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Die Bedeutung der ausländischen Offiziere in der Schleswig-Holsteinischen und der Dänischen Armee

Scholary Paper (Seminar), 2005, 28 Pages
Author: Hilthart Pedersen
Subject: History - 19. Century

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2005
Pages: 28
Grade: 2
Bibliography: ~ 18  Entries
Language: German
Archive No.: V91606
ISBN (E-book): 978-3-638-05179-8
ISBN (Book): 978-3-638-94529-5
File size: 495 KB

Abstract

Die Armee der Schleswig-Holsteinischen Erhebung von 1848-51 hätte nicht erfolgreich ihre Feldzüge führen können ohne die Beteiligung der ausländischen Offiziere und Truppenteile. Durch die fähigen Truppenteile den Krieg zu gewinnen, war durchaus möglich, wurde aber von den preußischen Oberkommandieren, die nur zögerlich und aus außenpolitischen Rücksichten handelten, vereitelt. In dieser Arbeit will ich diese zentralen Personen der ausländischen Offiziere, die meist aus Preußen bestanden analysieren. Ich werde hier ihren persönlichen Charakter, insofern er das Kriegsgeschehen beeinflusste, ihre markanten Handlungen und Unterlassungen, die den Handlungslauf des Krieges bestimmten, untersuchen. Weiter werde ich auch auf verschiedene Truppenteile wie der Freikorps eingehen. Ich will hiermit der Fragestellung nachgehen welche konkrete Rolle die ausländischen Offiziere auf beiden Seiten hatten. Auch werde ich die bedeutendsten ausländischen Offiziere der dänischen Armee hier genauer untersuchen, wobei die meist aus Norwegen stammenden Offiziere wesentlich den Kriegsverlauf mitbestimmten und ein Großteil der führenden Offiziere im dänischen Heer eben auch von Ausländern besetzt war. Im folgenden untersuche ich anhand der Darstellungen wichtiger Persönlichkeiten, die für den Verlauf des Krieges von Bedeutung sind, die Frage nach der Rolle des Einzelnen und dessen Verantwortlichkeit für das damalige Zeitgeschehen als einzelne handelnde, entscheidende Person. Besonders im Kriege kann hier veranschaulicht werden, inwiefern die Fähigkeit oder das Auftreten eine einzelnen Persönlichkeit entscheidend das Zeitgeschehen beeinflussen und mitbestimmen kann. Besonders hier kann verdeutlicht werden, dass es mehr der einzelne General im Zuge seiner Truppen und den Erwägungen und Spielräume die er seitens seiner Regierung innehat, für die Geschehnisse verantwortlich sind, als irgendwelche tiefgründigen Prozesse. Der entscheidende General ist genau ein Teil des ganzen Geschichtsprozesses. Aber es in dem Moment wo eine wichtige Entscheidung zu treffen ist, die jeweiligen Umstände in dem sich der General gerade befindet, oder sei es auch ein Staatsmann.


Excerpt (computer-generated)

Christian ­ Albrechts - Universität zu Kiel

Historisches Seminar SS 05

PS: Die Schleswig-Holsteinische Erhebung 1848-1851

Referent: Hilthart Pedersen

Hausarbeit

zur Schleswig-Holsteinischen Erhebung

1848-1851

Die Bedeutung der ausländischen Offiziere in der

Schleswig-Holsteinischen- und der Dänischen Armee

Hilthart Pedersen


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 2

1.1 Ausländische

Offiziere 3

1.2

Die nationale Herkunft und Dienstrang 4

1.3

Besetzung des Oberkommandos der Schleswig-Holsteinischen Armee: 5

1.4

Behandlung und Ansehen der preußischen Soldaten in Schleswig-Holstein

7

2.

