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Scholary Paper (Seminar), 2007, 14 Pages
Author: B.A. Anita Rückert
Subject: Law - Civil / Private / Industrial / Labour
Details
Institution/College: University of Hamburg (Department Wirtschaft und Politik, Fachgebiet Rechtswissenschaften)
Tags: Wann, Kundenwünsche, Besetzung, Stelle, Männern, Frauen, Gender, Recht, Arbeitsrecht
Year: 2007
Pages: 14
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 5 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-04461-5
ISBN (Book): 978-3-638-94111-2
File size: 116 KB
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Abstract
Am 18.08.2006 trat das neue AGG in Kraft, welches die alten Bestimmungen der §§ 611 a und b, 612 BGB zur Diskriminierung außer Kraft setzte. Ziel dieses Gesetzes ist es nach § 1 AGG, Benachteiligungen aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität zu verhindern oder zu beseitigen. In dieser Arbeit sollen die Rechtfertigungsgründe des AGG erörtert werden, die eine geschlechtsspezifische Stellenbesetzung infolge von Kundenwünschen begründen können. Die §§ 611 a und b BGB (Geschlechtsbezogene Benachteiligung und Arbeitsplatzausschreibung) sind mit dem AGG außer Kraft getreten. Die umfangreiche Rechtsprechung kann jedoch auch zukünftig als Auslegungshilfe für die teilweise inhaltsgleichen Regelungen des AGG herangezogen werden.1 Bei der unmittelbaren und der mittelbarem Benachteiligung i.S.d. § 3 AGG ist eine Rechtfertigung der Benachteiligung möglich. Bezüglich des Geschlechts greifen jedoch nur § 8 I AGG - Zulässige unterschiedliche Benachteiligung wegen beruflicher Anforderung - oder die zulässige unterschiedliche Behandlung wegen einer positiven Maßnahme nach § 5 AGG. Eine unterschiedliche Behandlung wegen eines des in § 1 AGG genannten Grundes ist zulässig, wenn dieser Grund wegen der Art der auszuübenden Tätigkeit oder der Bedingungen ihrer Ausübung eine wesentliche und entscheidende berufliche Anforderung darstellt, sofern der Zweck rechtmäßig und die Anforderungen angemessen sind. § 8 I AGG setzt somit Art. 4 Abs. 1 der Richtlinien 2000/43/EG2 und 2000/78/EG3 und Art. 2 Abs. 6 der Richtlinie 76/207/EWG4 um. Nach dem EuGH ist der Rechtfertigungsgrund eng auszulegen und unter Beachtung des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit anzuwenden.5 Zwar können Unternehmer im Rahmen der freien unternehmerischen Entscheidung festlegen, welche Anforderungen bzw. Qualifikationen für bestimmte Stellen gefordert werden und somit auch auf die Kundenwünsche eingehen, jedoch müssen auch diese Anforderungen wesentliche und entscheidende Kriterien für die Tätigkeit darstellen.
Excerpt (computer-generated)
Universität Hamburg
Department Wirtschaft und Politik
Fachgebiet Rechtswissenschaften
Gender & Recht I: Arbeitsrecht WS07
Wann dürfen Kundenwünsche und -vorbehalte zur Besetzung einer
Stelle nur mit Männern oder Frauen führen?
von
Anita Rückert
Referat vom 22.11.2007
Ausarbeitung als Hausarbeit
Abgabe bis 08.02.2008
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Rechtfertigungsgründe 1
2.1. Zulässige unterschiedliche Behandlung wegen beruflicher
Anforderungen nach § 8 AGG 1
2.2. Positive Maßnahmen nach § 5 AGG 5
2.3. Beispiele zulässiger unterschiedlicher Behandlung 5
3. Fazit 10
4. Literaturverzeichnis 11
II
1. Einleitung
Am 18.08.2006 trat das neue AGG in Kraft, welches die alten Bestimmungen der §§
611 a und b, 612 BGB zur Diskriminierung außer Kraft setzte. Ziel dieses Gesetzes
ist es nach § 1 AGG, Benachteiligungen aus Gründen der Rasse oder wegen der
ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Be-
hinderung, des Alters oder der sexuel en Identität zu verhindern oder zu beseitigen.
In dieser Arbeit sol en die Rechtfertigungsgründe des AGG erörtert werden, die eine
geschlechtsspezifische Stel enbesetzung infolge von Kundenwünschen begründen
können.
2. Rechtfertigungsgründe
Die §§ 611 a und b BGB (Geschlechtsbezogene Benachteiligung und Arbeitsplatz-
ausschreibung) sind mit dem AGG außer Kraft getreten. Die umfangreiche Recht-
sprechung kann jedoch auch zukünftig als Auslegungshilfe für die teilweise inhalts-
gleichen Regelungen des AGG herangezogen werden.1
Bei der unmittelbaren und der mittelbarem Benachteiligung i.S.d. § 3 AGG ist eine
Rechtfertigung der Benachteiligung möglich. Bezüglich des Geschlechts greifen je-
doch nur § 8 I AGG - Zulässige unterschiedliche Benachteiligung wegen beruflicher
Anforderung - oder die zulässige unterschiedliche Behandlung wegen einer positiven
Maßnahme nach § 5 AGG.
2.1. Zulässige unterschiedliche Behandlung wegen beruflicher Anforderun-
gen nach § 8 AGG
Eine unterschiedliche Behandlung wegen eines des in § 1 AGG genannten Grundes
ist zulässig, wenn dieser Grund wegen der Art der auszuübenden Tätigkeit oder der
Bedingungen ihrer Ausübung eine wesentliche und entscheidende berufliche Anfor-
derung darstellt, sofern der Zweck rechtmäßig und die Anforderungen angemessen
sind.
§ 8 I AGG setzt somit Art. 4 Abs. 1 der Richtlinien 2000/43/EG2 und 2000/78/EG3 und
Art. 2 Abs. 6 der Richtlinie 76/207/EWG4 um.
1 Roesner, Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz, S. 8
2 LuchK/Anhang, S. 361 ff.
3 LuchK/Anhang, S. 374 ff.
4 LuchK/Anhang, S. 393 ff.
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