Please wait
Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2006, 27 Pages
Author: Uta Schmidt
Subject: Musicology
Details
Institution/College: University of Music Duesseldorf (Musikwissenschaftliches Institut)
Tags: Beethovens, Beispiel, Sinfonie, Politisierung, Musik, Französischen, Revolution
Year: 2006
Pages: 27
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 9 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-02893-6
File size: 117 KB
Other users also were interested in the following titles:
Abstract
Einführung Die dritte Sinfonie mit dem programmatischen Beinamen „Eroica“ nimmt in vielerlei Hinsicht eine Sonderstellung in Beethovens Werk ein. Um kaum eine andere Sinfonie zuvor ranken sich so viele Legenden - dadurch ist sie bis heute ein Werk geblieben, dessen Interpretation den Musikwissenschaftlern Rätsel aufgibt. Im Zusammenhang mit der „Sinfonia eroica“ stehen daher mittlerweile eine Anzahl diverser Vermutungen, die allerdings erst einer genaueren Erörterung bedürfen, um als Tatsachen gewertet werden zu können. Einer der Hauptaspekte ist selbstverständlich der Bezug zu Napoleon, dem die Sinfonie ursprünglich gewidmet gewesen sein soll, bis Beethoven von dessen Krönung zum Kaiser erfuhr. Was aber hat es auf sich mit den genauen Angaben auf dem Titelblatt wie z.B. „intitulata Buonaparte“? War die Sinfonie Napoleon gewidmet oder nach ihm benannt? Und wer ist der „große Mann“, dessen Andenken mit dieser Sinfonie gefeiert werden sollte, zu deren Zeitpunkt Napoleon ja noch lebte? Dies sind nur einige Fragen, die sich zwangsläufig ergeben, wenn man sich einmal etwas genauer mit dem Gegenstand der Analyse auseinandersetzt. Im Laufe der vergangenen 200 Jahre, die seit der Entstehung der Sinfonie verstrichen sind, haben sich demzufolge zahlreiche Musikwissenschaftler und Komponisten darum bemüht, das Werk nach ihren Ansichten in semantischer Hinsicht zu interpretieren. (Dass die Sinfonie in rein musikalischer Beziehung eine ebenso große Bedeutung hat, steht außer Frage und wird von niemandem angezweifelt, soll darum hier nicht näher erörtert werden.)
Excerpt (computer-generated)
Beethovens heroischer Ton
am Beispiel seiner dritten Sinfonie
Hausarbeit von Uta Schmidt
vorgelegt am 5. 7. 06
Seminar: Politisierung der Musik seit der Französischen Revolution
Musikwissenschaftliches Institut, SS 2006
Inhaltsverzeichnis
Einführung ... 2
Interpretation der „Sinfonia eroica“ ... 4
Kapitel I: Der Bezug zu Napoleon ... 4
a) Historischer Kontext ... 4
b) Musikalischer Bezug ... 6
c) Überprüfung ... 7
Kapitel II: Der Bezug zu Prometheus ... 7
a) Historischer Kontext ... 7
b) Das Ballett von Salvatore Viganò ... 9
c) Musikalischer Bezug ... 9
d) Überprüfung ... 12
Kapitel III: Der Bezug zur Französischen Revolution ... 13
a) Historischer Kontext – Beethovens politische Einstellung ... 13
b) Musikalischer Bezug ... 14
c) Überprüfung ... 15
Kapitel IV: Autobiografische Hintergründe ... 16
a) Beethovens Persönlichkeit ... 16
b) Überprüfung ... 18
Kapitel V: Beethovens „heroischer Stil“ ... 19
Kapitel VI: Die Frage nach der Widmung ... 20
Zusammenfassung - Deutung der „Sinfonia eroica“ ... 22
Literaturverzeichnis ... 25
Einführung
Die dritte Sinfonie mit dem programmatischen Beinamen „Eroica“ nimmt in vielerlei Hinsicht eine Sonderstellung in Beethovens Werk ein. Um kaum eine andere Sinfonie zuvor ranken sich so viele Legenden - dadurch ist sie bis heute ein Werk geblieben, dessen Interpretation den Musikwissenschaftlern Rätsel aufgibt.
Im Zusammenhang mit der „Sinfonia eroica“ stehen daher mittlerweile eine Anzahl diverser Vermutungen, die allerdings erst einer genaueren Erörterung bedürfen, um als Tatsachen gewertet werden zu können.
Einer der Hauptaspekte ist selbstverständlich der Bezug zu Napoleon, dem die Sinfonie ursprünglich gewidmet gewesen sein soll, bis Beethoven von dessen Krönung zum Kaiser erfuhr. Was aber hat es auf sich mit den genauen Angaben auf dem Titelblatt wie z.B. „intitulata Buonaparte“? War die Sinfonie Napoleon gewidmet oder nach ihm benannt? Und wer ist der „große Mann“, dessen Andenken mit dieser Sinfonie gefeiert werden sollte, zu deren Zeitpunkt Napoleon ja noch lebte?
