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ANP in der Intensivpflege: Eine neue Herausforderung in der Schweiz

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2005, 20 Pages
Author: Joachim König
Subject: Nursing Science

Details

Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2005
Pages: 20
Grade: Sehr Gut
Bibliography: ~ 20  Entries
Language: German
Archive No.: V91111
ISBN (E-book): 978-3-638-04565-0
ISBN (Book): 978-3-638-94434-2
File size: 136 KB
Notes :
Musterarbeit im Kurs Advanced Nursing Practice am Institut für Pflegewissenschaft der Universität Basel


Abstract

In der heutigen Zeit, wo vielfältige Faktoren das Gesundheitswesen beeinflussen, sind Veränderungen unabdingbar. Kostendruck im Gesundheitswesen und demographische Verschiebungen sind Gründe für diese Veränderungen in allen Industriestaaten und somit auch in der Schweiz. In der obligatorischen Krankenpflegeversicherung der Schweiz stiegen die Leistungen von 15’478 Mio. SFr. im Jahre 2000 auf 19’140 Mio. SFr. im Jahre 2004. Die Zunahme der Kosten vom Jahr 2003 zum Jahr 2004 bedeutet eine Steigerung um 6,8% (BAG, 2006). Genau dieser Anstieg zeigt einen Ausblick in die Zukunft. Verursacht werden diese Kosten durch eine erhöhte Lebenserwartung und damit durch die steigende Zahl langlebiger Menschen (Höpflinger, 2003), chronisch kranker und behinderter Menschen, Änderungen in dem System „Familie“ und Veränderungen des sozialen Netzwerkes (Spirig, Petry, Kesselring, & De Geest, 2001). Das gesamte Schweizer Gesundheitswesen steht, genau wie alle anderen Industriestaaten, neuen großen Herausforderungen gegenüber. Die Aufgaben in der Kranken- und Alterspflege werden komplexer und damit steigen die Anforderungen an professionelle Pflegende. Sie müssen sich immer mehr marktwirtschaftlichen Gesetzen unterwerfen (Linderman, 2000), stets neue Pflegetechniken anwenden und müssen bei wachsendem Wissensstand auf dem Laufenden bleiben. Zukünftige Schwerpunkte in der Praxis und Forschung sind: klinische Pflege, auf Evidenz basierte Pflege, Familienpflege, Gesundheitsförderung, Genetik und Umweltveränderungen (Hinshaw, 2000). Diese Veränderungen verlangen von den Pflegenden neue Kompetenzen und ein erweitertes Wissen und stellen neue Ansprüche an die Ausbildung. Eine Möglichkeit, diesen neuen und zukünftigen Anforderungen an die Pflege gerecht zu werden, beschreibt Advanced Nursing Practice (in der Folge ANP genannt).


Excerpt (computer-generated)

ANP in der Intensivpflege: Eine neue Herausforderung in

der Schweiz

Institut für Pflegewissenschaft, Universität Basel

Digitally signed by Joachim König

Joachim DN: CN = Joachim König, C =

CH, L = Wetzikon

Reason: I am the author of this

document

König

Location: Wetzikon

Date: 2006.03.14 13:00:17

+01′00′


Einleitung 2

Bedeutung des Critical Care Outreach ­ System

3

Bedeutung des Critical Care Outreach ­ System

5

Situation an meinem Arbeitsplatz

5

ANP in der Intensivpflege am Universitätsspital Zürich

6

1. Präintensivpflege

6

3. Postintensivpflege

8

Das Kontinuum der erweiterten Intensivpflege

9

Fazit 9

Abgrenzung gegenüber anderen Berufsgruppen

11

Ausblick in die Zukunft

11

References 13


ANP in der Intensivpflege: Eine Herausforderung in der Schweiz

2

ANP der Intensivpflege: Eine Herausforderung in der Schweiz

Einleitung

In der heutigen Zeit, wo vielfältige Faktoren das Gesundheitswesen beeinflussen, sind

Veränderungen unabdingbar. Kostendruck im Gesundheitswesen und demographische

Verschiebungen sind Gründe für diese Veränderungen in allen Industriestaaten und somit auch in

der Schweiz. In der obligatorischen Krankenpflegeversicherung der Schweiz stiegen die

Leistungen von 15′478 Mio. SFr. im Jahre 2000 auf 19′140 Mio. SFr. im Jahre 2004. Die

Zunahme der Kosten vom Jahr 2003 zum Jahr 2004 bedeutet eine Steigerung um 6,8% (BAG,

2006). Genau dieser Anstieg zeigt einen Ausblick in die Zukunft. Verursacht werden diese

Kosten durch eine erhöhte Lebenserwartung und damit durch die steigende Zahl langlebiger

Menschen (Höpflinger, 2003), chronisch kranker und behinderter Menschen, Änderungen in dem

System ,,Familie" und Veränderungen des sozialen Netzwerkes (Spirig, Petry, Kesselring, & De

Geest, 2001). Das gesamte Schweizer Gesundheitswesen steht, genau wie alle anderen

Industriestaaten, neuen großen Herausforderungen gegenüber.

