Register or log in at GRIN

Your e-mail-address or password is wrong
Register now
For new authors: free, easy and fast
This will be used as your user name, please specify a valid e-mail address

Lost password

Your e-mail-address or password is wrong

Request a new password
Allesandro Manzonis "I Promessi Sposi" aus literatur-, kultur- und sprachwissen... close

Please wait

Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.

Allesandro Manzonis "I Promessi Sposi" aus literatur-, kultur- und sprachwissenschaftlicher Sicht

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2006, 23 Pages
Author: Robert Mintchev
Subject: Romance Languages - Italian and Sardinian Studies

Details

Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2006
Pages: 23
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 24  Entries
Language: German
Archive No.: V91839
ISBN (E-book): 978-3-638-04135-5

File size: 106 KB

Abstract

Alessandro Manzonis I Promessi Sposi, im Deutschen hauptsächlich veröffentlicht als "Die Verlobten", ist nicht nur einer der bekanntesten und berühmtesten italienischen Romane, sondern auch einer der bedeutendsten. Er ist dabei nicht nur aus literaturwissenschaftlicher Hinsicht interessant, sondern bietet als historischer Roman zugleich kulturhistorische Informationen und ist im Rahmen von Manzonis Wirken in der "Questione della lingua" zudem das Zeugnis seiner sprachtheoretischen Ansichten. Vorliegende Arbeit, die in Folge der Vorbereitung zu einer Staatsexamensprüfung entstand, versucht genau diese Mehrdimensionalität zu untersuchen und zu unterstreichen, wobei im ersten Teil ein kulturhistorischer Überblick zur politischen Situation in Italien nach dem Wiener Kongress gegeben und die Gattung des Romans an sich beleuchtet werden, da der nun langsam an Bedeutung gewinnende Roman mehr und mehr Einfluss auch auf den politischen Einigungsprozess, "risorgimento", nehmen wird. Dabei spielt insbesondere der Historische Roman ein wichtige Rolle, weswegen im Anschluss auf die Autorenintention und die Geschichtsauffassung Manzonis eingegangen werden soll und die Geschichte des historischen Romans von Sir Walter Scott bis Manzoni kurz dargestellt wird. Im zweiten Teil steht nun der Roman an sich im Mittelpunkt, seine wohl einzigartige über zwei Jahrzehnte andauernde Entstehungsgeschichte, die Hauptpersonen sowie wichtige literarische Techniken und die Darstellung der historischen Wirklichkeit, womit der Bogen zum kulturhistorischen Kontext wieder geschlossen wird.


Excerpt (computer-generated)

Institut für Romanistik

Lehrstuhl für Italienische Literaturwissenschaft

Robert Mintchev

WS 2006/07

Robert Mintchev

Alessandro Manzonis

,,I Promessi Sposi"

aus literatur-, kultur- und sprachwissenschaftlicher Sicht


Gliederung und Inhaltsverzeichnis:

1 Einleitung

Seite 3

2 Kulturhistorischer Kontext

2.1 Die Situation in Italien nach dem Wiener Kongress

Seite 4

2.2 Der Roman als bürgerliches

Epos

Seite

5

3 Manzonis Geschichtsauffassung und seine Autorenintention

Seite 7

4 Der Roman

I Promessi Sposi

4.1 Die Entstehung sprachwissenschaftlich gesehen

Seite 10

4.2

Technik

und

Struktur

Seite

12

4.3 Die Vorsehung ­

Providentia

Seite 14

4.4 Personen und Darstellung der historischen Wirklichkeit

Seite 15

5

Schlussbetrachtung

Seite

20

6

Bibliographie

Seite

21


1 Einleitung

Alessandro Manzonis

I Promessi Sposi

, im Deutschen hauptsächlich veröffentlicht als

Die

Verlobten

, ist nicht nur einer der bekanntesten und berühmtesten italienischen Romane,

sondern auch einer der bedeutendsten.

