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Seminararbeit, 2007, 15 Seiten
Autor: Alexandra Schulz
Fach: Theologie - Systematische Theologie
Details
Institution/Hochschule: Ludwig-Maximilians-Universität München (Interfakultärer Studiengang Religionswissenschaft)
Tags: Kelch, Symbol, Symbolsystem
Jahr: 2007
Seiten: 15
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 18 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-05536-9
Dateigröße: 109 KB
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Zusammenfassung / Abstract
Diese Arbeit ist im Rahmen des religionswissenschaftlichen Proseminars „Was ist ein religiöses Symbolsystem“ entstanden, welches sich mit einer systematischen Erschließung des Begriffes einerseits und den Theorien von religiösen Symbolsystemen andererseits befasst. Durch die Beschäftigung mit klassischen Texten zum Thema und Einarbeitung in alternative Ansätze soll das zentrale Konzept der Religionstheorie erschlossen werden. Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Symbol des Kelches im Christentum als ausgewähltes Beispiel und geht dabei insbesondere auf die verschiedenen Bedeutungsebenen, sowohl innerhalb als auch außerhalb des christlichen Symbolsystems, ein. In Bezug auf die geschichtliche Entwicklung liegt der Fokus insbesondere auf der Verwendung und Weiterverarbeitung des Kelchsymbols in der Unterhaltung, als auch auf die Veränderungen die sich mit der Entdeckung der Immunschwächekrankheit AIDS für das zentrale Symbol des Christentums ergaben. Als sakrales Gerät kommt dem Kelch in Form eines Abendmahlskelches sowohl in der protestantischen, als auch in der römisch-katholischen Kirche eine große Bedeutung zu. Der Kelch wird in der christlichen Abendmahls-/Eucharistiefeier zur Aufnahme des Weines verwendet und vermittelt als Gefäß-, Opfer-, Trinkschale das Blut Christi an die Gemeinschaft (Berger 1992: 1384). Die Verwendung eines Kelches beim Abendmahl geht unter anderem auch auf die biblischen Berichte über das letzte Mahl Jesu am Vorabend seines Todes mit seinen 12 Aposteln zurück. Bei der Eucharistiefeier ist Jesus in den Gaben Brot und Wein gegenwärtig. Bis ins 19. Jahrhundert wurde das Abendmahl in allen Kirchen mit Wein gefeiert, durch eine einsetzende Bewegung in Rücksicht auf Kinder und Alkoholkranke wurde später teilweise kein Wein sondern Traubensaft zum Abendmahl ausgeteilt. In der römisch-katholischen Kirche beispielsweise werden Brot und Wein durch die Konsekration des Priesters in den realen Leib und das reale Blut Christi verwandelt. In den Kirchen ist man sich aber nach wie vor uneinig über die wörtliche oder symbolische Deutung der Einsetzungsworte. Der Kelch wurde aus den alltäglichen Trinkgefäßen der Antike entwickelt und ist oft kostbar gestaltet (Berger 1992: 1384). Es handelt sich um einen becherartigen Behälter (die sog. Kuppa), einen Ständer, seinerseits gegliedert in einen Fuß und einen in der Mitte mit einem Knauf, dem sog. Nodus versehenen Schaft (zum besseren Halt des Kelches in der Hand).
Textauszug (computergeneriert)
___________________________________________________________________________
LUDWIG-MAXIMILIANS-UNIVERSITÄT MÜNCHEN
INTERFAKULTÄRER STUDIENGANG RELIGIONSWISSENSCHAFT
SOMMERSEMESTER
2007
30.
SEPTEMBER
2007
DER KELCH ALS CHRISTLICHES SYMBOL
PROSEMINAR
: WAS IST EIN RELIGIÖSES SYMBOLSYSTEM?
ALEXANDRA SCHULZ
HAUPTFACH: ETHNOLOGIE (7. FS)
NEBENFÄCHER: MEDIZINGESCHICHTE (3. FS), RELIGIONSWISSENSCHAFT (7. FS)
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung - 2 -
2. Der Abendmahlskelch in der protestantischen und
römisch-katholischen Kirche - 2 -
3. Die Bedeutungsebenen des Kelches - 4 -
3.1. Die institutionalisierte Bedeutung des Kelches - 4 -
3.2. Die individuelle Bedeutung des Kelches - 5 -
3.3. Die latente Bedeutung des Kelches - 6 -
4. Die Verbindung des Kelches mit außerreligiösen Systemen - 7 -
4.1. Die Gralslegende in der Unterhaltung - 7 -
4.2. Der Kelch im täglichen Leben - 9 -
5. Verortung des Kelches innerhalb des Christentums - 10 -
6. Die religionsgeschichtliche Entwicklung in Bezug auf
die Bedeutung des Kelches - 11 -
7. Fazit - 12 -
8. Zitierte Literatur - 13 -
1
1. Einleitung
Diese Arbeit ist im Rahmen des religionswissenschaftlichen Proseminars ,,Was ist
ein religiöses Symbolsystem" entstanden, welches sich mit einer systematischen
Erschließung des Begriffes einerseits und den Theorien von religiösen
Symbolsystemen andererseits befasst. Durch die Beschäftigung mit klassischen
Texten zum Thema und Einarbeitung in alternative Ansätze soll das zentrale
Konzept der Religionstheorie erschlossen werden.
Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Symbol des Kelches im Christentum als
ausgewähltes Beispiel und geht dabei insbesondere auf die verschiedenen
Bedeutungsebenen, sowohl innerhalb als auch außerhalb des christlichen
Symbolsystems, ein. In Bezug auf die geschichtliche Entwicklung liegt der Fokus
insbesondere auf der Verwendung und Weiterverarbeitung des Kelchsymbols in
der Unterhaltung, als auch auf die Veränderungen die sich mit der Entdeckung der
Immunschwächekrankheit AIDS für das zentrale Symbol des Christentums
ergaben.
2. Der Abendmahlskelch in der protestantischen und römisch-katholischen
Kirche
Als sakrales Gerät kommt dem Kelch in Form eines Abendmahlskelches sowohl in
der protestantischen, als auch in der römisch-katholischen Kirche eine große
Bedeutung zu. Der Kelch wird in der christlichen Abendmahls-/Eucharistiefeier zur
Aufnahme des Weines verwendet und vermittelt als Gefäß-, Opfer-, Trinkschale
das Blut Christi an die Gemeinschaft (Berger 1992: 1384). Die Verwendung eines
Kelches beim Abendmahl geht unter anderem auch auf die biblischen Berichte
über das letzte Mahl Jesu am Vorabend seines Todes mit seinen 12 Aposteln
zurück. Bei der Eucharistiefeier ist Jesus in den Gaben Brot und Wein gegenwärtig.
Bis ins 19. Jahrhundert wurde das Abendmahl in allen Kirchen mit Wein gefeiert,
durch eine einsetzende Bewegung in Rücksicht auf Kinder und Alkoholkranke
wurde später teilweise kein Wein sondern Traubensaft zum Abendmahl ausgeteilt.
In der römisch-katholischen Kirche beispielsweise werden Brot und Wein durch
die Konsekration des Priesters in den realen Leib und das reale Blut Christi
verwandelt. In den Kirchen ist man sich aber nach wie vor uneinig über die
wörtliche oder symbolische Deutung der Einsetzungsworte.
Der Kelch wurde aus den alltäglichen Trinkgefäßen der Antike entwickelt und ist
oft kostbar gestaltet (Berger 1992: 1384). Es handelt sich um einen becherartigen
Behälter (die sog. Kuppa), einen Ständer, seinerseits gegliedert in einen Fuß und
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einen in der Mitte mit einem Knauf, dem sog. Nodus versehenen Schaft (zum
besseren Halt des Kelches in der Hand). Der Fuß und der Schaft können
unterschiedlich gestaltet sein: dabei wird das obere Ende des Fußes (der Fußhals)
entweder mit dem unteren Ende des Schaftes so verschmolzen dass Fuß und Schaft
ohne Trennung in einander übergehen oder durch ein trennendes Glied von ihm
geschieden. Die Form des Kelches wurde nicht kirchlich bestimmt, sondern
entwickelte sich allmählich aufgrund praktischer Erwägungen (Braun: 2).
Zwischen anfänglich flachen Trinkschalen und dem zweihenkligen Pokal setzte
sich der henkellose Kelch durch (Berger: 1384). Auch dieser erfuhr im Wandel der
Zeit teilweise starke Veränderungen durch den Einfluss des Zeitgeschmacks
(Berger: 1384).
Bestand der Abendmahlskelch zunächst auch verschiedensten Materialen, wie z. B.
Glas, Edelstein, Holz, Elfenbein oder Metall, so wurden später aus Ehrfurcht nur
noch besonders wertvolle Metalle wie Gold oder Silber zur Herstellung verwendet.
Im Mittelalter wurden so beispielsweise Glas, Holz und Kupfer verboten (Berger:
1384) auch bei Vergoldung (Braun: 3). Zinn wurde bei Armut geduldet, aber eine
Vergoldung innen in jedem Falle gefordert (Berger: 1384). So muss
notwendigerweise die Kuppa an der Innenseite veredelt sein (Braun: 3). Wichtig ist
vor allem das Material der Kuppa, der Fuß sowie der Schaft können aus einem
anderen Metall bestehen (Braun 1930: 3).
Der Kelch wird seiner Würde entsprechend mit figuralem oder sonstigem Schmuck
(Ornamenten oder christlichen Symbolen) verziert, wobei insbesondere zu
beachten ist, dass die Handhabung des Kelches nicht unbequem gemacht wird und
sich die Verzierungen außerdem nicht in der Vordergrund drängen bzw. nicht
willkürlich angebracht sind. Es wird auf harmonische Verhältnisse geachtet und in
der Gestaltung der Verzierungen sollte Zurückhaltung herrschen (Braun 1930: 3).
In diesem Zusammenhang ist insbesondere hinzuweisen auf die Gestaltung und
Verzierung des Kelches mit Edelsteinen, welche vor allem in der römisch-
katholischen Kirche weit verbreitet ist. Doch Edelsteine waren im Christentum
nicht von jeher ein positiv besetztes Symbol: im Kampf gegen weltlichen Luxus
wurden sie in der Literatur oft negativ bewertet; der Edelstein als Inbegriff des
weltlichen Gutes macht den Menschen ,,unfrei, erniedrigt ihn, verweichlicht und
verfälscht" (Meier 1977: 69).
Werden in der Literatur Edelsteine oftmals in die Nähe von heidnischem
Aberglauben und Prunksucht gerückt, so gibt es in der Bibel unterschiedliche
Aussagen dazu: dem kostbaren Schmuck der Hure beispielsweise steht in der
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