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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2002, 16 Pages
Author: Tatjana Schikorski
Subject: Medicine
Details
Institution/College: Free University of Berlin (Medizinische Soziologie)
Tags: Leib, Organe, Sinnträger, Haut, Soziologie, Medizin
Year: 2002
Pages: 16
Grade: 1.0
Bibliography: ~ 7 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-04979-5
ISBN (Book): 978-3-638-94938-5
File size: 73 KB
Eine kritische Betrachtung der Psychosomatik, exemplarisch aufbereitet und präsentiert am Beispiel des größten Sinnesorgans des Mensche, der Haut.
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Abstract
Inhaltsverzeichnis 1. Einleitung 2. Die Haut als menschliches Organ 3. Die Lehre von der gesunden Haut 4. Zeichen und Signaturen 5. Die Haut als Spiegel der Seele 6. Die kranke Haut 6.1. Die Lehre von der kranken Haut 6.2. Die Schuppenflechte 7. Möglichkeiten und Grenzen bei der Behandlung psychosomatischer Erkrankungen 8. Literaturverzeichnis 1. Einleitung Im Rahmen des Seminars „Der Leib und seine Organe als Sinnträger“, geleitet von Nikolaus Heim an der FU Berlin im Sommersemester 1997, wird diese Arbeit einen Beitrag zum Thema Haut bedeuten. Gegenstand der Diskussion ist die These, daß die Haut, ähnlich wie andere Organe, wie Herz, Auge, Nase etc., ein Medium zwischen der physischen und der psychischen Existenz des Menschen ist. Wie Gerhard Danzer vertritt auch Anne Maguire die These, daß seelische Vorgänge, Gefühle und Emotionen auch am eigenen Leibe erfahren werden. Das Morphologische, das Körpergeschehen, und das psychologische Erleben sind dennoch nicht voneinander getrennt. Ekel, Angst oder Müdigkeit sind nicht rein seelischer Natur, sie werden immer auch durch den Körper ausgedrückt. Schon Platon vertrat die Ansicht, daß alles Leibliche von höheren Seelenkräften dirigiert wird. Victor Poucel sprach sich in seinem ‘Plädoyer gegen die Widersacher des Leibes’ konkret zum Thema Haut schon 1890 gegen den in Europa weit verbreiteten Dualismus von Leib und Seele aus, wobei er die Haut als die äußere Grenze seiner eigentlichen Vorgänge betrachtete. Der Leib bedeutet das erste Universum, mit dem die Mystik der Erde durch das Erleben und Ertasten mit den Sinnen erlebt wird. Die am Ende dieser Arbeit aufgelisteten Autoren haben anschauliche Fallbeispiele zu diesem Thema gesammelt. In der folgenden Arbeit geht es zunächst darum, die Haut als Organ mit ihren Fähigkeiten und Funktionen, als auch mit ihren Mythen und der Symbolhaftigkeit zu beschreiben. Anschließend wird die Lehre von der kranken Haut und ihren Erscheinungsformen, bzw. deren mögliche Bedeutung im Vordergrund stehen. Das letzte Kapitel liefert eine kurze, abschließende Diskussion zu dem Thema.
Excerpt (computer-generated)
FU Berlin
Institut für medizinische Soziologie
SoSe 1997
Seminar: Der Leib und seine Organe als Sinnträger
Thema: Die Haut
vorgelegt
am:
31.07.1997
von:
Tatjana
Schikoski
1. Einleitung 3
2. Die Haut als menschliches Organ 4
3. Die Lehre von der gesunden Haut 5
4. Zeichen und Signaturen 7
5. Die Haut als Spiegel der Seele 8
6. Die kranke Haut 10
6.1. Die Lehre von der kranken Haut 10
6.2. Die Schuppenflechte 10
7. Möglichkeiten und Grenzen bei der Behandlung psychosomatischer
Erkrankungen 12
8. Literaturverzeichnis 15
2
1. Einleitung
Im Rahmen des Seminars ,,Der Leib und seine Organe als Sinnträger", geleitet von Nikolaus
Heim an der FU Berlin im Sommersemester 1997, wird diese Arbeit einen Beitrag zum The-
ma Haut bedeuten.