Er ist dabei nicht nur aus literaturwissenschaftlicher Hinsicht interessant, sondern bietet als

historischer Roman zugleich kulturhistorische Informationen und ist im Rahmen von

Manzonis Wirken in der

Questione della lingua

zudem das Zeugnis seiner

sprachtheoretischen Ansichten.

Vorliegende Arbeit, die in Folge der Vorbereitung zu einer Staatsexamensprüfung

entstand, versucht genau diese Mehrdimensionalität zu untersuchen und zu unterstreichen,

wobei im ersten Teil ein kulturhistorischer Überblick zur politischen Situation in Italien

nach dem Wiener Kongress gegeben und die Gattung des Romans an sich beleuchtet

werden, da der nun langsam an Bedeutung gewinnende Roman mehr und mehr Einfluss

auch auf den politischen Einigungsprozess,

risorgimento

, nehmen wird. Dabei spielt

insbesondere der Historische Roman ein wichtige Rolle, weswegen im Anschluss auf die

Autorenintention und die Geschichtsauffassung Manzonis eingegangen werden soll und

die Geschichte des historischen Romans von Sir Walter Scott bis Manzoni kurz dargestellt

wird. Im zweiten Teil steht nun der Roman an sich im Mittelpunkt, seine wohl einzigartige

über zwei Jahrzehnte andauernde Entstehungsgeschichte, die Hauptpersonen sowie

wichtige literarische Techniken und die Darstellung der historischen Wirklichkeit, womit

der Bogen zum kulturhistorischen Kontext wieder geschlossen wird.

- 3 -


2 Kulturhistorischer Kontext

2.1 Die Situation in Italien nach dem Wiener Kongress

Das Italien nach 1815 ist von zwei Begriffen besonders geprägt: Restauration und

Risorgimento

. Die Veränderungen, die in anderen europäischen Staaten stattfanden, kamen

in Italien nur mit großer Verzögerung an. So hatte beispielsweise die industrielle

Revolution in Italien so noch nicht stattgefunden, Italien blieb ein Agrarland, der Einstieg

Italiens in den europäischen Kapitalismus erfolgte nur zaghaft. Ebenso gingen die sozialen

Veränderungen nur allmählich voran, Italien wurde nur sehr langsam zu einem

bürgerlichen Land, immerhin aber gingen die Privilegien des Adels zurück, es verbreitete

sich nach und nach ein Einheitsbewusstsein und es entwickelte sich eine Kluft zwischen

dem Volk und den Intellektuellen, die die europäische Entwicklung verstärkt an und wahr

nahmen.

Ebenso gab es einen Bruch in der Zunft der Schriftsteller, die nun vermehrt aus

bürgerlicher Abstammung kamen und oftmals gezwungen waren, parallel zur Tätigkeit als

Schreiber, einen nichtliterarischen Beruf auszuüben, sei es beispielsweise Übersetzer,

Lehrer, Verleger oder Journalist. Alessandro Manzoni hingegen war adliger Abstammung,

ein Graf, und Enkel des Aufklärers Beccaria, zudem Großgrundbesitzer der seine Güter

persönlich verwaltete. Auch hatte Manzoni eine klassische Bildung genossen.

Durch die zunehmende Anzahl an Literaten und das wachsende Interesse des sich

herausbildenden Bürgertums an der Literatur, entstand eine neue Leserschaft, eine

Literaturindustrie, ja eine Kulturindustrie. Literatur wurde mit den Jahren zu einem

Instrument staatsbürgerlicher und politischer Einflussnahme und wollte sich an das ganze

Volk wenden. Auch Manzoni machte deutlich, dass er für die breite Mittelschicht

schreiben will, eine Schicht zwischen Gebildeten und Ungebildeten. Ein Problem dabei

war jedoch die Sprache, denn auch die Literatur musste sich öffnen, zur Sprache der Ober-

und Unterschicht hin, zu jener neu entstehenden Leserschaft, aber es gab in Italien ja keine

einheitliche gesprochene Sprache und auch über die zu verwendende Literatursprache gab

es unterschiedliche Auffassungen. Klar war dabei nur der enge Zusammenhang zwischen

einheitlicher Sprache und dem Weg zur nationalen Einheit, was aber zuerst erreicht werden

musste, darüber stritten Intellektuelle und Literaten: Soll das Volk über Sprache und Stil

richten, oder ist eine Einheit der Sprache Voraussetzung für die Einheit des Volkes?

