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Feuchtbodensiedlungen in Schleswig-Holstein am Beispiel der Feuchtbodensiedlunge... close

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Feuchtbodensiedlungen in Schleswig-Holstein am Beispiel der Feuchtbodensiedlungen am Heidmoor und des Oldenburger Grabens

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2006, 35 Pages
Author: Hilthart Pedersen
Subject: Archaeology

Details

Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2006
Pages: 35
Bibliography: ~ 24  Entries
Language: German
Archive No.: V90341
ISBN (E-book): 978-3-638-05261-0
ISBN (Book): 978-3-638-94560-8
File size: 5352 KB

Abstract

In Schleswig-Holstein sind nur einige wenige Feuchtbodensiedlungen nachzuweisen. Alle sind im Zeitraum des Neolithikums und befinden sich an der oberen Trave und in der Niederung des Oldenburger Grabens. Durch Schwabedissen sind jedoch z.B. Heidmoor (LA 246) und Wolkenwehe nicht ausreichend dokumentiert worden. Trotzdem werde ich mein Hauptgewicht hier in Auseinadersetzung mit Feuchtbodensiedlungen auf das Heidmoor in Verbindung mit Wolkenwehe liegen (wo hier übrigens bisher gar keine Publikation vorliegt). Dazu wird im Vergleich eine moderne Grabung durch das Landesamt für Archäologie in Schleswig-Holstein im Bereich der Oldenburger Niederung Wangels LA 505 untersucht.


Excerpt (computer-generated)

Christian ­ Albrechts - Universität zu Kiel

Institut für Ur- und Frühgeschichte

Hauptseminar: Feuchtbodensiedlungen

Thema: Feuchtbodensiedlungen in Schleswig-Holstein

Referent: Hilthart Pedersen






Feuchtbodensiedlungen in Schleswig-Holstein


Feuchtbodensiedlungen in Schleswig-Holstein

Feuchtbodensiedlungen in Schleswig-Holstein

Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2

2. GEOGRAPHISCHE UND GEOLOGISCHE AUSGANGSBEDINGUNGEN

2

2.1 Prähistorische Umwelt

2

3. FORSCHUNGSGESCHICHTE ZU HEIDMOOR LA 246

3

3.1 Chronologie und kulturelle Zugehörigkeit

5

3.2 Verbreitung und Häufigkeit

5

4. FUNDSTELLEN UND SIEDLUNGEN

5

4.1 Heidmoor

5

4.1.1Lage

5

4.1.2 Befunde und Stratigraphie

6

4.1.3 Funde

6

4.1.4 Bedeutung und Interpretation

9

4.1.5 Probleme

10

4.2 Oldenburg-Dannau LA 196

10

4.2.1 Lage

10

4.2.2 Befunde und Stratigraphie

11

4.2.3

Funde

11

4.2.4 Wirtschaftsweise

12

4.2.5 Bedeutung und Interpretation

12

4.3

Wangels LA 505

12

4.3.1 Lage

12

4.3.2 Befunde und Stratigraphie

13

4.3.3

Funde

13

4.3.4 Wirtschaftsweise

14

4.3.5 Bedeutung und Interpretation

15

4.4

Oldesloe Wolkenwehe

15

4.4.1 Lage

15

4.4.2 Befunde und Stratigraphie

15

4.4.3 Funde

15

4.4.4

Bedeutung und Interpretation

15

5. ZUSAMMENFASSUNG

16

ABBILDUNGEN

17

7. LITERATUR

32

1


Feuchtbodensiedlungen in Schleswig-Holstein

1. Einleitung

In Schleswig-Holstein sind nur einige wenige Feuchtbodensiedlungen nachzuweisen. Alle

sind im Zeitraum des Neolithikums und befinden sich an der oberen Trave und in der Niede-

rung des Oldenburger Grabens. Durch Schwabedissen sind jedoch z.B. Heidmoor (LA 246)

und Wolkenwehe nicht ausreichend dokumentiert worden. Trotzdem werde ich mein Haupt-

gewicht hier in Auseinadersetzung mit Feuchtbodensiedlungen auf das Heidmoor in Verbin-

dung mit Wolkenwehe liegen (wo hier übrigens gar keine Publikation vorliegt). Dazu werde

ich im Vergleich eine moderne Grabung durch das Landesamt für Archäologie in Schleswig-

Holstein im Bereich der Oldenburger Niederung Wangels LA 505 untersuchen.

