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Examensarbeit, 2005, 170 Seiten
Autor: Katja Staats
Fach: Kunst - Uebergreifende Betrachtungen
Details
Tags: Cindy, Sherman, Horst, Janssen, Untersuchungen, Problem, Selbstinszenierung
Jahr: 2005
Seiten: 170
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 95 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-03667-2
ISBN (Buch): 978-3-638-93331-5
Dateigröße: 20490 KB
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Zusammenfassung / Abstract
"She's good enough to be a real actress." (Andy Warhol über Cindy Sherman) "Dies Papier, dieses Viereck also, ist mir just die Bühne, auf der ich gerne im Engagement stehe." (Horst Janssen) Das Kunstwerk als Bühne für den Künstler: Viele Künstler haben innerhalb ihres Gesamtwerkes Arbeiten geschaffen, in denen sie physisch selbst auftreten. Unter den zeitgenössischen Künstlern zählen zu ihnen unter anderem die amerikanische Photokünstlerin Cindy Sherman und der deutsche Graphiker Horst Janssen. Diese Arbeit beschäftigt sich mit diesen beiden sehr unterschiedlichen Künstlern unter besonderer Berücksichtigung der Frage nach der Selbstinszenierung in ihrem Werk. Sind Cindy Shermans und Horst Janssens Arbeiten als Selbstinszenierungen zu verstehen? Sind die Arbeiten von Cindy Sherman und Horst Janssen in Bezug auf die Selbstinszenierung vergleichbar? Diese Fragen werden in der Arbeit durch Definitionen und Analysen geklärt und führen schlussendlich wieder zur Ausgangsfragestellung zurück - Der Frage nach dem Problem der Selbstinszenierung in der zeitgenössischen Kunst.
Textauszug (computergeneriert)
Hausarbeit im Rahmen der Ersten Staatsprüfung
für das Lehramt an Grund- Haupt- und Realschulen
Thema:
Cindy Sherman und Horst Janssen –
Untersuchungen zum Problem der Selbstinszenierung
vorgelegt von:
Katja Staats
Osnabrück, den 09.05.2005
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung ... 1
2. Zeichnung und Photographie ... 3
2.1 Die Zeichnung ... 3
2.1.1 Definition ... 3
2.1.2 Zeichnerische Materialien und Elemente ... 4
2.1.3 Die gebundene Zeichnung ... 5
2.1.4 Die autonome Zeichnung ... 6
2.2 Die Photographie ... 7
2.2.1 Definition ... 7
2.2.2 Technische Entwicklung und Verbreitung ... 8
2.2.3 Die künstlerische Photographie ... 10
3. Der Künstler in seinem Werk – Das Selbstbildnis und die Selbstinszenierung ... 12
3.1 Begriffsklärung ... 12
3.1.1 Allgemeine Definitionsansätze ... 12
3.1.2 Definition der Begriffe in der verwendeten Literatur ... 15
3.1.3 Eigene Definitionen ... 17
3.2 Kategorisierung ... 18
3.2.1 Assistenzbild ... 20
3.2.2 Der Künstler bei der Arbeit ... 22
3.2.3 Gruppen- und Doppelbildnisse ... 24
3.2.4 Selbstporträt im Spiegel ... 26
3.2.5 Der Selbstakt ... 28
3.2.6 Der Künstler und der Tod ... 31
3.2.7 Die biographische Selbstdarstellung ... 34
3.2.8 Die Selbstinszenierung ... 36
3.3 Fazit ... 42
4. Cindy Sherman und Horst Janssen ... 43
4.1 Cindy Sherman ... 43
4.1.1 Kurzbiographie ... 43
4.1.2 Werkübersicht ... 44
4.1.1.2 Exkurs: Rezeption des Werkes von Cindy Sherman ... 53
4.1.3 Verwendung des Mediums ... 55
4.1.4 Einordnung in die Kategorisierung ... 55
4.1.5 Cindy Sherman – Die Verkleidung als zentrales Thema ... 56
4.2 Horst Janssen ... 58
4.2.1 Kurzbiographie ... 58
4.2.2 Werkübersicht ... 59
4.2.3 Verwendung des Mediums ... 68
4.2.4 Einordnung in die Kategorisierung ... 69
4.2.5 Horst Janssen – Eine Vorliebe für Kopfbedeckungen und Metamorphosen ... 73
4.3 Fazit ... 79
5. Bildanalysen ... 81
5.1 Bildanalysen zu Cindy Shermans „History Portraits“ und Horst Janssens „Kopien“ ... 81
5.1.1 Exkurs: Das Zitat in der Photographie von Cindy Sherman ... 82
5.1.2 Exkurs: Die Kopie bei Horst Janssen ... 84
5.2 Cindy Sherman ... 86
5.2.1 Untitled # 228 ... 86
5.2.2 Untitled # 224 ... 96
5.2.3 Zusammenfassung der Ergebnisse der Interpretationen ... 108
5.3 Horst Janssen ... 114
5.3.1 David und Goliath - nach Caravaggio ... 114
5.3.2 Allegorie der Fruchtbarkeit – nach Botticelli ... 127
5.3.3 Zusammenfassung der Ergebnisse der Interpretationen ... 137
