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Research Paper, 2008, 20 Pages
Author: Bettina Rütten
Subject: Sociology - Children and Youth
Details
Tags: Kinderzimmer, Individualisierung, Einflussnahme, Familie, Kinder, Kind, Zimmer, Ort, Wohnung, Wohnraum, Leben, Spielen, Individuum, Forschung, Arbeit, Forschungsarbeit, Studie, Einfluss, Mädchen, Junge, Geschwister, Haus, Lebensraum, Raum, Wirkung, Eigenregie, Uni, Hagen, Soziologie, Statistik, Freunde, Verinselung, Spielzimmer, Schlafzimmer, Bildung, Entwicklung, Beobachtungsstudie, Girtler, ero-episches Gespräch, Erhebung, Daten, Hausarbeit, Rahmen, Kindheit
Year: 2008
Pages: 20
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 13 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-04568-1
ISBN (Book): 978-3-638-94701-5
File size: 633 KB
angefertigt für "Empirische Bildungsforschung / Methoden"
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Abstract
In meiner vorliegenden Arbeit gehe ich der Frage nach, ob bereits in der frühen Kindheit Anzeichen von Individualität des Kindes im Kinderzimmer vorhanden sind oder die Entwicklung des Kindes ausschließlich in dem von der Familie vorgegebenem Rahmen erfolgt und eine Individualisierung im Kinderzimmer nicht möglich ist. Dabei beziehe ich mich auf Daten, die ich mit Hilfe von Beobachtungsstudien in Kombination mit ero-epischen Gesprächen nach Girtler in zwei Familien gewonnen habe. In beiden Familien wohnt ein Mädchen von etwa vier Jahren (jeweils Einzelkind; Alter zum Zeitpunkt der Erhebung 4,1 beziehungsweise 3,8 Jahre).
Excerpt (computer-generated)
Kinderzimmer als (H)orte der Individualisierung
und familiärer Einflussnahme
Hausarbeit
zumModul2A
EmpirischeBildungsforschung/Methoden
angefertigtimB.A.Bildungswissenschaft
anderFernUniversitätinHagen
von
BettinaRütten
Inhaltsverzeichnis
Seite
.Einleitung
3
2.Forschungsfrage
4
3.Untersuchungsmethode
7
4.Datenerhebung
2
5.AuswertungundInterpretation
5
6.FazitundAusblick
8
7.Literaturverzeichnis
9
2
1. Einleitung
ImWintersemester2007/2008beschäftigteichmichimRahmendesModuls2A
mitempirischerBildungsforschung.InmeinervorliegendenHausarbeitgeheich
derFragenach,obbereitsinderfrühenKindheitAnzeichenvonIndividualität
desKindesimKinderzimmervorhandensindoderdieEntwicklungdesKindes
ausschließlichindemvonderFamilievorgegebenemRahmenerfolgtundeine
IndividualisierungimKinderzimmernichtmöglichist.Dabeibezieheichmich
aufDaten,dieichmitHilfevonBeobachtungsstudieninKombinationmitero-
epischenGesprächennachGirtlerinzweiFamiliengewonnenhabe.Inbeiden
FamilienwohnteinMädchenvonetwavierJahren(jeweilsEinzelkind;Alter
zumZeitpunktderErhebung4,beziehungsweise3,8Jahre).
ZudemThema,,RaumwirkungaufKinder"habeichimVorfeldbereitsmehrere
Büchergelesen.BesondersinteressantfandichbisherdieWirkungvonFarben
undMaterialienaufKinder.Wasregtan,wasüberfordert,wasistimZweifel
zugunstenandererDingezuvernachlässigen?AusdiesemGrundinteressierte
michindieserStudiedieFragebesonders,wieKinderihreeigenen,normalen,
nichtnachdiesenwissenschaftlichenErkenntnisseneingerichteten,Kinderzim-
mersehen.Istineinem,,normalem"KinderzimmerRaumfürdieIndividualität
einesKindes?IstdiesevonElterngewünscht?Wirdsiegefördertoderunter-
drückt?IstdasZimmerreinpraktischeingerichtetoder(auch)nachästhetischen
Gesichtspunkten?Was sagen die Kinder zu ihren Zimmern?Was würden sie
gerneverändern?WaswurdenachihrenWünschengestaltet?Undwelcheposi-
tiveodernegativeWirkunghatdasZimmeraufdasdarinwohnendeKind?Was
spiegeltdasZimmerwieder?
IndieserHausarbeitwerdeichmichaufdieWirkungdesGesamt-Zimmersauf
dasdarinwohnendeKindbeschränkenmüssen.AusPlatzgründenkannichlei-
dernichtaufEinzelaspektewieWirkungenvonRäumenansich,Licht,Farbe
undMaterialieneingehen.AuchmussichmichindieserArbeitaufdasKinder-
zimmerselbstkonzentrierenundkannnichtaufdasgesamtehäuslicheWohn-
umfeldunddiekomplexeFamilienstruktureingehen,dienatürlichnebendem
KinderzimmerwichtigePunktederIndividualisierungsind.
