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Scholary Paper (Seminar), 2007, 20 Pages
Author: Diplom-Betriebswirt Bekkay Rafoud
Subject: Economics / Business: Political Economics
Details
Tags: Lehren, Asienkrise, Finanzsystem
Year: 2007
Pages: 20
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 14 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-04870-5
ISBN (Book): 978-3-638-94264-5
File size: 99 KB
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Abstract
Aus ökonomischer Sicht galt die Instabilität der Finanzmärkte als eines der zentralen Probleme des letzten Jahrzehnts. Nachdem es in den siebziger und achtziger Jahren zahlreiche Banken und Finanzkrisen in Lateinamerika gab, kam es in den neunziger Jahren erneut zu Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten. Der Ausbruch der Asienkrise Mitte 1997 mit der Freigabe des thailändischen Baht, sorgte für eine der schwersten Krisen in den Schwellenländern überhaupt. Man sprach von der asiatischen Grippe. Die zuvor hochgelobten Tigerstaaten , die sich sowohl durch ein hohes Wirtschaftswachstum, geringe Inflationsraten und Budgetdefizite, als auch eine niedrige Staatsverschuldung und ein hohes Leistungsbilanzdefizit auszeichneten , steckten sich an und es entfachte ein ökonomischer Flächenbrand. Die thailändische Währungskrise, weitete sich zu einer Finanzkrise aus, die die anderen ostasiatischen Staaten erfasste. Die Krise wurde von sehr wenigen Ökonomen vorhergesagt. Selbst der IWF befand im Mai 1997, die Abnahme der Wirtschaftstätigkeit der ostasiatischen Länder als eine gesunde Korrektur zur Vermeidung von Überhitzungserscheinungen. ....
Excerpt (computer-generated)
Lehren aus der Asienkrise für das
internationale Finanzsystem
Bekkay Rafoud
FH Mainz
TABELLENVERZEICHNIS
Tabelle 1: Gesamtwirtschaftliche Kosten von Bankenkrisen in % des BIP
INHALTSVERZEICHNIS
1. Einleitung 3
2. Was ist eine Finanzmarktkrise? 5
3. Einordnung der Asienkrise 1997/98 5
4. Erklärungsansätze der Asienkrise 6
4.1. Modell der ersten und zweiten Generation 6
4.2. Moral Hazard-Problem 7
4.3. Finanzmarktpanik und Herding 8
4.4 Zwischenfazit 10
5. Lehren aus der Asienkrise 10
5.1. Internationale Kapitalverkehrskontrollen 10
5.2. Lender of Last Resort 11
5.3. Bekämpfung der Korruption 12
5.4. Neue globale Finanzarchitektur 13
6. Fazit 14
ANHANG 1 Chronologie der Finanzmarktkrise in Ostasien 16
LITERATURVERZEICHNIS 18
2
1. Einleitung
Aus ökonomischer Sicht galt die Instabilität der Finanzmärkte als eines der
zentralen Probleme des letzten Jahrzehnts.1 Nachdem es in den siebziger und
achtziger Jahren zahlreiche Banken und Finanzkrisen in Lateinamerika gab,
kam es in den neunziger Jahren erneut zu Turbulenzen an den internationalen
Finanzmärkten.2 Der Ausbruch der Asienkrise Mitte 1997 mit der Freigabe des
thailändischen Baht, sorgte für eine der schwersten Krisen in den
Schwellenländern überhaupt. Man sprach von der asiatischen Grippe. Die zuvor
hochgelobten Tigerstaaten 3 , die sich sowohl durch ein hohes Wirtschafts-
wachstum, geringe Inflationsraten und Budgetdefizite, als auch eine niedrige
Staatsverschuldung und ein hohes Leistungsbilanzdefizit auszeichneten 4 ,
steckten sich an und es entfachte ein ökonomischer Flächenbrand. Die
thailändische Währungskrise, weitete sich zu einer Finanzkrise aus, die die
anderen ostasiatischen Staaten erfasste.5 Die Krise wurde von sehr wenigen
Ökonomen vorhergesagt.6 Selbst der IWF befand im Mai 1997, die Abnahme
der Wirtschaftstätigkeit der ostasiatischen Länder als eine gesunde Korrektur
zur Vermeidung von Überhitzungserscheinungen.7
Die Krise vertiefte sich, als private Investoren 1998 ca. 55 Mrd. US-Dollar
abzogen. Am stärksten betroffen waren Thailand, Indonesien, Malaysia, und
Südkorea. 8 Innerhalb desselben Jahres ging das Bruttosozialprodukt der
Länder um 7,5% gegenüber 1997 zurück.9 Dabei wendeten sich die Staaten
außer Malaysia an den IWF, der seine Hilfe, mit wirtschaftlichen Auflagen
gewährte.
In den betroffenen Ländern haben sich die Währungen inzwischen stabilisiert,
die Währungsreserven sind gestiegen und die Zinsen gefal en.
