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Analyse des Gesundheitssystems der USA

Scholary Paper (Seminar), 2007, 21 Pages
Author: Juliane Belz
Subject: Economics / Business: Political Economics

Details

Event: Vergleichende Analyse von Gesundheitssystemen
Institution/College: Munich University of Applied Sciences
Tags: Analyse, Gesundheitssystems, Vergleichende, Analyse, Gesundheitssystemen
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2007
Pages: 21
Bibliography: ~ 16  Entries
Language: German
Archive No.: V90833
ISBN (E-book): 978-3-640-10036-1
ISBN (Book): 978-3-640-41909-8
File size: 224 KB

Abstract

„Der Neurologe Ian Livingstone hat England einst verlassen, weil er das britische Gesundheitssystem für »kaputt« hielt: »Wer dort als Arzt eine Anstellung hatte, legte die Füße hoch und bewegte sich nicht mehr«. 1980 wechselte er [...] deshalb nach Harvard. Er hatte gehofft, in Amerika ein Gesundheitssystem vorzufinden, das Wert auf Freiheit und Offenheit legt. Das Gegenteil war der Fall, und es wurde immer schlimmer. Heute steht das amerikanische Gesundheitssystem vor einem Kollaps, ethisch wie finanziell.“ Im Präsidentschaftswahlkampf 1992 hat Bill Clinton versprochen das amerikanische Gesundheitssystem grundlegend zu reformieren, nachdem nur 36 Prozent der Bevölkerung mit dem bestehenden System zufrieden gewesen sind. Dieses Versprechen und auch die Hoffnung, die er damit bei den Bürgern hervorrief, verhalfen ihm unter anderem zu seinem Wahlsieg. Doch die Durchführung und somit das Versprechen des damaligen Präsidenten scheiterte. Bis heute gibt es noch keine gesetzliche Krankenversicherungspflicht in den USA. Ziel dieser Arbeit ist es das Gesundheitswesen der USA durch die Bearbeitung bestimmter Themengebiete darzustellen. Dies soll dabei helfen, Probleme aber auch Stärken des Systems feststellen zu können.


Excerpt (computer-generated)

Fachbereich Betriebswirtschaft

Seminar:

Vergleichende Analyse von Gesundheitssystemen

Thema:

Analyse des Gesundheitssystems der USA

Verfasser:

Juliane Belz


Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis 2

1. Einleitung 3

2. Das Gesundheitssystem der USA 4

2.1 Finanzierung des Gesundheitswesens durch Krankenversicherungen 4

2.1.1 Die gemeinnützigen Versicherungsgesellschaften 4

2.1.2 Die kommerziellen Versicherungsgesellschaften 5

2.1.3 Neue Form der Krankenversicherung 6

2.1.4 Staatliche Hilfsprogramme 6

2.1.4.1 Medicare 7

2.1.4.2 Medicaid 7

2.2 Versorgung nach Leistungssegmenten 8

2.2.1 Ambulante Versorgung 8

2.2.2 Stationäre Versorgung 8

2.3 Leistungserbringer und Leistungsausgaben 9

2.3.1 Berufe im Gesundheitswesen und deren Honorierung 10

2.3.2 Leistungsausgaben und deren Entwicklung 13

3. Probleme und Stärken im US - Gesundheitswesen 16

Literaturverzeichnis 19

2


1. Einleitung

,,Der Neurologe Ian Livingstone hat England einst verlassen, weil er das

britische Gesundheitssystem für »kaputt« hielt: »Wer dort als Arzt eine

Anstellung hatte, legte die Füße hoch und bewegte sich nicht mehr«. 1980

wechselte er [...] deshalb nach Harvard. Er hatte gehofft, in Amerika ein

Gesundheitssystem vorzufinden, das Wert auf Freiheit und Offenheit legt. Das

Gegenteil war der Fall, und es wurde immer schlimmer. Heute steht das

amerikanische Gesundheitssystem vor einem Kollaps, ethisch wie finanziell."1

Im Präsidentschaftswahlkampf 1992 hat Bill Clinton versprochen das

amerikanische Gesundheitssystem grundlegend zu reformieren, nachdem nur

36 Prozent der Bevölkerung mit dem bestehenden System zufrieden gewesen

sind. Dieses Versprechen und auch die Hoffnung, die er damit bei den Bürgern

hervorrief, verhalfen ihm unter anderem zu seinem Wahlsieg. Doch die

Durchführung und somit das Versprechen des damaligen Präsidenten

scheiterte. Bis heute gibt es noch keine gesetzliche Krankenversicherungs-

pflicht in den USA.2

Ziel dieser Arbeit ist es das Gesundheitswesen der USA durch die Bearbeitung

bestimmter Themengebiete darzustellen. Dies soll dabei helfen, Probleme aber

auch Stärken des Systems feststellen zu können.

1 Rehfeld, N.: Der amerikanische Patient. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Nr. 235 vom

10.Oktober 2007, S. 40

2 Vgl. Rothfuß, A.: Das Gesundheitswesen in den USA, Reformoption für die Bundesrepublik

Deutschland?, Cuvillier Verlag, Göttingen, 1997, S. 1

3


2. Das Gesundheitssystem der USA

In diesem Kapitel soll das System des Gesundheitswesens in den USA näher

erläutert werden. Dabei soll hauptsächlich auf die Themengebiete

Krankenversicherung, ambulante und stationäre Versorgung sowie auf die

Leistungserbringer und die Leistungsausgaben und deren Entwicklung

eingegangen werden.

