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Scholarly Research Paper, 2005, 21 Pages
Author: Dorothee Bausch
Subject: Economics / Business: Business Management, Corporate Governance
Details
Tags: Kaizen
Year: 2005
Pages: 21
Bibliography: ~ 6 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-04128-7
File size: 95 KB
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Abstract
Ein altes japanisches Sprichwort lautet: „Wenn man einen Mann drei Tage lang nicht gesehen hat, sollten seine Freunde gut darauf achten, welche Veränderungen an ihm vorgegangen sind“ (Imai 2002, S. 31). Dieses Sprichwort zeigt, wie tief die „Überzeugung einer nie endenden Verbesserung“ (Imai 2002, S. 31) in der japanischen Mentalität verankert zu sein scheint. Diese Überzeugung, die sich auf alle Bereiche des täglichen Lebens erstreckt, wird unter dem Begriff KAIZEN zusammengefasst, der im Weiteren näher erläutert wird. KAIZEN bedeutet übersetzt kontinuierliche Veränderung (KAI) zum Besseren (ZEN). Im japanischen Sprachgebrauch bezieht sich KAIZEN auf jede Art der Verbesserung, sowohl im Privat- als auch im Arbeitsleben. Nach Auffassung von Masaaki Imai, dem Gründer des KAIZEN Institutes, von dem auch das grundlegende Werk „KAIZEN - der Schlüssel zum Erfolg im Wettbewerb“ stammt, ist KAIZEN im Unternehmensbereich als „das wichtigste japanische Managementkonzept“ anzusehen, das das ständige Streben nach Qualitätssicherung und -verbesserung beinhaltet. Zudem ist er davon überzeugt, dass KAIZEN den „Schlüssel zum Wettbewerbsvorteil der Japaner“ darstellt.
Excerpt (computer-generated)
KAIZEN
1. EINLEITUNG
2
2. KAIZEN
2
2.1 DEFINITION
2
2.2 RAHMENBEDINGUNGEN
3
2.2.1 PROZESSORIENTIERUNG
3
2.2.2 KUNDENORIENTIERUNG
3
2.2.3 MITARBEITERORIENTIERUNG
3
2.3 KAIZEN VS. INNOVATION: JAPANISCHES UND WESTLICHES MANAGEMENT IM VERGLEICH
5
3. KAIZEN DURCH TOTAL QUALITY CONTROL (UMFASSENDE
QUALITÄTSKONTROLLE)
6
4. DIE DREI SEGMENTE VON KAIZEN
7
4.1 MANAGEMENTORIENTIERTES KAIZEN
7
4.1.1 JUST-IN-TIME-PRODUKTION
8
4.1.2 DIE DREI MU
9
4.2 GRUPPENORIENTIERTES KAIZEN
10
4.2.1 QC (QUALITÄTSKONTROLLE)-ZIRKEL
11
4.3 PERSONENORIENTIERTES KAIZEN
11
4.3.1 VORSCHLAGSWESEN
12
5. KAIZEN-MANAGEMENT
13
5.1 FUNKTIONSÜBERSCHNEIDENDES MANAGEMENT
13
5.2 DURCHGÄNGIGKEIT DER UNTERNEHMENSPOLITIK
13
5.3 DURCHGÄNGIGKEIT DER QUALITÄT
13
6. CHECKLISTEN UND PROBLEMLÖSUNGSWERKZEUGE VON KAIZEN
14
6.1 DIE 5 WARUM
14
6.2 DIE 3-MU-CHECKLISTE (SIEHE KAPITEL 4.1.1.1: DIE DREI MU)
14
6.3 DIE 5-S-BEWEGUNG
14
6.4 DIE 6 W
15
6.5 DIE 4-M-CHECKLISTE (5-M-CHECKLISTE)
16
6.6 DIE 7 STATISTISCHEN WERKZEUGE
18
6.7 DIE NEUEN 7 STATISTISCHEN WERKZEUGE
18
7. FAZIT
19
LITERATURVERZEICHNIS
20
1
1. Einleitung
Ein altes japanisches Sprichwort lautet:
,,Wenn man einen Mann drei Tage lang nicht gesehen hat, sollten seine Freunde gut darauf
achten, welche Veränderungen an ihm vorgegangen sind" (Imai 2002, S. 31).