5.4 Vergleichende Interpretation ... 140
5.5 Fazit ... 143
6. Horst Janssen und Cindy Sherman – Zum Problem der Selbstinszenierung ... 144
7. Ausblick ... 150
Abbildungsverzeichnis
Literaturverzeichnis
1. Einleitung
She′s good enough to be a real actress.1
(Andy Warhol über Cindy Sherman)
Dies Papier, dieses Viereck also, ist mir just die
Bühne, auf der ich gerne im Engagement stehe.2
(Horst Janssen)
Das Kunstwerk als Bühne für den Künstler
Viele Künstler haben innerhalb ihres Gesamtwerkes Arbeiten geschaffen, in denen sie physisch selbst auftreten. Unter den zeitgenössischen Künstlern zählen zu ihnen unter anderem die amerikanische Photokünstlerin Cindy Sherman und der deutsche Graphiker Horst Janssen. Diese Arbeit wird sich im Folgenden mit diesen beiden sehr unterschiedlichen Künstlern unter besonderer Berücksichtigung der Frage nach der Selbstinszenierung in ihrem Werk beschäftigen.
Sind Cindy Shermans und Horst Janssens Arbeiten als Selbstinszenierungen zu verstehen?
Diese Frage steht im Mittelpunkt der Untersuchungen, wobei unter anderem ein Problem darin besteht, dass Sherman behauptet, sie mache keine Selbstbildnisse. Betrachtet werden soll, ob und wie diese Position mit der Selbstinszenierung vereinbar ist. Dazu muss geklärt werden, wie der Begriff der Selbstinszenierung in der Kunst verstanden wird. Zudem sollen Gemeinsamkeiten und Unterschiede bei Sherman und Janssen herausgestellt werden.
Sind die Arbeiten von Cindy Sherman und Horst Janssen in Bezug auf die Selbstinszenierung vergleichbar?
In der folgenden Arbeit werden zunächst die theoretischen Rahmenbedingungen geschaffen, welche die Grundlage für eine Vergleichbarkeit der beiden Künstler bilden. Dazu erfolgt im ersten Schritt ein grundsätzlicher Überblick über die Medien Zeichnung und Photographie. Horst Janssen hat als Graphiker äußerst vielfältig gearbeitet. Diese Arbeit beschränkt sich in den folgenden Untersuchungen auf eines seiner verwendeten Medien. Aus persönlichem Interesse und aus Gründen der Auswahl der zu analysierenden Arbeiten ist die Entscheidung auf das Medium der Zeichnung gefallen. Wie schon zuvor erwähnt, muss der Begriff der Selbstinszenierung in der bildenden Kunst erläutert werden. Dies erfolgt im Rahmen von Begriffsdefinitionen, die das Selbstbildnis, das Selbstporträt und die Selbstdarstellung miteinbeziehen, da die Selbstinszenierung in Bezug auf den Künstler in seinem Werk betrachtet werden soll. Hierzu wird im Anschluss an die Definitionen eine Kategorisierung des Selbstbildnisses vorgenommen, welche die wichtigsten Darstellungsformen des Künstlers selbst im eigenen Werk, die Selbstinszenierung miteingeschlossen, beinhaltet. Nach der Erarbeitung der theoretischen Grundvoraussetzungen sollen Leben und Werk von Cindy Sherman und Horst Janssen getrennt voneinander beleuchtet werden. Ob sich an dieser Stelle bereits Gemeinsamkeiten und Unterschiede erkennen lassen, wird in einem Fazit zu diesem Kapitel herausgestellt. Auf der Basis der gewonnenen Erkenntnisse folgt der Kernteil dieser Arbeit, welcher aus vier Bildanalysen besteht, in denen verschiedene Werke Shermans und Janssens zunächst getrennt analysiert und interpretiert werden sollen, um Ausgangsmaterial für eine vergleichende Interpretation hervorzubringen. Es soll anschließend eine Zusammenfassung der Ergebnisse der Untersuchungen erfolgen, in der der Bogen zurück zur Eingangsfragestellung geschlagen wird. Den Schluss bildet ein Ausblick, welcher auf Fragen oder Ansätze verweisen soll, die im Rahmen dieser Arbeit nicht berücksichtigt werden können. 2
2. Zeichnung und Photographie
In diesem Abschnitt werden zunächst grundlegende Kennzeichen der Zeichnung und der Photographie unabhängig voneinander beleuchtet. Die theoretische Behandlung dieser Medien wird auf diejenigen Faktoren beschränkt, die als Basis für den Verlauf dieser Arbeit von Nutzen sind. So wird jeweils eine Definition gegeben, ein Überblick über die Technik und die Entwicklung bis hin zur Einordnung des Mediums in die bildende Kunst.