Oberkommandierende und andere Offiziere der Schleswig-Holsteinischen

Armee 8

2.1

General Eduard von Bonin 8

2.2

Carl Heinrich von Delius. Generalstabschef u. Hauptmann 9

2.3

Oberst Freiherr v. d. Tann aus Bayern und die Freikorps 9

2.4 Generalleutnant

Karl

Wilhelm von Willisen 11

2.5

Oberkommandierende der Bundestruppen 13

2.5.1

Friedrich Heinrich Ernst von Wrangel 13

2.5.2

Karl Ludwig Ernst von Prittwitz 14

2.5.3

Hardesvogt v. Krogh 16

3.

Oberkommandierende der dänischen Armee 17

3.1

Frederik Adolf Schleppegrell 17

3.2

Christian Julius de Meza 18

3.3

Olaf Rye 19

3.3 Hans

Helgesen 20

4. Die Rolle bedeutender Kontingente ausländischer Truppen im Krieg 21

5. Probleme der Schleswig-Holsteinischen Armee 22

5.1 Das Verhältnis der preußischen Offiziere zu den schleswig-holsteinischen

Offizieren 23

6. Tabellen 25

7. Literatur 26

Abkürzungen: Schleswig-Holsteinische Armee: SHA

1


1. Einleitung

Die Armee der Schleswig-Holsteinischen Erhebung von 1848-51 hätte nicht

erfolgreich ihre Feldzüge führen können ohne die Beteiligung der ausländischen

Offiziere und Truppenteile. Durch die fähigen Truppenteile den Krieg zu gewinnen,

war durchaus möglich, wurde aber von den preußischen Oberkommandieren, die nur

zögerlich und aus außenpolitischen Rücksichten handelten, vereitelt. In dieser Arbeit

will ich diese zentralen Personen der ausländischen Offiziere, die meist aus Preußen

bestanden analysieren. Ich werde hier ihren persönlichen Charakter, insofern er das

Kriegsgeschehen beeinflusste, ihre markanten Handlungen und Unterlassungen, die

den Handlungslauf des Krieges bestimmten, untersuchen. Weiter werde ich auch auf

verschiedene Truppenteile wie der Freikorps eingehen. Ich will hiermit der

Fragestellung nachgehen welche konkrete Rolle die ausländischen Offiziere auf

beiden Seiten hatten.

Auch werde ich die bedeutendsten ausländischen Offiziere der dänischen Armee hier

genauer untersuchen, wobei die meist aus Norwegen stammenden Offiziere

wesentlich den Kriegsverlauf mitbestimmten und ein Großteil der führenden

Offiziere im dänischen Heer eben auch von Ausländern besetzt war.

Im folgenden untersuche ich anhand der Darstellungen wichtiger Persönlichkeiten,

die für den Verlauf des Krieges von Bedeutung sind die Frage nach der Rolle des

Einzelnen und dessen Verantwortlichkeit für das damalige Zeitgeschehen als

einzelne handelnde, entscheiden Person. Besonders im Kriege kann hier

veranschaulicht werden inwiefern die Fähigkeit oder das Auftreten einer Einzelnen

Persönlichkeit entscheidend das Zeitgeschehen beeinflussen und mitbestimmen.

Besonders hier kann verdeutlicht werden, dass es mehr der einzelne General im Zuge

seiner Truppen und den Erwägungen und Spielräume die er seitens seiner Regierung

innehat, für die Geschehnisse verantwortlich sind, als irgendwelche tiefgründigen

Prozesse. Der entscheidende General ist genau ein Teil des ganzen

Geschichtsprozesses. Aber es in dem Moment wo eine wichtige Entscheidung zu

treffen ist, die jeweiligen Umstände in dem sich der General gerade befindet, oder sei

es auch ein Staatsmann. Weiter von oben betrachtet, erscheint es als ein Prozess

soziokultureller und politischer Entwicklungen. Die Handlung und Tat oder die

2


jeweilige Entscheidung für das Gegenteil ist der Moment der Entwicklung in der

Geschichte. In diesem Sinne werden solche Ereignisse hier behandelt, politische

Entscheidungen und andere, die für die Staatenwelt wichtig sind und mehr durch das

Individuum bestimmt sind als durch so genannte Prozesse. Und wenn ins Detail der

gesellschaftlichen Prozesse schauen, dann stoßen wir nämlich wieder auf das

entscheidungs- und handlungsstarke Individuum, wie die Generale der dänischen und

Schleswig-Holsteinischen Armee mit ihren jeweiligen Rahmenbedingungen vor Ort.