Dieses Sprichwort zeigt, wie tief die ,,Überzeugung einer nie endenden Verbesserung" (Imai
2002, S. 31) in der japanischen Mentalität verankert zu sein scheint. Diese Überzeugung, die
sich auf alle Bereiche des täglichen Lebens erstreckt, wird unter dem Begriff KAIZEN
zusammengefasst, der im Weiteren näher erläutert wird.
2. KAIZEN
2.1 Definition
KAIZEN bedeutet übersetzt kontinuierliche Veränderung (KAI) zum Besseren (ZEN). Im
japanischen Sprachgebrauch bezieht sich KAIZEN auf jede Art der Verbesserung, sowohl im
Privat- als auch im Arbeitsleben.
Nach Auffassung von Masaaki Imai, dem Gründer des KAIZEN Institutes1, von dem auch
das grundlegende Werk ,,KAIZEN - der Schlüssel zum Erfolg im Wettbewerb" stammt, ist
KAIZEN im Unternehmensbereich als ,,das wichtigste japanische Managementkonzept"
anzusehen, das das ständige Streben nach Qualitätssicherung und -verbesserung bein-
haltet. Zudem ist er davon überzeugt, dass KAIZEN den ,,Schlüssel zum Wettbewerbsvorteil
der Japaner" darstellt.
KAIZEN im Unternehmen ist dadurch gekennzeichnet, dass sich die stetigen
Verbesserungen auf sämtliche betriebliche Vorgänge erstrecken, d.h. von der Idee zu einem
Produkt, über die Fertigstellung, die Vermarktung bis hin zur Kundenpflege und, dass
sämtliche Hierarchieebenen, d.h. Arbeiter, Führungskräfte und Geschäftsleitung, in die
Prozesse involviert werden.
Jeder Beschäftigte, der an seinem Arbeitsplatz oder -umfeld ein Problem erkennt, soll die
Möglichkeit haben, dieses Problem auch zu lösen, ohne negative Auswirkungen in Bezug auf
sein Ansehen oder sein berufliches Fortkommen befürchten zu müssen. Im Gegenteil, es ist
sogar sehr erwünscht, dass die Mitarbeiter, egal welcher Hierarchieebene sie angehören, im
Hinblick auf das Erkennen von Verbesserungsmöglichkeiten und dem Erarbeiten von
Lösungen wachsam sind und bleiben, getreu der KAIZEN-Botschaft, dass ,,kein Tag ohne
irgendeine Verbesserung im Unternehmen" (Imai 2002, S. 31) vergehen soll.
1 Das KAIZEN Institut ist eine weltweit (in Sachen KAIZEN) aktive Organisation zur Beratung von
Unternehmen, die mit Standorten in Europa, Asien und Amerika vertreten ist (www.kaizen-institute.com).
2
Dass das in japanischen Unternehmen in dieser Form offensichtlich möglich ist, liegt sicher
darin begründet, dass KAIZEN, wie bereits oben angedeutet, in Japan nicht nur als ein
Managementkonzept anzusehen ist, welches bei Bedarf aus dem Hut gezaubert wird,
sondern vielmehr eine Art Lebenseinstellung darstellt, die sich eben nicht nur auf den
Arbeitsplatz bzw. das Unternehmen beschränkt, sondern sich auch auf den privaten Bereich,
d.h. auf das soziale und häusliche Leben, ausweitet.
2.2 Rahmenbedingungen
2.2.1 Prozessorientierung
KAIZEN verlangt eine konsequente Prozessorientierung und damit gleichzeitig auch die
Abkehr von einer in erster Linie ergebnisorientierten Denkweise. Das Hauptaugenmerk bei
einer prozessorientierten Ausrichtung liegt auf den Arbeitsprozessen, um bereits an dieser
Stelle Verbesserungspotentiale zu erkennen und Verbesserungen auch in die Tat umsetzen
zu können.
