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Essay, 2007, 11 Pages
Author: Manouchehr Shamsrizi
Subject: Organisation and Administration
Details
Institution/College: Leuphana Universität Lüneburg (Leuphana Semster)
Tags: Einführung, Chaostheorie, Zukunft, Komplexität
Year: 2007
Pages: 11
Grade: 1.3
Bibliography: ~ 5 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-04777-7
File size: 312 KB
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Abstract
Betrachtung grundlegender Zusammenhänge der modernen Chaostheorie; Einordnung in die Systemtheorie; Beispiele aus naturwissenschaftlichen wie sozialwissenschaftlichen Kontext.
Excerpt (computer-generated)
Chaostheorie
Leuphana Universität Lüneburg
Seminar Zukunft und komplexität
Manouchehr Shamsrizi
Hamburg, im Dezember 2007
I. Geschichte und Etymologie 1
II. Chaostheorie 2
III. Mathematische Hintergründe 4
IV. Interdisziplinäre Auswirkung der Chaostheorie 8
V. Kurze Zusammenfassung 8
Quellen 10
Geschichte und Etymologie
Betrachten wir zunächst die Etymologie. Die Ursprüngliche Bedeutung des griechischen Wortes
Chaos ist ,,Schlund", ,,Leere" und ,,Abgrund". Bereits die Philosophen und Dichter der Antike
haben den Begriff verwendet. So schreibt der Grieche Hesiod in seiner Theogonie (ca. 700 v. Chr.)
vom Chaos als den Urzustand der Welt: ,,Wahrlich, zuerst entstand das Chaos und später die
Erde..." (Vers 116). Damit geschah die Deutung von Chaos als etwas unstrukturellem und
gleichzeitig als ,,Urstoff". Im heutigen Alltagsgebrauch wird Chaos als Synonym für
,,Durcheinander" verwendet.
Die erste Verwendung in der modernen Wissenschaft fand in der Mathematik statt. Es war der
Mathematiker J. YORKE, der 1975 seinem Artikel über die Eigenschaften von Abbildungen eines
Intervalls auf sich selbst den Titel ,,Periode Three implies Chaos" gab. In diesem Artikel beschreibt
er, dass sich bei bestimmten Anfangswerten nichtperiodisches Verhalten zeigt. Die kausale
Beziehung und die starke Auswirkung von Anfangswerten in der Mathematik und später in der
Physik bezeichnet man seit dieser Zeit als chaotisch (vergl. REINHART BEHR, Klett, 1993).
Dieses Phänomen wurde bereits von dem Physiker und Astronomen Henri Poincare 1889
beschrieben, in einem anderen Kontext: dieser untersuchte die Planetenbahnen und beschäftigte sich
mit der Frage ob es sich dabei um ein langfristig stabiles System stand. Für die damalige
Wissenschaft stand dies außer Frage, vielmehr noch galten gerade die Planetenbahn als
herausragendes Beispiel für Präzision, Ordnung und Berechenbarkeit. Poincare gelang es jedoch
herauszuarbeiten, dass bereits winzigste Bahnstörungen ausreichen um auch kurzfristig signifikante
Änderungen zu bewirken. Dies bezeichnet man noch heute als ,,Poincare-Szenario".
Was wir mit Chaostheorie bezeichnen meint eigentlich die Theorie Nichtlinearer Dynamik. Dabei
handelt es sich um einen recht jungen Wissenschaftszweig, der durch seine Abhängigkeit von den
Fortschritten der Computer- und Modellierungstechnologie geprägt ist.
Chaostheorie
In den Naturwissenschaften gilt das Prinzip der Kausalität: Aus gleichen Ursachen entstehen gleiche
Wirkungen. Da es genau genommen nie möglich ist, einen ursprünglichen Zustand vollständig
wiederherzustellen gilt: Weitestgehend ähnliche Ursachen ergeben weitestgehend ähnliche
Wirkungen. Dies wird als starke Kausalität bezeichnet, von der die schwache eine besondere
Ausprägung darstellt.
Die Chaosforscher stellen nun fest, dass es Systeme gibt für die diese Kausalität nicht ungebrochen
gilt. Hier erleben wir, das weitestgehend ähnliche Grundbedingungen zu völlig verschiedenen
Ergebnissen führen können. Chaos kann, muss aber nicht eintreten. Dies kann auch erst in sehr
langen Zeiträumen passieren.
Deterministisches Chaos
Wie wir bereits erfahren haben, können selbst bei einfachen Gesetzten (Gesetzt der Schwerkraft
beim Planetensystem) Systeme entstehen, die auf geringfügig veränderte Anfangsbedingungen
massiv Reagieren. Solche Systeme werden also durch ihren Kontext determiniert, man bezeichnet
sie daher als ,,deterministisches Chaos". Die Verwendung des Begriffes Deterministisch zeigt an,
dass hinter dem scheinbaren Chaos dennoch eine Ordnung herrscht, die für uns allerdings nicht
zwangsläufig erkennbar ist. Chaos und Ordnung sind also keine sich ausschließenden Prinzipien,
sondern können lediglich nicht gleichzeitig beobachtet werden, woraus sich schließen lässt das sie
in Systemen chronologisch getrennt auftreten müssen.
Beispiele für deterministisches Chaos gibt es viele. Aus dem Alltag kann hier das Billardspiel
herangezogen werden. Obwohl uns die Regeln, das Verfahren, der Kontext und die physischen
Gesetzte (Stoßgesetz) für dieses Spiel bekannt sind, ist es uns doch unmöglich vorherzusagen wie
die Kugeln nach dem ersten Anstoß reagieren werden. Als weiteres sehr geeignetes Beispiel kann
das Verhalten von Pendeln herangezogen werden. Prof. Dr. Peter Richter von der Universität
Bremen führt dazu aus:
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