Autor: Matthias Altmannsberger
Fach: Pädagogik - Schulpädagogik
Details
Jahr: 2001
Seiten: 25
Note: 1
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 150 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-15932-6
ISBN (Buch): 978-3-638-64087-9
Zusammenfassung / Abstract
Projekte sind im Berufsleben allgegenwärtig: So spricht man zum Beispiel von industriellen Forschungsprojekten, von öffentlichen Bauprojekten oder Finanzprojekten. Auch im privaten Bereich werden Projekte durchgeführt. In Projekten wird geplant, vorgeschlagen, beraten, Ziele werden angegangen und zu Ende gebracht. Seit den 80er Jahren hat die Projektidee ein Come-back auch in der Schule erlebt. Im neuen Lehrplan für die Grundschulen ist das Projekt ein verpflichtender Baustein für jede Jahrgangsstufe. Wie sieht nun die Theorie aus, auf die sich die Projektidee beruft? Dies soll im Folgenden erläutert werden. Nach einer Begriffsklärung und der historischen Entwicklung folgt die Begründung des Projektunterrichts. Welche Ziele dabei erreicht werden sollen, wird daraufhin geklärt. Um eine praktische Umsetzung zu ermöglichen, sind dabei Voraussetzungen ausschlaggebend, welche zusammen mit den verschiedenen Projektphasen nach Frey aufgezeigt werden. Vorteile und Grenzen des Projektunterrichts schließen die Arbeit ab.
Textauszug (computergeneriert)
Universität Regensburg
Philosophische Fakultät II
Schulpädagogik
WS 00/01
Projektunterricht - eine umfassende Betrachtung
Vorgelegt von:
Matthias Altmannsberger
Gliederung
1 Vorbemerkung ... 2
2 Begriffsklärung ... 2
2.1 Begriffsklärung anhand der Schritte und Merkmale eines Projekts (GUDJONS)
2.2 Weitere Begriffsklärungen
2.3 Bandbreite des Begriffs ,,Projekt" (WELLENHOFER)
3 Historische Entwicklung des Projektunterrichts ... 7
3.1 Pragmatismus in den USA
3.2 Vorbilder und Vorgänger in Deutschland
3.3 Nachkriegszeit bis heute
4 Begründung für den Projektunterricht (GUDJONS/BÖNSCH) ... 13
4.1 Bildungspolitische Begründung
4.2 Psychologische Begründung
4.3 Pädagogische Begründung
4.4 Sozialisationstheoretische/grundschulpädagogische/gesellschafltiche Begründung
5 Ziele und pädagogische Intentionen des Projektunterrichts (GERR) ... 16
6 Voraussetzungen für die Verwirklichung des Projektunterrichts ... 18
6.1 Organisatorische (äußere) Voraussetzungen
6.2 Personale (innere) Voraussetzungen
7 Projektphasen (FREY) ... 19
8 Vorteile des Projektunterrichts gegenüber dem Lehrgang ... 21
9 Probleme und Grenzen des Projektunterrichts ... 22
10 Schlußbemerkung ... 24
Literaturverzeichnis
Projektunterricht
1 Vorbemerkung
Projekte sind im Berufsleben allgegenwärtig: So spricht man zum Beispiel von industriellen Forschungsprojekten, von öffentlichen Bauprojekten oder Finanzprojekten.
Auch im privaten Bereich werden Projekte durchgeführt. In Projekten wird geplant, vorgeschlagen, beraten, Ziele werden angegangen und zu Ende gebracht.
Seit den 80er Jahren hat die Projektidee ein Come-back auch in der Schule erlebt.
Im neuen Lehrplan für die Grundschulen, der bereits in Arbeit ist, wird das Projekt ein verpflichtender Baustein für jede Jahrgangsstufe sein.
Wie sieht nun die Theorie aus, auf die sich die Projektidee beruft?
2 Begriffsklärung
Der Begriff des Projekts kann aus dem lateinischen Verb ,,proicere" abgeleitet werden, das vorwerfen, entwerfen, hinauswerfen bedeutet.
Im Deutschen Sprachgebrauch besitzt es die Bedeutung von Entwurf, Plan, Vorhaben, oder, nach von HENTIG ,,vorausgeworfenes Wagnis".
Das Wort ,,Projekt" impliziert also bereits die Absicht, den Plan oder den Entwurf auch zu verwirklichen, es schließt die Lösung des Plans schon mit ein.
Seit Beginn des 20. Jahrhunderts wird der Begriff ,,Projekt" auch im pädagogischen Sinn gebraucht.
Der pädagogische Begriff des Projekts ist allerdings unpräzise, eine klare Definition ist nicht möglich. Es herrscht Uneinigkeit über den Begriff des Projekts als Unterrichtsform vor:
- Projektunterricht (GUDJONS, DUNCKER/GÖTZ, HÄNSEL)
- Projektmethode (FREY): FREY knüpft damit an den von DEWEY und KILPATRICK geprägten Begriff an.
- Projekt (OTTO)
Am besten kann der pädagogische Begriff des Projekts über seine Merkmale erschlossen werden.
2.1 Begriffsklärung anhand der Schritte und Merkmale eines Projekts (GUDJONS)
,,Projektunterricht ist nicht an die exakte Einhaltung aller 10 Merkmale gebunden, aber umgekehrt kann ein Unterricht, in welchem sich diese Merkmale gar nicht finden, nicht Projektunterricht genannt werden." (GUDJONS)
Schritt 1:
Eine für den Erwerb von Erfahrungen geeignete, problemhaltige Sachlage auswählen.
Merkmal 1: Situationsbezug und Lebensweltorientierung
- Der Sachverhalt sollte aus dem direkten Erfahrungsbereich der Schülerinnen und Schüler stammen (tatsächliche, erfahrbare, aktuelle Situation).
- Der Gegenstand der Projektarbeit sind Aufgaben oder Probleme, die sich aus dem Leben ergeben und sind nicht an Fachwissenschaften gebunden.
- Hoher Stellenwert praktischer Arbeit und sinnlicher Erfahrung.
- Grundsätzlich kann jeder Gegenstand Ausgangspunkt eines Projekts werden.
Merkmal 2: Orientierung an den Interessen der Beteiligten
- Das Wecken von Interessen der Schülerinnen und Schüler ist der erste Schritt.
- Der Inhalt des Projekts soll sich an Erfahrungen, Interessen und der Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler orientieren.
- Offenheit für im Verlauf des Projekts neu entstandene Interessen.
Merkmal 3: Gesellschaftliche Praxisrelevanz
- Forderung nach gesellschaftlicher Relevanz des Unterrichtsgeschehens:
Orientierung an den Problemen der Lebenswirklichkeit, Relevanz für das künftige Leben
der Schülerinnen und Schüler, Auswirkungen auf das alltägliche Leben. - Der Projektunterricht darf nicht der völligen Beliebigkeit oder Zufälligkeit verfallen.
- Stärkt den gesellschaftlichen Bezug schulischen Lernens.
- Ergebnisse sollen der Öffentlichkeit präsentiert werden. Kenntnisnahme, Beurteilung und Kritik von anderen Personen.
- Vermeiden bloßer Bastelarbeit und Freizeitbeschäftigung.
Schritt 2: Gemeinsam einen Plan zur Problemlösung entwickeln
[...]
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