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Subtitle: Status Quo und Implikationen für die Zukunft
Essay, 2008, 28 Pages
Author: Mathias Kunze
Subject: Economics / Business: Banking, Stock Exchanges, Insurance, Accounting
Details
Year: 2008
Pages: 28
Bibliography: ~ 36 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-03256-8
ISBN (Book): 978-3-638-92978-3
File size: 203 KB
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Abstract
In der Mitte des Jahres 2007 zeigte die so genannte US-Immobilienkrise auch auf andere Länder massive Auswirkungen. Hohe Investitionen in Wertpapiere, welche mit amerikanischen Immobilienkrediten und anderen Forderungen unterlegt waren, trugen dazu bei, dass sich die US-Hypothekenkrise zu einem weltweiten Finanzproblem ausweitete. Durch eigene Anlagen oder so genannte Zweckgesellschaften waren beziehungsweise sind einige Kreditinstitute in Europa tief mit diesen Problemen verbunden. Bereits vor Krisenbeginn im Jahre 2007 galten US-Hypotheken als risikoreich. Als sich die Zahlungsausfälle von Kunden mit schlechter Bonität (Subprime) häuften, fielen zunächst im Monat Juli des Jahres 2007 die Kurse der US-Banken. Kurz darauf erreichte die Krise auch Deutschland und traf insbesondere einige Landesbanken, wie zum Beispiel die SachsenLB. Das Ziel der vorliegenden Expertise besteht darin, die Entstehung und Entwicklung der Bankenkrise zu beschreiben, die Zusammensetzung und Aufgabenbereiche der Finanzaufsicht in Deutschland zu präsentieren sowie die Folgen der Finanzmarktkrise für die Finanzmarktaufsicht in Deutschland zu diskutieren und mögliche Konsequenzen (Reformen) für die Zukunft aufzuzeigen.
Excerpt (computer-generated)
Die Finanzmarktkrise 2007 in den USA und in Europa
Status Quo und Implikationen für die Zukunft
Inhaltsverzeichnis
1.
Einleitung
3
2.
Die Finanzmarktkrise ein Überblick
3
2.1. Entstehung und Entwicklung in den USA
4
2.2.
Auswirkungen
auf
Europa
6
2.2.1. Auswirkungen auf Deutschland
6
2.2.2. Auswirkungen auf weitere Länder Europas
7
2.2.3.
Status
Quo
der
Finanzmarktkrise
8
3.
Finanzaufsicht
in
Deutschland
11
3.1.
Deutsche
Bundesbank
12
3.2. Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht 13
3.2.1.
Allfinanzaufsicht
13
3.2.2. Hauptaufgaben der Bundesanstalt für
Finanzdienstleistungsaufsicht
14
3.2.3.
Bankenaufsicht
15
3.2.4.
Versicherungsaufsicht
16
3.2.5.
Wertpapieraufsicht
16
3.3. Mögliche Konsequenzen aus der Finanzmarktkrise
17
4.
Schlussbetrachtung
21
Bibliographie 23
2
1. Einleitung
In der Mitte des Jahres 2007 zeigte die so genannte US-Immobilienkrise auch
auf andere Länder massive Auswirkungen.1 Hohe Investitionen in Wertpapiere,
welche mit amerikanischen Immobilienkrediten und anderen Forderungen
unterlegt waren, trugen dazu bei, dass sich die US-Hypothekenkrise zu einem
weltweiten Finanzproblem ausweitete.2 Durch eigene Anlagen oder so
genannte Zweckgesellschaften waren beziehungsweise sind einige
Kreditinstitute in Europa tief mit diesen Problemen verbunden.3 Bereits vor
Krisenbeginn im Jahre 2007 galten US-Hypotheken als risikoreich. Als sich die
Zahlungsausfälle von Kunden mit schlechter Bonität (Subprime) häuften, fielen
zunächst im Monat Juli des Jahres 2007 die Kurse der US-Banken. Kurz darauf
erreichte die Krise auch Deutschland und traf insbesondere einige
Landesbanken, wie zum Beispiel die SachsenLB.4
Das Ziel der vorliegenden Expertise besteht darin, die Entstehung und
Entwicklung der Bankenkrise zu beschreiben, die Zusammensetzung und
Aufgabenbereiche der Finanzaufsicht in Deutschland zu präsentieren sowie die
Folgen der Finanzmarktkrise für die Finanzmarktaufsicht in Deutschland zu
diskutieren und mögliche Konsequenzen (Reformen) für die Zukunft
aufzuzeigen.
