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60 Jahre NRW

Subtitle: Die Geschichte einer Bevölkerung

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2006, 25 Pages
Author: Kathrin Pflipsen
Subject: Politics - Political Systems - History

Details

Event: 60 Jahre Nordrhein-Westfalen – Politik in einer Region
Institution/College: Ruhr-University of Bochum (Fakultät für Sozialwissenschaft)
Tags: Jahre, Nordrhein-Westfalen, Politik, Region
Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2006
Pages: 25
Grade: 2,2
Bibliography: ~ 7  Entries
Language: German
Archive No.: V90692
ISBN (E-book): 978-3-638-05005-0

File size: 197 KB

Abstract

Im Sommer 2006 wurde das Bundesland Nordrhein-Westfalen 60 Jahre alt. Ein Anlass, der gefeiert wurde und gleichzeitig auch zum Nachdenken über seine Geschichte und Entwicklung anregte. Es ist nicht viel übrig geblieben von dem „Bindestrichland“, dass einst 1946 im Rahmen der Operation „Marriage“ entstand, vieles hat sich verändert. Die nordrhein-westfälische Bevölkerung schaffte den Wiederaufbau nach dem zweiten Weltkrieg, errang für das Land wirtschaftliche Erfolge, machte es zu einem Wissenschaftsstandort und bevölkerte es mit einer vielfältigen Kultur, nicht zuletzt aufgrund der Eingliederung von Zuwanderern aus verschiedensten Nationen. Die vorliegende Hausarbeit soll sich mit den Menschen die in diesem Land leben beschäftigen, ein detailliertes Bild dieser Bevölkerung zeichnen und einen Ausblick für seine mögliche Zukunft vornehmen. Zunächst werden im 2. Kapitel grundlegende Hintergründe und Entwicklungen der Bevölkerung Nordrhein-Westfalens präsentiert, die einen Einblick in den Gegenstand dieser Hausarbeit liefern sollen. Daran schließt sich eine Auseinandersetzung mit der enormen Expansion der Bevölkerung und seinem demographischen Wandel an. Des Weiteren sollen im Verlauf dieses Kapitels die ausländische, in Nordrhein-Westfalen lebende Bevölkerung und schließlich die vielfältigen in diesem Land vertretenen Konfessionen untersucht werden. Im Kapitel 3 wird dann ein besonderes Augenmerk auf die zugewanderte Bevölkerung Nordrhein-Westfalens gelegt, wobei verschiedene Zuwanderungsgruppen vorgestellt werden sollen. Abschließend werden Fördermaßnahmen und Projekte der Landesregierung präsentiert, die den Zuwanderern eine gelingende Integration in die nordrhein-westfälische Gesellschaft ermöglichen sollen. Die Zukunft, die dem Land Nordrhein-Westfalen und seiner Bevölkerung bevorsteht wird im 4. Kapitel anhand von Prognosen für eine zukünftige Bevölkerungsentwicklung unersucht. Dabei geht es vorrangig um vorherrschende Probleme, die sich in der Zukunft nach Prognosen von Experten ausweiten werden. Abschließend sollen die in dieser Hausarbeit erarbeiteten Ergebnisse im Kapitel 5 resümiert werden, wobei Defizite im Umgang mit der Bevölkerungsentwicklung und vor allem mit den zugewanderten Menschen in Nordrhein-Westfalen diskutiert werden sollen. Zuletzt finden sich Anlagen zur Hausarbeit und das Verzeichnis der verwendeten Literatur.


Excerpt (computer-generated)

Ruhr-Universität-Bochum, Fakultät für Sozialwissenschaft

Hauptseminar: 60 Jahre Nordrhein-Westfalen ­ Politik in einer Region

Sommersemester 2006

60 Jahre NRW

Die Geschichte einer Bevölkerung

Kathrin Pflipsen

Sozialwissenschaft / Pädagogik ( LA)

