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Untertitel: Das Primatswort
Hauptseminararbeit, 2007, 17 Seiten
Autor: Björn Backhaus
Fach: Theologie - Biblische Theologie
Details
Tags: Petrus, Exegese, Matthäus
Jahr: 2007
Seiten: 17
Note: 2,0
Literaturverzeichnis: ~ 7 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-05647-2
Dateigröße: 128 KB
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Zusammenfassung / Abstract
„Tu es Petrus et super hanc petram aedificabo ecclesiam meam et tibi dabo claves regis coelorum“ heißt es in goldenen Lettern in der Kuppel von St. Peter, über dem Grab des Petrus. Die Arbeit will versuchen, diese Aussage und deren Kontext exegetisch zu betrachten. Dafür wird der Vergleich mit den anderen Evangelisten herangezogen, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu betrachten. Analytisch soll das Messiasbekenntnis und die Antwort Jesu betrachtet und deren Bedeutung in Wort und Sinn, herausgearbeitet werden. Daneben wird die Intention des Evangelisten Matthäus herausgearbeitet und in den sozio-historischen Kontext gestellt. Matthäus überliefert, im Gegensatz zu Markus, nicht die Blindenheilung Mk 8,22-26. Die Blindenheilung hat bei Markus die Funktion des Vorspiels für das Petrusbekenntnis. Damit geht Matthäus von der Abweisung der Pharisäer und der Sadduzäer und der Warnung der Jünger zu eben diesen zum Petrusbekenntnis über, dass er mit dem Bekenntnis Jesu zu Petrus verbindet. Somit ergibt sich daraus bei Matthäus eine andere Konstellation. Die Aufforderung zur Meidung der Lehren der Pharisäer und Sadduzäer, die mit dem Sauerteig gemeint sind, steht somit dem Bekenntnis Jesu zu Petrus gegenüber, womit die Gemeinde Jesu in Petrus eine neue Autorität erhält, die die der Schriftgelehrten ersetzt. Eingeleitet wird die Übertragung der Autorität in Mt 13,52, wo es heißt, dass der, der Jünger des Himmels geworden ist, sich auf „Altes“ beziehen wird, aber auch „Neues“ hervorbringen wird. Damit ergibt sich bereits eine Vorwegnahme auf die Schlüsselgewalt des „Bindens“ und „Lösens“, die noch im Folgenden betrachtet werden soll. Grundlage für die Perikope des Matthäus ist das Evangelium nach Markus. Allerdings ist das Matthäusevangelium durch Änderungen und die Einfügung der Verse Mt 16,17-19 grundlegend umgestaltet. In der Darstellung des Markus wird die Leidensankündigung des Menschensohns zur inneren Mitte. Dies erreicht Markus, indem er Jesus die Antwort der Jünger korrigieren lässt, durch den Hinweis auf den leidenden Menschensohn. Noch deutlicher wird diese Akzentuierung im Lukas Evangelium. Matthäus hingegen setzt einen anderen Schwerpunkt, indem er mit den Versen 16,17-19 das Petrusbekenntnis selbständig einfügt.
Textauszug (computergeneriert)
Westfälische Wilhelms-Univeristät Münster
Katholisch-Theologische Fakultät
SS 2007
Tu es Petrus
Exegese von Matthäus 16,18
von
Björn Backhaus
Inhaltsverzeichnis:
1. Vorwort 3
2. Synoptischer Vergleich 3
2.1
Narrative Analyse 5
3. Die Bedeutung von Mt 16,13-19 für Jesus 12
3.1
Das Petrusbild des Matthäusevangeliums 12
3.2
Intention des Matthäusevangeliums 13
4. Schlussbetrachtung 15
Literaturverzeichnis: 16
2
1.
Vorwort
,,Tu es Petrus et super hanc petram aedificabo ecclesiam meam et tibi dabo claves regis
coelorum" heißt es in goldenen Lettern in der Kuppel von St. Peter, über dem Grab des
Petrus. Die Arbeit will versuchen, diese Aussage und deren Kontext exegetisch zu betrachten.
Dafür wird der Vergleich mit den anderen Evangelisten herangezogen, um Gemeinsamkeiten
und Unterschiede zu betrachten. Analytisch soll das Messiasbekenntnis und die Antwort Jesu
betrachtet und deren Bedeutung in Wort und Sinn, herausgearbeitet werden. Daneben wird die
Intention des Evangelisten Matthäus herausgearbeitet und in den sozio-historischen Kontext
gestellt.
2.
