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Typen Englischer Wortbildung illustriert an Richard Bachman: 'The Running Man' (1982)

Termpaper, 2000, 21 Pages
Author: Oliver Brunotte
Subject: American Studies - Linguistics

Details

Category: Termpaper
Year: 2000
Pages: 21
Grade: 1
Language: German
Archive No.: V8844
ISBN (E-book): 978-3-638-15706-3
ISBN (Book): 978-3-640-42380-4
File size: 211 KB
Notes :
Das war harte Arbeit...167 KB


Abstract

Im Folgenden werde ich verschiedene Typen englischer Wortbildungsarten anhand eines kurzen Textausschnittes von Richard Bachman alias Stephen King aufzeigen. Es handelt sich bei dem von mir gewählten Ausschnitt um das erste Kapitel aus der Science-Fiction Geschichte „The Running man“ (King 1982), die von einer Gameshow der Zukunft handelt, in der die Kandidaten von der ganzen Nation und ausgebildeten Jägern zum Vergnügen des Publikums gejagt und getötet werden. Ich wählte diese Geschichte weil, wie in vielen Science-Fiction Geschichten auch hier viele Wortschöpfungen vom Autor vorgenommen wurden. Diese Worte sind dem Leser unbekannt, existieren in unserem Sprachgebrauch nicht, unterliegen aber den selben Wortbildungsgesetzen wie bekannte Worte, so dass an ihnen gut illustriert werden kann, wie Worte neu gebildet werden. Ich werde mich bei meiner Analyse an die von Quirk (1989) vorgenommene Einteilung der verschiedenen Wortbildungstypen halten und die im Text auftretenden Wortbildungen unterteilen in durch Präfigierung und Suffigierung, durch Konversion und Komposition gebildete Worte. Ich werde mich auf die Untersuchung von derivationalen Beispielen aus dem Text beschränken, also Wortbilungen, bei denen durch die Verbindung eines freien mit mindestens einem nicht-freien Morphem ein neues Lexem entsteht, so wie etwa bei der Verbindung von {walk} und {-er} das neue Lexem WALKER entsteht. Inflektionale Wortbildungen, bei denen lediglich neue Wortformen gebildet werden, so wie etwa bei der Verbindung von {walk} und {s} die Wortform walks entsteht, werden im Folgenden nicht diskutiert. Um der Klarheit der Verwendung von Objekt- und Metasprache wegen, wird im Folgenden der Text, der über das zu diskutierende Sprachobjekt handelt, in der momentan verwendeten Schrift zu lesen sein, während aus dem Text stammende Beispiele durch Kursivschrift gekennzeichnet sind.


Fulltext (computer-generated)

Typen Englischer Wortbildung illustriert
an Richard Bachman: "The Running Man" (1982)

