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Other, 2007, 20 Pages
Author: Mag. Alfons Wrann
Subject: Theology - Miscellaneous
Details
Institution/College: University of Graz (Religionswissenschaften)
Tags: Gottesmutter, Messias, Eine, Analyse, Archetypus, Mutter, Alien-Filmen, Darth, Vader, Herkules, Morgana, Mythologische, Grundstrukturen, Deutungsansätze, Transformation, Religionswissenschaften
Year: 2007
Pages: 20
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 10 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-05220-7
ISBN (Book): 978-3-638-94516-5
File size: 99 KB
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Abstract
Seitdem ich mich für Rockmusik interessiere, begleitet mich ein schrulliger Schweizer Künstler mit seinen albtraumhaften Bildern. Es war das Cover der Schallplatte Brain Salad Surgery von Emerson, Lake & Palmer aus dem Jahr 1973, das mich zum ersten Mal mit Hansruedi Gigers Werk konfrontiert hat. Seit dem Ende der 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts – ich werde damals, als ich mir die Platte gekauft habe etwa 14 Jahre alt gewesen sein – kenne und schätze ich diesen Maler und Bildhauer. Bald darauf machte ich auch die erste Bekanntschaft mit Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt, die jedoch aufgrund meiner Jugend und dem Horror dieses Filmes mehr als distanziert ausfiel. Dennoch haben mich dieser Film und in weiterer Folge seine Fortsetzungen immer wieder verfolgt, bis ich irgendwann einmal auch die Furcht vor den unheimlichen Kreaturen verloren habe (mein zunehmendes Alter und die damit verbundene Reife mögen hier wohl ihr Übriges getan haben). Diese Arbeit soll aufzeigen, dass der Alien mehr zu bieten hat als bloßen Horror. Sie zeigt den tiefgründigen Sinn auf, der hinter der Filmreihe steckt und bietet unter Bezugnahme auf die Ausführungen C. G. Jungs einen detaillierten Einblick in die tiefenpsychologische Struktur sowie religionswissenschaftliche Relevanz der Alien-Tetralogie.
Excerpt (computer-generated)
Gottesmutter und Messias
Eine religionswissenschaftliche Analyse
über den Archetypus der Mutter in den Alien-Filmen
Arbeit zum Proseminar:
,,Darth Vader, Herkules und Morgana:
Mythologische Grundstrukturen, deren Deutungsansätze
und moderne Transformation"
vorgelegt von
Alfons Wrann
Inhaltsverzeichnis
Einleitung 3
1. Grundsätzliche Überlegungen 4
1.1 Zur Archetypentheorie C. G. Jungs 5
1.2. Weitere religionswissenschaftliche Aspekte 6
2. Alien 8
2.1.1 Muttergottheiten 10
2.1.2 Gute Mutter böse Mutter 11
2.2 Apokalyptisches Szenario und Messiasthematik 16
3. Schluss 18
Literatur und Quellenverzeichnis 19
2
Einleitung
Seitdem ich mich für Rockmusik interessiere, begleitet mich ein schrulliger Schweizer
Künstler mit seinen albtraumhaften Bildern. Es war das Cover der Schallplatte
Brain Salad
Surgery
von
Emerson, Lake & Palmer
aus dem Jahr 1973, das mich zum ersten Mal mit
Hansruedi Gigers Werk konfrontiert hat. Seit dem Ende der 80er Jahre des vorigen
Jahrhunderts ich werde damals, als ich mir die Platte gekauft habe etwa 14 Jahre alt
gewesen sein kenne und schätze ich diesen Maler und Bildhauer. Bald darauf machte ich
auch die erste Bekanntschaft mit
Alien Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt
, die
jedoch aufgrund meiner Jugend und dem Horror dieses Filmes mehr als distanziert ausfiel.