Synoptischer Vergleich
Matthäus überliefert, im Gegensatz zu Markus, nicht die Blindenheilung Mk 8,22-26. Die
Blindenheilung hat bei Markus die Funktion des Vorspiels für das Petrusbekenntnis. Damit
geht Matthäus von der Abweisung der Pharisäer und der Sadduzäer und der Warnung der
Jünger zu eben diesen zum Petrusbekenntnis über, dass er mit dem Bekenntnis Jesu zu Petrus
verbindet. Somit ergibt sich daraus bei Matthäus eine andere Konstellation. Die Aufforderung
zur Meidung der Lehren der Pharisäer und Sadduzäer, die mit dem Sauerteig gemeint sind,
steht somit dem Bekenntnis Jesu zu Petrus gegenüber, womit die Gemeinde Jesu in Petrus
eine neue Autorität erhält, die die der Schriftgelehrten ersetzt. Eingeleitet wird die
Übertragung der Autorität in Mt 13,52, wo es heißt, dass der, der Jünger des Himmels
geworden ist, sich auf ,,Altes" beziehen wird, aber auch ,,Neues" hervorbringen wird. Damit
ergibt sich bereits eine Vorwegnahme auf die Schlüsselgewalt des ,,Bindens" und ,,Lösens",
die noch im Folgenden betrachtet werden soll.
Grundlage für die Perikope des Matthäus ist das Evangelium nach Markus. Allerdings ist das
Matthäusevangelium durch Änderungen und die Einfügung der Verse Mt 16,17-19
grundlegend umgestaltet.
In der Darstellung des Markus wird die Leidensankündigung des Menschensohns zur inneren
Mitte. Dies erreicht Markus, indem er Jesus die Antwort der Jünger korrigieren lässt, durch
den Hinweis auf den leidenden Menschensohn. Noch deutlicher wird diese Akzentuierung im
Lukas Evangelium. Matthäus hingegen setzt einen anderen Schwerpunkt, indem er mit den
Versen 16,17-19 das Petrusbekenntnis selbständig einfügt.
Dieser Einschub hat die Gestalt eines dreistrophigen Gedichts zu, je drei Zeilen mit einem
ziemlich durchgehenden Viererrhythmus, von denen jeweils die die erste Zeile das Thema
enthält und die zweite und die dritte Zeile antithetischen Parallelismus aufweisen.
3
Das Wortspiel in Vers 16,18, das auf dem aramäischen Kepha beruht, verrät die aramäische
Grundlage des Textes. Denn dieses Wortspiel ist im Griechischen nicht wiederzugeben.
Matthäus platziert in Vers 16,13, ebenso wie auch Markus und Lukas, das Geschehen in die
Gegend von Caesarea Philippi. Dort fragt er die Jünger, für wen die Menschen den
Menschensohn halten. Die Bedeutung dieser Frage ist grundsätzlich, hat doch Matthäus den
Begriff Menschensohn schon früher auftauchen lassen (8,20; 9,6; 10,23; 11,19;
12,8.32.40;13,37.41). Die von Jesus gestellte Frage soll nun erkennen lassen, dass der Begriff
nun geklärt werden soll. Da Matthäus, im Gegensatz zu Markus, Jesus selbst vom
Menschensohn sprechen lässt, bekommt, die hier umgestaltete Frage, einen katechetischen
Charakter, wird doch die Frage nach dem Verhältnis der Menschen zum Menschsohn gestellt.
In Vers 14 geben die Jünger die Meinung der Menschen über Jesus wieder. Sie geben an, dass
einige Jesus für den wiederauferstandenen Johannes den Täufer halten, andere sollen ihn für
Elia halten. Demnach wird Jesus für eine wiedergekehrte Gestalt aus der Vergangenheit
gehalten. De facto erkennen die Menschen Jesus nicht. Soweit stimmt Matthäus mit Markus
überein. Matthäus zählt aber noch zusätzlich den Propheten Jeremias auf. Warum Matthäus
zusätzlich den Propheten Jeremias anführt, ist nicht ersichtlich.
Die Frage in Vers 15 nach dem, wofür die Jünger Jesus halten stimmt, wiederum mit Markus
überein.
In Vers 16 antwortet Petrus auf die Frage Jesu. Petrus gibt zur Antwort, dass Jesus der
Messias sei. Bei Matthäus gibt er des weiteren den Zusatz, dass Jesus der Sohn des
lebendigen Gottes sei. Damit wird Jesus als der Sohn Gottes offenbart. Das Prädikat
,,lebendig" definiert Gott als, den, der das Leben in sich hat und das Leben schafft. Demnach
ist Jesus, als Sohn des lebendigen Gottes, am Leben und Schaffen des Lebens beteiligt. Somit
antwortet Petrus, dass Jesus auf die Seite Gottes gehört, als Sohn des lebendigen Gottes den
Tod überwindet, der verheißene Christus ist. Auf dieses Bekenntnis des Petrus, antwortet
Jesus mit dem Petrusbekenntnis.
Für die Verse 17-19 gibt es keine Entsprechung bei den anderen Evangelisten.
Dafür greifen die Verse auf Mt 11,27 zurück. Dort heißt es ebenfalls, dass die Offenbarung
Gottes und Christi für den Menschen nur durch den Willen Gottes bzw. Christi möglich sei.
Das Redeverbot folgt bei allen drei Evangelisten.1
Dabei stellt das Redeverbot bei Lukas und Markus einen abrupten Schluss dar. Es ist relativ
unwahrscheinlich, dass nachdem Jesus die Jünger zum Bekenntnis gebracht hat, dies
unkommentiert stehen lässt, und mit dem Redeverbot antwortet. Es entspräche nicht der
1 Grundmann, W.: Das Evangelium nach Matthäus, Berlin 19866, S. 383-393.
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