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Termpaper, 2003, 22 Pages
Author: Ramona Burkhardt
Subject: Pedagogy - Pedagogic Psychology
Details
Tags: Gewalt, Erklärungsansätze, Gewalt, Schule
Year: 2003
Pages: 22
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 12 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-04281-9
ISBN (Book): 978-3-640-33079-9
File size: 96 KB
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Abstract
Diese Arbeit wird sich mit dem Phänomen ,,Gewalt an Schulen" auseinandersetzen. Dieses Thema passt in den Trend des 21. Jahrhunderts, über Jugendgewalt zu berichten. Initiator für die Konjunktur waren die Medien, die sich diesem Thema seit Beginn der 90er Jahre widmen. Dabei wird in der Öffentlichkeit Gewalt immer gleich als körperliche Aggression verstanden, was den Blickwinkel einschränkt. Täter sind immer nur die Schüler/Innen, nicht die Lehrer oder die Institution Schule. Wenn die Medien über Jugendgewalt berichten, dann gerät der Blick automatisch auf die Schule als Aufenthaltsort der Jugend. Untersucht man das Gewaltpotential an Schulen erfährt man etwas über Jugendgewalt allgemein. Diesen Blickwinkel unterstützend, wirkt die Tatsache, dass die Lehrer von einer Gewaltzunahme an Schulen sprechen und sich dadurch in ihrem Berufsalltag gefährdet sehen. Damit wurde die schulinterne Diskussion 1992 ins Rollen gebracht. Dabei geht es um Demotivierung und Zunahme von Aggressionen, die zu einer höheren Belastung im Unterricht führen und die Anforderungen an die Erziehungsarbeit ansteigen lassen. Zeitgleich begann auch die wissenschaftliche Thematisierung dieses Themas. Dabei konnten die empirischen Ergebnisse keine Bestätigung überbordender Gewalt ausmachen. Die Wahrnehmung ansteigender Gewalt muss also eher durch die Sensibilisierung gegenüber Gewalt und der Realitätsverzerrung seitens der Medien erklärt werden. Bisher hat man voreilig familiäre Erziehungsmängel, das Wohnumfeld und Medieneinflüsse als Erklärungsfaktoren herangezogen. Der Einfluss der Schule wird dabei allzu schnell vergessen.1 Deshalb wird diese Institution hier im Mittelpunkt des Interesses stehen. Die Schule stellt eine wichtige Sozialisationsinstanz dar, in der die Jugendlichen einen Großteil ihrer Zeit verbringen müssen. Hier treffen die jungen Leute auf peer-groups, deren Einfluss, meiner Meinung nach, gerade bezüglich Gewalt nicht unerheblich ist. Aber auch das Schulklima und die Lernkultur sind wichtige Einflussgrößen.
Excerpt (computer-generated)
,,Mit Gewalt geht alles ... kaputt!"
Hausarbeit
im Fach Erziehungswissenschaft,
Bereich Pädagogische Psychologie
an der Universität Jena
vorgelegt von
Ramona Burkhardt
Jena, Juli 2003
Inhaltsverzeichnis
1
EINLEITUNG 1
2
ERKLÄRUNGSANSÄTZE FÜR GEWALT IN DER SCHULE 3
3
GEWALTBELASTUNG UND GEWALTENTWICKLUNG AN SCHULEN 5
4
AUSMAß UND ERSCHEINUNGSFORMEN VON GEWALT 6
5
BEFUNDE NACH DIFFERENZIERUNGSMERKMALEN 9
5.1 GESCHLECHT 9
5.2 SCHULFORM 11
5.3 ALTER BZW. JAHRGANGSSTUFE 12
5.4 LEISTUNGSSTATUS 13
6
ENTSTEHUNGSBEDINGUNGEN VON GEWALT 13
7
SCHLUSSBETRACHTUNG 16
Mit Gewalt geht alles ... kaputt!
1 Einleitung
Diese Arbeit wird sich mit dem Phänomen ,,Gewalt an Schulen" auseinandersetzen. Dieses
Thema passt in den Trend des 21. Jahrhunderts, über Jugendgewalt zu berichten. Initiator für
die Konjunktur waren die Medien, die sich diesem Thema seit Beginn der 90er Jahre widmen.
Dabei wird in der Öffentlichkeit Gewalt immer gleich als körperliche Aggression verstanden,
was den Blickwinkel einschränkt. Täter sind immer nur die Schüler/Innen, nicht die Lehrer
oder die Institution Schule.
Wenn die Medien über Jugendgewalt berichten, dann gerät der Blick automatisch auf die
Schule als Aufenthaltsort der Jugend. Untersucht man das Gewaltpotential an Schulen erfährt
man etwas über Jugendgewalt allgemein.
Diesen Blickwinkel unterstützend, wirkt die Tatsache, dass die Lehrer von einer
Gewaltzunahme an Schulen sprechen und sich dadurch in ihrem Berufsalltag gefährdet sehen.
Damit wurde die schulinterne Diskussion 1992 ins Rollen gebracht. Dabei geht es um
Demotivierung und Zunahme von Aggressionen, die zu einer höheren Belastung im
Unterricht führen und die Anforderungen an die Erziehungsarbeit ansteigen lassen. Zeitgleich
begann auch die wissenschaftliche Thematisierung dieses Themas. Dabei konnten die
empirischen Ergebnisse keine Bestätigung überbordender Gewalt ausmachen. Die
Wahrnehmung ansteigender Gewalt muss also eher durch die Sensibilisierung gegenüber
Gewalt und der Realitätsverzerrung seitens der Medien erklärt werden. Bisher hat man
voreilig familiäre Erziehungsmängel, das Wohnumfeld und Medieneinflüsse als
Erklärungsfaktoren herangezogen. Der Einfluss der Schule wird dabei allzu schnell
vergessen.1
Deshalb wird diese Institution hier im Mittelpunkt des Interesses stehen. Die Schule stellt eine
wichtige Sozialisationsinstanz dar, in der die Jugendlichen einen Großteil ihrer Zeit
verbringen müssen. Hier treffen die jungen Leute auf peer-groups, deren Einfluss, meiner
Meinung nach, gerade bezüglich Gewalt nicht unerheblich ist. Aber auch das Schulklima und
die Lernkultur sind wichtige Einflussgrößen.
