Untertitel: Philosophie der Musik
Autor: Tim Schütte
Fach: Dänisch
Details
Institution/Hochschule: Philipps-Universität Marburg (Institut für Philosophie)
Jahr: 2007
Seiten: 24
Note: 1,7
Literaturverzeichnis: ~ 7 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 319 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-06861-1
Zusammenfassung / Abstract
In dieser Hausarbeit möchte ich versuchen, das Phänomen Musik anhand zweier Kategorien zu beleuchten. Die erste dieser Kategorien ist die Art und Weise, in der uns musikalische Werke heute begegnen können und die damit verbundene Frage nach der Identität musikalischer Werke, also danach, was sie uns eben als ein bestimmtes Werk und nicht als ein anderes erkennen lässt. Die zweite Kategorie fällt in den Bereich der Ästhetik und der musikalischen Reflexion. Da es sich bei Musik um akustische Ereignisse handelt, muss zuerst untersucht bzw. definiert werden, was genau ein akustisches Ereignis zur Musik macht und wie sich dieses manifestiert. Im ersten Kapitel gebe ich eine solche Definition unter Berücksichtigung des Ursprungs sowie der physikalischen Größen des Klangereignisses selbst. Das zweite Kapitel widmet sich dann der Frage nach der Identität musikalischer Werke, ihren Unterschieden und Gemeinsamkeiten. Die Ästhetik, die im dritten Kapitel behandelt wird, basiert auf den ästhetischen Überlegungen Arthur Schopenhauers, wie sie in „Die Welt als Wille und Vorstellung“ dargelegt wurden und führt diese weiter.
Textauszug (computergeneriert)
Philipps-Universität Marburg
Fachbereich 03 Gesellschaftswissenschaften und Philosophie
Institut für Philosophie
Hausarbeit zur Philosophie der Musik
Werk und musikalische Idee
von Tim Schütte
Seminar: Philosophie der Musik
Datum: 01.10.2007
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
3
1
Musik
4
2
Die Identität musikalischer Werke
7
2.1
Das Identitätsprinzip .
7
2.2
Die Musikalische Idee und das Werk
.
9
2.2.1
Die Musikalische Idee .
9
2.2.2
Werke .
10
2.3
Tonträger .
13
3
Ästhetik
16
3.1
Die Musik und das Ding an sich .
16
3.1.1
Die Musikalische und die Platonische Idee .
17
3.2
Absolute Musik .
18
3.2.1
Vokal- und Programmmusik .
21
Schluss
22
Literaturverzeichnis
23
2
Einleitung
In dieser Hausarbeit möchte ich versuchen, das Phänomen Musik anhand zweier Ka-
tegorien zu beleuchten. Die erste dieser Kategorien ist die Art und Weise, in der uns
musikalische Werke heute begegnen können und die damit verbundene Frage nach der
Identität musikalischer Werke, also danach, was sie uns eben als ein bestimmtes Werk
und nicht als ein anderes erkennen lässt. Die zweite Kategorie fällt in den Bereich der
Ästhetik und der musikalischen Reflexion.
Da es sich bei Musik um akustische Ereignisse handelt, muss zuerst untersucht bzw.
definiert werden, was genau ein akustisches Ereignis zur Musik macht und wie sich
dieses manifestiert. Im ersten Kapitel gebe ich eine solche Definition unter Berück-
sichtigung des Ursprungs sowie der physikalischen Größen des Klangereignisses selbst.
Das zweite Kapitel widmet sich dann der Frage nach der Identität musikalischer Wer-
ke, ihren Unterschieden und Gemeinsamkeiten. Die Ästhetik, die im dritten Kapitel
behandelt wird, basiert auf den ästhetischen Überlegungen Arthur Schopenhauers, wie
sie in ,,Die Welt als Wille und Vorstellung" dargelegt wurden und führt diese weiter.
