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Scholary Paper (Seminar), 2008, 16 Pages
Author: Arne Graf
Subject: Pedagogy - Adult Education
Details
Tags: Emotionale, Matrizen, Auswirkungen, Lernverhalten
Year: 2008
Pages: 16
Bibliography: ~ 9 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-04005-1
ISBN (Book): 978-3-640-33408-7
File size: 124 KB
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Abstract
Was ist die Wahrheit? Zu dieser Frage gibt es zahlreiche Antworten. Eine Theorie, die diese Frage versucht zu beantworten ist die konstruktivistische Erkenntnistheorie. Unabhängig von den Unterschieden in den konstruktivistischen Lehren, möchte ich in meiner Ausarbeitung zu dem Thema nicht nur auf die rein kognitive Konstruktion einer Realität eingehen, sondern auch aufzeigen, welchen Einfluss Emotionen dabei haben. Erkenntnisse, wie die eigenen Emotionen sich auf das Lernen auswirken sind noch recht neu und werden vor allem aus neuen Erkenntnissen der Hirnforschung gestützt bzw. es werden die „Verflechtungen mit Wahrnehmung und Denken, wie Verhalten immer genauer aufgedeckt“. Luc Ciompi spricht hierbei auch von einer emotionalen Wende, die der kognitiven Wende in den 70er Jahren folgte. Und obwohl unsere Emotionen unser Leben be- bzw. mitbestimmen, werden sie in der Bildung nicht berücksichtig. Gefühle wurden lange Zeit in der Neurowissenschaft zusammen mit den Instinkten und Reflexen im Gehirnstamm angesiedelt. Nach alter Auffassung zeichnen sich Menschen durch die überwölbte Großhirnrinde aus, in der man bis heute die höchste Hirnleistung nachgewiesen hat, die Kognition. Nach Rolf Arnold soll sich die Bildung in Zukunft sogar an Konzepten der Emotionspsychologie und Tiefenpsychologie orientieren. Rolf Arnold geht es nicht nur um das bloße Aneignen vom kognitiv erlernbaren Wissen, sondern auch darum, wie Emotionen unsere Wahrnehmung beeinflussen und unser Realitätserleben für das Subjekt plausibel erscheinen lässt. Gefordert wird neuerdings, vor allem durch das Wirken der Medien eine Ausrichtung pädagogischen Handelns nicht nur an der empirischen Forschung, sondern auch einem naturwissenschaftlichen Ideal nachzukommen, wie es in der Psychologie ausgeübt wird. Lehren und Lernen soll plan- und steuerbar gemacht werden. Die Frage ist bloß, warum dies bis dato nicht möglich ist. Die Antwort von Rolf Arnold hierauf ist, dass zur Kognition die Emotion schlichtweg ausgeklammert wird. Dazu zählen „die Emotionen des Menschen, die Entstehung von Emotionen in der individuellen Entwicklung und ihre Verbindung zum rationalen Denken.“ Welche Auswirkungen haben nun also emotionen auf unsere Wahrnehmung? Und was genau sind Emotionen? Und welche Auswirkungen haben sie auf die Lehr-/Lernsituation?
Excerpt (computer-generated)
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Definitionen 3
3. Denken und Lernen mit Gefühlen 5
3.1. Wirkung der Gefühle Verhalten aus neurobiologischer Sicht 5
3.2 Auswirkung der Gefühle auf unser Denken aus theoretischer Sicht 6
4 Hirnbiologische Grundlagen 7
4.1 Hirnbiologische Grundlagen von Lernen 7
4.2 Die Konsolidierung der Gedächtnisspur 10
5. Emotionale Matrizen 10
6. Die Rol e der Emotionen bei der Informationsverarbeitung 12
7. Fazit 13
Literaturverzeichnis 15
1. Einleitung
Was ist die Wahrheit? Zu dieser Frage gibt es zahlreiche Antworten. Eine Theorie,
die diese Frage versucht zu beantworten ist die konstruktivistische Erkenntnistheorie.
Unabhängig von den Unterschieden in den konstruktivistischen Lehren, möchte ich in
meiner Ausarbeitung zu dem Thema nicht nur auf die rein kognitive Konstruktion
einer Realität eingehen, sondern auch aufzeigen, welchen Einfluss Emotionen dabei
haben.
