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Der Gott aus dem Meer

Hauptseminararbeit, 1997, 12 Seiten
Autor: Ute Bartelt
Fach: Archäologie

Details

Veranstaltung: Plastik des 5. Jahrhunderts v.Chr.
Institution/Hochschule: Ruhr-Universität Bochum (Institut für Archäologie)
Tags: Gott, Meer, Plastik, Jahrhunderts
Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 1997
Seiten: 12
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 16  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V91067
ISBN (E-Book): 978-3-638-05585-7
ISBN (Buch): 978-3-638-94708-4
Dateigröße: 97 KB

Zusammenfassung / Abstract

Die griechische Plastik des 5. Jahrhunderts v.Chr. ist der heutigen Forschung meist nur durch die in römischer Zeit angefertigten Marmorkopien und durch die Erwähnung einiger Künstler und ihrer Werke in der antiken Literatur erschließbar. Umso wertvoller sind deshalb die relativ seltenen Zufallsfunde von griechischen Originalen, die einen direkten Blick auf die Plastik dieser Epoche gewähren. Der sogenannte „Gott aus dem Meer“ ist ein solcher Zufallsfund: eine griechische Bronzestatue im Original. Wie die meisten Bronzeoriginale handelt es sich um einen Gewässerfund – über Jahrtausende vor dem Zugriff der Menschen geschützt. Mit seiner Entdeckung in den 1920er Jahren begann eine heftige Kontroverse um den „Gott aus dem Meer“. Unbestritten blieb allein die Tatsache, daß es sich bei dem Fund um ein vorzügliches Originalwerk griechischer Toreutik handelt, bestens erhalten und sehr aufwendig gearbeitet. Kontrovers und vor allem leidenschaftlich gestaltete sich jedoch primär die Diskussion um die Benennung dieser Statue – Fragen, die die Datierung und die Meisterzuschreibung betreffen, folgten und wurden ebenfalls heftig diskutiert. Zu einem endgültigen – und vor allem allgemein anerkannten – Schluß ist die Forschung bis heute nicht gekommen, so daß sich die Fragestellungen in den letzten Jahrzehnten kaum verändert haben. In der folgenden Arbeit sollen einleitend kurz die Fundumstände dargestellt werden. Es folgt eine Beschreibung der Bronzestatue, die die Basis für die anschließende Frage nach der Benennung bilden soll. Abschließend wird dann auf die Datierung und die Meisterzuweisung eingegangen. Im September 1928 ließ die griechische Regierung vor der Nordküste Euböas am Kap Artemision eine etwas überlebensgroße Bronzestatue aus dem Meer heben, deren linker Arm bereits 1926 von griechischen Fischern dort geborgen werden konnte und ins Athener Nationalmuseum gelangt war. Die Statue fand sich in einer Tiefe von rund 42 m, etwa 600 m vom Land entfernt. Bis auf das Attribut, das die rechte Hand umschlossen hielt, die Füllung der Augenhöhlen, die Wimpern sowie die – vermutlich in Silber und in Kupfer gearbeiteten – Einlagen der Augenbrauen, Lippen und Brustwarzen ist die 2,09 m messende Bronzestatue fast vollständig erhalten. An gleicher Stelle konnte zwei Monate später das bronzene Vorderteil eines Pferdes und die unvollständige Bronze eines reitenden Knaben geborgen werden.


Textauszug (computergeneriert)

Hauptseminar ,,Plastik des 5. Jahrhunderts v.Chr."

Thema:

Der Gott aus dem Meer

von

Ute Bartelt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 3

2. Die Fundumstände 3

3. Die Bronzestatue 4

4. Zur Benennung der Bronze 6

5. Zur Datierung 8

6. Zur Meisterfrage 8

7. Zusammenfassung 9

8. Literatur 10

9. Fußnoten 11

2


1. Einleitung

Die griechische Plastik des 5. Jahrhunderts v.Chr. ist der heutigen Forschung meist nur durch

die in römischer Zeit angefertigten Marmorkopien und durch die Erwähnung einiger Künstler

und ihrer Werke in der antiken Literatur erschließbar. Umso wertvoller sind deshalb die

relativ seltenen Zufallsfunde von griechischen Originalen, die einen direkten Blick auf die

Plastik dieser Epoche gewähren.

Der sogenannte ,,Gott aus dem Meer" ist ein solcher Zufallsfund: eine griechische

Bronzestatue im Original. Wie die meisten Bronzeoriginale handelt es sich um einen

Gewässerfund ­ über Jahrtausende vor dem Zugriff der Menschen geschützt.

Mit seiner Entdeckung in den 1920er Jahren begann eine heftige Kontroverse um den ,,Gott

aus dem Meer". Unbestritten blieb allein die Tatsache, daß es sich bei dem Fund um ein

vorzügliches Originalwerk griechischer Toreutik handelt, bestens erhalten und sehr aufwendig

gearbeitet. Kontrovers und vor allem leidenschaftlich gestaltete sich jedoch primär die

Diskussion um die Benennung dieser Statue ­ Fragen, die die Datierung und die

Meisterzuschreibung betreffen, folgten und wurden ebenfalls heftig diskutiert. Zu einem

endgültigen ­ und vor allem allgemein anerkannten ­ Schluß ist die Forschung bis heute nicht

gekommen, so daß sich die Fragestellungen in den letzten Jahrzehnten kaum verändert haben.

In der folgenden Arbeit sollen einleitend kurz die Fundumstände dargestellt werden. Es folgt

eine Beschreibung der Bronzestatue, die die Basis für die anschließende Frage nach der

Benennung bilden soll. Abschließend wird dann auf die Datierung und die Meisterzuweisung

eingegangen.

2. Die Fundumstände

Im September 1928 ließ die griechische Regierung vor der Nordküste Euböas am Kap

Artemision eine etwas überlebensgroße Bronzestatue aus dem Meer heben, deren linker Arm

bereits 1926 von griechischen Fischern dort geborgen werden konnte und ins Athener

Nationalmuseum gelangt war.

Die Statue fand sich in einer Tiefe von rund 42 m, etwa 600 m vom Land entfernt. Bis auf das

Attribut, das die rechte Hand umschlossen hielt, die Füllung der Augenhöhlen, die Wimpern

sowie die ­ vermutlich in Silber und in Kupfer gearbeiteten ­ Einlagen der Augenbrauen,

Lippen und Brustwarzen ist die 2,09 m1 messende Bronzestatue fast vollständig erhalten. An

gleicher Stelle konnte zwei Monate später das bronzene Vorderteil eines Pferdes und die

unvollständige Bronze eines reitenden Knaben geborgen werden2. Des weiteren fand man u.a.

3



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