, wie der Lehrer die Kinder in einer
Unterrichtsdiskussion zum Nachdenken anregen und beispielhafte Übungen und Geschichten
dafür einsetzen kann. Die folgenden Überlegungen werden mit Cams Zielstellung für sein
Buch und der Klärung der Frage was Philosophie, vor allem Kinderphilosophie, primär
bedeutet, eingeleitet. Außerdem werde ich mich mit der Rolle der Philosophie im Unterricht
auseinandersetzen. Der zweite Teil meiner Arbeit widmet sich der Frage nach den Aufgaben
des Lehrers für eine philosophische Diskussion in der Klasse und welche Mittel ihm zur
Verfügung stehen um diese zu lenken und die Kinder zum ,,zusammen nachdenken"
anzuregen.
2. Philip Cams Zielstellung
:
Philip Cams vordergründiges Ziel liegt in der Integration der Philosophie als (Denk-) Ansatz
in andere Disziplinen. Er ist der Auffassung, dass man durch philosophische Fragen und
Themen in das Zentrum der anderen Disziplinen gelangt. Das Denken betrifft seiner Ansicht
nach alle Bereiche des Lehrplans. Daraus folgend, sieht er in der Philosophie im Unterricht
die einzige Möglichkeit dem Denken eine zentrale Rolle zuzusprechen und so den Kindern zu
helfen effektive Denker zu werden.
Sein Buch ,,Zusammen nachdenken" soll vor allem als Hilfestellung für die Lehrer betrachtet
werden, um zum Einen das Verständnis für die Fragen und Ideen zu fördern und zu vertiefen
und zum Anderen soll die Denkfähigkeit, vordergründig das reflexive Denken, der Kinder
erhöht werden, da dieses Voraussetzung für die Entwicklung eines intelligenten und
vernünftigen Kindes ist. ,,Dieses Buch stellt einen Weg vor Kindern zu helfen dieses Denken
zu entwickeln."1
1 Cam 1996, S. 9
3
3. Was ist das- Philosophie?
Bevor man sich tiefgründiger mit dem ,,Philosophieren mit Kindern" beschäftigt, bleibt es
unerlässlich den Begriff der Philosophie genauer zu betrachten.
Der Begriff stammt ursprünglich aus dem Griechischen und lässt sich mit der
,,Weisheitsliebe" bzw. ,,Liebe zur Wissenschaft" übersetzen. Sie umfasst unter anderem das
forschende Fragen und Streben nach Erkenntnis, den Ursprüngen des Denkens und des Seins.
Sie bezeichnet einen ständigen Denk- und Reflexionsprozess der den gesamten Menschen
betreffen, d.h. sowohl den Verstand als auch das Herz. Philosophieren ist ein Ausdruck des
Nachdenkens, des Grübelns und vor allem auch das nachdenkliche Reden über etwas.
Philosophieren ist ein offener Deutungsprozess, in dem selber und weiter denken im
Vordergrund steht. Es bedeutet weiter staunen, neugierig sein, grübeln, kritisch sein, zweifeln,
hinterfragen, selbständig denken, analysieren und argumentieren. Bei dem Betrachten dieser
Attribute wird klar, dass Kinder die besten Voraussetzungen zum Philosophieren mitbringen.
3.1 Philosophieren mit Kindern
3.1.1 Was ist Kinderphilosophie?
Im Gegensatz zur ,,allgemeinen" Philosophie gab es erst durch die Reformpädagogen in den
20er Jahren die ersten Bemühungen das Kind in seinem Sosein ernst zu nehmen. Durch die
Zeit des Nationalsozialismus unterbrochen fanden sich in den 70er Jahren die Wegbereiter der
Kinderphilosophie Matthew Lipman und Gareth B. Matthews in den USA. Deren
Erfahrungen und Sichtweisen veranlassten eine Menge von Philosophen und auch Pädagogen
sich gezielt den Kindern zuzuwenden. In Deutschland sind dabei vor allem Ekkehard
Martens, Hans- Ludwig Freese und Helmut Schreier zu nennen.2 Den Begriff der
Kinderphilosophie jedoch genau zu definieren gestaltet sich sehr schwierig. Bevorzugt wird
die Erklärung ,,Philosophieren mit Kindern", da diese zeigt, dass die Erwachsenen gemeinsam
mit den Kindern philosophieren. Es dreht sich um das gemeinsame aktive Durchspielen der
Denkmöglichkeiten, wobei das Hauptmerkmal der Kinderphilosophie das Philosophieren
selbst ist.3 Vordergründig stehen das Fördern der selbständigen Denktätigkeit und
Urteilsfähigkeit sowie das Herausarbeiten des philosophischen Gehalts des kindlichen
2 Tataryn 2001, S. 12
3 Ebd, S. 21
4
Denkens. ,,Nahziel" hierbei ist doch auch immer die Lust am Denken zu wecken, denn es soll
den Kindern Spaß machen mit ihren Gedanken zu spielen.4
3.1.2 Das mangelnde Verständnis gegenüber der kindlichen Neugier
,, Kinder besitzen oft eine Genialität, die im Erwachsenenalter verloren geht."5 Diese Aussage
aus Karl Jaspers Einführung zur Philosophie macht deutlich was in der Praxis oft zu wenig
Beachtung findet. Der im alltäglichen Leben unumgängliche Umgang mit Kindern zeigt, dass
Kinder einen kaum stillbaren Wissensdurst haben, der vor allem durch die typische W-
Fragen (wie, weshalb, warum...) zum Ausdruck kommt. Sie erhoffen sich dadurch Antworten
auf die ihnen so rätselhaft erscheinenden Sachverhalte zu bekommen. Sie setzen sich mit Sinn
und Wertefragen der Welt auseinander, ohne dass sie dies bewusst wahrnehmen, aber sie tun
es. Sie tun es auf eine kindliche und einfache Weise, welche wir als Erwachsene nicht mehr
erfahren können. Dieses rege Interesse wird jedoch selten von Seiten der Erwachsenen ernst
genommen. Die Fähigkeiten und das Potential der Kinder werden häufig unterschätzt oder gar
verkannt. Dies liegt zum einen an der oft vorherrschenden Ansicht eine den Fragestellungen
entsprechende Diskussion übersteige die geistigen Fähigkeiten der Kinder, zum anderen fehlt
den Erwachsenen aber vielmehr einfach nur die Bereitschaft ein solches Gespräch zu führen,
da sie durch das Fragen auf Probleme aufmerksam gemacht werden mit denen sie sich selbst
noch nicht ausreichend oder noch nie beschäftigt haben. So scheint es die einfachste
Möglichkeit zu sein die gestellte Frage zu verwerfen anstatt sich selbst eingestehen bzw.
offiziell zugeben zu müssen selbst keine Antwort darauf zu haben und ersticken so die
kindliche Neugier in ihrer eigenen Unwissenheit.
Es wird klar, dass es unerlässlich ist das philosophische Denken anderweitig zu fördern. Die
Schule und der Unterricht sollten das Denken der Schüler fördern und sind so die Ansatzstelle
für das Philosophieren mit Kindern. Philip Cams Buch gibt Anregungen und hilft dem Lehrer
das Interesse der Schüler für das Philosophieren zu erwecken.
4 Ebd, S. 28ff
5 Jaspers 2004, S. 63ff
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