Dennoch haben mich dieser Film und in weiterer Folge seine Fortsetzungen immer wieder
verfolgt, bis ich irgendwann einmal auch die Furcht vor den unheimlichen Kreaturen verloren
habe (mein zunehmendes Alter und die damit verbundene Reife mögen hier wohl ihr Übriges
getan haben).
Es sollte allerdings bis zu diesem Proseminar dauern, bis ich mich eingehender mit der
Thematik auseinandersetzte. Und ich bin froh darüber, da ich die Filme nun in einem völlig
anderen Licht betrachte. Plötzlich ergeben sie für mich einen tiefgründigeren Sinn, der abseits
des bloßen Horrors mehr zu bieten hat.
Was dies ist, soll folgende Arbeit teilweise aufzeigen; wobei ich gleich zu Beginn bedauern
muss, dass ich bei weitem nicht alle Aspekte so intensiv behandeln kann, wie ich es gerne
gewollt hätte. Leider lässt der Rahmen dieser Arbeit keine ausführlichere Analyse zu.
Dennoch hoffe ich, einen möglichst detaillierten Einblick in die tiefenpsychologische Struktur
und religionswissenschaftliche Relevanz der Alien-Tetralogie geben zu können.
3
1. Grundsätzliche Überlegungen
Den Schwerpunkt der filmischen Analyse auf religionswissenschaftliche Aspekte zu legen,
stellt bereits eine notwendige Einschränkung der vorliegenden Arbeit dar, da die
Mannigfaltigkeit der Interpretationsmöglichkeiten derartiger cineastischer ,,Opera magna",
wie sie die Alien-Filme (unabhängig von der qualitativen Beurteilung) in ihrer Gesamtheit
zweifelsfrei darstellen, natürlich evident ist. Dennoch muss für die folgenden Untersuchungen
geklärt werden, welche Schwerpunkte gesetzt werden, da die Religionswissenschaften für sich
bereits ein riesiges Gebiet von Inhalten und Themen abstecken. So haben etwa die Star-Wars-
Trilogie (bzw. die zweifache Trilogie) und der ,,Hype", der um sie entstanden ist, gezeigt, dass
nicht nur die
Inhalte
dieser Filme unter entsprechenden Gesichtspunkten zu betrachten sind,
sondern auch die
Auswirkungen
, die diese Geschichten auf unsere (,,westliche") Gesellschaft
bis heute gehabt haben. Im ersten Fall würde man sich wohl eher mit mythologischen oder
quasi
mythologischen Aspekten beschäftigen, im zweiten mit religionsphänomenologischen
oder soziologischen. Immerhin ist die Religion der ,,Jedi" in Australien mittlerweile eine
statistisch erfasste Größe. Doch darauf soll hier nicht näher eingegangen werden.
Zugegeben, Auswirkungen in derartigen Dimensionen, wie sie das Lucas-Imperium
hervorgebracht hat, lassen sich bei den hier zu betrachtenden Filmen nicht nachweisen. Und
dennoch kann man durchaus behaupten, dass Alien seinen kleinen Beitrag zur Gestaltung
unserer Gesellschaft geleistet hat: Wenn der Begriff ,,Alien" für außerirdische Lebensformen
auch nicht durch die gleichnamige Filmreihe entstanden ist1, so hat er sich im deutschen
Sprachraum vor allem vor diesem Hintergrund (wohl gegen so prominente Konkurrenten wie
,,E.T." oder ,,A.L.F.") durchgesetzt und ist spätestens seitdem auch endgültig
negativ
konnotiert. Zudem gilt es als wesentliches Verdienst von Ridley Scott, dem Regisseur des
ersten Teils, ,,Alien Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt", dass er entgegen den
damaligen Gepflogenheiten und Vorgaben (und auch gegen alle Widerstände der
Produzenten!) zum ersten Mal eine starke Frauenfigur als Heldin im Action-Genre etabliert
hat.2
1 Der Begriff ,,Alien", der sich von lat. ,,alienus" fremd, fremdartig - oder von lat. ,,alius" ein anderer
ableitet und im Englischen ursprünglich ,,staatenlos" oder ,,Staatenloser" bzw. ,,Fremder" bezeichnet, lässt sich
erstmals 1944 in der Science-Fiction-Literatur nachweisen (Vgl. dazu u.a. das
OnlineEtymology Dictionary
:
www.etymonline.com)
2 Vgl.: Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt. In: http://de.wikipedia.org [18.03.2007].
4
In dieser Arbeit möchte ich mich im Besonderen auf eine Analyse der Filme und ihrer
Charaktere vor dem Hintergrund der
Archetypentheorie
C. G. Jungs konzentrieren, da, wie wir
sehen werden, diese Vorgangsweise aufgrund der Figurenkonzeption durchaus plausibel
erscheint. Grundsätzlich möchte ich voranstellen, dass ich auf eine detaillierte Darlegung der
Inhalte der einzelnen Filme verzichte, da diese ohne größere Schwierigkeiten
jedermann/jederfrau zugänglich sein sollten und außerdem der Umfang dieser Arbeit nicht
dafürsteht.
1.1 Zur Archetypentheorie C. G. Jungs3
Obwohl die Ideen
Carl Gustav Jungs
einen zentralen Aspekt meiner Untersuchungen
bilden, möchte ich sie nur zusammenfassend und in Ansätzen präsentieren, da ich sie in ihren
Grundzügen als bekannt voraussetze. Dennoch möchte ich meinen Untersuchungen einige
zusammenfassende Zeilen zu diesem Thema voranstellen, um die wichtigsten Aspekte der
Jung′schen Archetypenlehre in Erinnerung zu rufen.
Mit Archetypen (griechisch: Urbilder) werden in der analytischen Psychologie
Strukturelemente, sogenannte Strukturdominanten, bezeichnet, die das Bewusstsein
beeinflussen. Diese Archetypen sind in ihrer Wirkung durch Symbole erfahrbar, etwa in
Träumen oder aber auch in Märchen und mythologischen Bildern. Nach C. G. Jung gehören
diese Archetypen einer ,,allgemein verbindlichen Schicht an, die er das ,kollektive
Unbewußte′ nennt"4. Dieses ist laut Jung ,,ein Teil der Psyche, der von einem persönlichen
Unbewußten dadurch negativ unterschieden werden kann, dass er seine Existenz nicht
persönlicher Erfahrung verdankt und daher keiner persönliche Erwerbung ist"5.
Zum Begriff der Archetypen und deren Verhältnis zum kollektiven Unbewussten führt
Jung in seinem gleichnamigen Buch weiters an:
Der
Begriff des Archetypus
, der ein unumgängliches Korrelat zur Idee des kollektiven Unbewußten
bildet, deutet das Vorhandensein bestimmter Formen in der Psyche an, die allgegenwärtig oder
überall verbreitet sind. [...] Im Unterschied zur persönlichen Natur der bewussten Psyche gibt es
ein zweites psychisches System, von kollektivem, nicht-persönlichem Charakter, neben unserem
Bewusstsein, das seinerseits durchaus persönlicher Natur ist und das wir [...] für die einzig
erfahrbare Psyche halten. Das kollektive Unbewußte entwickelt sich nicht individuell, sondern wird
vererbt. Es besteht aus präexistenten Formen, Archetypen, die erst sekundär bewusstwerden
können und den Inhalten des Bewusstseins festumrissene Form verleihen.6
3 Vgl. zu diesem Kapitel die Ausführungen in: C. G. Jung: Archetypen. München: dtv 2006, S. 45ff.
4 Götz Pochat: Der Symbolbegriff in der Ästhetik und Kunstwissenschaft. Dt. Erstveröff. Köln: DuMont 1983 (=
DuMont-Taschenbücher 134), S.108.
5 Jung: Archetypen., S. 45.
6 Ebd., S. 45f.
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