Please wait
Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.
Scholary Paper (Seminar), 2008, 18 Pages
Author: Markus Rinner
Subject: Latin
Details
Tags: Lesen, Antike, Anrede, Leser
Year: 2008
Pages: 18
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 5 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-04741-8
ISBN (Book): 978-3-638-94368-0
File size: 221 KB
Other users also were interested in the following titles:
Abstract
Nach einer näheren Erläuterung antiker Methoden zur Vermittlung von Lesefähigkeiten an einen bestimmten Personenkreis und nach der Definition von Begriffen, die uns das antike Verständnis des Lesevorgangs näher bringen sollte, und einer weiterführender Betrachtung der Umstände und Situationen in denen gelesen wurde, werde ich anhand ausgewählter Textbeispiele verschiedene Arten des Lesens darlegen und beschreiben. Wenn wir heute einen schriftlich niedergelegten Text lesen, so kommt es auf die Situation drauf an auf welche Weise wir ihn in uns „aufnehmen“. Im Allgemeinen geht man davon aus, dass man Geschriebenes in der Antike laut gelesen hat. Fest steht, dass schon im klassischen Griechenland laut gelesen wurde. Für die archaische Zeit ist dies noch nicht belegt . Angesprochen wird auch in einem eigenen Kapitel die Anrede an den Leser selbst. Welche Intension und welche Hintergründe hatten verschiedene Autoren als sie in ihren Werken direkt oder indirekt eine Zielgruppe oder ein gewisses Verfahren zur Vermittlung von Absichten anwandten? Gibt es Parallelen bei Autoren, die eine bestimmte Vorstellung von literarischer Tätigkeit hatten?
Excerpt (computer-generated)
Universität Augsburg
Lehrstuhl für Klassische Philologie, insbesondere Latein
Proseminar ,,Autor, Buch und Publikum in der Antike"
Sommersemester 2007
Das Lesen in der Antike und die Anrede an den Leser
Rinner Markus
Studiengang: Klassische Archäologie, Klassische Philologie, Alte Geschichte
5. Semester
Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung 3
1.1 Gegenstand der Arbeit: 3
1.2 Wissenschaftliche Untersuchungen: 3
2. Alphabetisierung in der römischen Antike: 4
3. Begriffsdefinition von
legere:
5
4. Lautes Lesen: 6
5. Leises Lesen: 9
6. Exzerpte: 11
7. Sklaven und Freigelassene als Vorleser: 12
8. Die Anrede an den Leser 14
8.1 Grabinschriften: 14
8.2 Literatur: 15
9. Schluss: 16
10. Bibliographie: 17
2
1. Einleitung
1.1 Gegenstand der Arbeit:
Nach einer näheren Erläuterung der damaligen Methoden zur Vermittlung von
Lesefähigkeiten an einen bestimmten Personenkreis und nach der Definition von
Begriffen, die uns das antike Verständnis des Lesevorgangs näher bringen sollte, und
einer weiterführender Betrachtung der Umstände und Situationen in denen gelesen
wurde, werde ich anhand ausgewählter Textbeispiele verschiedene Arten des Lesens
darlegen und beschreiben.
Wenn wir heute einen schriftlich niedergelegten Text lesen, so kommt es auf die
Situation drauf an auf welche Weise wir ihn in uns ,,aufnehmen". Kaum werden wir
einen Roman laut vor uns hin lesen während wir gemütlich im Bett liegen. Auch kann
sich kaum einer vorstellen den Inhalt von Zeitschriften im Wartesaal einer Arztpraxis
mit betonter Stimme vorzutragen.
Im Allgemeinen geht man davon aus, dass man Geschriebenes in der Antike laut
gelesen hat. Fest steht, dass schon im klassischen Griechenland laut gelesen wurde. Für
die archaische Zeit ist dies noch nicht belegt1.
Angesprochen wird auch in einem eigenen Kapitel die Anrede an den Leser selbst.
Welche Intension und welche Hintergründe hatten verschiedene Autoren als sie in ihren
Werken direkt oder indirekt eine Zielgruppe oder ein gewisses Verfahren zur
Vermittlung von Absichten anwandten? Gibt es Parallelen bei Autoren, die eine
bestimmte Vorstellung von literarischer Tätigkeit hatten?