- 4 -


Bedeutend für die intellektuellen Debatten im sich verändernden Italien war die 1818 in

Mailand entstandene Zeitschrift

Il Concilliatore

. Sprachwissenschaftlich gesehen, gab es

vereinfacht dargestellt primär zwei unterschiedliche Standpunkte. Die Klassizisten um

Monti und Perticari plädierten für das geschriebene Florentinische, die Puristen wollten die

Idealsprache der

Tre Corone

(Dante, Boccaccio, Petrarka) wiederbeleben. Manzoni stand

quasi dazwischen, wollte er doch das

Fiorentino Colto

, also das gesprochene Italienisch

der Florentiner Oberschicht, zur Sprache erheben. Er setzte sich also nicht wie Perticari für

das

Fiorentino Letterario

, sondern als Einziger für das

Fiorentino Parlato

ein.

Vorbild für ihn war Paris und die dortige Stellung des Französischen. 1805, kurz nach der

Trennung seiner Eltern, hielt sich Manzoni mit einer Mutter in Paris auf, wo auch seine

Freundschaft mit Claude Fauriel entstand. Er kam hier zur Erkenntnis, das Italienische sei

eine tote Sprache: ,,Lo stato dell′Italia divisa in frammenti ha posta tanta distanza tra la

lingua parlata e quella scritta che può dirsi dunque lingua morta."1 In seiner Bewunderung

für das Französische, die ja auch in seinen Oden an Napoleon (unter anderem

Il 5 maggio

)

deutlich wird, wollte er, dass das Italienische genauso universal sei, ,,vivo e agevole per

tutti per qualsiasi bisogno dell′espressione comune."2

2.2 Der Roman als bürgerliches Epos

Einhergehend mit denen im vorangestellten Kapitel bereits skizzierten Veränderungen im

italienischen Gesellschaftssystem und den neuen Anforderungen an die Literatur, gab es

auch eine Umwälzung des literarischen Gattungssystems. Immer mehr trat der Roman als

Genre in den Vordergrund. Die erzählende Dichtung lief der Poesie, dem Epos und der

Tragödie buchstäblich den Rang ab. Der Roman galt nunmehr als Verbreiter und

Vermittler von Kultur für die Mehrheit des Volkes. Ein neues Konsumverhalten der breiten

Masse unterstützte diese Entwicklung. Als Hauptuntergattung diente dabei der historische

Roman.

Aber warum erweckten gerade Romane mit historischem Sujet das Interesse der neuen

Leserschaft? Die Französische Revolution und die Revolutionskriege waren ebenso wie

Napoleons Feldzüge Ereignisse, die von der Masse getragen wurden und in die ganze

Völker verwickelt waren. Napoleon hatte mit seinen Massenheeren Geschichte zum

1 Zitiert nach Migliorini, B. (1987), S. 548.

2 Vgl. Vitale, M. (1992), S. 214.

- 5 -



Comments

No comments yet

Add Comment
Your comment is reviewed before being published

Other users also were interested in the following titles:

Der italienische Neorealismus

Author: Gaëlle Schweiger
Romance Languages - Italian and Sardinian Studies, 2005 Download as PDF-file for 7,99 EUR

This text can be quoted and accessed from this url:

http://www.grin.com/e-book/91839/allesandro-manzonis-i-promessi-sposi-aus-literatur-kultur-und-sprachwissenschaftlicher
please wait Please wait