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Scholary Paper (Seminar), 2008, 23 Pages
Author: Udo Seelhofer
Subject: Theology - Historic Theology, Ecclesiastical History
Details
Tags: Jakob, Sprenger, Mitautor, Hexenhammers
Year: 2008
Pages: 23
Grade: 2
Bibliography: ~ 5 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-05380-8
ISBN (Book): 978-3-638-94583-7
File size: 88 KB
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Abstract
In dieser Arbeit soll verdeutlicht werden, woher Heinrich Institoris seine Ideen und Lehren nimmt, die er im Hexenhammer bis zur letzten Konsequenz weiterentwickelt hat. Dabei soll auch ein eingeheder Blick auf die direkte Vorgeschichte der Entstehung des Buches geworfen werden, vor allem die Hexenprozesse in Innsbruck, bei welchen Heinrich Institoris den Vorsitz inne hatte (und mit denen er dermaßen gründlich scheiterte, dass der damalige Bischof, Georg Golser, ihn des Landes verwies), werden hierbei näher untersucht. Ein weiterer wichtiger Punkt, ist jener der angeblichen Mitautorschaft von Jakob Sprenger, denn es ist durchaus sehr umstritten, ob Sprenger jemals an dem Buch beteiligt war oder nicht. Dennoch wurde er von Heinrich Institoris als Autor genannt. Dabei stellen sich folgende Fragen: 1. Wenn Jakob Sprenger wirklich einen nennenswerten Beitrag zum Hexenhammer geleistet hat, wieso hat keine entsprechenden Maßnahmen gesetzt, um sicher zu stellen, dass auch sein Name damit in Verbindung gebracht wird? Schließlich ist die erste Edition des Buches, die beide Personen (also Institoris und Sprenger) als Autoren angibt, erst nach deren Tod erschienen. 2. Wenn Sprenger nicht daran beteiligt war, wie stand er dann zu dieser Vereinnahmung durch Heinrich Institoris? 3. Warum hat Institoris den Namen Sprenger – vorausgesetzt dieser war nicht am Buch beteiligt – genannt? Wollte er seinem Werk damit eine Autorität verleihen, die ihm ansonsten gefehlt hätte?
Excerpt (computer-generated)
War Jakob Sprenger ein Mitautor des
Hexenhammers?
Udo Seelhofer
Inhaltsverzeichnis
EINLEITUNG 3
GEOGRAPHISCHER UND SOZIALER HINTERGRUND DER HEXENJAGDEN 5
MAGIE IM ALLTAG GEGEN ENDE DES 15. JAHRUNDERTS AM BEISPIEL DER STADT
INNSBRUCK 7
ENTSTEHUNGS- UND WIRKUNGSGESCHICHTE DES ,,MALLEUS MALEFICARUM" 11
GESCHICHTLICHE EINORDNUNG 12
UNMITTELBARE REZEPTION 15
DRUCKER, DRUCKORT UND ERSCHEINUGSDATUM DER ERSTAUSGABE 16
JAKOB SPRENGER MITAUTOR ODER NICHT? 17
Warum ist es wichtig, ob Jakob Sprenger ein Mitautor des Hexenhammers war oder nicht? 17
SCHLUSSFOLGERUNG 21
BIBLIOGRAPHIE 22
2
EINLEITUNG
Nach einem allgemeinen Blick auf die Geschichte der Hexenprozesse in meiner
Arbeit möchte ich auf den Hexenhammer, die Zeit seiner Entstehung und seine
Wirkung auf die Hexenprozesse eingehen. Dabei soll auch verdeutlicht werden,
woher Heinrich Institoris seine Ideen und Lehren nimmt, die er in seinem Werk bis
zur letzten Konsequenz weiterentwickelt hat. Dabei soll auch ein eingeheder Blick auf
die direkte Vorgeschichte der Entstehung des Buches geworfen werden, vor allem
die Hexenprozesse in Innsbruck, bei welchen Heinrich Institoris den Vorsitz inne
hatte (und mit denen er dermaßen gründlich scheiterte, dass der damalige Bischof,
Georg Golser, ihn des Landes verwies), werden hierbei näher untersucht.
Ein weiterer wichtiger Punkt, ist jener der angeblichen Mitautorschaft von Jakob
Sprenger, denn es ist durchaus sehr umstritten, ob Sprenger jemals an dem Buch
beteiligt war oder nicht. Dennoch wurde er von Heinrich Institoris als Autor genannt.