10. Semester


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 3

2. Bevölkerung in NRW 4

2.1 Geschichte der Bevölkerungsentwicklung, Expansion und demographischer Wandel ... 5

2.2 Ausländische Bevölkerung 6

2.3 Konfessionen 8

3. Zuwanderungen 9

3.1. Spätaussiedler 10

3.2 Ausländische Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer 11

3.3 Weitere Zuwanderungsgruppen 12

3.4 Fördermaßnahmen und Integration 12

3.4.1 Einrichtungen der Integrationsarbeit in NRW 14

4. Zukunft in NRW ­ Prognosen 17

5. Resümee 19

6. Anlagen 21

7. Literatur 24

2


1. Einleitung

Im Sommer 2006 wurde das Bundesland Nordrhein-Westfalen 60 Jahre alt. Ein Anlass, der

gefeiert wurde und gleichzeitig auch zum Nachdenken über seine Geschichte und

Entwicklung anregte. Es ist nicht viel übrig geblieben von dem ,,Bindestrichland", dass einst

1946 im Rahmen der Operation ,,Marriage" entstand, vieles hat sich verändert.

Die nordrhein-westfälische Bevölkerung schaffte den Wiederaufbau nach dem zweiten

Weltkrieg, errang für das Land wirtschaftliche Erfolge, machte es zu einem

Wissenschaftsstandort und bevölkerte es mit einer vielfältigen Kultur, nicht zuletzt aufgrund

der Eingliederung von Zuwanderern aus verschiedensten Nationen.

Die vorliegende Hausarbeit soll sich mit den Menschen die in diesem Land leben

beschäftigen, ein detailliertes Bild dieser Bevölkerung zeichnen und einen Ausblick für seine

mögliche Zukunft vornehmen.

Zunächst werden im 2. Kapitel grundlegende Hintergründe und Entwicklungen der

Bevölkerung Nordrhein-Westfalens präsentiert, die einen Einblick in den Gegenstand dieser

Hausarbeit liefern sollen. Daran schließt sich eine Auseinandersetzung mit der enormen

Expansion der Bevölkerung und seinem demographischen Wandel an.

Des Weiteren sollen im Verlauf dieses Kapitels die ausländische, in Nordrhein-Westfalen

lebende Bevölkerung und schließlich die vielfältigen in diesem Land vertretenen

Konfessionen untersucht werden.

Im Kapitel 3 wird dann ein besonderes Augenmerk auf die zugewanderte Bevölkerung

Nordrhein-Westfalens gelegt, wobei verschiedene Zuwanderungsgruppen vorgestellt werden

sollen. Abschließend werden Fördermaßnahmen und Projekte der Landesregierung

präsentiert, die den Zuwanderern eine gelingende Integration in die nordrhein-westfälische

Gesellschaft ermöglichen sollen.

Die Zukunft, die dem Land Nordrhein-Westfalen und seiner Bevölkerung bevorsteht wird im

4. Kapitel anhand von Prognosen für eine zukünftige Bevölkerungsentwicklung unersucht.

Dabei geht es vorrangig um vorherrschende Probleme, die sich in der Zukunft nach

Prognosen von Experten ausweiten werden.

Abschließend sollen die in dieser Hausarbeit erarbeiteten Ergebnisse im Kapitel 5 resümiert

werden, wobei Defizite im Umgang mit der Bevölkerungsentwicklung und vor allem mit den

zugewanderten Menschen in Nordrhein-Westfalen diskutiert werden sollen.

Zuletzt finden sich Anlagen zur Hausarbeit und das Verzeichnis der verwendeten Literatur.

3


2. Bevölkerung in NRW

Nordrhein-Westfalen ist das bevölkerungsreichste Bundesland der Bundesrepublik

Deutschland mit etwa 18 Millionen Einwohnern; auf einem km² leben durchschnittlich 527

(1998) Nordrhein-Westfalen. Statistisch gesehen entfällt für jeden Bundesbürger eine Fläche

von etwas mehr als ¼ eines Fußballfeldes. Die dichte Besiedelung resultiert aus dem hohen

Urbanisierungsgrad, da allein von den 84 Großstädten Deutschlands 30 zu Nordrhein-

Westfalen gehören. Die Bevölkerung ist von gut 11 Millionen nach dem zweiten Weltkrieg

bis Anfang der 70er Jahre, bedingt vor allem durch Zuwanderung, auf über 17 Millionen

gestiegen (1998: 18,0 Millionen)

(Vgl.: Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik

NRW1).