Ferner ist wichtig die Auseinandersetzung mit dem Verhältnis der ausländischen

Offiziere untereinander zu ihren jeweiligen einheimischen Vorgesetzten und

Untergebenen. Mit diesen Darstellungen einzelner Persönlichkeiten soll hier

gleichzeitig die Probleme einer solch bunten ­ gemischten Armee, und auch

Gegensätze bei Preußen und Schleswig-Holsteinern aufgezeigt werden, im Zuge

einer Darstellung ihrer entscheidenden Eingriffe in den Krieg. Eben durch ihre durch

notwendig Handlungen oder Unterlassungen derer aufgrund von Weisungen aus

Frankfurt oder Berlin trugen sie entscheidend zum Verlauf des Krieges bei und des

Schicksals Schleswig-Holsteins bei, so wie es auch Otto Fock ausdrückt im Beispiel

von Bonin wie ich n och erläutern werde.

1.1 Ausländische

Offiziere

Die meisten ausländischen Offiziere der Schleswig-Holsteinischen Armee stammten

aus Preußen (Tabelle 1). Doch im Bundeskontingent, den Bundestruppen zur

Unterstützung der schleswig-holsteinischen Sache, waren auch viele Offiziere aus

den verschiedensten Teilen Deutschland kommend, in der Armee des Bundesheeres,

aber auch in der Schleswig-holsteinischen Armee. Offiziere wie aus

Oldenburg

,

Hessen, Sachsen-Weimar, Schwarzburg-Rudolstadt oder Hannover (Tabelle 3) waren

in der Schleswig-Holsteinischen Armee. Einerseits sind diese Offiziere aus der

preußischen Armee beurlaubt worden, und die Schleswig - Holsteinischen Armee

lief Gefahr, diese durch einen Rückruf Preußens wieder zu verlieren. Andererseits

waren viele Offiziere auch Ehemalige, Ausgeschiedene aus der Preußischen Armee,

oder in den Ruhestand versetzte Offiziere, die meist lange nicht mehr eine Tätigkeit

bei der Armee ausgeführt hatten. Im Laufe des Krieges dominierten die

Einheimischen die höchsten und niedrigsten Offiziersränge wie Oberst,

Oberstleutnant und Sekondleutnant, sowie die kleinen Truppengattungen der

3


Artillerie und Kavallerie, und stellten die überwiegende Anzahl der

Brigadekommandeure. Die Preußen dominierten die mittleren Offiziersränge wie

Major, Hauptmann und Premierleutnant. Die Infanterie wurde stark geprägt von

Preußen und Angehörigen anderer deutschen Staaten. Des Weiteren stellte Preußen

die überwiegende Anzahl der Bataillons- und Kompaniekommandeure.1

Tabelle 1: Ausländische Offiziere der Schleswig-Holsteinischen Armee2


Datum

Gesamtzahl der Offiziere

Davon Ausländer (davon Preußen)

31. Dez. 1848

305

149 (123)

31. Dez. 1849

502

279 (204)

14. Jan. 1849

890 506

(303)3

1.2 Die nationale Herkunft und Dienstrang

Tabelle 2: Die nationale Herkunft des schleswig-holsteinischen Offizierskorps, 1848-18514

Herkunft

Dienstgradgruppe

Schleswig-Holstein Preußen

Übrige

Total Anteil Total

Anteil

Total Anteil

Generäle 5

50,0%

4 40,0%

1 10,0%

Obristen 11

64,7%

4 23,5%

2 11,2%

Oberstleutnante 18

66,6%

5 18,5%

4 14,8%

Majore 31

43,6%

33

46,5%

7 9,7%

Hauptleute und Rittmeister

50

20,3%

134

54,5%

62 25,2%

Premierleutnants 59

28,5%

90

43,5%

58 28,0%

Sekondleutnants 313

50,1%

186 29,8%

126 20,1%

Offizierskorps, gesamt

487

40,5%

456 37,9%

260 21,6

%

Somit ist der weitaus größte Teil des Offizierskorps wie auch die höchsten Ränge aus

Schleswig-Holstein kommend. Während Preußen die mittleren Ränge dominiert

(Tabelle 2).

