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Das Frauenbild in Erich Kästners lyrischen Werken

Scholary Paper (Seminar), 2007, 16 Pages
Author: Regina Seiwald
Subject: German Studies - Modern German Literature

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2007
Pages: 16
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 8  Entries
Language: German
Archive No.: V89559
ISBN (E-book): 978-3-638-03833-1
ISBN (Book): 978-3-638-93543-2
File size: 114 KB
Notes :
Zitat: "Die Fragestellung ist interessant, die Argumentation schlüssig, die Arbeit kommt zu wichtigen Ergebnissen. Dies ist vor allem deshald der Fall, weil sie wichtige theoretische Grundlagenlitertur rezipiert hat und außerordentlich differenziert argumentiert, in dieser Hinsicht ist sie vorbildlich. Der dialektische Umgang Kästners mit Zeitgeschichte wird sehr präzise erfasst, andere würden hier an der Textoberfläche bleiben."


Abstract

Die Proseminararbeit Das Frauenbild in Erich Kästners lyrischen Werken beschäftigt sich mit dem Schriftsteller und Journalisten Erich Kästner, welcher im Zeitraum von 1919 bis 1955 in Deutschland als Lyriker tätig war. In dieser Zeit hat er zahlreiche Gedichte in Zeitungen, Zeitschriften und Gedichtbänden veröffentlicht. Bis zum Beginn der NS-Diktatur 1933 erschienen vier Gedichtbände: Herz auf Taille (1928), Lärm im Spiegel (1929), Ein Mann gibt Auskunft (1930) und Gesang zwischen den Stühlen (1932). Auffällig an diesen Gedichten aus der Epoche der Neuen Sachlichkeit ist die überdurchschnittlich häufige Auseinandersetzung mit Frauen als solchen, die hier immer wieder mit bestimmten – oft negativen – Charaktereigenschaften und Verhaltensmustern versehen werden. Tatsächlich wurde das von Kästner in seinen Werken vermittelte Frauenbild vielfach angegriffen – und zumeist auf seine Biographie zurückgeführt. Der Inhalt dieser Analyse ist die Darstellung der Frau in seinen lyrischen Werken. Dabei wird zuerst ihr Status in der deutschsprachigen Literatur zur Zeit der Weimarer Republik aufgezeigt. Das besondere Augenmerk wird dabei auf Lyriken gerichtet. Dies soll den Vergleich mit anderen Schriftstellern ermöglichen. Der zweite Teil der Arbeit beschreibt die Darstellung der Frau in Kästners lyrischen Werken, d.h. wie die Frau aus seiner Sicht in der Gesellschaft existiert und welche Stellung sie einnimmt. Außerdem wird sowohl seine positive, als auch seine negative Ansicht der Frau dargestellt. Wie die Untersuchung zeigen wird, beschreibt Kästner das schwächere Geschlecht bereits als sehr emanzipiert und selbstständig, kritisiert jedoch auch den verschwenderischen Charakter der Reichen. Hierfür werden Teile von ausgewählte Gedichte Erich Kästners einer genaueren Betrachtung unterzogen. Die zentrale Frage dieser Analyse ist, ob der Lyriker für seine Zeit eine moderne Ansicht gegenüber Frauen vertritt. Anschließend erfolgt ein Vergleich mit seiner kritischen, jedoch nicht altmodischen, Darstellung der Frau. Es werden nur ein paar Texte exemplarisch untersucht, da bei einer solchen quantitativen Fülle nicht alle lyrischen Werke miteingebunden werden können. Der letzte Teil, die Zusammenfassung, stellt die Ergebnisse der Untersuchung nochmals kurz dar. Zusätzlich wird ein Ausblick auf mögliche Untersuchungen gegeben, die auch Denkanstöße für weitere Analysen sein sollen.


Excerpt (computer-generated)



Das Frauenbild in Erich Kästners lyrischen Werken

Proseminararbeit

Universität Innsbruck, Geisteswissenschaftliche Fakultät

Proseminar Erich Kästner (SS 2007)

2. Semester

Juli 2007

Regina Seiwald











Inhaltsverzeichnis

1

Einleitung 3

2

Der Status der Frau in der deutschsprachigen Literatur und Gesellschaft zur

Zeit der Weimarer Republik 4

3

Der Status der Frau in Kästners lyrischen Werken 7

3.1

Das positive Frauenbild in ausgewählten Gedichten 9

3.2

Das negative Frauenbild in ausgewählten Gedichten 11

4

Zusammenfassung 13

5

Literaturverzeichnis 15

2


1 Einleitung

Die Proseminararbeit

Das

Frauenbild in Erich Kästners lyrischen Werken

beschäftigt

sich mit dem Schriftsteller und Journalisten Erich Kästner, welcher im Zeitraum von

1919 bis 1955 in Deutschland als Lyriker tätig war. In dieser Zeit hat er zahlreiche

Gedichte in Zeitungen, Zeitschriften und Gedichtbänden veröffentlicht. Bis zum Beginn

der NS-Diktatur 1933 erschienen vier Gedichtbände:

Herz auf Taille

(1928),

Lärm im

Spiegel

(1929),

Ein Mann gibt Auskunft

(1930) und

Gesang zwischen den Stühlen

(1932). Auffällig an diesen Gedichten aus der Epoche der Neuen Sachlichkeit ist die

überdurchschnittlich häufige Auseinandersetzung mit Frauen als solchen, die hier

immer wieder mit bestimmten ­ oft negativen ­ Charaktereigenschaften und

Verhaltensmustern versehen werden. Tatsächlich wurde das von Kästner in seinen

Werken vermittelte Frauenbild vielfach angegriffen ­ und zumeist auf seine

Biographie1 zurückgeführt.

Der Inhalt dieser Analyse ist die Darstellung der Frau in seinen lyrischen Werken.

Dabei wird zuerst ihr Status in der deutschsprachigen Literatur zur Zeit der Weimarer

Republik aufgezeigt. Das besondere Augenmerk wird dabei auf Lyriken gerichtet. Dies

soll den Vergleich mit anderen Schriftstellern ermöglichen. Der zweite Teil der Arbeit

beschreibt die Darstellung der Frau in Kästners lyrischen Werken, d.h. wie die Frau aus

seiner Sicht in der Gesellschaft existiert und welche Stellung sie einnimmt. Außerdem

wird sowohl seine positive, als auch seine negative Ansicht der Frau dargestellt.

Wie die Untersuchung zeigen wird, beschreibt Kästner das schwächere Geschlecht

bereits als sehr emanzipiert und selbstständig, kritisiert jedoch auch den

verschwenderischen Charakter der Reichen. Hierfür werden Teile von ausgewählte

Gedichte Erich Kästners einer genaueren Betrachtung unterzogen. Die zentrale Frage

dieser Analyse ist, ob der Lyriker für seine Zeit eine moderne Ansicht gegenüber

Frauen vertritt. Anschließend erfolgt ein Vergleich mit seiner kritischen, jedoch nicht

altmodischen, Darstellung der Frau. Es werden nur ein paar Texte exemplarisch

untersucht, da bei einer solchen quantitativen Fülle nicht alle lyrischen Werke

miteingebunden werden können.

1 Enderle. Kästner. Eine Bildbiographie (1960); Wagener. Erich Kästner (1973); Hanuschek. Keiner blickt dir

hinter das Gesicht. Das Leben Erich Kästners (2003); Hanuschek. Erich Kästner (2004).

3


Der letzte Teil, die Zusammenfassung, stellt die Ergebnisse der Untersuchung

nochmals kurz dar. Zusätzlich wird ein Ausblick auf mögliche Untersuchungen

gegeben, die auch Denkanstöße für weitere Analysen sein sollen.

2 Der Status der Frau in der deutschsprachigen Literatur und Gesellschaft zur

Zeit der Weimarer Republik2

Die Forderung nach der emanzipatorischen Gleichstellung der Frau in Deutschland

findet im Vergleich mit Frankreich und England erst relativ spät ihren Anfang. Zu

Beginn des 19. Jahrhunderts bildet sich allmählich eine Bewegung, die jedoch noch

nicht zu einer Frauenvereinigung führt. Die neue Diskussion um die Definition der

Rolle der Frau findet in literarischen Zirkeln einiger Romantikerinnen wie Caroline

Schlegel-Schelling (1763-1809), Rahel Varnhagen (1771-1833) und Bettina von Arnim

(1785-1859) statt. Schlegel-Schelling ist dabei ein gutes Beispiel für die gebildete Frau.

Sie hat sich meistens damit begnügt, im Stillen an den Rezensionen und Aufsätzen

ihres Mannes mitzuarbeiten, las Bücher für ihn und entwarf einzelne Abschnitte seiner

Essays. Doch sie hat auch selbstständig mehrere Essays und Aufsätze verfasst.

Im Jahre 1893 wurde die Zulassung der Frau zum Abitur, erst um 1900 zu den

Universitäten erkämpft. Somit waren es nur einige wenige Frauen, die zu dieser Zeit

schriftstellerisch tätig waren. Der Großteil der Frauen in der Ehe war dem Mann

untergeordnet, was zu dieser Zeit juristisch fixiert war. Die Emanzipation erfolgte

anfangs erst in der bürgerlichen Mittelklasse, denn diese konnte sich Bildung auch

leisten.

Schriftsteller und Schriftstellerinnen reagierten auf den Lebenswandel der Frauen der

Weimarer Republik. Nicht nur die beinschwingenden Tiller-Girls, das äußere

Erscheinungsbild der Frauen, Sexualität, Ehe und Familie wurden thematisiert, auch die

so genannten Tippmamsells, Bürofräuleins und Ladenmädchen wurden zum

Gegenstand der Literatur. Zahlreiche Romane, Gedichte, Zeitschriftenartikel - ja sogar

Textlieder und Werbeanzeigen - zeigen sehr unterschiedliche Facetten der Reflexion

der Angestelltenkultur auf. Verschiedene Sichtweisen gibt es dabei nicht nur zwischen

2 Lindhoff, Lena: Einführung in die feministische Literaturtheorie (1995).

4



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