Autor: Matthias Altmannsberger
Fach: Pädagogik - Schulpädagogik
Details
Jahr: 2000
Seiten: 38
Note: 1
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 239 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-15931-9
ISBN (Buch): 978-3-638-64086-2
Zusammenfassung / Abstract
Es wird immer wichtiger, die Schülerinnen und Schüler in der Schule auf ein selbstverantwortliches und kompetentes Handeln für zukünftige private, gesellschaftliche und berufliche Situationen vorzubereiten. In der Schule soll diese Vorbereitung mit Hilfe von geeigneten Unterrichtsformen geschehen. Besonders geeignet scheinen Unterrichtsformen zu sein, die den Schülerinnen und Schülern Möglichkeiten zu selbständigem Lernen und eigenverantwortlichem Handeln geben, wie etwa die offenen Unterrichtsformen. Diese sollen im Folgenden näher definiert und desen Vorbilder, sprich die historische Entwicklung, durchleuchtet werden. Gründe für diese Unterrichtsform und ihre Ziele werden im weiteren Verlauf erläutert. In welchen Dimensionen Unterricht zu öffnen ist und deren Voraussetzungen führen schließlich zur praktischen Umsetzung. Dabei wird ein möglicher Einstieg aufgezeigt, sowie die verschiedenen Formen erläutert. Grenzen und Probleme offenen Unterrichts schließen die Arbeit ab.
Textauszug (computergeneriert)
Offener Unterricht - Was ist das?
von Matthias Altmannsberger
Gliederung
1 Einleitung 2
2 Begriffsklärung 2
2.1 Abgrenzung zum geschlossenen Unterricht (NEUHAUS-SIEMON)
2.1.1 Anlässe der Bildungsreform
2.1.2 Ziele der Bildungsreform
2.1.3 Kernstück der Bildungsreform
2.1.4 Auswirkungen der Curricula auf die offiziellen Lehrpläne
2.1.5 Die Auswirkung der Curricula auf die Schulpädagogik
2.1.6 Mängel der Curricula
2.2 Definitionsversuch
2.3 Kennzeichen des offenen Unterrichts (JÜRGENS)
3 Vorbilder des offenen Unterrichts 8
3.1 Reformpädagogik (Beginn des 20. Jahrhunderts)
3.2 Die englische Primarschulreform
3.3 Aktuelle Entwicklung in Deutschland
4 Begründungen des offenen Unterrichts 13
4.1 Rechtliche Begründung
4.2 Bildungspolitische Forderung
4.3 Lern- und motivationspsychologische Begründung
4.4 Pädagogische Begründung
4.5 Gesellschaftliche/Sozialisationstheoretische
/Grundschulpädagogische Begründung
4.6 Psychologische Begründungen
5 Ziele des offenen Unterrichts 18
6 Dimensionen der Offenheit (RAMSEGER) 19
6.1 Inhaltliche Offenheit
6.2 Methodische Offenheit
6.3 Institutionelle Offenheit/Organisatorische Offenheit
7 Voraussetzungen für offenen Unterricht 21
7.1 Organisatorische Voraussetzungen (NEUHAUS-SIEMON)
7.2 Personale Voraussetzungen
8 Realisierungsmöglichkeiten des offenen Unterrichts 24
8.1 Einstieg in den offenen Unterricht
8.2 Formen der Öffnung
8.2.1 Freiarbeit
8.2.2 Tages- oder Wochenplanarbeit
8.2.3 Projektunterricht
8.2.4 Morgenkreis
9 Grenzen und Probleme des offenen Unterrichts 33
10 Schlußgedanken 35
1 Einleitung
Es wird immer wichtiger, die Schülerinnen und Schüler in der Schule auf ein selbstverantwortliches und kompetentes Handeln für zukünftige private, gesellschaftliche und berufliche Situationen vorzubereiten.
In der Schule soll diese Vorbereitung mit Hilfe von geeigneten Unterrichtsformen geschehen. Besonders geeignet scheinen Unterrichtsformen zu sein, die den Schülerinnen und Schülern Möglichkeiten zu selbständigem Lernen und eigenverantwortlichem Handeln geben, wie etwa die offenen Unterrichtsformen.
2 Begriffsklärung
2.1 Abgrenzung zum geschlossenen Unterricht (NEUHAUS-SIEMON)
Der offene Unterricht muß im geschichtlichen Zusammenhang betrachtet werden und seht in direktem Zusammenhang mit der kompromißlosen Kritik an geschlossenen Curricula, d.h. mit den Resultaten der Bildungsreform in den 60er und 70er Jahren (JÜRGENS).
2.1.1 Anlässe der Bildungsreform
Die Anlässe für die Bildungsreform in den 60er und 70er Jahren in Deutschland waren vielfältig:
Als weltpolitischer Grund kann die Konkurrenz der Supermächte USA und UdSSR im Bereich von Rüstung, Technik, Wirtschaft und Bildung genannt werden, die durch den "Sputnik-Schock" 1957 ausgelöst wurde. Es herrschte große Angst im Westen, dem technischem Fortschritt im Osten nicht mehr gewachsen zu sein. In den USA bemühte man sich bereits zu Beginn der 60er Jahre um eine Bildungsreform.
Daneben können folgende gesellschaftliche Gründe angeführt werden:
Deutschland wandelte sich von einer Agrar- zu einer Industrienation.
Das bis in die 60er Jahre vorherrschende Heimatkundekonzept war überkommen und wurde den Ansprüchen einer von Wissenschaft, Technik und Mobilität bestimmten Welt nicht mehr gerecht.
Außerdem ging die Bildungsreformdebatte einher mit einer Demokratisierungsdebatte:
In der Gesellschaft war die Bemühung um die Abkehr von autoritären Herrschaftsstrukturen vorhanden; die Menschen sollten zu Mitsprache, Kritik- und Urteilsfähigkeit erzogen werden (1969: Willy BRANDT: "Mehr Demokratie wagen.")
Als bildungspolitischer Grund kann die Forderung nach kompensatorischer Erziehung (ROTH) genannt werden. Der Unterricht sollte so gestaltet werden, daß, im Sinne der Chancengleichheit, möglichst alle Kinder alles lernen und die sozial bedingten Begabungsunterschiede somit kompensiert werden können.
PICHT sprach von einem "Bildungsnotstand" in Deutschland. .
Dazu kam die öffentliche Kritik am damals vorherrschenden Bildungssystem.
Als lernpsychologische Gründe können zwei Gründe aufgeführt werden:
Die veränderte Auffassung vom Menschen, von seiner Lern- und Erziehungsfähigkeit, die die große Bildsamkeit des Menschen in der Kindheit betonte.
Daneben ist auch noch Jerome BRUNERS Hypothese des dynamischen Begabungsbegriffes zu nennen. BRUNER behauptet: "Jeder Stoff kann jedem Kind in jedem Stadium in intellektuell redlicher Weise vermittelt werden."
2.1.2 Ziele der Bildungsreform
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