1 Vgl. Resinek (2001), S. 1.
2 Vgl. Resinek (2001), S.2.
3 unter anderem Korea Taiwan, Hongkong, Singapur, Malaysia,Thailand
4 Vgl. Aschinger (2000), S. 219
5 Vgl. Spillmann (2002), S. 1.
6 Vgl. Krugman bezeichte das asiatische Wirtschaftswunder als Mythos, er konnte aber die Krise 1997
auch nicht vorhersagen.
7 Intenational Monetary Fund, 1997, S. 12.
8 Vgl. Spillmann (2002), S,1.
9 Vgl. Spillmann (2002), S.1.
3
Die Globalisierung der Gütermärkte und die Deregulierung der Finanzmärkte
haben seit dem Zusammenbruch des Bretton-Woods-Systems die inter-
nationale Mobilität des Kapitals erhöht. Somit ist ein häufigeres Auftreten von
Finanzsystemkrisen sowohl in Industrieländern als auch in den Emerging-
markets zu beobachten. Das Auftreten von Finanzkrisen ist nichts Neues,
sondern ein dauerhaftes Phänomen, das hohe Kosten mit sich trägt. (Tab. 1)
Tabelle 1: Gesamtwirtschaftliche Kosten von Bankenkrisen in % des BIP
Entwickelte
Kosten Entwicklungsländer Kosten
Länder
Argentinien (1980-
Spanien (1977-85)
17%
55%
82)
Japan (90er Jahre)
10%
Chile (1981-87)
41%
Finnland (1991-93)
8%
Israel 81977-83)
30%
Cote d′Ivoire (1988-
Schweden (1991)
6%
25%
91)
Venezuela (seit
Norwegen(1987-89) 4%
18%
1994)
USA (Savings and
12-15%
35
Mexiko (seit 1994)
Loan , 1984-91)
Vgl. Golstein/Turner (1996), S.5.; Wyplosz (1999), S.156
Merkmale der Krisen, wie die in Asien, lassen sich nur schwer auf den
Finanzsektor beschränken. Sie ziehen schnell die reale Ökonomie und die
Volkswirtschaften in Mitleidenschaft. Obwohl die Asienkrise überwunden ist, ist
die Wiederholung einer solchen nicht ausgeschlossen, deshalb muss geklärt
werden, welche Vorkehrungen getroffen werden müssen, um derartige Krisen
zu vermeiden bzw. ihnen besser zu begegnen.
Ziel der Arbeit ist es zwei Fragen zu beantworten:
· Welche Erklärungsansätze sind für das Entstehen und die Ausbreitung
der Asienkrise verantwortlich?
· Welche Lehren (Konsequenzen) zieht man für das internationale
Finanzsystem?
Die folgende Arbeit ist wie folgt gegliedert: Kapitel zwei erläutert kurz die
Thematik einer Finanzmarktkrise. In Kapitel drei wird diskutiert um welche Art
von Krise es sich in Asien handelt. Kapitel vier zeigt einige Erklärungsansätze
4
der Asienkrise, auf, wobei nicht auf die Historie jener eingegangen10 wird, da
dies den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde. Im vorletzten Kapitel werden
einige Lehren aus der Asienkrise diskutiert und im letzten ein Fazit gezogen.
2. Was ist eine Finanzmarktkrise?
Der Begriff der Finanzmarktkrise beschreibt das gleichzeitige Auftreten von
Krisen in monetären Sektoren einer Volkswirtschaft.11 Dabei spricht man von
,,twin Crisis". Der englische Begriff deutet das zeitliche Zusammentreffen von
Währungs- und Bankenkrisen an. Desweiteren folgt in den meisten Fällen eine
inländische Finanzkrise und in Emergingmarkets-Länder auch eine
Verschuldungskrise des privaten sowie staatlichen Sektors. 12 Wie in der
Einleitung kurz erläutert beschränken sich Krisen dieser Art nicht nur auf den
monetären Sektor, sondern gehen zur Realwirtschaft über, d.h. dass eine
Rezession und eine Wirtschaftskrise, die Konsequenzen einer
Finanzmarktkrise sind.13
3. Einordnung der Asienkrise 1997/98
In der Krisenanalyse stellt sich die Frage, ob es sich bei der Asienkrise um eine
Banken- oder eine Währungskrise handelt. Für die Währungskrise spricht, dass
Anfang 1997 der Abfluss des ausländischen Kapitals zur Abwertung des
thailändischen Baht führte. Der Abfluss des ausländischen Kapitals brachte die
in Fremdwährung verschuldeten Banken und Unternehmen in Liquiditäts-
probleme, was die Investoren dazu veranlasste die kurzfristigen Gelder
abzuziehen.
10 Im Anhang 1 wird eine Chronologie der Finanzmarktkrise gezeigt.
11Vgl. Resinek (2001), S. 32.
12 Vgl. Resinek (2001), S.32.
13 Vgl. Resinek (2001), S.32.
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