2.
Die Finanzmarktkrise ein Überblick
Einführend werden die Entstehung der Finanzmarktkrise in den USA geschildert
und die Auswirkungen insbesondere auf Deutschland erläutert.
1 Vgl. DZ Bank (2007), S. 1 f.
2 Vgl. Kurm-Engels / Maisch (2007), S. 21; auch o. Verf. (2007), S. 1.
3 Vgl. Nagl (2007), S. 28.
4 Vgl. Drost (2007), S. 10.
3
2.1. Entstehung und Entwicklung in den USA
Seit dem Jahre 2000 und in den Folgejahren boomte der Immobilienmarkt in
den USA. Die US-Notenbank Federal Reserve System (Fed)5 senkte zwischen
den Jahren 2001 und 2003 die Leitzinsen auf ein Prozent. Vor diesem
Hintergrund wurden die US-Banken mit der Kreditvergabe sehr nachgiebig.
Auch Klienten mit extrem schwacher Bonität, so genannte Subprime-Kunden,
erhielten Kredite zum Bau von Immobilien. Dabei verfügten zahlreiche Darlehen
über variable und obendrein in den ersten zwei Jahren über sehr niedrige
Zinssätze.6 Der Markt für die Subprime-Kredite wuchs bis zum Ende des Jahres
2006 auf 1,5 Billionen Dollar an. Die Banken reichten den Großteil dieser
Kredite über den Kapitalmarkt, das heißt an andere Kreditinstitute, Hedge-
Fonds und Fonds, weiter. Konkret konnte dies über langfristig laufende Asset
Backed Securities (ABS) realisiert werden. Bei den ABS wurden zunächst
Finanzaktiva in Form eines Treuhandvermögens gepoolt. Danach wurden die in
diesem Pool befindlichen Ansprüche in Form von Wertpapieren verbrieft und
am Kapitalmarkt entsprechend platziert. Adressaten dieser Wertpapiere waren
insbesondere institutionelle Anleger.7 Innerhalb einer ABS-Transaktion fand
eine Veräußerung eines großvolumigen, diversifizierten Portfolios von
5 Beim Federal Reserve System handelt es sich um ein zweistufiges Geld- und Kreditsystem,
dem in den USA die Aufgabe der Zentralbank zukommt. Zwölf Federal Reserve Banks
(FRB) bilden das Zentrum der FED. Diese Banken repräsentieren die alleinigen
Notenbanken der USA und die Zentralinstitute, bei denen die dem FRS angehörenden
Geldinstitute ihre Liquiditätsreserven halten. Die Leitung einer FRB übernimmt ein
Verwaltungsrat, welcher sich aus neun Mitgliedern zusammensetzt. Sechs Mitglieder dieses
Organs werden von den untergeordneten Mitgliedsbanken und drei von dem
übergeordneten Board of Governours of the Federal Reserve System gewählt. Dabei
handelt es sich um den Zentralbankvorstand, einem Gremium sieben Mitgliedern, welche
vom US-Kongress bei der Ernennung des US-Präsidenten für einen Zeitraum von vierzehn
Jahre benannt werden. Das Board of Governours of the Federal Reserve System überwacht
das US-Federal System und legt die Geldmarktpolitik fest. Vgl. dazu Bord of Governors of
the Federal Reserve System (2005), S. 2 ff.
