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Diploma Thesis, 2007, 112 Pages
Author: Alexander Lindenbach
Subject: Economics / Business: Supply, Production, Logistics
Details
Tags: Analyse, Lead-Buyer-Konzepten, Adaption, Krankenhausmarkt
Year: 2007
Pages: 112
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 100 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-04254-3
ISBN (Book): 978-3-640-20841-8
File size: 742 KB
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Abstract
„Milliardengrab Einkauf“ - die meisten Unternehmen verschenken bei der Beschaffung enorme Summen und merken es oft nicht einmal. Der bislang überwiegend operativ agierende Bereich, in dem die Sicherung der Bedarfsdeckung und Versorgung des Unternehmens mit erforderlichen Gütern und Dienstleistungen im Mittelpunkt steht, entwickelt sich zu einer gewinn- und wettbewerbsentscheidenden Unternehmensfunktion (Müller 2004: S. 54 f.). Dabei ist nicht erst seit Erwin Grochla betriebswirtschaftlich und unternehmenstheoretisch anerkannt, dass über das zugekaufte Material (mit einbezogen alle Leistungen, die von außen im Unternehmen benötigt werden) die Kosten und der Gewinn unmittelbar und bilanzwirksam beeinflussbar sind (Grochla 1977: S. 181 f.). Die zunehmende Produktvielfalt, immer kürzer werdende Innovationszyklen, steigender Wettbewerbs- und Kostendruck sind seit vielen Jahren die prägenden Umfeldentwicklungen für Unternehmen. Qualitativ hochwertige Produkte und Dienstleistungen sind innerhalb kürzester Zeit zur Verfügung zu stellen, um den hohen Anforderungen der Kunden gerecht zu werden. Um nachhaltig Wettbewerbsvorteile aufzubauen und zu verteidigen, konzentrieren sich Unternehmen einerseits auf ihre Kernkompetenzen und nutzen anderseits die Kernkompetenzen der Lieferanten. Viele Unternehmen reduzierten ihre Wertschöpfungstiefen auf unter 50 Prozent. Hinzugekaufte Materialien, Waren und Dienstleistungen machen heute oft über 50 Prozent des Umsatzes aus. Mit der Folge, dass der Einkauf einen immer größeren Einfluss auf das Unternehmensergebnis (Hebelwirkung der Beschaffung) hat (Monczka, Trent 1998a: S. 2 ff. und Chapman et al. 1997: S. 31 f.).
Excerpt (computer-generated)
Freie wissenschaftliche Arbeit zur Erlangung
des Grades eines Diplom-Kaufmanns
an der Technischen Universität Berlin
Analyse von Lead-Buyer-Konzepten zur Adaption auf den
deutschen Krankenhausmarkt
Fakultät VIII Wirtschaft und Management
Institut für Technologie und Management
Lehrgebiet: Management im Gesundheitswesen
Alexander
Lindenbach
Berlin, den 24.05.2007
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis I
Abbildungsverzeichnis II
Tabellenverzeichnis III
Abkürzungsverzeichnis IV
1
Einführung 1
1.1
Einleitung und Problemstellung 1
1.2
Zielsetzung und Aufbau der Arbeit 4
1.3
Theoretische Grundlagen der Beschaffung und Organisation 5
1.3.1 Begriffsbestimmung der Beschaffung und Organisation 5
1.3.2 Beschaffungsstrategien zur Umsetzung von Einkaufszielen 9
1.3.3 Gestaltungsdimensionen
der
Beschaffungsorganisation 12
2
Lead-Buyer-Konzepte in Unternehmen 20
2.1 Umfeldanalyse
der
Beschaffungsorganisation 20
2.2 Die
DaimlerChrysler
AG 29
2.2.1 Die Organisation der DaimlerChrysler AG 29
2.2.2 Das Lead-Buyer-Konzept der DaimlerChrysler AG 30
2.3
Die Bayer AG 40
2.3.1 Die Organisation der Bayer AG 40
2.3.2 Das Lead-Buyer-Konzept der Bayer AG 42
2.4
Die ThyssenKrupp AG 49