Erkenntnisse, wie die eigenen Emotionen sich auf das Lernen auswirken sind noch
recht neu und werden vor al em aus neuen Erkenntnissen der Hirnforschung gestützt
bzw. es werden die ,,Verflechtungen mit Wahrnehmung und Denken, wie Verhalten
immer genauer aufgedeckt"1. Luc Ciompi spricht hierbei auch von einer emotionalen
Wende, die der kognitiven Wende in den 70er Jahren folgte.2
Und obwohl unsere Emotionen unser Leben be- bzw. mitbestimmen, werden sie in
der Bildung nicht berücksichtig. Gefühle wurden lange Zeit in der Neurowissenschaft
zusammen mit den Instinkten und Reflexen im Gehirnstamm angesiedelt. Nach alter
Auffassung zeichnen sich Menschen durch die überwölbte Großhirnrinde aus, in der
man bis heute die höchste Hirnleistung nachgewiesen hat, die Kognition.3
Nach Rolf Arnold sol sich die Bildung in Zukunft sogar an Konzepten der
Emotionspsychologie und Tiefenpsychologie orientieren.4 Rolf Arnold geht es nicht
nur um das bloße Aneignen vom kognitiv erlernbaren Wissen, sondern auch darum,
wie Emotionen unsere Wahrnehmung beeinflussen und unser Realitätserleben für
das Subjekt plausibel erscheinen lässt. 5
Gefordert wird neuerdings, vor al em durch das Wirken der Medien eine Ausrichtung
pädagogischen Handelns nicht nur an der empirischen Forschung, sondern auch
einem naturwissenschaftlichen Ideal nachzukommen, wie es in der Psychologie
ausgeübt wird. 6
1 Luc Ciompi, Die emotionalen Grundlagen des Denkens, 2005, S. 11
2 Luc Ciompi, Die emotionalen Grundlagen des Denkens, 2005, S. 12
3 Roth 2001, S. 261
4 Rolf Arnold, Die emotionale Konstruktion der Wirklichkeit, 2005 S.2
5 Rolf Arnold, Die emotionale Konstruktion der Wirklichkeit, 2005 S.3
6 www.die-bonn.de/esprid/dokumente/doc-2005/rhein05_01
2
Lehren und Lernen sol plan- und steuerbar gemacht werden. Die Frage ist bloß,
warum dies bis dato nicht möglich ist. Die Antwort von Rolf Arnold hierauf ist, dass
zur Kognition die Emotion schlichtweg ausgeklammert wird. Dazu zählen ,,die
Emotionen des Menschen, die Entstehung von Emotionen in der individuel en
Entwicklung und ihre Verbindung zum rationalen Denken."7
Welche Auswirkungen haben nun also emotionen auf unsere Wahrnehmung? Und
was genau sind Emotionen? Und welche Auswirkungen haben sie auf die Lehr-
/Lernsituation?
2. Definitionen
Zuerst möchte ich einige Begrifflichkeiten klären, die im Zusammenhang mit dem
gewählten Thema, der Entstehung emotionaler Matrizen und ihre Auswirkung auf die
Lehr-/Lernsituation stehen.
Affekt:
Nach Luc Ciompi ist also ein Affekt ,,eine von inneren und äußeren Reizen
ausgelöste, ganzheitliche psycho-physische Gestimmtheit von unterschiedlicher
Qualität, Dauer und Bewußtseinsnähe."8
,,Affekt ist eine starke Gemütsbewegung, d.h. ein Gefühlszustand von besonderer
Intensität. Er ist gekennzeichnet durch stärkere emotionale Erregung in Bezug auf
Personen oder Sachverhalte."9
,,Affekt (lat.), Wal ung, heftige Gemütsbewegung; ein Erregungszustand, der zu
gesteigertem Antrieb führen, aber Einsicht und Kritik ausschalten und die Herrschaft
des Menschen über sich selbst beeinträchtigen kann"10
7 www.die-bonn.de/esprid/dokumente/doc-2005/rhein05_01
8 Luc Ciompi, ,,Die emotionalen Grundlagen des Denkens", S. 67
9 Schröder, H. (1985). Grundwortschatz Erziehungswissenschaften
10 Hehlmann, W. (1967). Wörterbuch der Pädagogik. Stuttgart: Kröner.
3
Folgende Begriffe ordnet Ciompi als Unterbegriffe des Affekts ein:
Emotion:
Unter Emotion versteht Ciompi den Übergang von einem Affektzustand zum
anderen, mit einer kurzen Dauer.11
Emotionen enthalten folgende Faktoren:
· Die Erkenntniss, dass etwas in irgendeiner Weise angenehm oder
unangenehm ist.
· Gefühle bestimmter Art.
· Deutliche Körperempfindungen bestimmter Art.
· Unwil kürliche körperliche Vorgänge und deren Zutagetreten in bestimmter Art.
· Tendenzen zu bestimmten Handlungen.
· Ein aufgeregter oder gestörter Zustand des Geistes oder Körpers. 12
Gefühl:
Unter Gefühl versteht Ciompi einen körperlich bewussten Affekt, wie zum Beispiel
Herzrasen. 13
Stimmung:
Eine lang dauernde ungerichtete psycho-physische Befindlichkeit oder Bereitschaft.
14
Affektlogik:
Nach Luc Ciompi schlägt die Affektlogik eine Brücke zu anderen Wissenschaften,
wie zum Beispiel der al gemeinen Biologie, die Psychologie und der Psychotherapie.
Dies macht klar, dass der Begriff der Affektlogik sehr umfassen ist. Zudem kann man
11 Luc Ciompi, ,,Die emotionalen Grundlagen des Denkens", S. 69
12 Rolf Arnold, ,,Die emotionale Konstruktion der Wirklichkeit", 2005, S. 110
13 Luc Ciompi, ,,Die emotionalen Grundlagen des Denkens", S. 68
14 Luc Ciompi, ,,Die emotionalen Grundlagen des Denkens", S. 68
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