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Examination Thesis, 2005, 89 Pages
Author: Julia Rehage
Subject: Regional History and Geography (Basic Primary School Pedagogy)
Details
Tags: Kinderarmut, Konsum, Thema, Sachunterricht
Year: 2005
Pages: 89
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 87 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-03036-6
ISBN (Book): 978-3-638-92835-9
File size: 774 KB
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Abstract
Armut in Deutschland ist für eine wachsende Zahl von Menschen eine bedrängende Realität geworden. Im deutschen sozialwissenschaftlichen Diskurs der vergangenen Jahre gewann die Problematik einer „Armut im Wohlstand“ und insbesondere auch die ansteigende Betroffenheit der Kinder in der Öffentlichkeit zunehmend an Aufmerksamkeit. Das Risiko einer zumindest Zeitweisen Verarmung der Menschen dringt derweil sogar bis in die mittleren sowie die höheren Gesellschaftsschichten vor. Dennoch legen die Wissenschaftler und Politiker großen Wert darauf, die Armut in unserer Gesellschaft von der vorliegenden Armut in der dritten Welt zu unterscheiden. Während die Menschen in den Entwicklungsländern täglich zahlreich um ihr Überleben kämpfen müssen, handelt es sich bei uns hauptsächlich um finanzielle Einschränkungen, gemessen am jeweiligen Wohlstandsniveau. Gleichwohl kann auch die in unserer Wohlstandsgesellschaft vorliegende Armut fatale Auswirkungen auf das Leben eines Menschen, und an dieser Stelle sei die Aufmerksamkeit besonders den Kindern gewidmet, haben. Insbesondere in einer Gesellschaft wie der unseren, in der sich die Menschen zunehmend über den Zugang zum Massenkonsum und über eine gute schulische Ausbildung zu definieren scheinen, haben es viele Kinder, die aus finanziell benachteiligten Verhältnissen kommen, sehr schwer. Zwar spielen die finanziellen Aspekte hier eine gewichtige Rolle, doch können auch die gesundheitlichen Folgen, sowie die soziale Ausgrenzung aus den Gleichaltrigengruppen, um an dieser Stelle nur einige Folgen zu nennen, das Leben eines Kindes erheblich beeinträchtigen.
Excerpt (computer-generated)
Kinderarmut und Konsum als Thema im Sachunterricht?
Schriftliche Hausarbeit
vorgelegt im Rahmen der Ersten Staatsprüfung für das
Lehramt für die Primarstufe in Gesellschaftslehre
Vorgelegt von:
Julia Rehage
Bielefeld, den 30.05.2005
Inhaltsverzeichnis
Einleitung ... 1
1. Klärung des Begriffes „Armut“ ... 5
1.2 Definition des Begriffes „Armut“ ... 5
1.1.1 Absolute und relative Armut ... 6
1.1.2 Bekämpfte und verdeckte Armut ... 8
1.1.3 Materielle, soziale und kulturelle Armut ... 11
2. Entstehung von Armut in unserer Gesellschaft ... 16
2.1 Zur Entstehung von Armut in unserer Gesellschaft ... 16
2.2 Welches sind die spezifischen Risikogruppen und wie kommen diese zustande? ... 18
2.2.1 Alleinerziehende ... 20
2.2.2 Familien mit Arbeitslosigkeit ... 20
2.2.3 Ausländische Familien / Familien nicht-deutscher Herkunft ... 22
2.2.4 Kinderreiche Familien / Familien mit Kindern ... 23
2.3. Definition des Begriffes „Kinderarmut“ ...
3. Mögliche Folgen von Armut und deren Auswirkung auf Kinder ... 28
3.1 Mögliche psychische Unterversorgungen ... 28
3.2 Mögliche physische Unterversorgungen ... 30
3.3 Wie wirken sich die materiellen Einschränkungen auf das Sozialverhalten eines Kindes aus? ... 32
3.4 Mögliche Defizite im Bereich der Bildung ... 34
4. Konsum in der heutigen Gesellschaft ... 36
4.1 Definition des Begriffes „Konsum“ ... 36
4.2 Kinder als Konsumenten ... 37
4.2.1 Was bedeutet Konsum für Kinder? ... 38
4.2.2 Wichtige Statussymbole ... 42
4.2.3 Was bedeutet Konsum für arme Kinder? ... 45
5. Zusammenführung der beiden Themenbereiche „Kinderarmut“ und „Konsum“ ... 49
6. Behandlung des Themas „Kinderarmut und Konsum“ im Sachunterricht ... 52
6.1 Möglichkeiten und Probleme bei der Behandlung des Themas „Kinderarmut und Konsum“ unter Berücksichtigung sachunterrichtsdidaktischer Literatur ... 52
6.2 Betrachtung der Erprobungserfassung des Lehrplans NRW von 2003 unter Einbezug des alten Lehrplanes NRW von 1985 ... 57
6.3 Die Bedeutung politischen Lernens im Sachunterricht ... 61
6.4 Einige Unterrichtsvorschläge zum Thema „Kinderarmut und Konsum“ ... 65
6.4.1 Unterrichtsgespräch ... 66
6.4.2 Arbeit mit Kinderliteratur ... 68
6.4.3 Rollenspiel ... 70
7. Schlussbetrachtung ... 73
Literaturverzeichnis ... 76
Einleitung
Armut in Deutschland ist für eine wachsende Zahl von Menschen eine bedrängende Realität geworden. Im deutschen sozialwissenschaftlichen Diskurs der vergangenen Jahre gewann die Problematik einer „Armut im Wohlstand“ und insbesondere auch die ansteigende Betroffenheit der Kinder in der Öffentlichkeit zunehmend an Aufmerksamkeit. Das Risiko einer zumindest Zeitweisen Verarmung der Menschen dringt derweil sogar bis in die mittleren sowie die höheren Gesellschaftsschichten vor. Dennoch legen die Wissenschaftler und Politiker großen Wert darauf, die Armut in unserer Gesellschaft von der vorliegenden Armut in der dritten Welt zu unterscheiden. Während die Menschen in den Entwicklungsländern täglich zahlreich um ihr Überleben kämpfen müssen, handelt es sich bei uns hauptsächlich um finanzielle Einschränkungen, gemessen am jeweiligen Wohlstandsniveau. Gleichwohl kann auch die in unserer Wohlstandsgesellschaft vorliegende Armut fatale Auswirkungen auf das Leben eines Menschen, und an dieser Stelle sei die Aufmerksamkeit besonders den Kindern gewidmet, haben.