Die Entstehungsgeschichte Nordrhein-Westfalens hat sich nachhaltig auf seine Bevölkerung

ausgewirkt. Das Land Nordrhein-Westfalen entstand als eigenständiges Land 1946 im Zuge

der allgemeinen Neubildung der Länder innerhalb der Besatzungszonen im

Nachkriegsdeutschland. Umstritten war zunächst die Frage, ob es zwei getrennte Länder

,,Rheinland" und ,,Westfalen" oder sogar einen eigenen ,,Ruhrstaat" geben sollte. Im Juni

1946 fiel in London die Entscheidung für die Operation ,,Marriage" ­ Hochzeit der zur

britischen Zone gehörenden preußischen Rheinprovinz und der gesamten preußischen Provinz

Westfalen, sie sollten zu einem Land mit dem neuen Namen ,,Nordrhein-Westfalen"

zusammengeschlossen werden. Im Jahr 1947 wurde dann noch das Land Lippe-Detmold

eingegliedert, so dass Nordrhein-Westfalen seine heutige territoriale Ausdehnung bereits vor

der Gründung der BRD erhielt. Die deutsche Bevölkerung und die entstehenden neuen

politischen Parteien hatten keine Möglichkeit, auf dieser Entscheidung zur Landesgründung

Einfluss zu nehmen. Dabei gingen die Meinungen auch bei den Deutschen auseinander. Im

Rheinland war die Stimmung zur Landesgründung eher positiv, in Westfalen war die Skepsis

größer. Die Mehrzahl der betroffenen Menschen wurde von der Entscheidung schlicht

überrascht.

(Vgl.: Maron, Wolfgang: NRW. Ein Land mit Geschichte. Münster. 2006.S. 13f)

Zu den in Nordrhein-Westfalen lebenden Menschen gehören etwa 2 Millionen (11%)

Ausländer, womit Nordrhein-Westfalen einen deutlich höheren Ausländeranteil aufweist, als

der Durchschnitt in Deutschland (8,9%). Das bedeutet, dass 1998 in Nordrhein-Westfalen

allein mehr als ein Viertel aller registrierten Ausländer lebte.

1 www.lds.nrw.de/statistik

4


Konfessionell ist Nordrhein-Westfalen hauptsächlich bestimmt durch die beiden christlichen

Kirchen, römisch-katholisch und evangelisch, wobei man andere vertretene Konfessionen

wie moslemisch und jüdisch nicht außer Acht lassen sollte.

Im Folgenden sollen verschiedene Aspekte der nordrhein-westfälischen Bevölkerung näher

betrachtet werden, wobei das Hauptaugenmerk auf die zugewanderte ausländische

Bevölkerung gelegt wird, die auf die Entwicklung und heutige Beschaffenheit des Landes

Nordrhein-Westfalens enormen Einfluss genommen hat.

2.1 Geschichte der Bevölkerungsentwicklung, Expansion und demographischer Wandel

Die nordrhein-westfälische Bevölkerung expandierte von rund 11 Millionen nach dem

zweiten Weltkrieg auf über 17 Millionen in den 70er Jahren, vor allem durch die enorme

Zuwanderung. Bereits 1961 verzeichnete NRW eine Einwohnerzahl von 15,9 Millionen, eine

Spätfolge der Anwerbepolitik in den 50er und 60er Jahren für ,,Gastarbeiter auf Zeit". Die

Zahl der Gastarbeiter, die aus verschiedenen Ländern kamen, erhöhte sich auch nach dem

Anwerbestopp von 1976 im Zuge der Familienzusammenführung und aufgrund hoher

Geburtenraten stetig.

Ab den 70er Jahren waren die Bevölkerungszahlen zwar zeitweise etwas rückläufig, stiegen

aber seit dem Ende der 80er Jahre wieder an, 1998 lebten in Nordrhein-Westfalen etwa 18

Millionen Menschen.

(Vgl.: Leske und Budrich: NRW-Lexikon.1996 / von Alemann,

Brandenburg: Nordrhein-Westfalen. Ein Land entdeckt sich neu. S.51-52)

Es ist ein demographischer Wandel in NRW zu verzeichnen, als zusammengefasstes

Phänomen von demographischer Entwicklung und sozialem Wandel, welcher eine der

größten gesellschaftlichen Herausforderungen für unsere Region und Städte darstellt.

