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Termpaper, 2007, 37 Pages
Author: Thomas Wagner
Subject: Economics / Business, Miscellaneous
Details
Institution/College: University of Applied Sciences Constanze
Tags: Antriebe, Kraftstoffe, Zukunft, Automobilindustrie, Environment, Economics
Year: 2007
Pages: 37
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 25 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-07069-0
ISBN (Book): 978-3-638-95574-4
File size: 553 KB
Diese Semesterarbeit zählte zu den besten des Semesters.
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Abstract
Diese Arbeit setzt sich mit Antrieben und Kraftstoffen der Zukunft in der Automobilindustrie näher auseinander und versucht deutlich zu machen, inwiefern diese Technologien dafür geeignet sind, Schadstoffemissionen zu reduzieren und, unabhängig von den Erdölreserven, eine nachhaltige Energieversorgung im Verkehrswesen sicherzustellen.
Excerpt (computer-generated)
Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung Konstanz
Fachbereich Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
Studienrichtung: Betriebswirtschaft
Environmental Economics
7. Semester
Antriebe und Kraftstoffe der Zukunft
in der Automobilindustrie
Thomas Wagner
Antriebe und Kraftstoffe der Zukunft in der Automobilindustrie
Seite 2
Inhaltsverzeichnis
1. Problemstellung und Zielsetzung
3
2. Antriebe und Kraftstoffe der Zukunft in der Automobilindustrie
7
2.1.
Antriebe der Zukunft
8
2.1.1.
Brennstoffzelle als Antrieb der Zukunft
8
2.1.2.
Hybrid-Technologie als Antrieb der Zukunft
12
2.2.
Kraftstoffe der Zukunft
17
2.2.1.
Wasserstoff als Kraftstoff der Zukunft
17
2.2.2.
Bioethanol als Kraftstoff der Zukunft
22
2.2.3.
Autogas als Kraftstoff der Zukunft
25
3. Fazit und Ausblick
30
Anhang
4. Quellenverzeichnis
33
Antriebe und Kraftstoffe der Zukunft in der Automobilindustrie
Seite 3
1. Problemstellung und Zielsetzung
Die Globalisierung fordert heute von den Teilnehmern der globalen Marktwirtschaft eine nie
zuvor da gewesene Flexibilität und Mobilität. Der allgemeine Personen- und Güterverkehr
muss sich diesen Anforderungen stellen, was zur Folge hat, dass das Verkehrsaufkommen auf
den Straßen in den letzten Jahren stetig zugenommen hat. Allein in Deutschland ist die Zahl
der registrierten Personenkraftwagen im Jahre 2006 auf etwa 46,1 Mio. gestiegen
(www.adac.de). Wesentlich höhere Zuwachsraten als die in Deutschland, verzeichnen
bevölkerungsstarke Länder wie China und Indien, dessen Einwohner sich durch die
Einbeziehung in das internationale Wirtschaften zunehmend Mobilität, in Form von eigenen
Autos, leisten können und wollen (Brenner, www.buergerimstaat.de). Aufgrund dieser
Tatsache geht man davon aus, dass China bis zum Jahr 2020 den größten Fahrzeugmarkt der
Welt vorweisen können wird (Naunin, 2007, S. 65). Eine Untersuchung der Vereinten
Nationen hat sogar ergeben, dass sich der weltweite Fahrzeugbestand von etwa 800 Mio. im
Jahr 2000 auf circa 1,6 Mrd. Fahrzeuge im Jahr 2030 erhöhen wird (Naunin, 2007, S.118).
Die heutigen Verbrennungsmotoren dieser Kraftfahrzeuge beziehen ihre Energie größtenteils
aus Kraftstoffen, die aus Rohöl gewonnen werden. Um sich die Größenordnung des
erwähnten Energiebedarfes ungefähr vorstellen zu können, sei an dieser Stelle eingefügt, dass
alleine für den deutschen Verkehr im Jahr 2004 59 Mio. Tonnen Kraftstoffe, die bei der
Herstellung auf Erdöl basieren, verbraucht wurden1. Der Anteil des deutschen Straßen-
verkehrs daran, war mit 85 % sehr beachtlich (BMU, Erneuerbare Energien, 2006, S. 104).
Bei der Verbrennung von solchen fossilen Rohstoffen entstehen neben CO2-Emissionen auch
umwelt- und gesundheitsschädliche Rückstände wie Stickstoffoxide, Kohlenwasserstoffe,
Kohlenmonoxid und Rußpartikel (BMU, Aus Verantwortung für die Zukunft, 2007, S. 38).
Geht man nun, wie oben erwähnt, davon aus, dass der Fahrzeugverkehr in Zukunft drastisch
zunehmen wird, so kann man erahnen, welch großen Beitrag der Verkehr zur
Umweltverschmutzung und deren Folgen leistet und erst noch leisten wird. Das nachfolgende
Schaubild zeigt deutlich die beschriebene positive Korrelation zwischen dem Anstieg der
Primärenergie, der Bevölkerung und der CO2-Emissionen.
1 Der Verkehr ist nach den Haushalten der zweitgrößte Energieverbraucher der deutschen Volkswirtschaft.
(BMU, Erneuerbare Energien, 2006, S. 104)
Antriebe und Kraftstoffe der Zukunft in der Automobilindustrie
Seite 4
Abbildung 1: Entwicklung der globalen CO2-Emissionen
Entwicklung der globalen energiebedingten CO2-Emissionen seit 1870 und ihrer
Hauptursachen: Bevölkerungszuwachs und Verbrennung von Kohle, Mineralöl und Erdgas
Quelle: www.bmu.de
CO2-Emissionen werden für den Treibhauseffekt und somit für die globale Erderwärmung
verantwortlich gemacht. Ziel muss deshalb sein, diese Emissionen zu reduzieren. Dass das
Thema auch in der deutschen Bevölkerung Rückhalt findet, zeigen repräsentative Umfragen:
Demnach sprachen sich 45 % der Deutschen dafür aus, dass die Bundesregierung in Zukunft
verstärkt für eine deutliche Verringerung von klimaschädlichen Gasen sorgen soll. 59 % der
deutschen Bevölkerung fordert gar Maßnahmen für eine Substitution der Energieversorgung
mit Öl und Gas durch erneuerbare Energiequellen wie beispielsweise Sonnen-, Wind- und
Wasserkraft (BMU, Umweltbewusstsein in Deutschland, 2006, S. 24).
Aber nicht nur aus umweltpolitischen Gründen ist eine Abkehr vom Rohölverbrauch sinnvoll,
sondern auch wegen der Endlichkeit der weltweiten Erdölvorkommen. Gerade der Verkehr ist
von diesen fossilen Vorkommen in starkem Maße abhängig, existieren doch heute fast
ausschließlich Fahrzeuge mit Otto- und Dieselmotoren (Naunin, 2007, S. 66). Die hierfür
erforderlichen Benzin- und Dieselkraftstoffe haben sich zwar bisher als sehr energieeffektiv
und im Vergleich dazu als kostengünstige Energiequellen erwiesen. Doch mit den steigenden
Rohölpreisen in den letzten Jahren, die folglich aus den knapper werdenden Ressourcen
herrühren, und angesichts der Umweltproblematik treten zunehmend Überlegungen vom
Einsatz anderer wettbewerbsfähiger Antriebssysteme und Kraftstoffen in den Vordergrund
(Krüger, 1997, S. 13).
In dieser Arbeit möchte ich mich dieser Fragestellung, den Antrieben und Kraftstoffen der
Zukunft in der Automobilindustrie, näher zuwenden und herausfinden, inwiefern diese
Antriebe und Kraftstoffe der Zukunft in der Automobilindustrie
Seite 5
Technologien dafür geeignet sind, Schadstoffemissionen zu reduzieren und, unabhängig von
den Erdölreserven, eine nachhaltige Energieversorgung im Verkehrswesen sicherzustellen.
Hierbei ist der Automobilindustrie bei der Umsetzung eine einflussreiche Rolle zugewiesen,
da sie in bedeutender Art und Weise das Angebot an Kraftfahrzeugen mit sauberen
Technologien mitgestaltet. Dass die Automobilindustrie auf dem Weg zur Reduzierung von
straßenverkehrsbezogenen CO2-Emissionen schon erste Erfolge vorweisen kann, zeigt die
nachstehende Grafik des Verbandes der Automobilindustrie (VDA). Demnach nimmt der
CO2-Ausstoß seit dem Jahr 2000 kontinuierlich ab. Erreicht wurde dies überwiegend durch
Verbesserungen und Effizienzsteigerungen der Verbrennungsmotoren (Verminderung des
Kraftstoffverbrauchs). Auch für die Zukunft ist eine weitere Reduzierung prognostiziert.
Abbildung 2: CO2-Emissionen des Straßenverkehrs - Der Höhepunkt ist überschritten
Bis zum Jahr 2030 sollen die CO2-Emissionen in Deutschland nach Vorstellung des
VDA um weitere 20.000 Kilotonnen pro Jahr zurückgehen.
Quelle: www.vda.de
Diese weitere Reduzierung wird im Wesentlichen auf die Einbringung von neuen
Antriebssystemen und Kraftstoffen zurückzuführen sein. Dazu gehören Technologien wie
beispielsweise der Hybrid- oder Wasserstoffantrieb. Abbildung 3 zeigt die bestehenden
Möglichkeiten mit erfolgsversprechenden Aussichten auf. Gut erkennbar ist hier, dass von der
Automobilindustrie die Wasserstofflösung favorisiert wird und die anderen Technologien als
Zwischenlösungen angesehen werden. Auch das Bundesumweltministerium sieht dieses
Vorgehen ähnlich, welches aus der Abbildung 4 ersichtlich ist.
Antriebe und Kraftstoffe der Zukunft in der Automobilindustrie
Seite 6
Abbildung 3: Die Roadmap in der Antriebstechnologie
Links der Straße sind die Kraftstoffe, rechts davon die Antriebsarten angezeigt
Quelle: www.vda.de
Abbildung 4: Strategisches Gesamtkonzept der Kraftstoffstrategie
Quelle: www.bmu.de
In meiner Arbeit möchte ich allerdings nur auf folgende ausgewählte und vielversprechenden
Antriebe und Kraftstoffe der Zukunft eingehen: Brennstoffzelle, Hybrid-Technologie,
Wasserstoff, Bioethanol sowie Autogas. Das letztgenannte Thema werde ich intensiver
diskutieren, da ich mein Auto auf Flüssiggas umrüsten ließ und somit Erfahrungen mit dieser
Kraftstoffvariante einbringen kann. Des Weiteren bleibt darauf hinzuweisen, dass sich meine
Untersuchungen und Erkenntnisse lediglich auf Personenkraftwagen abgegrenzt (also weder
auf Nutzfahrzeuge noch auf öffentliche Verkehrmittel) beziehen.
Bei der Ausarbeitung der Themenstellung habe ich mich entschieden die beiden Antriebe
(Brennstoffzelle und Hybrid-Technologie) allgemein vorzustellen und die Vor- und Nachteile
dieser Varianten aufzuzeigen. Außerdem beleuchte ich kritisch deren Zukunftsfähigkeit.
Antriebe und Kraftstoffe der Zukunft in der Automobilindustrie
Seite 7
Bei den Ausformulierungen zu den Kraftstoffen hingegen, bin ich folgendermaßen
vorgegangen: Ich werde jeweils die Kraftstoffart und ihre Herkunft vorstellen. Danach gehe
ich auf die Aspekte ein, wie der Kraftstoff gewonnen wird und wo er ökonomisch sinnvoll
hergestellt werden kann. Zentrale Entscheidungskriterien über die Zukunftsfähigkeit der
Kraftstoffvarianten (Emissionen und Wirtschaftlichkeitsanalysen) folgen im Anschluss daran,
bevor ich abschließend die Vor- und Nachteile des Kraftstoffes in einem kritischen Fazit
abrunden werde.
Als Ergebnis meiner Analyse von Antrieben und Kraftstoffen der Zukunft in der
Automobilindustrie bin ich zu der Erkenntnis gelangt, dass meiner Meinung nach, hinsichtlich
der Umwelteinflüsse und Ressourcenaspekte, kein Antrieb und kein Kraftstoff für sich alleine
die Zukunftstechnologie sein wird. Vielmehr bin ich davon überzeugt, dass die
Hybridtechnologie, in Verbindung mit Bremsenergierückgewinnung und die Einspeisung der
Rollenergie bei Bergabfahrten zusammen mit einem optimalen Kraftstoff auf biogener Basis
und einer optimierten Fahrzeugform, aus ökonomischen und ökologischen Gesichtspunkten
heraus, die beste Wahl darstellen und sich auf dem globalen Markt durchsetzen wird.
2. Antriebe und Kraftstoffe der Zukunft in der Automobilindustrie
Bevor hier nun die Antriebe und Kraftstoffe der Zukunft vorgestellt werden, muss zum
besseren Verständnis erst geklärt werden, worin sich Antriebe und Kraftstoffe voneinander
unterscheiden.
Ein Antrieb wandelt die Energie, die aus externen Energiespeichern kommt, in mechanische
Bewegungen um und ist die Technologie für den Betrieb eines Motors. Als Beispiel kann man
hier den typischen Verbrennungsmotor nennen, aber auch die Hybrid-Technologie fällt unter
diesen Begriff.
Ein Kraftstoff hingegen ist die Energiequelle, die den Antrieb speist. Beispiele hierfür sind
Benzin, Flüssiggas, Erdgas oder auch Wasserstoff.
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