Dies sind nur einige Fragen, die sich zwangsläufig ergeben, wenn man sich einmal etwas genauer mit dem Gegenstand der Analyse auseinandersetzt. Im Laufe der vergangenen 200 Jahre, die seit der Entstehung der Sinfonie verstrichen sind, haben sich demzufolge zahlreiche Musikwissenschaftler und Komponisten darum bemüht, das Werk nach ihren Ansichten in semantischer Hinsicht zu interpretieren.
(Dass die Sinfonie in rein musikalischer Beziehung eine ebenso große Bedeutung hat, steht außer Frage und wird von niemandem angezweifelt, soll darum hier nicht näher erörtert werden.)
Die Ergebnisse lassen sich in sechs Thesen zusammenfassen:
- Die Sinfonie wird gedeutet als Symbol für den Feldherrn Napoleon Bonaparte, den Beethoven als Held verehrte aufgrund seines Strebens nach Freiheit und Gerechtigkeit. (George Grove, Alfred Heuß)
- Biografische Hintergründe treten in engen Zusammenhang mit der Sinfonie, so z.B. das Heiligenstädter Testament, in dem Beethoven gedanklich Zeugnis ablegt über sein inneres Seelenleben und seine fortschreitende Ertaubung sowie über seine Zukunftspläne. (Peter Schleuning)
- Die zentrale Figur der Sinfonie ist Prometheus, ein weiterer Held für Beethoven, diesmal aus der Antike. Grund für diese Vermutung ist das kurz zuvor komponierte Ballett von Salvatore Viganò, dessen Musik ebenfalls von Beethoven stammt und dessen Melodien teilweise in der Sinfonie wieder verwendet wurden. (Peter Schleuning, Constantin Floros, Keisuke Maruyama)
- Die Sinfonie verkörpert die Idee des Heldenhaften, Heroischen, ohne auf eine Person direkt Bezug zu nehmen. (Richard Wagner)
- Am Beispiel von Napoleon beschreibt Beethoven in der „Eroica“ das Idealbild dessen, wie ein Held beschaffen sein muss, mit sämtlichen Charaktereigenschaften inklusive Trauer und Schmerz. (Alexander Ulibischeff, Adolph Bernhard Marx)
- Die Sinfonie behandelt antike Stoffe aus Homers „Ilias“, in denen kriegerischkämpferische Elemente das Heldenhafte darstellen. (Arnold Schering)
- Die Sinfonie ist entstanden aus der Französischen Revolution, mit dem Ziel, deren Ideale und Ideen darzustellen. (Jost Hermand, Martin Geck)
Die Konsequenz des so genannten „Eroica-Problems“1 angesichts solcher Fülle von verschiedenen Interpretationen besteht darin, dass sich Wissenschaftler wieder auf rein strukturelle und stilistische Aspekte beschränkten, die inhaltliche Ebene außer Acht ließen und das Werk als ein Beispiel „absoluter Musik“ bezeichneten!
Fest steht jedoch zweifellos – bei aller Gewagtheit mancher Vermutungen -, dass der Inhalt dieser Sinfonie zwar vernachlässigt, aber keinesfalls ignoriert werden kann. Ziel der folgenden Ausführungen soll es daher sein, sich durch gezielte Analyse einen Überblick über diese Fülle von Interpretationsmöglichkeiten zu verschaffen. Dazu möchte ich die vier meiner Meinung nach wichtigsten Thesen herausgreifen und auf ihre Stichhaltigkeit hin überprüfen, um im Anschluss daran noch auf die verbreiteten Vermutungen bezüglich der Widmung einzugehen.
Als wichtigste und häufigste Ansätze gelten meines Erachtens folgende:
- Der Bezug zu Napoleon
- Die Bedeutung des Prometheus-Mythos
- Der Bezug zur Französischen Revolution
- Der autobiografische Hintergrund
Nach eingehender Analyse dieser zentralen Aspekte möchte ich mich abschließend der Frage zuwenden, wie die Sinfonie zu ihrem Namen „Eroica“ kam, was das Heroische bei Beethoven ausmacht – und ob man das Werk letztendlich als Absolute oder als Programmmusik werten sollte.
[...]
1 Constantin Floros: Beethovens Eroica und Prometheus-Musik, Heinrichshofen’s Verlag, Wilhelmshaven 1978, S. 22
Comments
No comments yet
Other users also were interested in the following titles:
Die Passionen von Johann Sebastian Bach
Author: Elisabeth HeideckerMusicology, 2002 Download as PDF-file for 5,99 EUR
Verdis spätes Opernschaffen
Author: Franziska WeiseMusicology, 2008 Download as PDF-file for 5,99 EUR
Richard Wagners Gesamtkunstwerk
Author: Angela SchaafTheater Studies, 2003 Download as PDF-file for 3,49 EUR
Arnold Schönberg - sein Einfluss auf die künstlerische Moderne Wiens
Author: M.A. Uta ZieglerGerman Studies - Literature of History, Eras, 2001 Download as PDF-file for 9,99 EUR
Der utopische Stachel schmerzt - Richard Wagner und sein Tannhäuser
Author: Kristina WerndlGerman Studies - Older German Literature, Mediaevistik, 2001 Download as PDF-file for 5,99 EUR
This text can be quoted and accessed from this url: