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Alessandro Moreschi - Sind seine Tonaufnahmen stellvertretend für den Kastratengesang?

Hauptseminararbeit, 2007, 26 Seiten
Autor: Michael Köwer
Fach: Theaterwissenschaft

Details

Veranstaltung: Inszenierungsanalyse
Institution/Hochschule: Universität Bayreuth
Tags: Alessandro, Moreschi, Sind, Tonaufnahmen, Kastratengesang, Inszenierungsanalyse
Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2007
Seiten: 26
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 27  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V88454
ISBN (E-Book): 978-3-638-02467-9

Dateigröße: 202 KB

Zusammenfassung / Abstract

„Wie in allen Gemeinden der Heiligen sollen die Frauen in den Versammlungen schweigen, denn es ist ihnen nicht gestattet zu reden, sondern sie sollen sich unterordnen, wie auch das Gesetz es sagt.“ Ein einziger Satz aus Korinther 14,34 war ab dem beginnenden 17. Jahrhundert und bis vor etwas über 100 Jahren verantwortlich für die illegale Verstümmelung von vie-len tausenden (vornehmlich italienischen) Knaben – den Kastraten. Denn in diesem einen Satz des Neuen Testaments, oder besser, in seiner falsch verkürzten Fassung „mulier taceat in ecclesia“ sahen die Päpste die Rechtfertigung, dass keine Frau im Vatikan Chordienst leisten dürfe. Aber nicht nur dort, sondern auch in allen unter päpstlicher Herrschaft stehenden Ländern war es Frauen untersagt, als Chor- und ab 1588 sogar als Opernsängerin zu arbeiten. Doch wie war es möglich, große sakrale Chorwerke aufzuführen, ohne auf Sopran- und Altstimmen zu verzichten? Es gab die so genannten Falsettisten, die, wie der Name schon sagt, im Falsett sangen. Meist kamen sie aus Spanien, und ihre Gesangstechnik galt als ein gut gehütetes Geheim-nis, was im Gegenzug hohe Gagenforderungen bedeutete. Nachteilig erwies sich, dass der nicht besonders große Tonumfang ihrer Gesangsstimme manchmal in der Höhe nur bis zum c’’ oder d’’ reichte. Eine weitere erlaubte Möglichkeit waren die Knabensänger, die aber, sobald sie durch mehrjährige Schulung das ausreichende musikalische Bewusstsein und Können erlangt hatten, in den Stimmbruch kamen und ihre hohen Stimmen für immer verloren. Dem konnte jedoch durch eine simple Operation Abhilfe geschafft werden: Man durchtrennte vor Einbruch der Pubertät und dem Einsetzen des Stimmbruchs die Samenleiter des Knaben, verhinderte dadurch eine pubertäre hormonelle Verän-derung des Körpers, und somit auch, dass sich die Knabenstimmbänder in die eines Mannes verwandelten. Ein fataler Eingriff für den Großteil der meist aus armen Ver-hältnissen stammenden und oft einfach nur auf Verdacht und ohne vorherige Eig-nungsprüfung aus reiner Geldnot Kastrierten. Für einige wenige Talentierte gab es Hoffnung: das Leben als Opernsänger, das Be-rühmtheit und Reichtum versprach, oder das Singen in einem katholischen Kirchen-chor, das das grundlegende Überleben sicherte. Zu den bedeutendsten Kirchenchö-ren zählte der der Sixtinischen Kapelle – der Privatchor des Papstes. In ihm waren zu den Bestzeiten bis zu 16 Kastraten beschäftigt .


Textauszug (computergeneriert)

Universität Bayreuth

Sprach- und

Literaturwissenschaftliche Fakultät

Wintersemester 2006/2007

Hauptseminar Inszenierungsanalyse

Hauptseminararbeit zum Thema:

Alessandro Moreschi

-

Sind seine Tonaufnahmen stellvertretend für

den Kastratengesang?

vorgelegt von:

vorgelegt am:

Michael Köwer

10. Mai 2007

B.A. Theater und Medien

Universität Bayreuth


Inhaltsverzeichnis

INHALTSVERZEICHNIS - 2 -

1.

EINLEITUNG - 3 -

Exkurs: Biografie Alessandro Moreschi - 6 -

2. DIE AUFNAHME - 8 -

2.1 Technische Mängel - 8 -

2.2 Aufregung - 11 -

2.3 Stimmalter - 12 -

3. DIE STIMME - 14 -

3.1 Klangerzeugung mit der menschlichen Stimme und Spezifika der Kastratenstimme. - 14 -

3.2 Formale Aspekte zu Moreschis Stimme - 17 -

3.3 Künstlerische Aspekte - 18 -

4. FAZIT - 21 -

5. QUELLEN - 24 -

5.1 Primärquellen - 24 -

5.2 Sekundärquellen - 24 -

5.2.1 Bücher - 24 -

5.2.2 Internet - 25 -

- 2 -


1. Einleitung

,,Wie in al en Gemeinden der Heiligen sollen die Frauen in den Versammlungen schweigen,

denn es ist ihnen nicht gestattet zu reden, sondern sie sol en sich unterordnen, wie auch das

Gesetz es sagt."1

Ein einziger Satz aus Korinther 14,34 war ab dem beginnenden 17. Jahrhundert und

bis vor etwas über 100 Jahren verantwortlich für die il egale Verstümmelung von vie-

len tausenden (vornehmlich italienischen) Knaben ­ den Kastraten.2 Denn in diesem

einen Satz des Neuen Testaments, oder besser, in seiner falsch verkürzten Fassung

,,

mulier taceat in ecclesia

"3 sahen die Päpste die Rechtfertigung, dass keine Frau im

Vatikan Chordienst leisten dürfe.4 Aber nicht nur dort, sondern auch in al en unter

päpstlicher Herrschaft stehenden Ländern war es Frauen untersagt, als Chor- und ab

1588 sogar als Opernsängerin zu arbeiten. Doch wie war es möglich, große sakrale

Chorwerke aufzuführen, ohne auf Sopran- und Altstimmen zu verzichten? Es gab die

so genannten Falsettisten, die, wie der Name schon sagt, im Falsett sangen. Meist

kamen sie aus Spanien, und ihre Gesangstechnik galt als ein gut gehütetes Geheim-

nis, was im Gegenzug hohe Gagenforderungen bedeutete. Nachteilig erwies sich,

dass der nicht besonders große Tonumfang ihrer Gesangsstimme manchmal in der

Höhe nur bis zum c′ oder d′ 5 reichte. Eine weitere erlaubte Möglichkeit waren die

Knabensänger, die aber, sobald sie durch mehrjährige Schulung das ausreichende

musikalische Bewusstsein und Können erlangt hatten, in den Stimmbruch kamen

und ihre hohen Stimmen für immer verloren. Dem konnte jedoch durch eine simple

Operation Abhilfe geschafft werden:

1 Hamp, Vinzenz (Hrsg.), u.a.: Die Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments. Aschaffenburg:

Paul Pattloch Verlag, 197626. S. 243

2 Über eine genaue Anzahl streiten sich die Quellen, es ist meistens die Rede von 2000 oder 4000 pro

Jahr, diese Zahlen werden aber von anderen Quel en wieder stark angezweifelt. Aufgrund des Verbo-

tes der Kastration beim Menschen wurden niemals offizielle Statistiken erstellt, es bestand eine hohe

Dunkelziffer bzw. Verschleierungsquote. So können heute wie damals keine genauen Angaben ge-

macht werden. ,,Die Zahl der von 1600-1850 kastrierten Knaben muß sehr groß gewesen sein, aber

eine auch nur annähernd genaue Angabe ist unmöglich." Vgl. dazu Browe, Peter: Zur Geschichte der

Entmannung ­ Eine Religions- und Rechtsgeschichtliche Studie. Breslau: Mül er & Seiffert, 1936. S.

98 ­ Schon hier zeigt sich die Schwierigkeit, im Themenbereich ,,Kastraten" zu eindeutigen Aussagen

zu kommen; oftmals widersprechen sich die Quellen, zweifeln einander gegenseitig an. Es wurde

deshalb versucht, wenn es zu verschiedenen, heute nicht mehr nachprüfbaren Meinungen kommt,

diese nebeneinander zu stel en.