Zweifelsohne gibt es durchaus Menschen (so z.B. Walter Krämer, Dortmunder Wirtschaftswissenschaftler), die es für „hochgradig pervers“ halten, „...in einer Zeit, in der weltweit 18 Millionen Menschen jährlich verhungern, einen deutschen Halbstarken nur deshalb arm zu nennen, weil er anders als seine Klassenkameraden keine Diesel-Lederjacke oder Nike-Turnschuhe besitzt“1. Doch scheint der psychische Leidensdruck, dem ein Kind ausgesetzt sein kann, wenn ihm die Teilhabe an den gesellschaftlichen Standards verwehrt bleibt, hierbei völlig außer Acht gelassen zu werden.
Insbesondere in einer Gesellschaft wie der unseren, in der sich die Menschen zunehmend über den Zugang zum Massenkonsum und über eine gute schulische Ausbildung zu definieren scheinen, haben es viele Kinder, die aus finanziell benachteiligten Verhältnissen kommen, sehr schwer. Zwar spielen die finanziellen Aspekte hier eine gewichtige Rolle, doch können auch die gesundheitlichen Folgen, sowie die soziale Ausgrenzung aus den Gleichaltrigengruppen, um an dieser Stelle nur einige Folgen zu nennen, das Leben eines Kindes erheblich beeinträchtigen.
Meine Motivation, über die Behandlung des Themas „Kinderarmut und Konsum“ im Sachunterricht zu schreiben, rührt insbesondere daher, dass ich zum einen mit dieser Thematik bereits selbst im Grundschulalter in Berührung gekommen bin. Zum anderen habe ich während meiner Praktika an Grundschulen die Erfahrung machen müssen, dass deutlich mehr Kinder von Armut betroffen sind, als ich angenommen habe.
Die Intention, die ich in Verbindung mit diesem Thema verfolge, ist herauszufinden, wie ich als angehende Lehrerin in der Grundschule dieser Problematik begegnen kann und ob es überhaupt möglich ist, diesen Bereich „Kinderarmut und Konsum“ als einen Ganzen zu betrachten und entsprechend sachgemäß im Unterricht zu behandeln.
In diesem Zusammenhang erscheint es mir wichtig, herauszufinden, inwiefern der Sachunterricht einen Beitrag zu diesem Thema leisten kann und ob dieser darüber hinaus überhaupt eine Behandlung des Themas vorsieht.
Von grundlegender Bedeutung ist, dass die Schüler2 nicht nur erfahren, dass die Armut in der dritten Welt existiert, sondern dass sie auch in Deutschland vorkommt; unmittelbar in ihrem Umfeld; vielleicht sogar in der eigenen Klasse. Des weiteren ist es von großer Bedeutung, dass den Kindern bereits in der Grundschule ein Bewusstsein darüber vermittelt wird, dass Armut nicht nur eindimensional, in Bezug auf den finanziellen Aspekt, sondern mehrdimensional, unter Einbezug weiterer wichtiger Lebensbereiche zu betrachten ist.
Das erste Kapitel der vorliegenden Arbeit beschäftigt sich mit der Klärung des Armutsbegriffes im Allgemeinen. Armutslagen in Deutschland werden in mehrfacher Hinsicht als „relativ“ verstanden. In diesem Zusammenhang wird die Frage geklärt, ab welchem Grad einer Unterversorgung von „relativer Armut“ gesprochen werden kann und worin die Unterschiede zur „absoluten Armut“ liegen, die vorwiegend in den Entwicklungsländern und in der dritten Welt existiert.
Anknüpfend daran werden verschiedene Facetten des Armutsbegriffes aufgezeigt. Dies verdeutlicht, dass es sich bei dem Phänomen „Armut“ nicht ausschließlich um eine finanzielle Unterversorgung handelt, sondern dass Menschen auch in anderen Lebensbereichen, wie z.B. im sozialen oder kulturellen Bereich benachteiligt sein können.
Im zweiten Kapitel werden wichtige Ursachen für die Entstehung von Armut in unserer Gesellschaft aufgezeigt und erläutert. Anhand der Darstellung dieser Ursachen wird verdeutlicht, weshalb zunehmend mehr Menschen, trotz des hohen Wohlstandsniveaus, in Unterversorgungslagen geraten.
Im Anschluss daran werden die derzeitigen Hauptrisikogruppen vorgestellt. Aktuelle Forschungen und Untersuchungen zeigen, dass insbesondere für Alleinerziehende, Arbeitslose, kinderreiche Familien und für ausländischen Familien eine große Gefahr besteht, in eine Armutssituation zu gelangen.
[....]
1 Vgl. Toppe, S. (2001), S. 16.
2 Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird im Folgenden ausschließlich die männliche Form verwendet, wenngleich damit aber auch immer die weibliche Form gemeint ist.
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