Untertitel: Eine Veranschaulichung an den Beispielen des Bus- und Bahnverkehrs
Autor: Dipl.-Kfm. B.B.A. Cyril Alias
Fach: Raumwissenschaften, Stadt- und Raumplanung
Details
Institution/Hochschule: Universität Duisburg-Essen (Institut für Geographie (Wirtschaftsgeographie, insb. Verkehr und Logistik))
Jahr: 2008
Seiten: 34
Note: 2,7
Literaturverzeichnis: ~ 65 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 200 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-04139-3
ISBN (Buch): 978-3-638-93925-6
Zusammenfassung / Abstract
Angesichts der stetig wachsenden Nachfrage nach Mobilität und Verkehrsdienstleistungen der vergangenen Jahrzehnte und der parallel dazu verlaufenden einseitigen Präferenz für den motorisierten Individualverkehr auf der Straße, hat sich die Situation des Verkehrs in der Schweiz derart gewandelt, als dass sich am Horizont schon deutlich verdunkelte Wolken bemerkbar gemacht haben. Die Ausrichtung des Verkehrssystems auf eine solide Zukunft von wirtschaftlicher Effizienz, gesellschaftlicher Akzeptanz und ökologischem Weitsicht ist für den eidgenössischen Bund genauso von Bedeutung wie für andere industrialisierte Staaten, besonders im Westen Europas, und stellt hierzu eine der sinnvollsten Gegenmaßnahmen dar. Mobilität ist definiert als „die Bewegung von Menschen in […] Räumen und/oder ihre räumlich-regionale Beweglichkeit […] [und als] Kennzeichen dynamischer Industriegesellschaften“ und stellt „eine wesentliche Grundlage des modernen Lebens“ dar. Die Mobilität gewann in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich an Bedeutung und durch die mannigfaltigen Arbeitsmodelle, Konsummuster und Lifestyles auch an Komplexität. Die neue Auswahl und das Freiheitsgefühl stehen jedoch den vielfältigen Umweltproblemen und negativen sozialen Effekten gegenüber. In der Schweiz reicht die Geschichte der verkehrspolitischen Neuordnung in die 90er Jahre zurück, vereinzelt sogar ans Ende der 80er Jahre. Wie im vorherigen Kapitel schon erklärt, zielen sie auf verschiedene Teildisziplinen der Mobilität und des Verkehrs, darunter auf den Fußgängerverkehr, den Fahrradverkehr, den ÖPNV und den Schienennah- und -fernverkehr, ebenso jedoch auf das Bewusstsein um die Existenz und Vorteilhaftigkeit von Alternativen zum motorisierten Individualverkehr. Die Notwendigkeit des Mobilitätsmanagements und die wachsende Nachfrage nach diesem oder anderen Konzepten zur Bewältigung des qualitativ und quantitativ ansteigenden Verkehrsaufkommens lässt den Zukunftscharakter und die Bedeutung des Ansatzes schon erahnen. Vor dem Hintergrund verschiedener gesellschaftlicher Entwicklungen, wie dem verstärkte Bewusstsein um den Klimawandel und die ökologische Verantwortlichkeit, der in der Schweiz relativ verbreitete Betonung der körperlichen Fitness sowie auch den steigenden Mineralölpreisen, ist ein Umschwung von der althergebrachten, automobilfreundlichen Verkehrspolitik zu einem nachhaltigen und weitsichtigen Konzept unerlässlich.
Textauszug (computergeneriert)
Universität Duisburg-Essen (Campus Duisburg)
Fachbereich Biologie und Geographie
Institut für Geographie (Wirtschaftsgeographie, insb. Verkehr und Logistik)
Verkehrsplanung und Mobilitätsmanagement
Wintersemester 2007/08
MOBILITÄTSMANAGEMENT IN DER SCHWEIZ
Ein Modell mit Zukunftscharakter?
Eine Veranschaulichung an den Beispielen des Bus- und Bahnverkehrs
Cyril Alias
Logistik-Management (M.Sc.)
Inhaltsverzeichnis
I EINFÜHRUNG ... 3
II MOBILITÄT UND MOBILITÄTSMANAGEMENT ... 4
III MOBILITÄTSMANAGEMENT IN DER SCHWEIZ ... 9
III.1 GRUNDSÄTZLICHE SITUATION DES SCHWEIZER VERKEHRSSEKTORS ... 9
III.2 PRINZIPIEN DER SCHWEIZERISCHEN MOBILITÄTSKULTUR ... 13
III.3 MOBILITÄTSKONZEPTE IN SCHWEIZERISCHEN STÄDTEN UND GEMEINDEN ... 15
III.4 TEILSTRATEGIEN UND DIENSTLEISTUNGEN IM MOBILITÄTSMANAGEMENT ... 18
IV PROBLEMFELDER UND ZUKUNFTSPROGNOSEN ... 24
V FAZIT ... 26
LITERATUR ... 27
I Einführung
Angesichts der stetig wachsenden Nachfrage nach Mobilität und Verkehrsdienstleistungen der vergangenen Jahrzehnte und der parallel dazu verlaufenden einseitigen Präferenz für den motorisierten Individualverkehr auf der Straße, hat sich die Situation des Verkehrs in der Schweiz derart gewandelt, als dass sich am Horizont schon deutlich verdunkelte Wolken bemerkbar gemacht haben.
Die Ausrichtung des Verkehrssystems auf eine solide Zukunft von wirtschaftlicher Effizienz, gesellschaftlicher Akzeptanz und ökologischem Weitsicht ist für den eidgenössischen Bund genauso von Bedeutung wie für andere industrialisierte Staaten, besonders im Westen Europas, und stellt hierzu eine der sinnvollsten Gegenmaßnahmen dar.
In Zeiten von Globalisierung und damit wachsenden Belastungen für die Verkehrsinfrastruktur eines Landes und ihrer Städte und Gemeinden, von Klimawandel und der stärkeren Berücksichtigung ökologischer Folgen menschlichen Handelns und von durch Mobilität und Flexibilität gekennzeichneten Lifestyles erfährt das Konzept des Mobilitätsmanagements immer mehr begeisterte Interessenten und immer breitere Anwendung.
Um den Lösungsansatz ‚Mobilitätsmanagement’ besser verstehen und die Sinnhaftigkeit seiner Anwendung im Hinblick auf den öffentlichen Verkehr, insbesondere auf Bus und Bahn/Tram, kompetent beurteilen zu können, ist es wichtig, diesen Begriff in seiner ganzheitlichen Dimension hier aufzugreifen und im Anschluss auf die Kompatibilität für den schweizerischen Verkehrssektor anhand bereits bestehender Konzepte und Maßnahmen in diversen Schweizer Städten zu bewerten. Dabei soll eine Betrachtung des Verkehrssektors der Schweiz die strukturellen Gegebenheiten darlegen, bevor die Prinzipien, nach denen die einzelnen Mobilitätsmanagementkonzepte ausgerichtet sind, präsentiert werden. Anhand der konkreten Konzepte und der darin enthaltenen Maßnahmen und Dienstleistungen lässt sich eine Antwort auf die Frage nach dem Zukunftscharakter und der Nachhaltigkeit des Schweizer Mobilitätsmanagements belegen. Einbezogen werden in die Bewertungen sollten die Problemzonen sowie die allgemeine Zukunftsperspektive, um eine fundierte Aussage zu dieser Thematik treffen zu können. Aufgrund obiger Ausführungen entspricht der Inhalt dieser Seminararbeit ebenjener inhaltlichen Struktur.
II Mobilität und Mobilitätsmanagement
Mobilität ist definiert als „die Bewegung von Menschen in […] Räumen und/oder ihre räumlich-regionale Beweglichkeit […] [und als] Kennzeichen dynamischer Industriegesellschaften“ (aus: Meyers 2007) und stellt „eine wesentliche Grundlage des modernen Lebens“ (aus: Bern 2006, S. 14) dar. Die Mobilität gewann in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich an Bedeutung und durch die mannigfaltigen Arbeitsmodelle, Konsummuster und Lifestyles auch an Komplexität. Die neue Auswahl und das Freiheitsgefühl stehen jedoch den vielfältigen Umweltproblemen und negativen sozialen Effekten gegenüber. (Bern 2006, S. 14; Keller 2003, S. 8; Rallye21 o.J.; Zürich 2005b, S. 4) Da neben der genannten erhöhten Komplexität die bisherige Regierungspolitik und das Verhalten der Bürger hinsichtlich ihrer Mobilität zu den aktuellen Problemen der Verkehrsinfrastrukturüberlastung und der erhöhten Umweltbelastung geführt hat, hat sich seit den 90er Jahren ein neuer Ansatz zur Lösung dieser Thematik gebildet, der es sich zur Hauptaufgabe gemacht hat, Änderungen des Mobilitätsverhaltens der Verkehrsteilnehmer herbeizuführen. (Zürich 2007d, S. 1 - 3) Der Begriff der Nachhaltigkeit spielt hier eine gewichtige Rolle. Gemäß des Brundtland-Berichtes aus dem Jahr 1987 beschreibt er die Befriedigung aktueller Bedürfnisse unter Berücksichtigung der Voraussetzung, dass dadurch zukünftige Bedürfnisbefriedigung nicht unmöglich gemacht wird.
Selbst auf Ebene der Europäischen Ebene spielt das Thema Mobilitätsmanagement eine Rolle, wie die Konsortien ‚MOMENTUM’ und ‚MOSAIC’ beweisen, welche sich beide mit eben jener Thematik beschäftigen. (Bern 2006, S. 8; Zürich 2007d, S. 1, 2) Verschiedene Visionen sollen aus Sicht Brüssels damit gleichzeitig erreicht werden: Der „Schutz der Gesundheit des Menschen und seiner natürlichen Lebensgrundlage[, die] Erhaltung der sozialen Errungenschaften der Mobilität [sowie der] sparsame[…] Umgang mit öffentlichen [Finanz-]Mitteln [und die] Abstimmung auf die europäische Verkehrspolitik“ (aus: Bern 2006, S. 8). Mobilitätsmanagement wird dadurch immer mehr zu einer langfristigen und interdisziplinären Strategie der europäischen (und nationalen) Verkehrspolitik.
Das Tiefbauamt Zürich sieht ihr Mobilitätsmanagement als eines von zwei Kerndimensionen, um das Mobilitätsverhalten der Zürcher Bürger zu ändern. Neben dem Verkehrssystemmanagement, das sich eher auf die Bereiche der Infrastruktur, der Preispolitik und Rechtsprechung sowie der Telematik konzentriert, ist Mobilitätsmanagement als Gebiet der „weichen Faktoren“ anzusehen. Kennzeichnend sei diesen ihr Dienstleistungscharakter, der der Einflussnahme durch Informations- und Kommunikationssowie Organisations- und Koordinationsangeboten zugrunde liegt. (Zürich 2007d, S. 3) Auffällig ist hier, dass die Bürger bei der ersteren Dimension in jedem Fall von den Maßnahmen betroffen sein werden, während sie bei den Dienstleistungsangeboten eine Wahlmöglichkeit der Nutzung haben.
Basierend auf den Ausführungen der Studien der Europäischen Union, definiert die Stadt Bern Mobilitätsmanagement als Strategieansatz, der verschiedene „verkehrsmittelübergreifende Handlungskonzepte und Massnahmen mit Dienstleistungscharakter gegenüber den Verkehrsteilnehmenden […] [zusammenführt], die zum [gemeinsamen] Ziel haben, deren Mobilitätsverhalten zu beeinflussen bzw. nachhaltiger zu gestalten.“ (aus: Bern 2006, S. 8). Angereichert werden sollte diese Definition mit den Ausführungen der Zürcher Stadtverwaltung, es handele sich um einen „nachfrage-orientierte[n] Ansatz im Bereich des Personen- und Güterverkehrs, der neue Kooperation initiiert […]. Die Massnahmen basieren im Wesentlichen auf den Handlungsfeldern Information, Kommunikation, Organisation und Koordination und bedürfen eines Marketings.“ (aus: Zürich 2007d, S. 3) Das Basler Baudepartement hofft gar, das komplette Mobilitätsangebot des Kantons Basel-Stadt über diesen Ansatz zu steuern und zu optimieren. Die Anteile des Managements im Begriff des Mobilitätsmanagements sind hier insofern erkennbar, als sowohl planerische und informatorische als auch organisatorische und koordinative Komponenten in dem Ansatz enthalten sind. (Basel o.J. a; Bern 2006, S. 8, 19)
Um diesen Ansatz überhaupt in die Wirklichkeit umsetzen zu können, bedarf es eines leistungsfähigen Angebots im öffentlichen Personenverkehr und entsprechender öffentlicher Räume. Laut des Zürcher Tiefbauamts bedarf es „attraktive[r] Alternativen zum motorisierten Verkehr“ (aus: Zürich 2007d, S. 3), um den Ansatz in der Realität funktionieren zu lassen. Auch müssen gewisse rechtliche und strukturelle Vorbedingungen erfüllt sein. Zu denen gehören raumplanerische und verkehrspolitische Vorbereitungsmaßnahmen und -impulse auf den Stufen des Bundes, des betreffenden Kantons und der Region wie auch der Stadt. „Infrastrukturelle Anpassung und Verbesserung […] [und] ein Interessensausgleich aller Beteiligten und Betroffenen“ (aus: Bern 2006, S. 7) flankieren das Mobilitätsmanagement, so dass die dort angebotenen Informations- und Organisationsdienste auch greifen können. (Bern 2006, S. 7, 8)
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