2. Geographische und geologische Ausgangsbedingungen

Die Fundstelle Heidmoor/Seedorf liegt in einem ehemaligen Moorgebiet nahe der heute be-

gradigten Trave. Die Fundstelle insgesamt liegt in der Niederung des Travedurchflusses wo

zu beiden Seiten nach einigen hundert Metern der Boden sich wieder erhebt also Moränen

sich an das Gebiet anschließen (SCHWABEDISSEN 1958, 32; CLAUSEN U. A. 1997, 418).

2.1 Prähistorische Umwelt

Infolge der durch Schütrumpf durchgeführten Pollenanalysen kann die Umwelt hier im atlan-

tischen und präborialen Bereich rekonstruiert werden (SCHÜTRUMPF, R. 1954). So wurden

Pollenprofile an den Stichwänden der der Ausgrabung in Handstücken entnommen. So sind

die Profile VII und VIII relevant für die Ausgrabung. Das Profil VII setzt sich zuoberst aus

Bruchwaldtorf, ab 60 cm Tiefe folgt die Schicht mit Seggentorf und darauf der Schilftorf, und

wiederum abgelöst durch Seggentorf mit darauf folgernder Grobdetritusgyttja (Schütrumpf, R

1954: 194f.). So ist eindeutig dieser Flachmoortorf zur Zeit des Neolithikums von den Men-

schen benutzt und bewohnt worden. So ermöglichten periodischere trockenere Phasen eine

Besiedlung.

Alle drei Kulturschichten liegen an den Profilentnahmestellen und sind durch fundfreie

Schichten voneinander getrennt (SCHÜTRUMPF, R. 1954, 195).

2


Feuchtbodensiedlungen in Schleswig-Holstein

Zur neolithischen Vegetation der Fundstelle des Heidmoores:

Die beiden Pollendiagramme aus den Profielen VII und VIII beginnen beide mit einer Birken-

reichen Phase und mit großen Kiefernanteil. Hasel, Ulme und Erle sind nur sporadisch in nie-

deren Prozentsätzen vertreten (SCHÜTRUMPF, R 1954, 195).

Auffallend in ummittelbarem Anschluss an diesen Abschnitt ist die Erscheinung Wärme lie-

bender Baumarten. So sind Hasel, die Bäume des Eichenmischwaldes, besonders die Erle,

obwohl nur ein geringer Probenbestand vorliegt (2 ­ 3 cm) mit über 10 % bzw. die Erle mit

über 20 % gleichzeitig in Erscheinung treten.

Im weiteren Verlauf ist ein Birkenabfall gekoppelt mit einem Kiefernanstieg zu erkennen,

kann es für Wahrscheinlich gehalten werden, dies mit dem Zeitpunkt gleichzusetzen mit der

Einwanderung klimatisch anspruchsvollerer Arten (Profil VII). Dem scheinen aber die Ande-

ren Profilen und Diagrammen. So fällt z. B. das charakteristische Hasel Maximum aus, sowie

weisen Linde und Ulme entgegen der Erwartung und Erfahrung nur niedrige Werte aufwei-

sen. Sowie erscheint 2 cm darüber sporadisch schon Eiche und Fichte (SCHÜTRUMPF, R 1954:

196 Abb. 1: Profil VII; 197).

In der weiteren Ganggrabzeit sind alle Kurven durch eine vorübergehenden lokalen Birken-

und Kiefern Dominanz herabgedrückt. Diese erholen sich bald wieder und Eiche, Erle und

Hasel bilden ein neues Maximum heraus. So entspricht diese Maximum der Profile VII und

VIII aller Wahrscheinlichkeit nach dem Corylus Maximum C4, dass sich in anderen holsteini-

schen Diagrammen ebenfalls in der Pollenzone IX wieder findet.

Oberhalb dieses Hasel Maximums taucht die Buche erstmals auf Fichte (SCHÜTRUMPF, R

1954: 197).