Gegenstand der Diskussion ist die These, daß die Haut, ähnlich wie andere Organe, wie Herz,
Auge, Nase etc., ein Medium zwischen der physischen und der psychischen Existenz des
Menschen ist. Wie Gerhard Danzer vertritt auch Anne Maguire die These, daß seelische Vor-
gänge, Gefühle und Emotionen auch am eigenen Leibe erfahren werden. Das Morphologi-
sche, das Körpergeschehen, und das psychologische Erleben sind dennoch nicht voneinander
getrennt. Ekel, Angst oder Müdigkeit sind nicht rein seelischer Natur, sie werden immer auch
durch den Körper ausgedrückt. Schon Platon vertrat die Ansicht, daß alles Leibliche von hö-
heren Seelenkräften dirigiert wird. Victor Poucel sprach sich in seinem `Plädoyer gegen die
Widersacher des Leibes′ konkret zum Thema Haut schon 1890 gegen den in Europa weit ver-
breiteten Dualismus von Leib und Seele aus, wobei er die Haut als die äußere Grenze seiner
eigentlichen Vorgänge betrachtete. Der Leib bedeutet das erste Universum, mit dem die Mys-
tik der Erde durch das Erleben und Ertasten mit den Sinnen erlebt wird. Die am Ende dieser
Arbeit aufgelisteten Autoren haben anschauliche Fallbeispiele zu diesem Thema gesammelt.
In der folgenden Arbeit geht es zunächst darum, die Haut als Organ mit ihren Fähigkeiten und
Funktionen, als auch mit ihren Mythen und der Symbolhaftigkeit zu beschreiben. Anschlie-
ßend wird die Lehre von der kranken Haut und ihren Erscheinungsformen, bzw. deren mögli-
che Bedeutung im Vordergrund stehen. Das letzte Kapitel liefert eine kurze, abschließende
Diskussion zu dem Thema.
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2. Die Haut als menschliches Organ
Die Haut (ahd. hut), lat. cutis, gr. derma, engl. skin, wird bei Mensch, Tier und Pflanze im
weiteren Sinne als die ,,Überbekleidung von Oberflächen", bei Mensch und Tier auch die
,,Auskleidung von Hohlräumen, z.B. die Schleimhaut des Verdauungskanals oder das Lungen
und Rippenfell, im engeren Sinne die Überbekleidung der äußeren Körperoberfläche"1 aufge-
faßt.
Man unterscheidet die Lederhaut, die darüberliegende Oberhaut und das unter der Lederhaut
liegende Unterhautzellgewebe, das die Haut mit den unter ihr liegenden Organen verbindet,
z.B. mit Muskeln, Knochen usw.. Das Unterhautzellgewebe besteht aus lockerem Bindege-
webe, in dessen Maschen Fettzellen liegen, dem Fettpolster der Haut (Fettgewebe). Die Le-
derhaut (Corium) besteht aus Bindegewebssträngen und federnden Fasern, die oberste
Schicht, die Oberhaut (Epidermis), aus mehreren Lagen von Zellen, der aus lebenden Zellen
bestehenden Keimschicht und darüber der Schicht der verhornenden, an der Hautoberfläche
abschilfernden Zellen, der Hornschicht. In der Lederhaut liegen die Talg- oder Haarbalgdrü-
sen, die Schweißdrüsen und Sinnesorgane: Tastkörperchen, Organe für Schmerz-, Wärme-,
und Druckempfindung.
Zu den wichtigsten Funktionen der Haut gehört zuvorderst der Schutz gegen mechanische und
chemische Einflüsse, das Abhalten von Mikroorganismen, die Regulation des Wasser- und
Mineralhaushaltes sowie die Reizaufnahme und die Abwehr.
Um die Komplexität dieses Organs zu begreifen ist an dieser Stelle erwähnenswert, daß ein
Quadratzentimeter sechs Mio. Zellen enthält, die insgesamt fünftausend Sinneskörper und
vier Meter Nervenfasern umfassen. Weiterhin befinden sich auf diesem kleinen Ausschnitt
fünf Haare, ein Meter Adern, einhundert Schweißdrüsen, fünfzehn Talgdrüsen, zwölf Kälte-
und zwei Wärmepunkte, fünfundzwanzig Druckpunkte sowie zweihundert Schmerzpunkte.
Zu den bedeutendsten Fähigkeiten der Haut gehört die intakte Funktion als komplexe Alarm-
anlage, diverse Schutzmechanismen und die Fähigkeit, ähnlich wie eine Fabrik chemische
1 dtv - Lexikon, Bd. 8 (München: Deutscher Taschenbuchverlag, 1980), p. 218.
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