Register or log in at GRIN

Your e-mail-address or password is wrong
Register now
For new authors: free, easy and fast
This will be used as your user name, please specify a valid e-mail address

Lost password

Your e-mail-address or password is wrong

Request a new password
Die Figur des Rüdiger von Bechelaren im Nibelungenlied close

Please wait

Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.

Die Figur des Rüdiger von Bechelaren im Nibelungenlied

Presentation (Elaboration), 2007, 11 Pages
Author: Sarah Müller
Subject: German Studies - Older German Literature, Mediaevistik

Details

Category: Presentation (Elaboration)
Year: 2007
Pages: 11
Grade: 1
Bibliography: ~ 6  Entries
Language: German
Archive No.: V91238
ISBN (E-book): 978-3-638-05025-8
ISBN (Book): 978-3-638-94518-9
File size: 116 KB

Abstract

Markgraf Rüdiger von Bechelaren tritt im zweiten Teil des Nibelungenliedes (20. Âventiure) zum ersten Mal in Erscheinung. König Etzel will um Kriemhilds Hand anhalten. Rüdiger ist „Etzels mächtigster und tüchtigster Vasall“ und da „Botenrollen zu übernehmen [...] Vasallenpflicht“ war, übernimmt Rüdiger die Aufgabe des Brautwerbers. Kriemhild lehnt den Antrag Etzels aus Treue zu Siegfried zunächst ab. Am nächsten Morgen hat sie ihre Meinung noch nicht geändert, doch bei einem Gespräch unter vier Augen verspricht Rüdiger er wolde si ergetzen swaz ir ie geschach (1255, 3). Kriemhild willigt daraufhin in die Heirat mit Etzel ein. In der vorliegenden Ausarbeitung gehe ich auf Rüdigers Lehnsverhältnis zu Etzel und Kriemhild ein und beleuchte die verschiedenen Aspekte, die Rüdiger dazu bringen als Vasall Etzels gegen seine Freunde und (angeheirateten) Verwandten in den Kampf zu ziehen. Rüdigers Verpflichtungen machen ihn zu einem tragischen Helden, da er keiner Partei gerecht werden kann. Auf die Schildbitte Hagens in der 37. Âventiure und die damit ermöglichte Rehabilitation Rüdigers gehe ich im 5. Kapitel ein.


Excerpt (computer-generated)

Inhaltsverzeichnis

INHALTSVERZEICHNIS 1

1. EINLEITUNG 2

2. DAS LEHNSWESEN 3

3. RÜDIGER ALS VASALL ETZELS 3

4. RÜDIGER ALS VASALL KRIEMHILDS 5

5. DIE SCHILDBITTE 6

6. FAZIT 8

BIBLIOGRAPHIE 10

1


1. Einleitung

Markgraf Rüdiger von Bechelaren tritt im zweiten Teil des Nibelungenliedes (20. Âventiure)

zum ersten Mal in Erscheinung. König Etzel will um Kriemhilds Hand anhalten. Rüdiger ist

,,Etzels mächtigster und tüchtigster Vasall"1 und da ,,Botenrollen zu übernehmen [...]

Vasallenpflicht"2 war, übernimmt Rüdiger die Aufgabe des Brautwerbers. Kriemhild lehnt

den Antrag Etzels aus Treue zu Siegfried zunächst ab. Am nächsten Morgen hat sie ihre

Meinung noch nicht geändert, doch bei einem Gespräch unter vier Augen verspricht Rüdiger

er wolde si ergetzen swaz ir ie geschach

(1255, 3). Kriemhild willigt daraufhin in die Heirat

mit Etzel ein.

Nach sieben Jahren Ehe mit Etzel lädt Kriemhild ihre Verwandten an den Hunnenhof ein. Auf

ihrem Weg zur Etzelburg kehren die Burgunden bei Rüdiger in Bechelaren ein (27.

Âventiure) und er empfängt sie als großzügiger Gastgeber. Auf Hagens Vorschlag hin kommt

es zur Verlobung zwischen Giselher und Rüdigers Tochter. Nach vier Tagen ziehen die

Burgunden unter Rüdigers Geleit weiter an den Hunnenhof.

Kriemhilds Rachfeldzug beginnt in der 37. Âventiure. Rüdiger gerät zwischen die Fronten.

Auf der einen Seite ist er Etzels Lehnsmann und hat Kriemhild in Worms die Treue

geschworen, auf der anderen Seite stehen die Burgunden als seine Freunde und nun auch

Verwandte, denen er Geleitschutz an den Hunnenhof gewährt hat. Er möchte das Unmögliche

wahr machen: beiden Seiten gerecht werden. Dies ist nur möglich, wenn er sich weder für die

eine noch für die andere Seite entscheidet. Das Lehns-verhältnis ist jedoch bindend, also

bleibt ihm keine andere Wahl als es aufzukündigen. Etzel genehmigt Rüdiger die gewünschte

Neutralität nicht. ,,Lehnsrecht wirkt stärker denn Geleitrecht und das Recht der

Gastfreundschaft"3, also muss Rüdiger in den Kampf gegen die Burgunden ziehen. Er stirbt

durch Gernots Schwert.