3. Forschungsgeschichte zu Heidmoor LA 246

Im Zuge der Trockenlegung des Heidmoores (Abb. 2 u. 4), Berlin, Kr. Segeberg wurden 1932

Flintabschläge, Tonscherben, Steinbeile und Knochen gefunden. Drei Jahre später wurde an

derselben Stelle bei Drainagearbeiten in ca. einem Meter Tiefe eine Fundschicht. Durch nach-

folgende Begehungen bis zum Jahre 1939 wurden dann planmäßige Untersuchungen vorge-

nommen. So Grub Schwabedissen vom 17.71939 bis zum Kriegsausbruch im September

Eine kleine Teilfläche aus. Schwabedissen datierte diesen Platz nach den damaligen Erkennt-

nissen in die mittlere ,,Ganggrabzeit" (SCHWABEDISSEN, H. 1940, 83). Nach dem Krieg wur-

den dann acht Jahre später 1952 und 1953 die Ausgrabungen am Heidmoor wieder aufge-

3


Feuchtbodensiedlungen in Schleswig-Holstein

nommen. So grub er die Flächen A ­ E in der Quadratmetertechnik, nördlich des Entwässe-

rungsgrabens. Auch wurden um die 50 m lange Schnitte angelegt um die Grenze der Sied-

lung zur durchgehenden Moorstratigraphie zu klären und um die Kulturschicht zu erfassen.

Nach den schriftlichen Aufzeichnungen Schwabedissens sind in der dortigen Fundschicht

auch

Pfostenstellungen

festgestellt worden. So beschrieb Schwabedissen, als Ausgräber, den

Fundplatz, als einen Wohnplatz der Trichterbecherkultur in einem fortgeschrittenen Abschnitt

des Mittelneolithikums. Auch auf der letzten Grabungskampagne 1953 entdeckte er Herdstel-

len und Hauspfähle (SCHWABEDISSEN, H. 1955, 257). So untersuchte er in diesen drei Gra-

bungskampagnen ca. 1100 m² Fläche. Schwabedissen meint hier auch Tätigkeit des Acker-

baus durch Pollenanalysen entsprechend nachweisen zu können (SCHÜTRUMPF, R. 1954) und

aus Getreideabdrücken. Jedoch beschreibt er, dass in nächster Nähe der Siedlung wegen den

topographischen/geologischen Begebenheiten nicht möglich ist, dass dort Acker-

bau/Getreideanbau betrieben wurde. Weiterhin geht er auch auf die Frage einer Abhebung der

Siedlung vom ein, im Bezug auf die gefundenen Pfostenstellungen und den Herdstellen. Diese

sind völlig intakt und können somit nicht von einer Erhöhung wie von Pfahlbauten herab ge-

fallen sein und schließt somit hier wie für Oldesloe Wolkenwehe eine solche Konstruktion

aus.

Nach Schwabedissen differenzierte Jürgen Hoika (EWERSEN, J. 2001, 28) sechs Besiedlungs-

phasen anhand von etwa 440 gezeichneten anorganischen Funden und stellte so fest, dass man

mit folgenden Kulturabschnitten am Wohnplatz rechnen könne:

Spätneolithikum (Glockenbecher, Becher)

Mittelneolithikum V (Kugelamphoren)

Mittelneolithikum II

Mittelneolithikum Ib

Frühneolithikum Ic ­ Mittelneolithikum I

Endmesolithikum (Ellerbekgruppe- Ertebølle)

So ist vertikalstratigraphisch ein Besiedlungsschwerpunkt in den Schichten b und c in Periode

zwischen Frühneolithikum und dem MN (EWERSEN, J. 2001, 28) festzustellen. So ist es für

Heidmoor auch bemerkenswert, dass der Fundplatz auf Seggentorf (gelegentlich auch auf

Schilftorf) liegt. Dieser Seggentorf entsteht sonst nur an ufernahem Bereich oder regelmäßi-

gem Überschwemmungsbereich.

4


Feuchtbodensiedlungen in Schleswig-Holstein

3.1 Chronologie und kulturelle Zugehörigkeit

Schwabedissen datiert nach den Ergebnissen seiner Grabungen den Siedlungsplatz in das

Frühneolithikum bis zum Mittelneolithikum. Doch die neuen Tätigkeiten bei den Drainagear-

beiten für den Entwässerungsgraben am Heidmoor auf einer Fläche 19 x 12 m und 0,6 m

Tiefe führten zu einer starken Zerstörung auch von dem Teil des Fundplatzes, der von Schwa-

bedissen nicht ergraben wurde.

3.2 Verbreitung und Häufigkeit

Die Feuchtbodensiedlungen sind in Schleswig-Holstein nicht häufig anzutreffen. Die Gebiete

in denen Feuchtbodensiedlungen vorkommen beschränken sich auf das Travetal des oberen

Travelaufs und der Niederung des Oldenburger Grabens. Alle Siedlungen hier besprochen

liegen in Ufernähe eines Fjords oder Sees oder nicht weit davon ab.

