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Der Erste Weltkrieg und seine Folgen als Wegbereiter für die Entwicklung der zivilen Luftfahrt in Deutschland

Termpaper, 2006, 15 Pages
Author: Babette Kuhfahl
Subject: History - Miscellaneous

Details

Category: Termpaper
Year: 2006
Pages: 15
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 7  Entries
Language: German
Archive No.: V89185
ISBN (E-book): 978-3-638-02596-6

File size: 78 KB

Abstract

1 Einleitung [...] Vor über 100 Jahren gelang den Gebrüdern Wright der erste längere gesteuerte Motorflug. Die technische Verwirklichung des „Traums vom Fliegen“ veränderte nach und nach das Leben und den Alltag der Menschen. Die Luftfahrt verlor rasch ihre Wirkung als Sensation und wurde schon wenige Jahre nach den ersten erfolgreichen Motorflügen militärisch genutzt. Das Militär wurde bereits in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg zum bestimmenden und von den Herstellern umworbenen Abnehmer von Flugzeugen. Die expandierende militärische Nachfrage nach Flugzeugen während des Ersten Weltkrieges lies die Produktion innerhalb weniger Jahre explosionsartig wachsen. Wurden in den Jahren von 1911 bis 1914 insgesamt 1954 Flugzeuge in Deutschland hergestellt, so waren es im Jahr 1918 bereits 14365 Stück (Appel 1993, S. 14). Am Ende des Krieges waren in den Industrieländern, allen voran Deutschland und Großbritannien, leistungsfähige Flugzeugindustrien entstanden. Nach Kriegsende gab es in Deutschland keine Nachfrage nach Militärflugzeugen mehr. Deutschland hatte als militärischer Verlierer des Krieges die Vorgaben der Versailler Verträge und deren Folgebestimmungen zu erfüllen. Deutschland durfte auf unbestimmte Zeit keinerlei Luftstreitkräfte mehr unterhalten und das gesamte militärische Flugmaterial musste den Alliierten ausgeliefert oder vernichtet werden (Bach 2003, S. 210). Die Kapazitäten der stark expandierten Flugzeugindustrie mussten nun den Bedingungen der Friedenszeit angepasst werden. Hier stellt sich nun die Frage, wie die Industrie die Umstellung auf die Zivilluftfahrt bewältigte. Gab es Alternativen dazu? Welche Rolle spielte der Staat dabei? Welche Nutzer wurden anvisiert? Und wie erging es den Passagieren an Bord der ersten Verkehrsmaschinen? Welche Rolle spielten die Passagiere in den Anfangsjahren der Zivilluftfahrt? Im Folgenden soll versucht werden, Antworten auf dieses Fragen zu finden und Zusammenhänge aufzuzeigen. Quellenlage Zur Geschichte der Luftfahrt für den Zeitraum von 1900 bis 1945 gibt es eine große Fülle von Veröffentlichungen. Einen breiten Raum nehmen dabei Biographien berühmter Protagonisten der Luftfahrt, im Sinne einer Heldengeschichtsschreibung verfasste Chronologien und Darstellungen zur Luftfahrzeugtechnik ein.


Excerpt (computer-generated)

Technische Universität München

Zentralinstitut für Geschichte der Technik

Masterstudiengang Consumer Science

Seminar: Geschichte der Konsumgüter SS 2006

HAUSARBEIT

Der Erste Weltkrieg und seine Folgen als Wegbereiter für

die Entwicklung der zivilen Luftfahrt in Deutschland

Verfasst von:

Babette Kuhfahl

Abgabedatum: 17.09.2006


TInhaltT

3

Inhalt

1

Einleitung 4

2

Die Luftfahrt im Ersten Weltkrieg 5

3

Die Luftfahrt in der Nachkriegszeit 7

3.1 Die Politischen Rahmenbedingungen 7

3.2 Die Luftfahrtindustrie und der Staat 8

3.3 Die Anfänge des zivilen Luftverkehrs 9

3.4 Die ersten Passagiere 10

3.5 Flugbegeisterung und Flugalltag 11

4

Schluss 12

5

Literatur 15


Einleitung

4

1 Einleitung

Eine Welt ohne Flugzeuge ist heute nicht mehr vorstellbar. Ob als Verkehrsmittel für

Menschen in Beruf und Freizeit, als Transportmittel für Güter oder als Militärtechnik, überall

ist das Flugzeug unentbehrlich geworden.

Vor über 100 Jahren gelang den Gebrüdern Wright der erste längere gesteuerte Motorflug.

Die technische Verwirklichung des ,,Traums vom Fliegen" veränderte nach und nach das

Leben und den Alltag der Menschen. Die Luftfahrt verlor rasch ihre Wirkung als Sensation

und wurde schon wenige Jahre nach den ersten erfolgreichen Motorflügen militärisch genutzt.

Das Militär wurde bereits in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg zum bestimmenden und

von den Herstellern umworbenen Abnehmer von Flugzeugen. Die expandierende militärische

Nachfrage nach Flugzeugen während des Ersten Weltkrieges lies die Produktion innerhalb

weniger Jahre explosionsartig wachsen. Wurden in den Jahren von 1911 bis 1914 insgesamt

1954 Flugzeuge in Deutschland hergestellt, so waren es im Jahr 1918 bereits 14365 Stück

(Appel 1993, S. 14). Am Ende des Krieges waren in den Industrieländern, allen voran

Deutschland und Großbritannien, leistungsfähige Flugzeugindustrien entstanden.

Nach Kriegsende gab es in Deutschland keine Nachfrage nach Militärflugzeugen mehr.

Deutschland hatte als militärischer Verlierer des Krieges die Vorgaben der Versailler Verträge

und deren Folgebestimmungen zu erfüllen. Deutschland durfte auf unbestimmte Zeit keinerlei

Luftstreitkräfte mehr unterhalten und das gesamte militärische Flugmaterial musste den

Alliierten ausgeliefert oder vernichtet werden (Bach 2003, S. 210). Die Kapazitäten der stark

expandierten Flugzeugindustrie mussten nun den Bedingungen der Friedenszeit angepasst

werden.

Hier stellt sich nun die Frage, wie die Industrie die Umstellung auf die Zivilluftfahrt be-

wältigte. Gab es Alternativen dazu? Welche Rolle spielte der Staat dabei? Welche Nutzer

wurden anvisiert? Und wie erging es den Passagieren an Bord der ersten Verkehrsmaschinen?

Welche Rolle spielten die Passagiere in den Anfangsjahren der Zivilluftfahrt?

Im Folgenden soll versucht werden, Antworten auf dieses Fragen zu finden und Zusammen-

hänge aufzuzeigen.

Quellenlage

Zur Geschichte der Luftfahrt für den Zeitraum von 1900 bis 1945 gibt es eine große Fülle von

Veröffentlichungen. Einen breiten Raum nehmen dabei Biographien berühmter Protagonisten


Die Luftfahrt im Ersten Weltkrieg

5

der Luftfahrt, im Sinne einer Heldengeschichtsschreibung verfasste Chronologien und

Darstellungen zur Luftfahrzeugtechnik ein.

Es finden sich deutlich weniger Publikationen, die nach wissenschaftlichen Kriterien und auf

Grundlage von Archivstudien erarbeitet worden sind. Für die vorliegende Arbeit wurden u.a.

die Dissertationen von Appel1 und Bach2 ausgewählt. Sie untersuchen die Entwicklung der

Luftfahrtindustrie im und nach dem Ersten Weltkrieg, die Bach in Interpendenz mit der

Entwicklung der Militär- und Zivilfliegerei untersucht. Appel legt den Schwerpunkt seiner

Arbeit auf die Beziehungen zwischen öffentlicher Hand und den privatwirtschaftlichen

Luftverkehrsunternehmen. Eine wirtschaftshistorische Abhandlung zur Geschichte des frühen

deutschen Luftverkehrs insbesondere der rivalisierenden Unternehmen Lufthansa und

Verkehrsflug bietet Fischer3. Er verknüpft politische Geschichte, die

Unternehmensgeschichte sowie volk- und betriebswirtschaftliche Aspekte miteinander. In

diesen drei Arbeiten gehen die Autoren kaum bis gar nicht auf die Rolle der Passagiere als

erste zivile Nutzer der neuen Technik ein. Deshalb wurden weitere zum Teil

populärwissenschaftliche Veröffentlichungen zu Rate gezogen, die stärker auf die ersten

Passagiere und deren Bedeutung in der Entwicklung der Luftfahrt eingehen4.

2 Die Luftfahrt im Ersten Weltkrieg

Über das in zahlreichen Veröffentlichungen zur Geschichte der Luftfahrt gepflegte Bild der

heldenhaften, idealistischen Flugpioniere wird oft vergessen, dass das Flugzeug schon früh-

zeitig zum Gegenstand kommerzieller Interessen und zum Geschäft wurde. Bedenkt man den

finanziellen Aufwand zur Entwicklung und Herstellung eines Flugzeuges und der nötigen

Infrastruktur, überrascht dieser Umstand nicht. Schon die Gebrüder Wright, denen der erste

gesteuerte Motorflug zugeschrieben wird, versuchten, ihre technischen Neuentwicklungen für

militärische Zwecke an die Vereinigten Staaten und an die europäischen Großmächte zu

verkaufen (Bach 2003, S. 8).

1 Appel, Bernd-Marian (1993): Entwicklungsbedingungen für Luftverkehrsunternehmen in Deutschland 1919-1926.

2 Bach, Martin (2003): Luftfahrtindustrie im Ersten Weltkrieg. Mobilisierung und Demobilisierung der britischen und deutschen

Luftfahrtindustrie im Ersten Weltkrieg.

3 Fischer, Albert (2003): Luftverkehr zwischen Markt und Macht (1919­1937). Lufthansa, Verkehrsflug und der Kampf ums Monopol.

4 Grant, R. G. (2003): Fliegen. Die Geschichte der Luftfahrt.

Allen, Oliver E. (1981): Die ersten Fluggesellschaften.

Behringer, Wolfgang; Ott-Koptschalijski, Constance (1991): Der Traum vom Fliegen. Zwischen Mythos und Technik.

Marschik, Matthias (2002): Heldenbilder. Kulturgeschichte der österreichischen Aviatik.



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