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Examensarbeit, 2006, 227 Seiten
Autor: Helena Ströter
Fach: Sachunterricht, Heimatkunde (Grundschulpädagogik)
Details
Tags: Forschend-entdeckender, Unterricht, Grundschule, Beispiel, Einflussfaktoren, Pflanzenwachstum
Jahr: 2006
Seiten: 227
Note: 2,0
Literaturverzeichnis: ~ 88 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-05259-7
ISBN (Buch): 978-3-638-94919-4
Dateigröße: 16301 KB
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Zusammenfassung / Abstract
Während Kinder im Alter von 4-6 Jahren ihren enormen Wissensdrang hauptsächlich mit der Frage WARUM stillen, steht bei den Kindern im Grundschulalter das Tun und Werken im Mittelpunkt. Das Interesse an Naturphänomenen spielt eine große Rolle und die Kinder entwickeln den Wunsch nach neuen Erfahrungen, denen sie mit Neugier selbsttätig, selbstverantwortlich und entdeckerisch nachgehen wollen. Diese Neigungen der Kinder sollen mit der Durchführung der hier vorliegenden Unterrichtsstunden verstärkt werden. Mit Hilfe eigenständig durchgeführter Versuche mit Pflanzen sollen sie einen Naturvorgang erklären können. Angewendet wird die Unterrichtsmethode des forschend-entdeckenden Lernens, bei der das selbständige Problemlösen im Vordergrund steht.... Die vorliegende Arbeit zu dem Thema "Forschend-entdeckender Unterricht in der Grundschule am Beispiel von Einflussfaktoren auf das Pflanzenwachstum" gliedert sich in einen theoretischen und einen praktischen - auf den Unterricht bezogenen - Teil. Im theoretischen Teil wird zunächst auf die wichtigsten biologischen Fakten der Einflussfaktoren auf das Pflanzenwachstum eingegangen. Nach dieser fachwissenschaftlichen Darstellung wird überprüft und erläutert, ob das Thema in den Richtlinien bzw. Lehrplänen behandelt wird. Im weiteren wird das forschend-entdeckende Lernen ausführlich behandelt. Nach einer begrifflichen Klärung dieser didaktisch-methodischen Theorie und der Darstellung des forschend-entdeckenden Lernens im wissenschaftlichen Kontext schließen die theoretischen Ausführungen mit einer Beschreibung möglicher Unterrichtskonzepte dieser Unterrichtsmethode. Im praktischen Teil wird das Thema zum einen mit der forschend-entdeckenden und zum anderen mit der traditionellen Unterrichtsmethode durchgeführt. Die Examensarbeit schließt mit einer Zusammenfassung, in der vor allem der Frage nachgegangen wird, ob anhand der durchgeführten Unterrichtsstunden das forschend-entdeckende Lernen im Sachunterricht der Grundschule einzusetzen ist.
Textauszug (computergeneriert)
Forschend-entdeckender Unterricht in der
Grundschule am Beispiel von Einflussfaktoren auf
das Pflanzenwachstum
Schriftliche Hausarbeit im Rahmen der Ersten Staatsprüfung
für das Lehramt für die Primarstufe, dem Staatlichen
Prüfungsamt für Erste Staatsprüfungen für Lehrämter an
Schulen in Dortmund vorgelegt von:
Helena Ströter
Siegen, 21. November 2006
Universität Siegen
Inhaltsverzeichnis
1.
EINLEITUNG
S.
6
2. THEORETISCHER HINTERGRUND
S. 8
2.1 Einflussfaktoren auf das Pflanzenwachstum S. 8
2.1.1
Licht
S.
9
2.1.2
Wasser
S.
10
2.1.3
Temperatur
S.
11
2.1.4
Mineralstoffe
S.
11
2.2
Rechtliche
Vorgaben S.
12
2.3
Schülerorientierung
S.
13
2.4 Das forschend-entdeckende Lernen
S. 14
2.4.1
Ablauf
S.
17
2.4.2
Voraussetzungen S.
18
2.4.3
Ziele
S.
20
2.4.4
Vorteile
S.
21
2.5 Unterrichtskonzepte zum
forschend-entdeckenden
Lernen
S.
22
3.
UNTERSUCHUNGSDESIGN S.
27
3.1 Bemerkungen zu den Lerngruppen
S. 27
3.2 Darstellung der Unterrichtsstunden
S. 29
3.2.1
Unterrichtsskript:
Traditionell
S.