Ein Unternehmen, welches auf KAIZEN ausgerichtet ist und damit auch prozessorientiert
handelt, verspricht sich durch verbesserte Prozesse letztendlich auch bessere Ergebnisse
als bei einer rein ergebnisorientierten Unternehmenskultur.
Eine prozessorientierte Einstellung setzt allerdings auch eine starke Mitarbeiterorientierung
voraus, auf die im weiteren Verlauf noch näher eingegangen wird, denn die Mitarbeiter sind
diejenigen, die die Verbesserungspotentiale in Bezug auf die Arbeitsprozesse erkennen
sollen, um sie, wenn möglich, schließlich auch zu verbessern.
2.2.2 Kundenorientierung
,,Der nächste Prozess ist der Kunde" (Imai 2002, S. 95):
Das oberste Ziel, das KAIZEN verfolgt, ist die Zufriedenstellung der Kunden. Dabei wird auch
kein Unterschied gemacht, ob es sich um externe Kunden oder um einen internen Kunden
(nachgelagerte Abteilung innerhalb des Unternehmens) handelt.
Es hat absolute Priorität, die Bedürfnisse der Kunden adäquat zu erfüllen. Und so werden
von Unternehmensseite auch nur die Produkte bzw. Dienstleistungen angeboten, die die
Kunden tatsächlich nachfragen.
2.2.3 Mitarbeiterorientierung
Um das Ziel der Kundenzufriedenheit zu erreichen, spielen die Mitarbeiter des
Unternehmens eine entscheidende Rolle, aber nicht nur die, sondern auch die Zulieferer und
deren Mitarbeiter. Kurz gesagt: Bei KAIZEN steht der Mensch im Mittelpunkt.
3
Die Philosophie des KAIZEN, d.h. die Bereitschaft Verbesserungspotentiale im Unternehmen
zu erkennen und Verbesserungen durchzuführen, muss von sämtlichen Mitarbeiter aller
Hierarchieebenen, vom Arbeiter bis zum Top-Management, getragen werden, damit sie zu
einem Unternehmenserfolg führt.
Die Mitarbeiter werden regelrecht dazu motiviert und trainiert, Probleme oder Situationen, die
zu Problemen führen könnten, zu erkennen (japanisch: ,,warusa-kagan"), sie zu lösen und
diese Lösungen weiter zu verbessern (= KAIZEN zu denken).
Ein strikt hierarchisches Denken in einem KAIZEN-Unternehmen ist mit KAIZEN-Gedanken
demnach kaum vereinbar, obwohl es sehr wohl auch dort verschiedene Hierarchieebenen
gibt. Die folgende Tabelle soll darüber Aufschluss geben, wer in einem KAIZEN-Unter-
nehmen welche Rolle spielt.