3 Siehe: Fritz, Hans: Kastratengesang. Tutzing: Hans Schneider, 1994. S. 134, Anm. 385

4 Frauen war es schon ab dem 4. Jahrhundert verboten in Kirchen zu singen. Vgl. dazu Ranke-

Heinemann, Uta: Eunuchen für das Himmelreich: katholische Kirche und Sexualität. Hamburg: Hoff-

mann und Campe, 1988. S. 263

5 Vgl. Haböck, Franz: Die Kastraten und ihre Gesangskunst. Stuttgart: Deutsche Verlagsanstalt, 1927.

S. 146

- 3 -


Man durchtrennte vor Einbruch der Pubertät und dem Einsetzen des Stimmbruchs

die Samenleiter des Knaben, verhinderte dadurch eine pubertäre hormonel e Verän-

derung des Körpers, und somit auch, dass sich die Knabenstimmbänder in die eines

Mannes verwandelten. Ein fataler Eingriff für den Großteil der meist aus armen Ver-

hältnissen stammenden und oft einfach nur auf Verdacht und ohne vorherige Eig-

nungsprüfung aus reiner Geldnot Kastrierten.

Für einige wenige Talentierte gab es Hoffnung: das Leben als Opernsänger, das Be-

rühmtheit und Reichtum versprach, oder das Singen in einem katholischen Kirchen-

chor, das das grundlegende Überleben sicherte. Zu den bedeutendsten Kirchenchö-

ren zählte der der Sixtinischen Kapel e ­ der Privatchor des Papstes. In ihm waren

zu den Bestzeiten bis zu 16 Kastraten beschäftigt6.

Kastration war il egal: ,,In Rom und im Kirchenstaate galt der Codex Justinianeus, der

für die Entmannung strenge Strafen androhte, als subsidiäres Recht und insofern

war es nicht nötig, daß die Päpste als weltliche Herrscher neue Gesetze erließen."7

Die Operation für sängerischen Nachwuchs stand zwar unter Strafe, wenn Knaben

sich aber aus gesundheitlichen Gründen der Operation unterziehen mussten, oder

beispielsweise ,,durch den bösen Biß eines wilden Schweins"8 verletzt wurden, war

sie legal. Das Nachprüfen einer Straftat erwies sich als schwierig und war auch gar

nicht erwünscht ­ Päpste und Fürsten, die hätten Recht sprechen können, profitier-

ten ja davon: "Many popes had turned a blind eye to the practice of castration, thin-

king that once the deed had been done, why not profit by it?"9 Dass aber eigentlich

nur wegen der Kirche kastriert wurde, ist grotesk. Es existieren keine offiziel en Äu-

ßerungen der Päpste zu diesem Thema10, aber die inzwischen immer pompöser

werdende Musik, die auch kunstvol e Sologesänge verwendete, verlangte nach ge-

schulten professionel en hohen Stimmen, wie sie nur Kastraten oder Frauen haben.

So nahm die Sixtinische Kapel e die ,,Verschnittenen" mit offenen Armen auf und

konnte sich noch als Gönner hinstel en, denn was hätten diese armen Geschöpfe

6 Der Chor war an die 32 Sänger stark, d.h. jede der Stimmen achtfach besetzt. Die Kastraten wirkten

jeweils in den Alt- und Sopranstimmen mit.

7 Browe, Peter: Geschichte der Entmannung, S. 101

8 Haböck, Franz: Die Kastraten und ihre Gesangskunst. S. 245

9 Wolfson, John / Scammel Elsa: Alessandro Moreschi. In: Alessandro Moreschi ­ The Last Castrato

­ Complete Vatican recordings. OPAL CD 9823 (Booklet), Pavilion Records, Waldhurst, 1987. S. 8

(eigene Paginierung)

10 Einige Quellen berichten, dass ein Erlass von Papst Clemens VII (1536-1605) die Kastration ,,ad

honorem dei" erlauben würde. Eine offizielle zeitgenössische Quellenangabe kann aber keiner der

Verfasser machen. Browe bestreitet dieses Zitat auch. Vgl. dazu: Browe, Entmannung, S. 101 oder

Clapton, Nicholas: Moreschi - The Last Castrato. London: Haus Publishing, 2004. S. 11 oder: Scholz,

Piotr O.: Der entmannte Eros. Eine Kulturgeschichte. Düsseldorf/Zürich: Artemis und Winkler, 1997. S.

256 - Vielleicht ergab sich diese Vermutung, da Clemens VII als einer der ersten Päpste gilt, der Kast-

raten im Chor der Sixtinischen Kapelle beschäftigte.

- 4 -


sonst tun sol en? Kastraten waren gesel schaftlich nie sehr angesehen, ihnen wurden

gelegentlich verabscheuungswürdige menschliche Charaktereigenschaften nachge-

sagt, sie waren somit wirklich kaum fähig, einen anderen Beruf als den des Sängers

zu ergreifen, denn sobald sie etwas sagten, enttarnte sie ihre hohe Sprechstimme als

Entmannte. Ob manchmal nur aus dem sängerischen und nicht aus dem, aus heuti-

ger Sicht häufig überflüssigen medizinischen Grund kastriert wurde, blieb also bei

vielen Vorfäl en ungeklärt. Man vermied es, Aufsehen um die Aufnahmepraktiken im

Chor der

Sixtina

zu veranstalten, vieles blieb im Geheimen, Kastraten wurden oft in

den offiziel en Statistiken nicht als Kastraten, also castrato,

Evirato11

oder

Eunuco12

,

sondern, wenn überhaupt, als S

oprano13

,

musico14,

falsetista15

oder

Spangoletti16

ge-

führt. Der Chorist der Sixtinischen Kapel e hatte sich Regeln zu unterwerfen und

schwor, ,,daß er dem Papst treu diene, die Vorschriften des Statuts stets beachten,

und ­ worauf insbesondere Nachdruck gelegt wurde ­ nie die Geheimnisse des Kol-

legs verraten wol e."17 Dies erklärt auch die schwierige Quel enlage, die große An-

zahl von Vermutungen und die häufigen Rückgriffe auf Anekdoten, die es über das

gesamte Kastratenwesen zur Genüge gibt.

,,Die Französische Revolution machte der sixtinischen Frauenverstummung ein En-

de. 1798 standen zum ersten Mal wieder weibliche Wesen auf den Bühnen Roms."18

In diesem Zuge wurde auch die Kastration unter Todesstrafe gestel t. Im Endeffekt

handhabte man das Gesetz aber genauso lasch wie vorher, es wurde weiter kast-

riert, wenn auch nicht mehr in dem Ausmaß wie früher, was jedoch auch am sich

verändernden Musikgeschmack lag, einem Umdenken in der Oper, weg vom Kastra-

tengesang. Kastraten wurden aber weiterhin in den Kirchenchören und besonders im

Vatikan eingesetzt.

Mit Anfang des 20. Jahrhunderts, dem Tod von Papst Leo XIII (*1810, Pontifikat

1878-1903) und der Einsetzung von Pius X (*1835, Pontifikat 1903-1914) im Jahre

1903 begann erneut eine Reform: Die Sakralmusik wurde wieder vereinfacht, man

11 Derksen, Jörg: Der römische Sopranist Alessandro Moreschi (1858-1922). Das reproduzierte Bild

des ′letzten Kastraten′ und der musikwissenschaftlichen Forschung im 20. Jahrhundert (Magisterar-

beit), Bonn: o.V., 1995. S. 49, Anm. 4

12 Fritz, Hans: Kastratengesang. S. 147 - Nur die zwei al erersten Kastraten der Statistik des Vatikans

werden so bezeichnet.