2.4.1 Die Organisation der ThyssenKrupp AG 49
2.4.2 Das
Lead-Buyer-Konzept
der ThyssenKrupp AG 50
2.5 Zusammenfassende
Ergebnisse 58
3
Adaption des Lead-Buyer-Konzepts auf den deutschen
Krankenhausmarkt 62
3.1 Der
Krankenhausmarkt in Deutschland 62
3.2
Probleme in der Klinikbeschaffung 72
3.3
Darstellung eines Lead-Buyer-Konzepts für den deutschen
Krankenhausmarkt 75
4
Zusammenfassung und Ausblick 87
Literaturverzeichnis 93
Anhang 106
I
Abbildungsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Operative und strategische Beschaffungsaufgaben 6
Abbildung 2: Herleitung der Definition der Beschaffungsorganisation 8
Abbildung 3: Der strategische Planungsprozess in der Beschaffung 11
Abbildung 4: Gestaltungsparameter der Beschaffungsorganisation 12
Abbildung 5: Die Nettoumsatzrenditen im Ländervergleich 21
Abbildung 6: Entwicklung der Weltmarktpreise für Rohöl und Eisenerz 24
Abbildung 7: Das Umfeld der Beschaffungsorganisation 28
Abbildung 8: Das Geschäftsportfolio der DaimlerChrysler AG 29
Abbildung 9: Die Einkaufsorganisation der DaimlerChrysler AG 31
Abbildung 10: Die Einkaufsorganisation IPS der DaimlerChrysler AG 32
Abbildung 11: Materialgruppenzuordnung zu Governance-Modellen 34
Abbildung 12: Aufgabenverteilung in der Beschaffungsorganisation der 37
Abbildung 13: Gültigkeit der Governance-Modelle 38
Abbildung 14: Die Rahmenstruktur der Bayer AG 41
Abbildung 15: Die Organisation der Bayer Community 42
Abbildung 16: Synergistisches Beschaffungsvolumen der Bayer AG 44
Abbildung 17: Die Gesamtorganisation der ThyssenKrupp AG 49
Abbildung 18: Die Beschaffungsorganisation der ThyssenKrupp AG 51
Abbildung 19: Das Lead-Buyer-Konzept der ThyssenKrupp AG 54
Abbildung 20: Der Zentralisierungsgrad in Abhängigkeit von der
Wertschöpfungshöhe 59
Abbildung 21: Aufhebung des Spannungsfeldes in der Beschaffungsorganisation 61
Abbildung 22: Einflussbereiche des deutschen Krankenhausmarktes 62
Abbildung 23: Bevölkerungsentwicklung der über 65-Jährigen bis 2050 63
Abbildung 24: Entwicklung der Investitionsquote im deutschen Krankenhausmarkt ... 65
Abbildung 25: Die Entwicklung der aufgestellten Computertomografie- und
Magnetresonanztomografiegeräte in Deutschland von 1992 bis 2004... 68
Abbildung 26: Kosten-Erlös-Schere im Krankenhaus 72
Abbildung 27: Beispiel eines Materialgruppenportfolios in der Klinikbeschaffung 78
Abbildung 28: Darstellung des Lead-Buyer-Konzepts für eine Klinikkette 82
Abbildung 29: Crossfunktionale Bedarfsgruppenteams in einer Klinikkette 84
II
Tabellenverzeichnis
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Die Entwicklung der Organisationsstruktur in der Beschaffung von 1987
2003 59
Tabelle 2: Die bundesweite Entwicklung der Anzahl der Krankenhäuser nach der
Trägerschaft von 1992 bis 2004 67
Tabelle 3: Beispiele für Materialgruppen in der Klinikbeschaffung 78
III
Abkürzungsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis
Abb.
Abbildung
AG
Aktiengesellschaft
Aufl.
Auflage
BME
Bundesverband für Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V.
bspw.
beispielsweise
bzw. beziehungsweise
CAPS
Center for Advanced Purchasing Studies
d. h.
das heißt
etc. et
cetera
et al.
et alii
e. V.
eingetragener Verein
f., ff.
folgende, fortfolgende
i. d. R.
in der Regel
GmbH
Gesellschaft mit beschränkter Haftung
OHG Offene
Handelsgesellschaft
Hrsg. Herausgeber
s. o.
siehe oben
S. Seite
u. a.
und andere, unter anderem
z. B.
zum Beispiel
IV
Einführung
1 Einführung
1.1 Einleitung und Problemstellung
,,Milliardengrab Einkauf" - die meisten Unternehmen verschenken bei der Beschaffung
enorme Summen und merken es oft nicht einmal. Der bislang überwiegend operativ
agierende Bereich, in dem die Sicherung der Bedarfsdeckung und Versorgung des
Unternehmens mit erforderlichen Gütern und Dienstleistungen im Mittelpunkt steht,
entwickelt sich zu einer gewinn- und wettbewerbsentscheidenden Unternehmens-
funktion (Müller 2004: S. 54 f.). Dabei ist nicht erst seit Erwin Grochla
betriebswirtschaftlich und unternehmenstheoretisch anerkannt, dass über das zugekaufte
Material (mit einbezogen alle Leistungen, die von außen im Unternehmen benötigt
werden) die Kosten und der Gewinn unmittelbar und bilanzwirksam beeinflussbar sind
(Grochla 1977: S. 181 f.). Die zunehmende Produktvielfalt, immer kürzer werdende
Innovationszyklen, steigender Wettbewerbs- und Kostendruck sind seit vielen Jahren
die prägenden Umfeldentwicklungen für Unternehmen. Qualitativ hochwertige
Produkte und Dienstleistungen sind innerhalb kürzester Zeit zur Verfügung zu stellen,
um den hohen Anforderungen der Kunden gerecht zu werden. Um nachhaltig
Wettbewerbsvorteile aufzubauen und zu verteidigen, konzentrieren sich Unternehmen
einerseits auf ihre Kernkompetenzen und nutzen anderseits die Kernkompetenzen der
Lieferanten. Viele Unternehmen reduzierten ihre Wertschöpfungstiefen auf unter 50
Prozent. Hinzugekaufte Materialien, Waren und Dienstleistungen machen heute oft über
50 Prozent des Umsatzes aus. Mit der Folge, dass der Einkauf einen immer größeren
Einfluss auf das Unternehmensergebnis (Hebelwirkung der Beschaffung) hat (Monczka,
Trent 1998a: S. 2 ff. und Chapman et al. 1997: S. 31 f.).
Dieser Trend, die Fertigungstiefe zu reduzieren, wird weiter anhalten und der Anteil der
Eigenproduktion in den nächsten fünf Jahren zwischen 15 und 25 Prozent bei den
Unternehmen liegen, prognostiziert Professor Christopher Jahns, Leiter des Supply
Institute an der European Business School (Müller 2004: S. 56.) Die Beschaffung galt
dabei in der Industrie lange Zeit als das ungeliebte Stiefkind des Managements und
fristete ein Mauerblümchendasein. Die Qualifikation der Mitarbeiter war mäßig, das
Ansehen der Mitarbeiter gering und die Stellung in der Gesamtorganisation schwach.
Erst das radikale und nicht unumstrittene Auftreten des Spaniers Jose Ignacio Lopez de
Arriortua gegenüber den Zulieferern von zunächst General Motors und anschließend
1
Einführung
von Volkswagen verhalf dem Einkauf zu mehr Beachtung, da plötzlich erhebliche
Einsparpotenziale sichtbar wurden. Lopez und viele Nachahmer legten damit
unbeabsichtigt den Grundstein für den Bedeutungszuwachs der Beschaffungsfunktion.
In der Industrie wird die Beschaffung als eine erfolgskritische Kernfunktion im
Unternehmen heute anerkannt. (Padberg, Da-Cruz 2006: S. 279). In vielen
Unternehmen wurden organisatorische Veränderungen in der Beschaffung von den
Unternehmensleitungen eingeleitet. Die in den 80er und 90er Jahren sehr zentralen
Einkaufsorganisationen wurden stärker dezentral ausgerichtet (Rozemeijer 2000: S. 13
f.). Diese Ausrichtung der Beschaffungsorganisationen führte dazu, dass einzelne
Geschäftsbereiche oder Tochtergesellschaften selbstständig einkauften und einheitliche
Ausschreibungen für das gesamte Unternehmen eine Seltenheit wurden. Unzählige
Lieferanten und variierende Konditionen beim Einkauf gleicher Materialgruppen im
Unternehmen waren die Folgen (Müller 2004: S. 56).