4. Fundstellen und Siedlungen

In Schleswig-Holstein gibt es nur wenige Feuchtbodensiedlungen, eine davon ist Landesauf-

nahme 246 an der Fundstelle Heidmoor, Gem. Seedorf bei Segeberg. Weitere Feuchtboden-

siedlungen sind die LA 505 Wangels und Oldesloe-Wolkenwehe.

4.1 Heidmoor

4.1.1Lage

Der Name Heidmoor zeichnet einen Niederungsbereich etwa acht km südöstlich des Großen

Plöner Sees nahe dem Dorf Berlin in der Gemeinde Seedorf, Kr. Segeberg (Ewersen, 2001,

27). Der Fundplatz (LA 246) liegt am westlichen Ufer der heute begradigten Trave (Abb. 2 u.

4), die dort den Sedimentationsraum eines ehemaligen Eisstausees durchfließt. Östlich des

Fundplatzes durch einen Höhenzug der Jungmoränenlandschaft begrenzt. Die Pollenproben

aus dem Knochenschaft ließen keinen Nachweis von Getreide zu. Schwabedissens schreibt

selbst, dass der Siedlungsplatz auf einer

,,kleinen moorigen Erhebung von etwa 50:30 m Grö-

ße

(gelegen haben muss) an drei Seiten von Schilf umgeben" war (SCHWABEDISSEN, H. 1955,

5


Feuchtbodensiedlungen in Schleswig-Holstein

257 u. Abb. 1. u. 2 und 1958, 31). Scheer beschreibt die topographische Lage so: dass sie"

auf einer trockenen Stelle (Sandzunge?) an einem in Verlandung begriffenen See in welchen

ein Bach mündete oder durch welchen ein Bach hindurchfloss, gelegen haben"

(SCHWABE-

DISSEN, H.1958, 32) muss. So stell das Traveufer die Nordost Grenze dar, wobei Schwabedis-

sen es als eine Ufer- oder Auswurfzone beschreibt (1958, 32). So zeigt die Kartierung zu-

sammengesetzter Knochenreste deutlich die Lage dieses Uferbereichs.

4.1.2 Befunde und Stratigraphie

Zentral für Heidmoor sind die beobachteten Pfostenstellungen durch Schwabedissen die auf

dem Seggentorf aufliegen

"

(SCHWABEDISSEN, H. 1958, 32). Die Stratigraphie (Abb.3) setzt

sich wie folgt zusammen: Nach einer großen Schicht Bruchwaldtorf folgt der Seggentorf mit

den jüngsten Fundartefakten der Glockebecherkultur (K4). Danach folgt gemischte Schilftorf

mit Seggentorf der die Fundschichten der die meisten Funde der TRB enthält (K3). Darauf

folgend ist wieder eine Schicht Seggentorf mit den Funden der älteren TRB (K2). Anschlie-

ßend folgt nach einer Grobdetritus-Gytja eine dünne sandige Schicht mit den spätmesolithi-

schen/endmesolithischen Funden (K1) der Ertebølle-Ellerbek Kultur (SCHWABEDISSEN, H.

1994, 362). So ist auch besonders zu erwähnen die zuvor genannte Kugelamphore, aus mehre-

ren Fragmenten bestehend. Einer schwärzlich-grauen gefärbten Ware aus fein bis mittelstark

gemagertem Ton. Dickwandige Randscherben von großen Vorratsgefäßen runden das Spekt-

rum ab.

4.1.3 Funde

Anlässlich der Feldarbeiten 1993 konnten 11126 Einzelfunde sichergestellt werden, inklusive

denen aus der Grabung von Schwabedissen. Der Hauptanteil wird von den Steinartefakten

ausgemacht (7744: 69,5%), Keramik macht den zweiten Platz aus mit 11,4 % (1265). Wand-

bewurf, aus organischem Material gefertigte Geräte, sowie Bernsteinanhänger sind deutlich

geringer vertreten1 (CLAUSEN U. A. 1997, 415).

Keramik

Die Keramik datiert wie auch in Wolkenwehe am Übergang vom Frühneolithikum zum Mit-

telneolithikum, nach Schwabedissen, also ins heutige Frühneolithikum.

1 Siehe Tabelle1 CLAUSEN, u. a. 1997, 415

6



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