Zentral ist die Frage nach der Rolle und Bedeutung der ausländischen Offiziere,

besonders den Preußen, schon immer seit den Zeitzeugen gewesen. Seither hatte es

1 SCHLÜRMANN, Jan, S. 397.

2 Ebda, S. 56.

3 STOLZ, Gerd, Die schleswig-holsteinische Erhebung., S. 56.

4 Übernommen aus SCHLÜRMANN, Jan, S. 382.

4


den Anschein, dass die personelle Dominanz erheblich die Schleswig-Holsteinische

Armee und den Krieg geprägt hatte, besonders durch die Tatsache gestützt, dass von

vier Oberbefehlshabern, drei Preußen waren, und der letzte, v. Willisen die Armee

geradezu miserabel geführt hatte und in einem desolatem Zustand gebracht hatte. Ein

Umstand, der die Einstellung der Schleswig- Holsteiner zu den Preußen, besonders

der preußischen Armeeführung, aber auch deren Regierung in einem schlechten

Licht erblicken ließ. Es ist ja auch die zahlenmäßige Dominanz bis zu 50 % in

einigen Perioden durch viele Zeitzeugen reichlich belegt. Dies lässt den Schluss zu

wie Jan Schlürmann folgert5, dass Preußen und andere ,,Ausländer" alle Bereiche

der Armee nicht auf gleiche Weise prägten.

1.3

Besetzung des Oberkommandos der Schleswig-Holsteinischen

Armee:

Das Oberkommando führte im ganzen Krieg unterschiedliche Offiziere die nach den

Waffenstillständen ausgewechselt wurden. Nach Niederlegung des Amtes durch den

Prinzen zu Noer, kam der preußische General v. Bonin an die Spitze, sowohl des

Kriegsdepartments, als auch als kommandierender General zu Felde. Dies war vor

allem dadurch begründet, dass er große Popularität und Zustimmung in der

Öffentlichkeit gefunden hatte.6 Somit gestalteten v. Bonin und sein Adjutant

Hauptmann v. Delius die Schleswig-Holsteinische Armee neu, mit einem neuem

,,Gesicht" und neuem ,,Geist", die ein qualitativer und quantitativer Gegensatz zum

Beginn des Krieges war. Von Bonin war aber für die Statthalterschaft7 Schleswig-

Holsteins ein größeres Risiko, da er immer noch in preußischen Diensten stand. Der

General aber versuchte seine Position als Befehlshaber der Schleswig-Holsteinischen

Armee auf dem Wege zu sichern, dass er in Berlin darum bat, aus preußischen

Diensten auszuscheiden, und wieder in dessen Diensten einzutreten, wenn der Krieg

gegen Dänemark beendet sei. Doch er bat wohl deswegen nicht um eine feste

Anstellung bei der Statthalterschaft, weil ihm dies nicht in Berlin gewährt wurde und

er so aus Berlin zurück in preußische Dienste gerufen wurde.

5 SCHLÜRMANN, Jan, S. 379.

6 Ebda., S.55.

7 Anstelle der provisorischen Regierung trat am 2. Oktober 1848 die Gemeinsame Regierung und ab

dem 26. März 1849 wurde eine Statthalterschaft eingesetzt, bestehend aus den Mitgliedern des Grafen

Reventlou-Preetz und der Vizepräsident der Nationalversammlung Beseler (TRINKLER, Sven, 26).

5



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