Die Koordination der organisationsübergreifenden Beschaffungsaktivitäten zur Nutzung
unternehmensweiter Synergien, z. B. durch Bündelung des Einkaufsvolumens, den
Einsatz von Standardteilen und die Reduzierung der Anzahl der Lieferanten, spielte
deshalb eine zunehmend wichtigere Rolle. Ein Einkaufsmanagement, das über
verschiedene Organisationseinheiten und Standorte hinweg einer Zersplitterung der
Nachfragemacht und der Einkaufskompetenzen entgegenwirkt, musste aktiv organisiert
werden. Nur so sind die Probleme eines wenig koordinierten Einkaufs, z. B. die
Verfolgung unterschiedlicher Strategien und Vorgehensweisen, unterschiedliche Preise
bei der Beschaffung der gleichen Materialgruppe und die oft ausufernde Produktvielfalt
durch fehlende Standardisierungen im Unternehmen, zu lösen (Boutellier, Zagler 2000:
S. 7 f.). Die Implementierung eines organisationsübergreifenden Materialgruppen-
managementkonzeptes, einer Organisationsform der Beschaffung, bei der die
strategischen und operativen Einkaufsentscheidungen in Bezug auf festgelegte
Materialgruppen über die gesamte Organisation abgestimmt werden, wurde immer
wichtiger (Kleinaltenkamp 2003: S. 167).
Im deutschen Krankenhausmarkt wächst angesichts des zunehmenden Kostendrucks
durch steigende Personal- und Sachkosten, den verstärkten Technikeinsatz, den
steigenden Patientenanforderungen an die Qualität der medizinischen Versorgung, den
Herausforderungen der demografischen Entwicklung, den ständigen Veränderungen der
2
Einführung
politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen die Erkenntnis, dass
organisatorische Veränderungen in der Krankenhausbeschaffung zur
Professionalisierung des Beschaffungsmanagements immer wichtiger werden.
Weitreichende organisatorische Veränderungen in der Beschaffung sind von dem
Krankenhausmanagement in diesem sich durch gesetzgeberische Interventions-
bereitschaft auszeichnenden Sektor auf den Weg zu bringen. Der heute oft
abwicklungsorientierte Krankenhauseinkauf ist zu einer professionell integrierten
Einkaufsorganisation, in der die Vorteile der zentralen und dezentralen Beschaffung
ausgenutzt werden, weiterzuentwickeln. Im fachkompetenten Dialog zwischen
Einkäufern, Anwendern (Ärzten, Pflegern, Medizintechnikern etc.) und Lieferanten ist
eine kostenoptimale, qualitativ hochwertige Versorgung aller Bedarfsträger zu
gewährleisteten. Krankenhäuser werden langfristig in diesem dynamischen, von
vielfältigen Herausforderungen geprägten deutschen Krankenhausmarkt eine qualitativ
hochwertige Versorgung nur sicherstellen können, wenn sie mit dem vorgegebenen
Vergütungsrahmen der auf Fallpauschalen basierenden Erlösbudgets auskommen
(Eichhorn, Greiling 2002: S. 36 f. und Padberg, Da-Cruz 2006: S. 279).
Bis zum Ende der 90er Jahre spielte dabei die Beschaffung eine untergeordnete Rolle.
Dies verwundert nicht, da in Zeiten des Selbstkostendeckungsprinzips die Sachkosten
nicht oder nur teilweise im Fokus des Klinikmanagements standen. Durch immer enger
werdende Budgets, z. B. durch die Reduzierung der Mindererlösausgleiche und
beschränkte Budgetsteigerungsraten, wird es für Krankenhäuser zunehmend wichtiger,
bei den Sachkosten, die etwa 21,5 Milliarden Euro im deutschen Krankenhausmarkt im
Jahr 2004 ausmachten (etwa ein Drittel der Gesamtkosten im deutschen
Krankenhausmarkt 2004), Einsparpotenziale zu identifizieren und zu nutzen. Dabei sind
vor allem neben der Bündelung von Material, Produktstandardisierungen und die
Erhöhung der Verhandlungsexzellenz der Aufgabenträger in der
Krankenhausbeschaffung die entscheidenden Hebel zur Minimierung der Sachkosten
(Padberg, Da-Cruz 2006: S. 268 f. und Hahn et al. 2002: S. 15).
3
Einführung
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
Zielsetzung dieser Arbeit ist es, die Beschaffungsorganisationen von ausgewählten
Unternehmen mit integriertem Lead-Buyer-Konzept zu analysieren und einen
Vorschlag für die Organisation der Beschaffung in einer deutschen Klinikkette zu
erarbeiten. Dabei stehen die folgenden Ausgangsfragen im Mittelpunkt der Betrachtung:
· Wie gestalten erfolgreiche Unternehmen ihre Beschaffungsorganisation mit
integriertem Lead-Buyer-Konzept, um die Herausforderungen des
Marktumfeldes zu bewältigen?