3
1 Musik
In diesem Kapitel möchte ich zunächst in etwas allgemeinerer Form das beleuchten,
was im weiteren Verlauf der Arbeit als Musik bezeichnet wird. Allgemein ausgedrückt
könnte Musik als zeitliche Folge einzelner oder mehrerer akustischer Ereignisse defi-
niert werden. Nun wird sicherlich jeder zustimmen, wenn man das Geräusch eines um-
fallenden Baumes für sich genommen noch nicht als Musik bezeichnet. Allerdings gibt
es Strömungen in der klangschaffenden Gesellschaft, Gräusche natürlicher Ereignisse
wie z.B. das Gezwitscher von Vögeln oder das Rauschen des Meeres in den Zusam-
menhang eines Werkes aufzunehmen. Ton und Geräusch sind wohl definiert, als solche
auch meistens gut zu auszumachen und voneinander zu trennen; ein Teil von Musik
können sie beide sein. Was nun das für sich stehende Geräusch des umfallenden Bau-
mes als solches von der Musik ausschließt, ihr andererseits aber auch einverleiben kann,
ist die Absicht des Klangschaffenden. Die Geräusche des Meeres und des umfallenden
Baumes können erst dann zur Musik gezählt werden, wenn eine Absicht es schafft, das
akustische Ereignis vom körperlichen zu trennen. Denn das Meer rauscht nicht um des
Rauschens willen, so wenig wie ein Vogel zum Selbstzwecke zwitschert. Ein Kompo-
nist kann allerdings das Meeresrauschen, das Vogelgezwitscher oder das Geräusch des
umfallenden Baumes aufnehmen und durch Weiterverarbeitung zu Musik machen. Es
muss also die oben formulierte Definition von Musik dahingehend erweitert werden,
dass sie mit Absicht wegen des Klanges an sich geschaffen sein muss.
Fünf Parameter sind es, die sich in der Musik finden lassen und die, je nach Aus-
prägung, den Charakter einer Musik ausmachen. Sie lassen sich von den physikali-
schen Größen eines Tons und bedingt auch eines Geräusches Dauer, Frequenz und
Amplitude ableiten. Das Aneinanderreihen unterschiedlicher bzw. gleicher Tondauern
4
1 Musik
ergibt einen
Rhythmus
, die Gleichzeitigkeit von Frequenzen
Harmonie
und das Auftre-
ten verschiedener Amplituden bezeichnen wir als
Dynamik
. Aus der Kombination von
Tondauer und Frequenz entsteht
Melodie
. Der fünfte Parameter schließlich setzt sich
aus der
Harmonie
und der
Melodie
zusammen: Die
Polyphonie
.
Der ursprünglichste und ebenfalls allumfassendste dieser Parameter ist der
Rhyth-
mus
. Ausgehend vom Metrum, bildlich dem Pulsschlag der Musik, ist er es, der den
zeitlichen Ablauf einer Musik organisiert. Sie ist ohne ihn nicht möglich. Seit der Er-
findung der Musik wird an ihm variiert und herumexperimentiert und Schwerpunkte
werden ebenso auf seine einfachste Erscheinungsform gelegt wie auf die Bestrebungen,
ihn aus der Musik (zumindest klanglich) zu verbannen. Sein Naturell macht jedoch sei-
ne Verbannung unmöglich, bzw. wäre eine Musik ohne einen
Rhythmus
, also ohne die
Organisation der Abläufe akustischer Ereignisse in der Zeit, keine Musik. Diese kann
sich zumindest jeweils einer der anderen Parameter entledigen und noch als Musik gel-
ten. Den
Rhythmus
kann sie jedoch nicht ablegen, ohne sich ihrer eigenen Grundlage
zu berauben.
Der Parameter
Harmonie
erfasst diejenigen akustischen Ereignisse, die in der Musik
gleichzeitig geschehen. Durch Überlagerungen verschiedener Frequenzen bilden sich
zwei Formen der
Harmonie
heraus. Auf der einen Seite diejenige, welche den tonalen
Charakter, auf der anderen Seite diejenige, welche die Klangfarbe eines akustischen Er-
eignisses beschreibt. Beides sind Ergebnisse ein und desselben Phänomens, der Gleich-
zeitigkeit von Frequenzen. Der Ton a hat auf einer Violine oder auf einem Klavier ge-
spielt die selbe Tonhöhe, die Klangfärbungen aber sind unterschiedlich. Verschiedene
Frequenzen, die zusammen mit der Grundfrequenz des Tones a mitschwingen, sich aus
ganzzahligen Vielfachen bzw. Teilern der Grundfrequenz zusammensetzten und z.B.
im Klangkörper des jeweiligen Instrumentes entstehen, ergeben je nach unterschiedli-
cher Dominanz eine andere Klangfarbe. (Ein Ton, der nur aus einer einzelnen Frequenz
besteht, wird als Sinuston bezeichnet.) Der Teil der
Harmonie
, der sich mit der Gleich-
zeitigkeit der Grundfrequenzen befasst und sich somit auf den tonalen Charakter von
Zusammenklängen bezieht, ist die Harmonik. Geprägt ist sie von Begriffen wie Dur
und Moll, Konsonanz und Dissonanz, Tonalität bzw. Atonalität. Alles Begriffe, die
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