Top
Mittleres
Meister Arbeiter
Management
Management und
Stab
Einführung von
Entwicklung und
Funktionstüchtige
Teilnahme an KAIZEN
KAIZEN als grund-
Durchsetzung der
Anwendung von
durch Vorschlagswesen
legende Strategie
vom Top-Manage-
KAIZEN
und Kleingruppen-
ment entwickelten
aktivität
Zielsetzungen durch
verbreitende Maß-
nahmen und
interfunktionales
Management
Förderung und
Nutzung von
Planentwicklung
Disziplin innerhalb der
Leitung von
KAIZEN in
zur Realisierung
Arbeitsgruppen halten
KAIZEN durch
funktionalen
von KAIZEN und
geeignete
Systemen
Förderung von
Hilfsmittel
Führungseigen-
schaften
Etablierung von
Festlegung, Erhalt-
Unterstützung von
Weiterentwicklung der
Policies für KAIZEN ung und Steigerung
Kleingruppenak-
bewussten Auseinander-
und interfunktionale der Standards
tivitäten sowie des setzung mit dem Arbeits-
Ziele
individuellen Vor-
prozess zur besseren
schlagssystems
Lösung von Problemen
Realisierung der
Förderung des
Einführung von
Erhöhung der Fach-
KAIZEN-Ziele
KAIZEN-Bewußt-
Disziplin innerhalb
kenntnis und
durch Policy-
seins der Arbeiter
der Arbeitsgruppen Arbeitserfahrung durch
Verbreitung und
durch Trainingspro-
weiterführende Seminare
Überprüfung
gramme
Aufbau von
Hilfestellung für die
Förderung neuer
Systemen, Arbeits- Arbeiter, Fähigkeiten KAIZEN-Ideen
techniken und
und Werkzeuge zur
Strukturen ent-
Problemlösung zu
sprechend dem
entwickeln
KAIZEN-Prinzip
Abb. 1: Die Hierarchie der Beteiligung an KAIZEN (Imai 2002, S. 35)
4
In einer westlich geprägten Unternehmenskultur ist es eher unüblich, sämtliche Mitarbeiter,
mehr oder weniger, in wichtige Entscheidungsprozesse, die das Unternehmen insgesamt
betreffen, einzubeziehen. In solchen Unternehmen ist dies in der Regel Sache der obersten
Führungsetage.
2.3 KAIZEN vs. Innovation: Japanisches und westliches Management im
Vergleich
Imai beantwortet die Frage nach dem wichtigsten Unterschied zwischen japanischem und
westlichem Management folgendermaßen: ,,Japanisches KAIZEN und die damit verbundene
prozessorientierte Art zu denken gegenüber dem westlichen innovations- und ergebnis-
orientierten Denken" (Imai 2002, S. 17).
KAIZEN
Innovation
1. Effekt
langfristig und andauernd,
kurzfristig, aber dramatisch
aber undramatisch
2. Tempo
kleine Schritte
große Schritte
3. Zeitlicher Rahmen
kontinuierlich und steigend
unterbrochen und befristet
4. Erfolgschance
gleich bleibend hoch
abrupt und unbeständig
5. Protagonisten
jeder Firmenangestellte
wenige ,,Auserwählte"
6. Vorgehensweise
Kollektivgeist,
,,Ellbogenverfahren",
Gruppenarbeit, Systematik
individuelle Ideen und
Anstrengungen
7. Devise
Erhaltung und Verbesserung Abbruch und Neuaufbau
8. Erfolgsrezept
konventionelles Know-how
Technologische
und jeweiliger Stand der
Errungenschaften, neue
Technik
Erfindungen, neue Theorien
9. Praktische
kleines Investment, großer
großes Investment, geringer
Voraussetzungen
Einsatz zur Erhaltung
Einsatz zur Erhaltung
10. Erfolgsorientierung
Menschen
Technik
11. Bewertungskriterien
Leistung und Verfahren für
Profitresultate
bessere Ergebnisse
12. Vorteil
hervorragend geeignet für
hauptsächlich geeignet für
eine langsam ansteigende
eine rasch ansteigende
Wirtschaft
Wirtschaft
Abb. 2: Merkmale von KAIZEN und Innovation (Imai 2002, S. 58)
Die Aufzählung der Merkmale von KAIZEN und Innovation zeigt, dass die Unterschiede
beider Managementkonzepte gravierend sind, was aber nun nicht bedeutet, dass sie sich
gegenseitig ausschließen, im Gegenteil, sie können sich sogar ergänzen.
Im Gegensatz zur westlichen Managementkultur weiß die japanische durchaus, beide
Konzepte in Kombination sinnvoll zu nutzen. Wenn durch KAIZEN an einem vorhandenen
Standard keine Verbesserung mehr möglich ist, so ist es an der Zeit, eine Innovation
durchzuführen. Es entsteht ein neuer Standard, den es wieder gilt, stetig zu verbessern bis
5
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