2.1 Finanzierung des Gesundheitswesens durch

Krankenversicherungen

Die USA geben rund 15 Prozent des BIP (Bruttoinlandprodukt) für die

Gesundheit aus, dennoch sind 47 Millionen US-Bürger nicht krankenversichert,

das macht sechzehn Prozent der gesamten Bevölkerung aus. Den

Versicherungskonzernen wird vorgeworfen, dass sie rein gewinnorientiert

handeln.1 Der Krankenversicherungsmarkt in den USA teilt sich in 3 Segmente

auf: Die gemeinnützigen, die kommerziellen und die staatlichen

Krankenversicherungen. Zudem gibt es eine neuere Form der

Krankenversicherung. Im folgenden Kapitel sollen diese Versicherungsformen

näher erläutert und beschrieben werden.

2.1.1 Die gemeinnützigen Versicherungsgesellschaften

Die gemeinnützigen (»not-for-profit«) Versicherungsgesellschaften Blue Cross

und Blue Shields, kurz die Blues, haben den Versicherungsmarkt traditionell

geprägt. Sie sind nicht auf Gewinne aus, sondern auf die medizinische

Versorgung ihrer Patienten. Die Blue Cross Versicherung entstand aus der

Initiative von Krankenhäusern heraus, um deren Arbeit zu finanzieren. So

müssen die Mitglieder für eine stationäre Versorgung eine monatliche Prämie

einzahlen. Aufgrund des Erfolgs der Blue Cross Idee, boten einige Ärzte

1 Vgl. Rehfeld, N.: Der amerikanische Patient. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Nr. 235 vom

10.Oktober 2007, S. 40

4


Kaliforniens medizinische ambulante Versorgung gegen das Zahlen einer

Prämie an. Somit war der Weg für die Blue Shields Versicherung geebnet.1

Heute sind 98 Millionen US-Bürger unter den Versicherungsgesellschaften Blue

Cross und Blue Shields versichert.2 Aufgrund der Tatsache, dass die Blues von

ihren Mitgliedern monatliche Zahlungen erhalten, gewährleisten die beteiligten

Krankenhäuser eine kostenfreie Behandlung der Mitglieder. Den Patienten

entstehen keine weiteren Kosten egal wie viel die Blues den Krankenhäusern

aufgrund der Behandlung letztendlich zahlen müssen.3

2.1.2 Die kommerziellen Versicherungsgesellschaften

Die kommerziellen Versicherungsträger sind ähnlich der deutschen

Privatversicherung. Es handelt sich im amerikanischen Gesundheitssystem

hauptsächlich um die Form einer Lebensversicherungsgesellschaft, die jedoch

immer mehr ihren Schwerpunkt auf die Krankenversicherung legt.4 Eine große

Anzahl der Arbeitgeber in den USA versichert seine Arbeitnehmer über eine

kommerzielle Versicherungsgesellschaft. Ein Vorteil dieser Art von

Gruppenversicherung liegt für den Versicherungsträger darin, dass sie im

Verwaltungsbereich Einsparungen erzielen. Es gibt aber auch kommerzielle

Versicherungsgesellschaften, die die Krankenversicherung von Individuen

abdecken. Die anfallenden Krankenhauskosten übernimmt zunächst der Patient

selbst. Die Rechnung kann er daraufhin jedoch bei seiner Versicherung

einreichen. Soweit die Versicherung die erbrachten Leistungen abdeckt, werden

die Kosten dem Patienten, abzüglich einer Selbstbeteiligung, zurück erstattet.5

Häufig sind die Krankenhausrechnungen jedoch höher als die Versicherung

abdeckt, sodass der Patient eine hohe Eigenbeteiligung aufwenden muss.

1 Vgl. Rothfuß, A.: Das Gesundheitswesen in den USA, Reformoption für die Bundesrepublik

Deutschland?, Cuvillier Verlag, Göttingen, 1997, S. 18-20

2 Vgl. Blue Cross Blue Shield Association: 2007 Medical Cost Reference Guide, Facts and

Trends Supporting Knowledge-Driven Solutions,

www.bcbs.com/betterknowledge/mcrg/MCRG.pdf, S. 1, recherchiert am 27. Oktober 2007 um

22:43Uhr

3 Vgl. Rothfuß, A.: Das Gesundheitswesen in den USA, Reformoption für die Bundesrepublik

Deutschland?, Cuvillier Verlag, Göttingen, 1997, S. 18-20

4 Vgl. Ginsburg, P.: Krankenhauskosten in den USA, In: Kosten und Effizienz im

Gesundheitswesen, hrsg. v.: Badura, B., Ferber, Ch. v., Kaufmann, F., Pankoke, E., Thiemeyer,

T., Band 4, Oldenbourg Verlag, München 1985, S. 201-219

5 Vgl. Rothfuß, A.: Das Gesundheitswesen in den USA, Reformoption für die Bundesrepublik

Deutschland?, Cuvillier Verlag, Göttingen, 1997, S. 21/22

5



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