· Was sind die wesentlichen Merkmale und Vorteile dieser
Beschaffungsorganisation?
· Was sind die zentralen Herausforderungen und Probleme für Krankenhäuser in
der Beschaffung im deutschen Krankenhausmarkt?
· Wie kann das Lead-Buyer-Konzept auf eine deutsche Krankenhauskette
adaptiert werden?
· Was sind die wesentlichen Voraussetzungen und Probleme bei der Adaption des
Lead-Buyer-Konzepts auf eine deutsche Krankenhauskette?
Ausgehend von diesen Fragestellungen gliedert sich die Arbeit in drei Hauptkapitel. Im
ersten Kapitel wird neben den theoretischen Grundlagen der Beschaffung und
Organisation der strategische Managementprozess der Beschaffung vorgestellt. Darüber
hinaus werden die wesentlichen Gestaltungsdimensionen der Beschaffungsorganisation
erläutert. Im zweiten Kapitel werden die wesentlichen Umfeldentwicklungen und die
damit verbundenen Herausforderungen der analysierten Unternehmen herausgearbeitet.
Im Anschluss daran werden ausgehend von der Gesamtorganisation der Unternehmen
die Einkaufsorganisationen mit integriertem Lead-Buyer-Konzept analysiert und
wesentliche Erkenntnisse zusammengefasst. Im letzten Kapitel wird nach der
Betrachtung des deutschen Krankenhausmarktes auf einzelne Problemfelder der
Beschaffung im Krankenhaus eingegangen. Abschließend wird auf der Grundlage der
gewonnenen Erkenntnisse der Industrieanalysen ein möglicher Gestaltungsvorschlag für
4
Einführung
die Organisation der Krankenhausbeschaffung mit integriertem Lead-Buyer-Konzept in
einer deutschen Klinikkette erarbeitet.
1.3
Theoretische Grundlagen der Beschaffung und
Organisation
1.3.1 Begriffsbestimmung der Beschaffung und Organisation
In der Einleitung wurde auf die größer werdende Bedeutung der Beschaffung und die
Wichtigkeit der Koordination von Beschaffungsaufgaben unternehmensübergreifend
hingewiesen. Da das Lead-Buyer-Konzept in die Beschaffungsorganisation integriert
ist, wird im folgenden Kapitel die Beschaffung, die Organisation sowie der daraus
abgeleitete Begriff der Beschaffungsorganisation definiert. In der Literatur finden sich
vielfältige Definitionen der Beschaffung. Nach Arnold ist die Beschaffung ein
wesentlicher Bestandteil des Wertschöpfungssystems der Unternehmung. Im Fokus
steht die Bereitstellung von Sachgütern, Dienstleistungen, Energie, Rechten,
Informationen und Kombinationen dieser Güterarten (Arnold 2007: S. 13). Fieten
versteht unter Beschaffung ,,alle diejenigen Aktivitäten, die darauf gerichtet sind, den
Bedarfsträgern in der Unternehmung die von diesen benötigten, nicht von der
Unternehmung selbst produzierten Verbrauchsgüter (Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe,
Kaufteile sowie Energie), Gebrauchsgüter (Anlagen, Werkzeuge) sowie
Dienstleistungen, z. B. Transport- und Bauleistungen aus den Beschaffungsmärkten,
verfügbar zu machen" (Fieten 1992: S. 340).
Kaufmann, der die Entwicklung der Beschaffung und die Definition des
Beschaffungsbegriffes im deutsch- und englischsprachigen Raum untersucht hat,
definiert Beschaffung als ,,all processes of supplying the company with direct and
indirect materials, services, rights, machinery and equipment from sources externel to
the organization, aimed at contributing to the achievement of sustainable competive
advantages" (Kaufmann 1999: S. 12). Auf eine Differenzierung zwischen Einkaufs- und
Beschaffungsbergriff wird in dieser Arbeit verzichtet, da in der täglichen Arbeit im
Einkauf beide Begriffe synonym verwendet werden (Monczka et al. 1998: S. 4). In der
weiteren Arbeit dienen die Definitionen von Arnold und Kaufmann als Grundlage.
Ausgehend von diesen Definitionen wird im deutschsprachigen Raum eine Zweiteilung
des Beschaffungsbegriffes in strategische und operative Beschaffung vorgenommen.
5
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