3
EbenfallsbeiderDarstellungdertheoretischenGrundlagenundderBeschrei-
bungdesAblaufseinerqualitativenForschungsstudiewerdeichmichaufdas
Wichtigstebeschränkenmüssen.InihremAufbauwirdmeineHausarbeitdem
AblaufderverschiedenenForschungsschrittefolgen(Forschungsfrage,Unter-
suchungsmethode, Datenerhebung,Auswertung und Interpretation, Fazit und
Ausblick).
2. Forschungsfrage
Istineinem,,normalem"KinderzimmerRaumfürdieIndividualisierungdesKin-
des oder ist die familiäre Einflussnahme bei jungen Kindern dominierend? Um
überKinderzimmereineempirischeUntersuchungdurchführenzukönnen,istes
nötigsicheinenÜberblicküberdenaktuellenForschungsstand/Forschungslü-
ckezuverschaffenunddieFragestellungzukonkretisieren.DieUntersuchungs-
frage ,,Kinderzimmer als (H)orte der Individualisierung und familiärer Einfluss-
nahme"lenktdenBlickaufdasKinderzimmer.Damitwirdklar,dassdasganze
weitereUmfelddesKindes,welcheszurSozialisationundIndividualisierung
ebenfallsbeiträgt,imRahmendieserUntersuchungaußerAchtgelassenwird.
Als
Hort
istindiesemZusammenhangeinsichererBereichzuverstehen,also
dasKinderzimmeralsPlatzderIndividualisierung,alsgeschützterRaum.Im
GegensatzzumHortstehtder
Ort
als Raum familiärer Einflussnahme.
KinderzimmerselbstgibteserstseitBeginndes9.Jahrhunderts(Weber-Kel-
lermann979,S.38).Zunächstgabessiejedochnurinsehrwohlhabenden,
großbürgerlichenFamilienundauchdortwardasKinderzimmeroft,,keinSpiel-
paradies,sondernmehreinRaumderVerwahrungzumSchlafen"(Weber-Kel-
lermann99,S.30).NochbisindieMittedes20.Jahrhundertshineinhattedie
MehrzahlderKinderkeinKinderzimmer(Weber-Kellermann99,S.9),ein
KinderzimmerwaralsolangeZeiteinPrivileg.HeutewirdeinKinderzimmer
nebenseinerFunktionalsSchlafzimmerdesKindesauchalsSpiel-,Arbeits-und
Rückzugsraumgesehen.DabeiliegtdieMindestforderungnachDINfürKin-
derzimmergeradeeinmalbei8m²(Wiucha996,S.6),wasimVerhältniszum
übrigenWohnraummeistverhältnismäßigwenigist(dieimVergleichzumKin-
derzimmerweniggenutzten,reinenSchlafzimmerderElternsindoftbedeutend
4
größer).Kinderzimmersindheutzutagewichtigerdennje.Durchdieallgemeine
Urbanisierung und die von Erwachsenen geschaffenen kinderspezifischen Ein-
richtungen(InstitutionalisierungderKindheit)kommteszueinerVerinselung
derLebensräumedesKindes.Wohnungen,Kindergärten,Schulen,Freizeitein-
richtungen,Freunde,Lebensmittelversorgung,...sindräumlichgetrenntundoft
zuFußnichterreichbar.FreiesundselbstbestimmtesSpielaufderStraße(,,Stra-
ßensozialisation", vgl. Rolff / Zimmermann 1990, S.65ff.) findet aus vielerlei
Gründennichtmehrodernurnocheingeschränktstatt:DieKinderziehensichin
dieHäuserzurück.DemKinderzimmerobliegtimmermehrdieAufgabeeines
Hortes der Entwicklung und Identitätsfindung.
NachderEinarbeitungindasThemakönnenzuderUntersuchungsfrageweitere
Unterfragestellungenformuliertwerden.DamitkannwährendderBeobachtung
imFeldgezieltaufbestimmteDingegeachtetwerden.DieUnterfragestellungen
präzisierenundkonkretisierendieUntersuchungsfrageundschärfendenBlick
desBeobachtersimFeld.FolgendeUnterfragenformulierteichfürdieUnter-
suchungsfrage,,Kinderzimmerals(H)ortederIndividualisierungundfamiliärer
Einflussnahme":
Ist das Zimmer anregend gestaltet und lässt es dem Kind selbst Handlungs-
undGestaltungsspielraum?
Sind persönliche Gegenstände mit Bezug zu dem Kind direkt erkennbar
(FotosvomKind,selbstgemalteBilder,...)?
Ist im Zimmer direkt erkennbar, wofür sich das Kind besonders interessiert
(Raumfahrt,Sport,Lego,Bücher,Technik,Rollenspiele,Tiere,Malen,...)
oderistdiesnurdurchNachfragefestzustellen?
Wird das Zimmer ausschließlich als Kinderzimmer genutzt oder hat es noch
eineweitereFunktion?
Ist das Kind gerne in seinem Zimmer und verbringt es viel Zeit dort?
Was gefällt dem Kind am Besten in seinem Zimmer? Was gefällt ihm
garnicht?
Mit der im Kinderzimmer gesuchten Individualisierung beziehe ich mich in
dieserArbeitnichtaufIndividualisierungsthesen,diesichmitderGesamtge-
sellschaftlichenIndividualisierung seit dem Mittelalterbefassen (siehe hierzu
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