1.2 Wissenschaftliche Untersuchungen:
Da uns natürlich keine eindeutigen Beweise wie Videomitschnitte oder Tonaufnahmen
vorliegen in welchem Modus sich der antike Lesevorgang in all seinen facettenreichen
Varietäten vollzog, müssen einzelne Textabschnitte, die nur annähernd Informationen
darüber geben, analysiert werden. Josef Balogh charakterisierte in seinem Aufsatz
,,Voces paginarum. Beiträge zur Geschichte des lauten Lesens und Schreibens" von
1 Vgl. J. Svenbro, Phrasikleia, Anthropologie des Lesens im alten Griechenland, München 2005, S. 49.
3
19272 die Funktion, Bedeutung und Vorstellung des lauten Lesens. Eine Gegenreaktion
verfasste Bernard Knox 1968 mit ,,Silent reading in antiquity"3. Viele späteren
Abhandlungen, wie zum Beispiel ,,La lecture à Rome - Rites et pratiques" von
Emmanuelle Valette-Cagnac4 oder ,,Phrasikleia" von Jesper Svenbro5, stützen sich im
Grunde genommen auf Balogh und Knox. Für den Themenbereich ,,Die Anrede an den
Leser" fallen sie natürlich wieder ins Gewicht, da das Lesen hier wieder eine zentrale
Rolle einnimmt. Ansonsten vertraue ich auch besonders auf Mario Citroni mit seinem
Werk ,,Poesia e lettori in Roma antica"6, das hervorragend die Kenntnisse über die
literarische Intensionen und Methoden verschiedener Autoren wiedergibt, ja sogar ein
generelles Bild des Buchwesens aus jener Zeit entwirft.
2. Alphabetisierung in der römischen Antike:
Die Alphabetisierung, also die Vermittlung der Schreib- und Lesekunst, vollzog sich ab
dem 2. Jh. v. Chr. wie heute vorwiegend an Schulen, die von einem vornehmen
Personenkreis besucht wurden. In der altrömischen Erziehung erfolgte dies durch den
Vater (
pater familias
) selbst. Nach dem Besuch der Elementarschule, wo neben dem
Schreiben und Lesen auch die Mathematik von einem
paedagogus
gelehrt wurde,
konnte der höhere Unterricht eines
grammaticus
genossen werden. Dort wurden
metrische und grammatische Grundlagen in der griechischen und lateinischen Sprache
vermittelt und, im Anschluss daran, wurden die kanonischen Autoren (z.B. Vergil und
Terenz) als Dichterlektüre behandelt. Diese Schulform verbreitete sich auch in die
römischen Provinzen, während sich in Rom zeitweise über zwanzig dieser Schultypen
zeugen lassen. Die folgende Ausbildung beim Rhetor beinhaltete verschiedene Übungen
(z.B. Suasorien als fingierte Beratungsmomente), die zur kunstvollen und wirksamen
Ausreifung der sprachlichen Redefertigkeiten dienen sollten. Höchstes Ansehen
genossen die Rhetoren-Schulen in Rom aber auch in Mailand, wo berühmte Rhetoren
2 J. Balogh, Voces paginarum, Beiträge zur Geschichte des lauten Lesens und Schreibens, in: Philologus
82, S.84 109 und 202 240, 1927.
3 B. M. W. Knox, Silent reading in antiquity, Greek, Roman and Byzantine Studies, 9, S. 421 435,
1968.
4 E. Valette-Cagnac, La lecture à Rome, Rites et pratiques, Paris 1997.
5 J. Svenbro, Phrasikleia, Anthropologie des Lesens im alten Griechenland, München 2005.
6 M. Citroni, Poesia e lettori in Roma antica, Forme della comunicazione letteraria, Rom 1995.
4
Comments
No comments yet
Other users also were interested in the following titles:
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit - Formatvorlage / Vorlage für eine Hausarbeit für Microsoft Word
Author: GRIN VerlagPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2005 Download as PDF-file for 6,99 EUR
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit - Formatvorlage / Vorlage für eine Hausarbeit für OpenOffice.org
Author: GRIN VerlagPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2005 Download as PDF-file for 9,99 EUR
Formatvorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit / Vorlage zur Erstellung einer Hausarbeit
Author: Marco FeindlerPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2005 Download as PDF-file for 6,99 EUR
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Author: GRIN VerlagPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2008 Download as PDF-file for 6,99 EUR
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wissenschaftlichen Arbeit
Author: Zoran ZivkovicPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2004 Download as PDF-file for 5,99 EUR
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Author: Claudia NickelPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2006 Download as PDF-file for 4,99 EUR
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Author: Maik PhilippPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2004 Download as PDF-file for 5,99 EUR
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - Hausarbeiten - Seminararbeiten
Author: Mark RichterPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2008
This text can be quoted and accessed from this url: