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Termpaper, 2008, 15 Pages
Author: Johannes Kreuzer
Subject: History - Didactics
Details
Institution/College: University of Göttingen
Tags: Kennzeichen, Sozialformen, Unterricht, Didaktik, Geschichte
Year: 2008
Pages: 15
Grade: 1,5
Bibliography: ~ 5 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-05190-3
ISBN (Book): 978-3-638-94479-3
File size: 74 KB
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Abstract
Der bekannte Erziehungswissenschaftler Wolfgang Schulz gilt als erster Autor, welcher in seinen Werken mit dem Begriff „Sozialformen“ arbeitete. Hilbert Meyer setzte sich später mit diesem Begriff intensiv auseinander und verfasste eine gültige Definition: „Sozialformen regeln die Beziehungsstruktur des Unterrichts. Sie haben eine äußere, räumlich-personal-differenzierende und eine innere, die Kommunikations- und Interaktionsstruktur regelnde Seite.“ Die äußere Struktur bezieht sich auf die räumlichen Vorgaben im Unterricht. Damit ist z.B. eine be-stimmte Sitzordnung verbunden. Vorgegeben werden dieses Faktoren vom Lehrer selbst oder sind von architektonischer Art (z.B. Größe des Klassenraums). Die innere Struktur bezieht sich mehr auf die Gesprächsformen, die im Unterricht vorherrschen. Damit ist z.B. gemeint, ob etwa gemeinsam mündliche Interpretationen erarbeitet werden, oder ob die Mög-lichkeit zur Diskussion gegeben ist. An dieser Stelle sei bereits erwähnt, welche Sozialformen in der Wissenschaft unterschieden werden. Es sind zum einen der traditionelle Frontalunterricht, zum anderen Einzelarbeit, Partnerarbeit und Gruppenarbeit. „Im Studium lernt heute fast jeder Lehrerstudent schon in den ersten Semestern, dass Frontalunterricht etwas Schlechtes und Gruppenunterricht etwas Gutes ist. In der Schule erfährt er dann, dass es ohne Frontalunterricht überhaupt nicht geht – also praktiziert er ihn, aber mit schlechtem Gewissen und noch schlechterer Ausbildung.“
Excerpt (computer-generated)
Georg-August-Universität Göttingen
Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät
Hausarbeit
in der Übung
,,Didaktik der Geschichte"
- SS 08 -
Johannes Kreuzer
Thema:
Sozialformen im Geschichtsunterricht
Göttingen, 12.03.2008
1
I. Inhaltsverzeichnis
1. Einführung in die Thematik 3
2. Partnerarbeit 5
3. Frontalunterricht 6
4. Gruppenarbeit 7
5. Einzelarbeit 9
6. Reflexion der umgesetzten Unterrichtsübung 9
6.1. Einleitung 9
6.2. Partnerarbeit 10
6.3. Gruppenarbeit 11
7. Schlussbetrachtung 13
Literaturverzeichnis 14
2
1. Einführung in die Thematik
Der bekannte Erziehungswissenschaftler Wolfgang Schulz gilt als erster Autor, welcher in seinen
Werken mit dem Begriff ,,Sozialformen" arbeitete. Hilbert Meyer setzte sich später mit diesem Begriff
intensiv auseinander und verfasste eine gültige Definition:
,,Sozialformen regeln die Beziehungsstruktur des Unterrichts. Sie haben eine äußere, räumlich-
personal-differenzierende und eine innere, die Kommunikations- und Interaktionsstruktur regelnde
Seite."1
Die äußere Struktur bezieht sich auf die räumlichen Vorgaben im Unterricht. Damit ist z.B. eine be-
stimmte Sitzordnung verbunden. Vorgegeben werden dieses Faktoren vom Lehrer selbst oder sind von
architektonischer Art (z.B. Größe des Klassenraums).
Die innere Struktur bezieht sich mehr auf die Gesprächsformen, die im Unterricht vorherrschen. Damit
ist z.B. gemeint, ob etwa gemeinsam mündliche Interpretationen erarbeitet werden, oder ob die Mög-
lichkeit zur Diskussion gegeben ist.2
An dieser Stelle sei bereits erwähnt, welche Sozialformen in der Wissenschaft unterschieden werden.
Es sind zum einen der traditionelle Frontalunterricht, zum anderen Einzelarbeit, Partnerarbeit und
Gruppenarbeit.
,,Im Studium lernt heute fast jeder Lehrerstudent schon in den ersten Semestern, dass Frontalunterricht
etwas Schlechtes und Gruppenunterricht etwas Gutes ist. In der Schule erfährt er dann, dass es ohne
Frontalunterricht überhaupt nicht geht also praktiziert er ihn, aber mit schlechtem Gewissen und
noch schlechterer Ausbildung."3
Diese eben zitierte Stelle sagt bereits viel darüber aus, welche Aktualität die Wahl der richtigen Sozi-
alformen nach wie vor hat. Einer aktuellen Auseinandersetzung darf man daher nicht einfach aus dem
Weg gehen, sondern sollte gezielt auf problematische Aspekte eingehen, um Lösungen zu finden, von
denen sowohl Lehrer als auch Schüler profitieren.
Bereits in ihrer Schulzeit bemerkten viele heutige Lehramtsstudenten, dass man einige Störungen im
Unterricht sicher hätte vermeiden können, hätte der Lehrer eine größere Sorgfalt an den Tag gelegt,
was die Unterrichtsplanung betrifft.
Fühlen sich Schüler nämlich von der entsprechenden Form des Unterrichts nicht angesprochen, so
beschäftigen sie sich gerne mit unterrichtsfremden Inhalten, dem Verlauf der entsprechenden Schul-
stunde wird allerdings nur noch wenig Aufmerksamkeit geschenkt.
Hier finden wir allerdings die Problematik vor, dass ein Lehrer, der zu seiner Schulzeit selbst nur eine
weniger ansprechende Gestaltung des Unterrichts kennen gelernt hat und auch nach seinem Studium
1 Meyer, Hilbert: Unterrichts Methoden. Frankfurt am Main: Cornelsen-Scriptor Verlag, 6. Aufl., 1994, S. 138.
2 Vgl. Meyer, a.a.O., S. 138.
3 Meyer, a.a.O., S. 142.
3
viele Jahre seinen Unterricht relativ monoton gestaltet hat, seinen Unterricht mit hoher Wahrschein-
lichkeit nicht mehr vollkommen ändern wird.
Daher ist es spätestens im Studium notwendig, dass Studierende über die unterschiedlichen Sozialfor-
men informiert werden und sich vor allem selbst damit aktiv auseinandersetzen.
Gerade im Grundstudium sollten bereits Grundkenntnisse erworben werden, die in den folgenden
Schulpraktika ausprobiert und umgesetzt werden können. Gibt es allerdings wirklich nur die bereits
genannten Sozialformen (Frontalunterricht, Einzelarbeit, Partnerarbeit, Gruppenarbeit)?
Grundsätzlich unterscheidet man in der aktuellen Diskussion diese Gestaltungsformen, auch wenn sich
in der Literatur andere, weiterreichende Ansätze finden. So etwa sehen manche Autoren, dass auch das
Projekt den Stellenwert einer eigenen Sozialform aufweist.
Der Verfasser dieser Arbeit hat sich allerdings darauf festgelegt, bei der eben genannten Einteilung zu
bleiben. Denn bereits durch diese Aufgliederung ergibt sich eine Vielzahl thematischer Fragen. Als
Beispiel soll wieder der Frontalunterricht dienen.
,,Aus Sicht der Lehrkräfte hat sich der Frontalunterricht durch die Diskussion um handlungsorientier-
ten Unterricht in den letzten Jahren verändert. Er ist schülerorientierter geworden und wird vermehrt
zur Ergänzung bzw. Unterstützung anderer Methoden eingesetzt."4
Lief diese angesprochene Sozialforme bereits seit Jahrhunderten ordnungsgemäß ab, war sie aller-
dings für Schüler nicht immer motivierend und wurde oft zu einer großen Belastung für den Lehrer.
Man sieht nun allerdings, dass das nicht mehr zwangsläufig gegeben ist, da der Frontalunterricht nicht
immer gleich abläuft und sich vor allem weiterentwickelt hat. Das zu untersuchen, würde aber dem
begrenzten Rahmen dieser Arbeit nicht entsprechen und wurde nur aufgeführt, um dem Leser die
Problematik zu veranschaulichen. Diese Hausarbeit hat das Ziel, die wesentlichen Möglichkeiten des
Durchführens des Unterrichts anzuführen und diese entsprechend zu belegen. Dadurch soll der Leser
für die verschiedenen Sozialformen und deren Einsatz sensibilisiert werden.
Auf entsprechende Vor- sowie Nachteile einzugehen soll hierbei ein grundlegender Teil dieser Arbeit
sein, damit sich der Leser ein Bild verschaffen kann, wie er seinen Unterricht entsprechend gestalten
kann.
4 Pätzold, Günter; u.a.: Lehr-Lern-Methoden in der beruflichen Bildung. Oldenburg: BIS-Verlag, 2003, S.206.
4
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