6 Vgl. dazu Schneck (2004), S. 96 ff.
7 Vgl. Paul (2006), S. 506.
4
Forderungen eines Unternehmens an eine nicht zum Konsolidierungskreis des
Unternehmens gehörende Gesellschaft statt. Diese finanzierte den Kauf durch
die Ausgabe von Wertpapieren, den ABS. Die Zins- und Tilgungsleistungen
erfolgten durch den Cashflow der fälligen Forderungen, wobei die Verwaltung
der Forderungen bei dem Unternehmen blieb. Über die Verbriefungsstrukturen
konnten insbesondere Banken ihre Risiken aus der Kreditvergabe an
Drittparteien transferieren und damit die Refinanzierung eines Kreditportfeuilles
unmittelbar über den Kapitalmarkt betreiben. ,,Damit werden bisher illiquide
Kreditrisiken handelbar und können effizient auf andere Kapitalmarktteilnehmer
umverlagert werden."8 Neben den ABS, das heißt zusammenfassend Anleihen,
welche mit den schwachen Hypotheken in den USA unterlegt sind, wurden
auch ähnlich konstruierte kurzfristige Asset Backed Commercial Paper (ABCP)
zur Umlagerung genutzt.
Die etappenweise Erhöhung der US-Leitzinsen von Mitte des Jahres 2004 bis in
das Jahr 2006 auf 5,25 Prozent und die fallenden Immobilienpreise lassen sich
als Auslöser der Finanzkrise identifizieren.9 Im März des Jahres 2007 gingen
zahlreiche auf Subprime-Kunden spezialisierte US-Hypothekenfinanzierer wie
zum Beispiel die New Century insolvent.10 Im Juni des Jahres 2007 gingen zwei
Hedge-Fonds der US-Bank Bear Stearns an ihrem Subprime-Investment
zugrunde. Im Juli des Jahres 2007 begannen die Ratingagenturen mit
Herabstufungen der mit Subprime-Krediten besicherten ABS. Als Folge stiegen
die Risikoaufschläge an den Kreditmärkten deutlich. Banken und Private-
Equity-Institute fanden kaum noch Abnehmer für Anleihen und neue Kredite.
Ferner scheiterten kreditfinanzierte Übernahmen. Cünnen (2007) fasst die
Entstehung der Krise wie folgt zusammen: ,,Bereits im März gingen zahlreiche
Baufinanzierer in den USA, die sich auf die bonitätsschwachen Hausbauer
konzentriert hatten, in die Knie. Fallende Immobilienpreise auf der einen und
steigende Zinsen auf der anderen Seite ließen die Ausfallraten bei den Krediten
8 Perridon / Steiner (2007), S. 436.
9 Vgl. Nagl (2007), S. 29.
10 Vgl. dazu Maisch / Cünnen / Wiede et al. (2007), S. 10.
5
der wenig zahlungskräftigen Hypothekennehmer drastisch steigen. Seither zieht
die so genannte ,Subprime-Krise′ immer weitere Kreise."11
In den folgenden Abschnitten werden ansatzweise und auf der Grundlage
betroffener Institute in Europa die Auswirkungen der Subprime-Krise auf
Europa skizziert.
2.2. Auswirkungen auf Europa
In den Sommermonaten des Jahres 2007 zeigte die Finanzkrise auch ihre
Auswirkungen auf dem europäischen Markt. Zunächst werden die
Auswirkungen auf Deutschland und im Fortgang auf weitere Länder Europas
dargestellt.
2.2.1. Auswirkungen auf Deutschland
Insbesondere in Deutschland gerieten die Banken Deutsche Industriebank
(IKB) und SachsenLB in eine prekäre Situation. Diese Kreditinstitute mussten
vor dem Zerfall gerettet werden. Anfang August 2007 musste die Düsseldorfer
IKB von einem KfW-Bankenpool mit einer Bürgschaft gerettet werden, welche
mehrere Millionen Euro umfasste. Über ihren Rhineland-Fonds war diese Bank
von problematischen US-Immobilienkrediten getroffen worden.
Nach der im letzten Augenblick verhinderten Insolvenz, der anschließenden
Veräußerung der SachsenLB und dem damit verbundenen Rücktritt des
Finanzministers des Bundesland Sachsens gab es sogar Spekulationen um ein
Ende der Regierungskoalition in diesem Bundesland. Die Landesbank Sachsen
musste mit einer Kreditlinie der Sparkassen-Finanzgruppe in Höhe von mehr
als 17 Milliarden Euro aufgefangen werden.12 Eine in Dublin ansässige
11 Cünnen (2007), S. 2.
12 Vgl. o. Verf. (2007a), URL: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,500626,00.html (Stand:
November 2007).
6
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