Bevölkerungsrückgang, Alterung und Internationalisierung sind die zentralen Konsequenzen

des demographischen Wandels. Diese Phänomene sind natürlich kein rein nordrhein-

westfälisches Phänomen, sondern ein allgemeines, das weiter zunehmen wird. ,,Die

Entwicklung hin zu Kleinfamilien mit wenigen Kindern und die weitere Zunahme von Single-

Haushalten einerseits sowie das steigende durchschnittliche Lebensalter der Menschen

andererseits wird zum Problem in den meisten Industrieländern der westlichen Welt."

(von

Alemann, Brandenburg. S. 52)

Betrachtet man die Alterspyramide, welche die deutsche Bevölkerung in NRW am 31. 12.

2004 nach Alter und Geschlecht darstellt, lassen sich deutliche Merkmale dieser Phänomene

erkennen.

(Vgl. Abbildung 1, Anhang, S. 19 )

5


Insgesamt ist ein Großteil der nordrhein-westfälischen Bevölkerung über 40 Jahre alt, was

sich an der eher ,,bauchigen" Form der Pyramide festmachen lässt. Der Vergleich der Jahre

1950 und 2004 in der dazugehörigen Bevölkerungstabelle

(Vgl. Tabelle 1, Anlage, S. 20)

spiegelt die Alterung der Gesellschaft sehr gut wieder. 1950 waren 22,6% der Bevölkerung

unter 15 Jahre alt und nur 8,8% älter als 65. Demgegenüber stehen 15,4% der unter 15

jährigen und bereits 18,7% der über 65 jährigen innerhalb der Bevölkerung im Jahre 2004.

Darüber hinaus weist die Alterspyramide deutliche Einschnitte auf, die auf verschiedene

Ursachen zurückgeführt werden können. Der erste Einschnitt befindet sich bei der Gruppe der

etwa 85jährigen, aufgrund von Geburtenausfällen während des ersten Weltkrieges. Der zweite

Einschnitt liegt bei der Gruppe der etwa 70jährigen, was auf die Auswirkungen der

Weltwirtschaftskrise zurückzuführen ist, der dritte bei der Gruppe der 60jährigen durch die

Geburtenausfälle während des zweiten Weltkrieges.

Mitte der 60er Jahre setzte der Geburtenrückgang ein, der bis 1975 zu immer schwächer

besetzten Altersklassen führte, was man in der Alterspyramide bei der Gruppe der 30-

40jährigen abzulesen kann. Von 1976 bis Anfang der 90er Jahre nahm die Zahl der

nachwachsenden deutschen Bevölkerung wieder geringfügig zu, aber seit dem sind die

Bevölkerungszahlen rückläufig.

Außerdem kann man einen ausgeprägten Frauenüberschuss der über 65jährigen erkennen,

während bei den jüngeren Altersgruppen eher ein leichter Männerüberschuss vorherrscht, was

auch als Folge der Weltkriege und damit verbundener Geburtenausfälle zu erklären ist.

Diese altergemäße Zusammensetzung der Bevölkerung löst Diskussionen über seine

zukünftige Struktur aus

(Vgl. Kapitel 4 ).

2.2 Ausländische Bevölkerung

In NRW leben heute ca. 2 Millionen Ausländer, das sind 10,8% der Gesamtbevölkerung. Im

Vergleich

mit

anderen

Bundesländern

weist

Nordrhein-Westfalen

einen

überdurchschnittlichen Ausländeranteil auf, rangiert aber im Ländervergleich nur an Position

6. Höhere Anteile der ausländischen Bevölkerung weisen z. B. Baden-Württemberg (12,0%),

Berlin (13,4%), Bremen (12,8%), Hamburg (14,1%) und Hessen (11,4%) auf.

(Vgl.:

Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen, a .a. O.)

Die meisten in Deutschland lebenden Ausländer leben vielfach schon in der zweiten oder

dritten Generation in unserem Land und sind größtenteils auch hier geboren. Es handelt sich

um Arbeitsmigranten mit ihren Familienangehörigen, Asylsuchende, anerkannte

6



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