31
3.2.2 Unterrichtsskript: Forschend-entdeckend S. 34
2
3.2.3 Unterrichtseinheit des traditionellen
Unterrichts S.
37
3.2.4 Unterrichtseinheit
des
forschend-
entdeckenden
Unterrichts
S.
40
3.3 Beschreibung der Auswertungsmethoden
S. 44
3.3.1 Qualitative und quantitative Inhaltsanalyse S. 44
3.3.2
Fragebogenauswertung S.
46
3.4
Methodisches
Vorgehen
S.
46
3.5
Hypothesen
S.
49
4.
ERGEBNISSE
S.
50
4.1 Ergebnisse der Videoanalysen
S. 50
4.1.1 Säulendiagramm I
S. 51
4.1.2 Säulendiagramm II
S. 53
4.2 Ergebnisse der Schülerfragebögen
S. 54
5.
REFLEXION
S.
57
6.
ZUSAMMENFASSUNG
S.
63
7.
LITERATURVERZEICHNIS
S.
66
7.1 Quellen
S. 66
7.2
Weitere
Quellen
S.
71
7.3 Internet
S. 75
3
8. ABBILDUNGSVERZEICHNIS
Abb. 1: ,
Die Umsetzung des
forschend-entdeckenden Unterrichts′
S. 24
Abb. 2: ,
Offenheit im Unterricht′
S. 26
Abb. 3:
Unterrichtsskript für den
traditionellen Unterricht
S.
31
Abb. 4:
Unterrichtsskript für den
forschend-entdeckenden Unterricht
S.
34
Abb. 5:
Versuchsvorgaben S.
39
Abb. 6:
Säulendiagramm I
S. 51
Abb. 7:
Säulendiagramm II
S. 53
Abb. 8:
Auswertung der Schülerfragebögen I
S. 55
Abb. 9:
Auswertung der Schülerfragebögen II
S. 56
9. ANHANG
S. 76 - 226
Anhang 1:
Versuchskarten
Anhang 2:
Arbeitsblatt I:
Traditioneller Unterricht
Anhang 3:
Ausgefüllte Arbeitsblätter I:
Traditioneller Unterricht
Anhang 4:
Mitschriften:
Forschend-entdeckender Unterricht
Anhang 5:
Arbeitsblatt II
Anhang 6:
Ausgefüllte Arbeitsblätter II:
Traditioneller Unterricht
Anhang 7:
Ausgefüllte Arbeitsblätter II:
Forschend-entdeckender Unterricht
Anhang 8:
Schülerfragebogen
Anhang 9:
Trankskript:
Traditioneller Unterricht
4
Anhang 10:
Transkript:
Forschend-entdeckender
Unterricht
Anhang 11:
Codebaum
Anhang 12:
Exceltabelle mit Anzahl von Codings
Anhang 13:
Ausgefüllte Schülerfragebögen:
Traditioneller Unterricht
Anhang 14:
Ausgefüllte Schülerfragebögen:
Forschend-entdeckender Unterricht
5
1. Einleitung
,,... der beste Zeitpunkt für die Hinführung zu
naturwissenschaftlichen Phänomenen ist die Zeit der frühen
Kindheit, in der mit großen Augen staunend die Phänomene im
Umfeld wahrgenommen und hinterfragt werden."
(Lück, 2005,
S.14).
Während Kinder im Alter von 4-6 Jahren ihren enormen
Wissensdrang hauptsächlich mit der Frage
warum
stillen, steht bei
den Kindern im Grundschulalter das Tun und Werken im Mittelpunkt.
Das Interesse an Naturphänomenen spielt eine große Rolle und die
Kinder entwickeln den Wunsch nach neuen Erfahrungen, denen sie
mit Neugier selbsttätig, selbstverantwortlich und entdeckerisch
nachgehen wollen. Diese Neigungen der Kinder sollen mit der
Durchführung der hier vorliegenden Unterrichtsstunden verstärkt
werden. Mit Hilfe eigenständig durchgeführter Versuche mit Pflanzen
sollen sie einen Naturvorgang erklären können. Angewendet wird die
Unterrichtsmethode des
forschend-entdeckenden Lernens
, bei der
das selbständige Problemlösen im Vordergrund steht.
Der Bezug zur Lebenswelt der SchülerInnen steht bei der Wahl der
Unterrichtsthemen im Vordergrund. Hierbei sollten die
unterschiedlichen Lernvoraussetzungen der SchülerInnen als
Orientierung für den Unterrichtsverlauf/-aufbau dienen. Diese
Lernvoraussetzungen verändern sich ständig durch Erfahrungen und
Lernprozesse. Damit die Lernprozesse gelingen und aus der
unendlichen Themenfülle geeignete Inhalte für den Unterricht gewählt
werden können, ist es wichtig, die Interessen, vorunterrichtlichen
Erfahrungen und das bisherige Wissen und Können der SchülerInnen
bei der Planung einzubeziehen.
Für einen aktiven Lernprozess sollten vielfältige
Handlungsmöglichkeiten angeboten werden, bei denen die Kinder
6
selbständig arbeiten können. Vor allem im Biologieunterricht sollten
Handlungskompetenzen ausgebildet werden, die
theoretische
- z.B.
das Bearbeiten biologischer Fragestellungen und
praktische
- z.B.
Durchführungen von Untersuchungen und Experimenten - Anteile
beinhalten. Unter Beachtung dieser Voraussetzungen wurde das
Thema
Einflussfaktoren auf das Pflanzenwachstum
ausgewählt.
Die vorliegende Arbeit zu dem Thema
Forschend-entdeckender
Unterricht in der Grundschule am Beispiel von Einflussfaktoren
auf das Pflanzenwachstum
gliedert sich in einen theoretischen und
einen praktischen - auf den Unterricht bezogenen - Teil.
In dem theoretischen Teil wird zunächst auf die wichtigsten
biologischen Fakten der Einflussfaktoren auf das Pflanzenwachstum
eingegangen. Nach dieser fachwissenschaftlichen Darstellung wird
überprüft und erläutert, ob das Thema in den Richtlinien bzw.
Lehrplänen behandelt wird.
Im weiteren wird das forschend-entdeckende Lernen ausführlich
behandelt. Nach einer begrifflichen Klärung dieser didaktisch-
methodischen Theorie und der Darstellung des forschend-
entdeckenden Lernens im wissenschaftlichen Kontext schließen die
theoretischen Ausführungen mit einer Beschreibung möglicher
Unterrichtskonzepte dieser Unterrichtsmethode.
Im praktischen Teil wird das Thema zum einen mit der forschend-
entdeckenden und zum anderem mit der traditionellen
Unterrichtsmethode durchgeführt.
Zunächst werden die Lerngruppen vorgestellt
(Geschlechterzusammensetzung der Gruppen, Alter und Vorwissen
etc.). Bei der Darstellung der konkreten Planung der beiden
Unterrichtseinheiten, in der auf das Material und die Methoden
(zeitlicher Ablauf, Stundenaufbau und Ablauf der geplanten
Unterrichtsverläufe) eingegangen wird, erfolgt eine Bezugnahme des
forschend-entdeckenden Unterrichts zu den wissenschaftlichen
Unterrichtskonzepten, die im vorangegangenen Teil erläutert wurden.
Eine Beschreibung der Auswertungsmethoden, in diesem Fall eine
Videoanalyse und eine Auswertung von Schülerfragebögen, folgt.
Eine Erläuterung über das Vorgehen mit diesen Methoden schließt
7
sich an, um daraufhin Hypothesen in Bezug auf die
Unterrichtsdurchführungen und Unterrichtsergebnisse aufzustellen.
Nach den abgeschlossenen Unterrichtsstunden erfolgt die
Ergebnispräsentation mit Hilfe von Tabellen und Säulendiagrammen.
In der sich anschließenden ausführlichen Diskussion und Reflexion
werden zum einen der persönliche Eindruck der Unterrichtsstunden
geschildert und zum anderen die aufgestellten Hypothesen anhand
der Säulendiagramme untersucht.
Die Examensarbeit schließt mit einer Zusammenfassung, in der vor
allem der Frage nachgegangen wird, ob anhand der durchgeführten
Unterrichtsstunden das forschend-entdeckende Lernen im
Sachunterricht der Grundschule einzusetzen ist.
Ein ausführlicher Anhang, der die Schülermitschriften, Fragebögen,
Transkripte und Codingtabellen präsentiert, liegt dieser Arbeit bei.
An dieser Stelle wird darauf hingewiesen, dass die Bezeichnungen:
Schüler, Lehrer
und
Moderator
sowohl für die männlichen als auch
für die weiblichen Personen stehen.
2. Theoretischer Hintergrund
2.1 Einflussfaktoren auf das Pflanzenwachstum
,,Das Entwicklungsgeschehen der Pflanzen wird ständig von den
herrschenden Umweltbedingungen beeinflusst."
(Fellenberg, 1980,
S.60). Durch Änderungen der Umweltbedingungen werden die
Entwicklungsschritte aktiviert oder inaktiviert, modifiziert oder
dauerhaft verändert.
8
Bedeutsam für die Entwicklung und das Wachstum der Pflanzen sind
vor allem :
· Licht
· Wasser
· Temperatur
· Mineralstoffe.
Diese vier Faktoren werden im folgenden genauer erläutert.
2.1.1 Licht
Für die Fotosynthese der Pflanzen sind vor allem das Sonnenlicht
und die Wasserversorgung von Bedeutung. Die Fotosynthese ist ein
autotropher Stoffwechselprozess, bei dem das Kohlenstoffdioxid
(CO2) aus der Luft über die Spaltöffnungen und das Wasser (H2O)
aus dem Boden aufgenommen und unter Einwirkung des
Sonnenlichts in Kohlenhydrate umgewandelt wird. Dabei wird
Sauerstoff (O2) freigesetzt. Der Sauerstoff, der über die
Spaltöffnungen an die Umgebung abgegeben wird, wird von
Lebewesen mit heterotrophem Stoffwechsel genutzt.
Die für den autotrophen Stoffwechsel erforderliche Energie wird über
die Absorption des Lichtes mit Hilfe des Chlorophylls in den
Chloroplasten der Blattzellen gewonnen.
Die Fotosynthese besteht aus zwei Reaktionsfolgen:
1. Lichtreaktion
I und II
2. Dunkelreaktion.
Die gewonnene Lichtenergie wird bei der Lichtreaktion für die Bildung
und Herstellung von
A
denosin
t
ri
p
hosphat (=ATP) und
N
icotinamid
a
denin
d
inucleotid
p
hosphat (=NADPH+H+) genutzt. Die
gebildeten Produkte ATP und NADPH+H+ werden wiederum in der
Dunkelreaktion eingesetzt, um Kohlenhydrate aufzubauen.
9
Die Summenformel der Fotosynthese lautet:
Licht
6 CO + 12 H O C H O + 6 O + 6 H O
2
2
6
12
6
2
2
Kohlenstoffdioxid + Wasser Zucker + Sauerstoff + Wasser
2.1.2 Wasser
Die Bedeutung des Wassers für die Pflanze beginnt schon bei der
Quellung des Samens, die den Vorgang des Keimens einleitet. Die
Quellung stellt eine reversible Wasseraufnahme dar, die zur
Volumenvergrößerung des Samens führt. Durch das Platzen der
Samenschale beginnt das Wachstum des Embryos bzw. die
Keimung. Zuerst durchbricht die Keimwurzel die Samenschale. Sie
wächst nach unten in die Erde und verankert die Pflanze fest im
Boden. Somit dient sie zugleich der Wasser- und
Mineralstoffaufnahme. Es schließt sich das Wachstum der
Sprossachse an. Da sie meist hakenförmig gekrümmt wächst, wird
ihr das Durchbrechen des Bodens erleichtert. Sie erstreckt sich zum
Licht hin und bald entfalten sich die ersten Blätter.
Der Keimling, der die gespeicherte Reservestärke nutzt, benötigt
Sauerstoff und Wärme, um optimal wachsen zu können. Sobald
Wurzel, Spross und Blatt ausgebildet sind, wird der Wassertransport
über ein Leitsystem geregelt.
Der ständige Wasserstrom von der Wurzel zum Spross ist notwendig,
da die Pflanze die Nährsalze des Bodens nur in gelöster Form
aufnehmen kann. Das Wasser wird über die Wurzelhaare
aufgenommen und über die Sprossachse zu den Blättern geleitet.
Hier wird das Wasser über die Spaltöffnungen als Wasserdampf an
die Umgebung abgegeben. Diesen Vorgang nennt man
Transpiration.
Über die Bewegung der Spaltöffnungen vermag die Pflanze den
Wasserhaushalt zu regulieren und ermöglicht so eine Anpassung an
unterschiedliche Umweltbedingungen.
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