13 Kesting, Jürgen: Die Stimme als Kunst-Werk. In: Barbier, Patrick: Farinelli ­ Der Kastrat der Könige.

Die Biographie. Deutsch von Claudia Denzler. Düsseldorf: Econ, 1995, S. 9

14 Ebd. S. 158

15 Clapton, Nicholas: Moreschi. S. 7

16Scholz, Piotr O.: Der entmannte Eros. S. 255

17 Schel e, Eduard: Die päpstliche Sängerschule in Rom genannt die Sixtinische Kapelle ­ ein musik-

historisches Bild. Wien: 1872. Zit. in: Haböck, Gesangskunst, S. 158

18 Ranke-Heinemann, Uta: Eunuchen für das Himmelreich, S. 263

- 5 -


verbannte al es bis auf die Gregorianik aus der Liturgie, ersetzte Kastraten wieder

durch Knaben, und langsam verschwanden die Entmannten auch aus ihrer letzten

Bastion, der Sixtinischen Kapel e. ,,It is a curious fact that the first and the last place

in Italy known to have employed castrati singers was the Vatican"19. Mit Lorenzo Pe-

rosi (1872-1956) als neuem Chorleiter ­ er trat 1902 an die Stel e des Kastraten Do-

menico Mustafà (1829-1912) ­ und seiner Abneigung gegen Kastratenstimmen, hat-

te die Neueinstel ung von Kastraten ein Ende: Das Auslaufen dieser Tradition war

besiegelt.

Doch was blieb der Nachwelt von der jahrhunderte andauernden Ära der Kastraten

erhalten und wie mögen diese speziel en Sänger geklungen haben? Notenbeispiele

und Augenzeugenberichte sind überliefert, sie lassen erahnen, wozu diese Sänger

fähig waren ­ der zeitgenössische Klang von Opernkastraten wird dem heutigen Hö-

rer aber für immer verwehrt bleiben. Historische Tonbeispiele sind nur von einem

einzigen Kastraten erhalten, von Alessandro Moreschi, dem so genannten ,,

Letzten

Kastraten"20

der Sixtinischen Kapel e.

Exkurs: Biografie Alessandro Moreschi

Alessandro Moreschi wurde am 11.11.1858 um 11 Uhr in Montecompatri, etwa 40 Ki-

lometer von Rom entfernt, als 6. Kind geboren.21 Schon als Junge wirkte er in der

Kapel e der

Madonna dal Castagno

in Montecompatri mit. Das Datum seiner Kastra-

tion ist unbekannt, Clapton vermutet, dass sie während der Cholera-Epidemie 1867

präventiv vorgenommen wurde um das Immunsystem zu stärken.22 Moreschi war als

einziger seiner Geschwister schon sehr früh getauft worden, was meist nur mit kör-

perlich schwachen Kindern geschah. Er wird wohl seine ganze Kindheit ein eher

kränklicher Junge gewesen sein, was für einen medizinischen Kastrationsgrund

spricht, ob dies aber richtig ist, wurde weder von Moreschi noch von anderer Stel e

bestätigt. Moreschi bekam seit 1871 Unterricht an der Chorschule

San Salvatore

in

Lauro. Im Juli 1873 tritt er als

primo soprano

in die Kapel e der Kirche

San Giovanni

19 Wolfson, John / Scammel Elsa: Alessandro Moreschi. S. 2 (eigene Paginierung)

20 Zum wirklich Letzten (Gesangs-) Kastraten wurde Alessandro Moreschi mit dem Tod seines Kolle-

gen Vincenzo Sebastianel i am 12.3.1919. Gerüchte existieren über einen Kastraten, Domenico Man-

cini, der noch von 1939 bis 1959 im Vatikan gesungen haben soll. Vgl. dazu: Gruber, Gerold W.: Der

Niedergang des Kastratentums. Eine Untersuchung zur bürgerlichen Kritik an der höfischen Musikkul-

tur im 18. Jahrhundert, aufgezeigt am Beispiel der Kritik am Kastratentum ­ mit einem Versuch einer

objektiven Klassifikation der Kastratenstimme (Diss.). Wien: o.V., 1982. S. 186 - Ob Mancini aber

doch nur ein Falsettist gewesen ist, darüber streiten sich die Quel en. Clapton führt ein Zitat von Man-

cini selbst an, wie er über seine vorpubertären Unterrichtsstunden bei Alessandro Moreschi berichtet,

und wie er dessen Stimme imitiert. Nach dem Stimmbruch hätte Mancini auch im Falsett singen und

sich somit die hohe Stimme bewahren können. Vgl. dazu: Clapton, Moreschi, S. 130ff.

21 Vgl. ebd. S. 26

22 Vgl. ebd. S. 32f.

- 6 -



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