Ein Vergleich der Zeichnung mit der Photographie wird nicht vorgenommen, da alle Überlegungen in diese Richtung darauf hinauslaufen, dass qualitativ gemessen werden würde, was nicht sinnvoll und im Grunde genommen nicht möglich ist, da jedes Medium für sich als Sprachrohr des einzelnen Künstlers seine ganz eigenen Qualitäten aufweist, die nicht gegeneinander aufgewogen werden können.
2.1 Die Zeichnung
2.1.1 Definition
Koschatzky definiert das Zeichnen als Tätigkeit „[...] zum Herstellen linearer Gebilde auf einer Fläche“3, welche eine Bedeutung innehaben und von mitteilendem Charakter sind.4 Dabei stellt er sich die Frage nach der Kunstbedeutung der Zeichnung, das heißt, dass er ermitteln möchte, welche Eigenschaften eine Zeichnung besitzen muss, um ein Kunstwerk zu werden, wobei er direkt im Anschluss daran erwähnt, dass das inhaltliche Thema einer Zeichnung keinen Einfluss auf diese Überlegungen hat.5 Was nun diese künstlerische Qualität ausmacht, hält Koschatzky mit den folgenden vier Richtpunkten fest.
Was die Erfahrung lehrt, ist, daß Qualität auf dem Gebiet der Zeichnung in erster Linie:
- aus der Entschiedenheit des Künstlers kommt;
- aus der funktionalen Zweckmäßigkeit jeden Striches – nichts ist im Meisterwerk nur dekorativ;
- aus der Sicherheit, Proportion, Fläche, Raum zu bewältigen; sowie
- aus der Fähigkeit, Spannung zu gestalten und – bei größtmöglicher Vielheit (Heinrich Wölfflin) – die stärkste Einheit zu erreichen.6
Die wichtigste Qualität des Zeichnens im Vergleich beispielsweise zur Malerei ist die Eigenschaft der Unmittelbarkeit.7 Mit dieser Erkenntnis macht Koschatzky deutlich, dass die Zeichnung eigenständige Qualitäten hat, und somit als unabhängiges und gleichwertiges Medium besteht. Damit widerspricht er Autoren wie zum Beispiel Meder, die in der Handzeichnung „[...] nur die Vorstufe zu einer höheren künstlerischen Ausdrucksweise“8 sehen.
[....]
1 Wales, Jimmy. (2005). Wikipedia – Die freie Enzyklopädie: Cindy Sherman: [online]
http://www.wikipedia.org/wiki/Cindy_Sherman [02.03.2005]
2 Janssen, Horst: Zur eigenen Person. In: Ohne Angabe: Mannheimer Hefte. Heft 2, Mannheim 1975. (Im Folgenden zitiert als: Janssen 1975.) S. 82
3 Koschatzky, Walter: Die Kunst der Zeichnung – Technik, Geschichte, Meisterwerke. 9. Auflage, München 1999. (Im Folgenden zitiert als: Koschatzky 1999.) S. 13
4 Vgl. Ebd. S. 13
5 Vgl. Ebd. S. 13
6 Koschatzky 1999. S. 24
7 Vgl. Ebd. S. 10
8 Meder, Joseph: Die Handzeichnung – Ihre Technik und Entwicklung. Zweite, verbesserte Auflage, Wien 1923. (Im Folgenden zitiert als: Meder 1923.) S. 8
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