von Oliver Brunotte


Gliederung

1. Einleitung

2. Präfigierung

3. Suffigierung

3.1 Nomen
3.2 Adjektive
3.3 Verben
3.4 Adverbien

4. Konversion

4.1 zu Verben
4.2 zu Nomen

5. Komposition

5.1 CAUSE, MAKE und USE
5.2 HAVE
5.3 BE
5.4 IN
5.5 FOR
5.6 FROM
5.7 ABOUT
5.8 Weitere Komposita

6. Weitere Wortbildungen

7. Textgrundlage

Quellen



1. Einleitung

Im Folgenden werde ich verschiedene Typen englischer Wortbildungsarten anhand eines kurzen Textausschnittes von Richard Bachman alias Stephen King aufzeigen. Es handelt sich bei dem von mir gewählten Ausschnitt um das erste Kapitel aus der Science-Fiction Geschichte "The Running man" (King 1982), die von einer Gameshow der Zukunft handelt, in der die Kandidaten von der ganzen Nation und ausgebildeten Jägern zum Vergnügen des Publikums gejagt und getötet werden. Ich wählte diese Geschichte weil, wie in vielen Science-Fiction Geschichten auch hier viele Wortschöpfungen vom Autor vorgenommen wurden. Diese Worte sind dem Leser unbekannt, existieren in unserem Sprachgebrauch nicht, unterliegen aber den selben Wortbildungsgesetzen wie bekannte Worte, so dass an ihnen gut illustriert werden kann, wie Worte neu gebildet werden.
Ich werde mich bei meiner Analyse an die von Quirk (1989) vorgenommene Einteilung der verschiedenen Wortbildungstypen halten und die im Text auftretenden Wortbildungen unterteilen in durch Präfigierung und Suffigierung, durch Konversion und Komposition gebildete Worte. Ich werde mich auf die Untersuchung von derivationalen Beispielen aus dem Text beschränken, also Wortbilungen, bei denen durch die Verbindung eines freien mit mindestens einem nicht-freien Morphem ein neues Lexem entsteht, so wie etwa bei der Verbindung von {walk} und {-er} das neue Lexem WALKER entsteht. Inflektionale Wortbildungen, bei denen lediglich neue Wortformen gebildet werden, so wie etwa bei der Verbindung von {walk} und {s} die Wortform walks entsteht, werden im Folgenden nicht diskutiert.
Um der Klarheit der Verwendung von Objekt- und Metasprache wegen, wird im Folgenden der Text, der über das zu diskutierende Sprachobjekt handelt, in der momentan verwendeten Schrift zu lesen sein, während aus dem Text stammende Beispiele durch Kursivschrift gekennzeichnet sind.

2. Präfigierung

Beim Untersuchen des Textausschnittes war besonders der ungleiche Anteil der verschiedenen Wortbildungsmuster auffällig. So waren die Präfigierungen zusammen mit den Konversionen die am wenigsten genutzten Wortbildungsarten; wesentlich stärker wurde die Möglichkeit genutzt, durch Suffigierung und Komposition neue Worte zu schöpfen. So sind im dem von mir analysierten Textausschnitt jeweils nur ein bis zwei Worte zu finden, die mit den unten aufgelisteten Präfixen gebildet wurden.. Konversive Präfixe, welche die Wortklasse ändern würden, sind in dem Text ebenfalls nicht zu finden. So bleibt bei allen diskutierten Beispielen die Wortart des Ausgangswortes gleich, lediglich auf semantischer Ebene findet hier eine Veränderung statt.
Ein negativierendes Präfix ist in Zeile 43 zu finden, wo das Wort marked durch das Präfix {un-} in sein Gegenteil verkehrt wird. Das Adjektiv marked ist durch Suffigierung aus dem Verb mark ´markieren / zur Kenntnis nehmen´ entstanden, und wurde durch das Suffix {-ed} in ein Adjektiv umgewandelt (siehe Punkt 3.2) Das Wort invisible (40) wurde gleichermaßen durch Anfügen des negativierenden Präfixes {in-} an das Adjektiv visible gebildet.
Ein Beispiel für Präfixe der Größe und des Grades (Quirk I.24) findet sich in Zeile 5 innerhalb des Kompositums Co-Op City. Co-Op steht als Abkürzung für cooperative. Während das Verb operate an sich die Bedeutung ´Arbeiten, funktionieren´ hat, bedeutet es zusammen mit dem Präfix {co-} ´zusammenarbeiten´.
Weitere Wortbildungen durch Präfigierung sind in dem Text kaum zu finden. Das Morphem {dis-} in distract (19) kann nicht den reversiblen Präfixen zugeordnet werden, da das Wort distract in sich eine Bedeutung ´stören, verwirren´ hat und von dem lateinischen distractus abstammt, was die Vergangenheitsform des Lexems DISTRAHERE ist. Das englische Verb distract kann nicht als Negativierung des Wortes * tract verstanden werden, weil tract im Englischen kein Wort und hier nur der Stamm des Wortes ist. Im Lateinischen hingegen wurde das Wort tatsächlich durch Anfügen des Präfixes {dis-} an den Stamm {trahere} gebildet, wobei letzteres die Bedeutung ´ziehen´ und ersteres in diesem Zusammenhang die Bedeutung {fort / davon weg} hat. Somit wird mit DISTRAHERE die Tätigkeit des Wegziehens bezeichnet, wobei hierbei die Aufmerksamkeit gemeint ist, die durch die Aktion fortgezogen wird.

3. Suffigierung

[...]


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