Gut informiert sind wir heute dank der jüngeren Forschung über
Formen und Häufigkeiten
von Gewalterscheinungen
. Die Rangreihe von Gewalthandlungen stimmt bei Lehrern und
1 Vgl. Tillmann, Klaus-Jürgen: Gewalt an Schulen. S. 36-40
- -
1
Mit Gewalt geht alles ... kaputt!
Schülern überein: Verbale Attacken sind weitverbreitet, während strafrechtlich relevante
Delikte selten sind.
Außerdem wissen wir viel über Schulform-, Alters- und Geschlechtsunterschiede beim
gewaltförmigen Verhalten: Es gibt massive Geschlechtsunterschiede bei der Gewaltbilligung
und -beteiligung, besonders bei körperlicher Gewalt. Hinsichtlich der Schulform tritt
körperliche Aggressivität vorwiegend an Sonder- und Hauptschulen auf. Zwischen dreizehn
und fünfzehn Jahren bzw. in der 8./9. Jahrgangsstufe ist die Gewalt am ausgeprägtesten,
danach nimmt sie wieder ab. Schließlich verfügen wir über eine differenzierte Beschreibung
der Beziehungen zwischen Opfer-Sein und Täter-Sein: Vor allem bei massiver Gewalt sind
Opfer und Täter nicht eindeutig zu unterscheiden. Viel eher kann man zwischen zwei
informellen Kulturen differenzieren: jene, die sich von gewalttätigen Auseinandersetzungen
fernhalten und jene, die einer aggressiv orientierten Kultur angehören. 2
Diese hier nur knapp erwähnten Aspekte mit ihren jeweiligen Ausprägungen sollen in den
folgenden fünf Kapitel genauer erläutert und um zusätzliche Informationen ergänzt werden.
Zunächst werden verschiedene klassische und neuere psychologische sowie soziologische
Erklärungsansätze für Gewalt in der Schule vorgestellt (Kapitel 1). Im zweiten Kapitel geht es
um Gewaltbelastung und Gewaltentwicklung an Schulen. Das dritte Kapitel behandelt
Ausmaß und Erscheinungsformen von Schülergewalt. Dann stelle ich im vierten Kapitel die
Befunde nach verschiedenen Differenzierungsmerkmalen vor. Schließlich sollen noch die
Entstehungsbedingungen von Gewalt erwähnt werden (Kapitel 5). Die Gewaltprävention wird
hier kein Thema sein, da es mir nur darum ging, das Gewaltphänomen an sich darzustellen.
Nur in der Schlussbetrachtung werde ich kurz darauf zu sprechen kommen.
2 Vgl. Tillmann, Klaus-Jürgen: Gewalt an Schulen. S. 40-42
- -
2
Mit Gewalt geht alles ... kaputt!
2
Erklärungsansätze für Gewalt in der Schule
Gewalt an Schulen kann auf unterschiedlichste Weise erklärt werden. Psychologische Ansätze
erklären Gewalt eher durch psychische Vorgänge einer Person oder Lernprozesse. Die
Soziologie rückt das Wirken gesellschaftlicher Bedingungen ins Zentrum. Zu den
traditionellen psychologischen Aggressionstheorien gehören die folgenden Lehrmeinungen.
Triebtheorien:
Der Mensch trägt ein angeborenes Aggressionspotential in sich. Aggression ist
also Bestandteil der menschlichen Entwicklung.3
Frustrationstheorien:
Einer Aggression geht stets eine Frustration voraus. ,,Frustrationen
erhöhen die Wahrscheinlichkeit von Aggressionen, die sich dann in irgendeiner Form
äußern"4.
Lerntheorien:
Aggressionen und Gewalt basieren auf Lernvorgängen: Beobachtung,
Nachahmung, Konsequenzen des eigenen Handeln oder kognitive Prozesse. 5
Psychoanalytische Sicht:
Aggression wird als hilfloser Versuch gedeutet, Gefühle der Angst
zu kontrollieren. Sie ist ein psychisches Notsignal für Ängste und Ausdruck von wenig
erfahrener Akzeptanz, Anerkennung und Zuwendung vor allem in früher Kindheit.
Biologische Theorien:
Sie weisen auf verhaltensgenetische und evolutionstheoretische
Faktoren hin. 6
Zu den
neueren psychologischen Ansätzen
gehören
Entwicklungspsychologische Konzepte:
Aggression und Gewalt sind typisch für die Kindheits- und Jugendphase und hängen eng mit
der kognitiven, moralischen und psychosozialen Entwicklung zusammen. Zu den neueren
Ansätzen zählt auch der
schulbezogene psychoanalytische Ansatz.
3 Vgl. Nolting, Hans-Peter: Lernfall Aggression. S. 46-49.
4 Schubarth, Wilfried: Gewalt und Gewaltprävention in der Schule. S.29.
5 Vgl. Nolting, Hans-Peter. Lernfall Aggression. S. 83-95.
6 Vgl. Nolting, Hans-Peter. Lernfall Aggression. S. 44-55.
- -
3
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