Die Aufgaben in der Kranken- und Alterspflege werden komplexer und damit steigen die

Anforderungen an professionelle Pflegende. Sie müssen sich immer mehr marktwirtschaftlichen

Gesetzen unterwerfen (Linderman, 2000), stets neue Pflegetechniken anwenden und müssen bei

wachsendem Wissensstand auf dem Laufenden bleiben. Zukünftige Schwerpunkte in der Praxis

und Forschung sind: klinische Pflege, auf Evidenz basierte Pflege, Familienpflege,

Gesundheitsförderung, Genetik und Umweltveränderungen (Hinshaw, 2000). Diese

Veränderungen verlangen von den Pflegenden neue Kompetenzen und ein erweitertes Wissen

und stellen neue Ansprüche an die Ausbildung. Eine Möglichkeit, diesen neuen und zukünftigen


ANP in der Intensivpflege: Eine Herausforderung in der Schweiz

3

Anforderungen an die Pflege gerecht zu werden, beschreibt Advanced Nursing Practice (in der

Folge ANP genannt).

In der Definition von (Ann B. Hamric, 2005) bedeutet ANP im primären Kriterium eine

universitäre Ausbildung (Master oder Doktoratslevel) mit entsprechender Praxiserfahrung. Sie ist

fokussiert auf den Patienten oder die Familie in einem speziellen Gebiet oder mit ,,speziellen

gesundheitlichen Problemen" (Spirig & De Geest, 2004). Die direkte klinische Praxis ist die

zentrale Kompetenz von ANP. Sie wird von ANP-SpezialistInnen1 ins Zentrum gestellt und

beeinflusst alle Kernkompetenzen.

Kernkompetenzen sind: klinische und professionelle Führungstätigkeit (im weiteren

Leadership genannt), Beratung und Coaching, Konsultation, Forschungsfähigkeit,

Zusammenarbeit und ethische Entscheidungsfindung. Diese ANP-SpezialistInnen sind durch ihre

Teilnahme am Pflegeprozess am besten in der Lage, aktiv die Anpassung des Gesundheitswesens

an die heutige Zeit und die Zukunft mitzugestalten. Die große Autonomie dieser ANP-

SpezialistInnen kommt durch Anwendung neuester Forschungsergebnisse, durch Orientierung an

Patientenresultaten und Zusammenarbeit in interdisziplinären Teams zum Ausdruck. Mit ANP

ist es möglich, ein erweitertes, breiteres und patientenoptimiertes Pflegeangebot zu erbringen.

Von ANP-SpezialistInnen geführte Pflegeangebote sind in den angloamerikanischen Ländern

Alltag. In der Schweiz sind sie im Aufbau und somit möchte ich den Blickwinkel dieser Arbeit

auf ein mögliches ANP-Pflegeangebot in der Intensiv- und Notfallpflege lenken.

Bedeutung des Critical Care Outreach - System

Lange hat man der Rettungskette in einem Spital sehr wenig Aufmerksamkeit gewidmet. Critical

Care Outreach: zielt auf eine spitalweite Zusammenarbeit in der Pflege kritischer kranker

Patienten und Notfallpatienten ab. Häufig bestehen Mängel im frühzeitigen Erkennen von


ANP in der Intensivpflege: Eine Herausforderung in der Schweiz

4

Notfallsituationen bzw. im Erkennen von Anzeichen einer physiologischen Instabilität auf der

Allgemeinen Abteilung. Die Ärzte sind sehr spezialisiert in ihrer Fachrichtung und durch den

immer höher werdenden Arbeitsaufwand steht vielfach sehr wenig Zeit zur Verfügung, um

Symptome der klinischen Verschlechterung zu erkennen und entsprechende Maßnahmen

einzuleiten. Interventionen der Reanimationsteams erfolgen vielfach dann, wenn es für Hilfe

schon zu spät ist (Valentin A., 2005). Die Erfolgsquote besteht auch nur bei 17-24 % (Gwinnutt,

Columb, & Harris, 2000; Skogvoll, Isern, Sangolt, & Gisvold, 1999). Oftmals sind

Pflegefachkräfte diejenigen, die Zeichen einer aufkommen Notfallsituation oder Instabilität

erkennen und erkennen müssen. Critical Care Outreach ist eine organisatorische Annäherung

innerhalb des Spitals, um für alle kritisch kranken Patienten eine optimale Behandlung,

Betreuung und Pflege, unabhängig ihres Aufenthaltsortes spitalweit zu sichern.

Mehrere Studien (Goldhill & Sumner, 1998) und aktuelle Reports (Culliane M., 2005) in

England und Australien zeigen, dass eine suboptimale Pflege von instabilen Patienten vor dem

Eintritt in die Intensivpflegestation eine Zunahme der Mortalität zur Folge hat. Unter

suboptimaler Pflege versteht man das Übersehen von Verschlechterungen des Zustandes von

Patienten, eine ungeeignete Therapie und Ereignisse, die vom Pflege- oder medizinischen

Personal zwar erkannt und dokumentiert werden, aber ohne Konsequenzen bleiben. 36% der

Patienten erhielten eine suboptimale Pflege vor dem Eintritt in die Intensivpflegestation und 41%

der Aufnahmen auf die Intensivpflegestation wären möglicherweise vermieden worden

(McGloin, Adam, & Singer, 1999; McQuillan et al., 1998). Suboptimale Pflege bedeutet ebenso,

dass die Zeit, die vom ersten Anzeichen der Instabilität bis zur ersten Intervention beim

Patienten vergeht, zu lang ist. Dazu zählen aber auch die Zeit bis zur Einweisung auf eine

Intensivpflegestation und der Betreuungsbeginn dort. McQuillen et al. (1998) haben



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