Dabei stellen sich folgende Fragen:
1. Wenn Jakob Sprenger wirklich einen nennenswerten Beitrag zum Hexenhammer
geleistet hat, wieso hat keine entsprechenden Maßnahmen gesetzt, um sicher zu
stellen, dass auch sein Name damit in Verbindung gebracht wird? Schließlich ist
die erste Edition des Buches, die beide Personen (also Institoris und Sprenger)
als Autoren angibt, erst nach deren Tod erschienen.
2. Wenn Sprenger nicht daran beteiligt war, wie stand er dann zu dieser
Vereinnahmung durch Heinrich Institoris?
3. Warum hat Institoris den Namen Sprenger vorausgesetzt dieser war nicht am
Buch beteiligt genannt? Wollte er seinem Werk damit eine Autorität verleihen,
die ihm ansonsten gefehlt hätte?
Nach einer genaueren Beschäftigung mit diesen Fragen, möchte ich mich einem
weiteren Punkt widmen und zwar dem Mythos, dass der Hexenhammer quasi der
Startschuss für die damals großangelegte Hexenjagd war. Das Malleus Maleficarum
3
hatte zwar einen nicht zu leugnenden Einfluss auf die Geschehnisse, allerdings war
es ,,nur" ein Produkt seiner Zeit. Die Lehren, die darin verbreitet werden, gab es alle
schon, im Hexenhammer wurden sie lediglich bis zu ihrer tödlichen Konsequenz zu
Ende gedacht.
4
GEOGRAPHISCHER UND SOZIALER HINTERGRUND DER HEXENJAGDEN1
Zunächst muss eine Untersuchung des sozialen Hintergrundes der
Hexenverfolgungen feststellen, in welcher Art von Gemeinden Hexenprozesse über
die Bühne gingen. Hierbei hat es den Anschein, dass die Hexenverfolgung vor allem
ein ländliches Phänomen war. Die große Mehrheit der Hexen kam wohl aus kleineren
Bauerndörfern. Zumeist wird die Konzentration der Hexerei in ländlichen Gebieten
auf zwei Charakteristika zurückgeführt und zwar zum Einen der bei der ungebildeten
und konservativen Bevölkerung tief verwurzelte Aberglaube und zum Anderen die
niedrige Einwohnerzahl der Dörfer, welche es unmöglich machte, unerwünschten
Personen einfach aus dem Weg zu gehen, da dort jeder jeden gekannt hat. Da in
den Dörfern des frühen, neuzeitlichen Europas solche Bedingungen an der
Tagesordnung waren, betrachtete man Hexerei als ein typisch ländliches Phänomen.
Zwar stammte die Mehrheit der Hexen im frühneuzeitlichen Europa tatsächlich aus
solchen Gebieten. Man darf aber dennoch die Tatsache, dass auch in Städten Hexen
verfolgt wurden, nicht vernachlässigen. Es wurde sogar einige der bekanntesten
Hexenprozesse in Städten geführt, man denke nur an die Hexenverfolgungen in
Würzburg oder Bamberg. Manche dieser Fälle kann man allerdings nicht den Städten
zuordnen, da dort oft nur die Prozesse stattfanden und die eigentliche Hexenjagd auf
dem Land vonstatten ging. In Genf, wo im 16. und im 17. Jahrhundert mehrere
Hexenprozesse über die Bühne gingen, stammten etwa 50% der Opfer aus den
umliegenden Dörfern, in denen aber nur 20% der Bevölkerung dieses Kleinstaates
leben.
Sieht man von solchen Fällen ab, dann bleibt immer noch eine große Anzahl von rein
städtischen Prozessen und zwar besonders in Deutschland. Ein genauer Prozentsatz
lässt sich zwar nicht errechnen, aber er dürfte trotzdem unverhältnismäßig hoch
liegen.
Das soziale Umfeld einiger städtischer Hexenprozesse unterschied sich kaum vom
ländlichen Milieu. Städte waren nur unwesentlich größer als Dörfer und die dortige
Gesellschaft war genauso engmaschig wie auf dem Land.
Städte lieferten aber auch aus zwei weiteren Gründen einen äußerst fruchtbaren
Boden für Hexenverfolgungen. Erstens konnten in einer Stadt eine Hexenjagd weit
1 Vgl. LEVACK, Brian P.: ,,Hexenjagd. Die Geschichte der Hexenverfolgungen in Europa",
Neuausgabe in der Beck´schen Reihe, München 3. Auflage 2003, S. 128 - 132
5
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