In der vorliegenden Ausarbeitung gehe ich auf Rüdigers Lehnsverhältnis zu Etzel und

Kriemhild ein und beleuchte die verschiedenen Aspekte, die Rüdiger dazu bringen als Vasall

Etzels gegen seine Freunde und (angeheirateten) Verwandten in den Kampf zu ziehen.

Rüdigers Verpflichtungen machen ihn zu einem tragischen Helden, da er keiner Partei

1 Peter Wapnewski: Rüdigers Schild. Zur 37. Aventiure des ,,Nibelungenliedes". In: Nibelungenlied und Kudrun.

Hg. von Heinz Rupp. Darmstadt 1976. S. 135.

2 András Vizkelety: Rüdiger - Bote und Brautwerber in Bedrängnis. In: Pöchlarner Heldenlied-gespräch. Das

Nibelungenlied und der mittlere Donauraum. Hg. von Klaus Zatloukal. Wien 1990. S. 133.

3 Wapnewski, S. 150.

2


gerecht werden kann. Auf die Schildbitte Hagens in der 37. Âventiure und die damit

ermöglichte Rehabilitation Rüdigers gehe ich im 5. Kapitel ein.

2. Das Lehnswesen

Das Lehnswesen ist die Beziehung zwischen Lehnsherr und belehntem Vasallen. Der

Lehnsherr ist der rechtliche Eigentümer von Grund und Boden oder bestimmten Rechten und

verleiht diese an den Vasallen auf Lebenszeit. Mitteis4 bezeichnet den mittelalterlichen Staat

schlechthin als ,,Lehnsstaat", in dem das ,,Lehnsrecht die hervorragendste und zugleich

eigentümlichste Rechtsschöpfung des abendländischen Mittelalters darstellt"5.

Der Lehnseid verpflichtet den Lehnsherrn zu ,Schutz und Schirm′ gegenüber seinem

Vasallen, den Lehnsmann zu ,Rat und Hilfe′ (

consilium et auxilium

) gegenüber seinem Herrn,

,,Lehnsbindung ist [also] gegenseitige Bindung, wechselseitige Bedingtheit"6. ,,Die

Lehnsbindung ­ das ergibt sich aus ihrem Wesen ­ war grundsätzlich nicht zu sprengen, es sei

denn dank Missbrauch der Rechte, Vernachlässigung der Pflichten. So konnte ein Vasall nicht

von sich aus ,absagen′ aus freien Stücken."7 ,,Verletzte der Vasall Dienst- und Treuepflicht,

so war [...] die härteste Maßregel, die ihn treffen konnte, [die] Entziehung des Lehns"8. Seit

dem Beginn des 12. Jahrhunderts ,,räumte man [...] ein, dass ein Vasall sein Lehnsverhältnis

lösen könne"9 (

diffidatio

). Es hätte jedoch ,,dem Gebot der Ehre widersprochen, [...] [seinen]

Herrn vor dem Kampf oder im Unglück zu verlassen"10.

3. Rüdiger als Vasall Etzels

,,Markgraf Rüdiger von Bechelaren ist Lehnsmann, ist Vasall des Königs Etzel"11. Als solcher

hat er ohne Widerrede gegen jeden Feind seines Herrn zu kämpfen. Er weiß, dass Etzel

niemals in den Frieden einwilligen wird,

daz weinte inneclîchen der vil getriuwe Rüedegêr

(2135, 4). Da er sich aber beiden Seiten gegenüber verantwortlich fühlt, wünscht er sich,

Frieden vermitteln zu können:

4 Heinrich Mitteis: Der Staat des Hohen Mittelalters. Weimar: 41953. S. 424. In: Wapnewski, S. 142.

5 Wapnewski, S. 142.

6 Wapnewski, S. 142.

7 Wapnewski, S. 144.

8 Wapnewski, S. 144.

9 Wapnewski, S. 144.

10 Wapnewski, S. 146.

11 Wapnewski, S. 141.

3



Comments

No comments yet

Add Comment
Your comment is reviewed before being published

Other users also were interested in the following titles:

Rüdiger von Bechelarens dilemmatischer Konflikt

Author: Christoph Herold
German Studies - Older German Literature, Mediaevistik, 2002 Download as PDF-file for 7,99 EUR

Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit

Author: Claudia Nickel
Presentations, Models, Tutorials, Instructions, 2006 Download as PDF-file for 4,99 EUR

Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens

Author: Maik Philipp
Presentations, Models, Tutorials, Instructions, 2004 Download as PDF-file for 5,99 EUR

This text can be quoted and accessed from this url:

http://www.grin.com/e-book/91238/die-figur-des-ruediger-von-bechelaren-im-nibelungenlied
please wait Please wait