Please wait
Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.
Termpaper, 2008, 19 Pages
Author: Eric Placzeck
Subject: Communications: Journalism, Journalism Professions
Details
Tags: Lokale, Kompetenz, Markt, Regional-, Lokalzeitungen, Deutschland
Year: 2008
Pages: 19
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 13 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-05444-7
ISBN (Book): 978-3-638-94639-1
File size: 135 KB
Other users also were interested in the following titles:
Abstract
Sandner ganz oben - Clinton ist geknickt. Mit überraschtem Siegerlächeln landete der neue Rebdorfer Realschulrektor in der Kopfzeile der Titelseite des Eichstätter Kuriers vom 6. März 2008, während der amerikanischen Präsidentschaftsanwärterin auf dem Seitenfalz die Mundwinkel heruntergezogen wurden. Betrachtet man diese sicher nicht zufällige Platzierung zweier Wahlsieger, so spiegelt sich darin die thematische Bedeutungshierarchie einer Lokalzeitung wider. Über dem Lokalen steht nur der Titel der Zeitung und darunter folgen die Themen, die jede Tageszeitung zwischen Flensburg und Konstanz bespricht. Damit steht diese zufällig gewählte Titelseite des Eichstätter Kuriers stellvertretend für die Leserprioritäten in Deutschland: im Jahr 2003 wurde an erster Stelle der Lokalteil zu 83 Prozent immer gelesen, dagegen gaben die Leser an, nur zu 69 Prozent Berichte über Innenpolitik und zu 60 Prozent außenpolitische Belange immer zu lesen (Abbildung 1). Die lokale Kompetenz, wie bereits im Titel der Arbeit formuliert, sucht sich Themen im lokalen Raum, der anderen Medien weitgehend verschlossen ist und findet Leser, die sich über ihr Lebensumfeld informieren wollen. Noch bevor es national verbreitete Blätter gab, entstanden die ersten publizierten gedruckten Schriftstücke separat an vielen kleinen Orten. Wie es dazu kam, dass zuerst ausschließlich Ereignisse außerhalb des Ortes aufgefasst wurden und erst später auch über „Hiesiges“ berichtet wurde, ist Gegenstand des zweiten Kapitels. Daran schließt sich das Missbrauchpotenzial der Zeitung als Meinungsplattform an. So vollzieht sich die Geschichte der Presse mäandernd zwischen Propaganda und gesetzlicher Pressefreiheit. Im dritten Kapitel wird erörtert, welche theoretische Funktionen eine freie Presse zu erfüllen hat und woran es bei deren Umsetzung noch mangelt. Ob inhaltliche Defizite monokausal dem verlegerischen Willen angelastet werden können, oder ob nicht auch strukturelle Gegebenheiten tendenziösen Journalismus begünstigen, wird im vierten Kapitel betrachtet, wenn Pressemonopole in Deutschlands Städten, sowie den dazwischenliegenden Landschaften nachvollzogen werden. Abschließend wird der deutsche Regionalzeitungsmarkt statistisch beschrieben, sowie an den Eckpunkten in den historischen Kontext des Nachkriegsdeutschland gepackt. Abgerundet wird das Thema mit einem Ausblick, wie die Verlage versuchen, sich am digitalen Gegenwind auszurichten, um mit den eigenen Segeln wieder Fahrt aufzunehmen.
Excerpt (computer-generated)
Katholische Universität Eichstätt Ingolstadt
Sprach- und Literaturwissenschaftliche Fakultät
Lehrstuhl für Journalistik I
WS 2007/08
PS Medienlehre Presse
Lokale Kompetenz
Der Markt der Regional- und Lokalzeitungen in
Deutschland
Verfasser:
Eric Placzeck
Hauptfach Diplomsoziologie, Wahlpflichtfach Journalistik
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung ______________________________________________________ 3
2. Geschichte der Lokalberichterstattung__________________________________ 4
2.1 Beispiel: Die Lokalzeitungsgenese in Württemberg seit Anfang 1800 _______ 5
3. Der Charakter von Regionalzeitungen __________________________________ 6
3.1 Exkurs: Der Weg der Pressefreiheit in Deutschland ____________________ 7
3.2 Funktionen lokaler Presse ________________________________________ 8
3.3 Inhalte von Lokalzeitungen________________________________________ 9
4. Pressekonzentration von lokalen Zeitungen ____________________________ 12
4.1 Aktueller Stand der Pressekonzentration in Deutschland _______________ 13
5. Der Lokalzeitungsmarkt Deutschland _________________________________ 14
6. Fazit ___________________________________________________________ 15
7. Literatur ________________________________________________________ 16
Anhang___________________________________________________________ 17
2
1. Einleitung
Sandner ganz oben - Clinton ist geknickt. Mit überraschtem Siegerlächeln landete der
neue Rebdorfer Realschulrektor in der Kopfzeile der Titelseite des Eichstätter Kuriers
vom 6. März 2008, während der amerikanischen Präsidentschaftsanwärterin auf dem
Seitenfalz die Mundwinkel heruntergezogen wurden.
Betrachtet man diese sicher nicht zufällige Platzierung zweier Wahlsieger, so spiegelt sich
darin die thematische Bedeutungshierarchie einer Lokalzeitung wider. Über dem Lokalen
steht nur der Titel der Zeitung und darunter folgen die Themen, die jede Tageszeitung
zwischen Flensburg und Konstanz bespricht. Damit steht diese zufällig gewählte Titelseite
des Eichstätter Kuriers stellvertretend für die Leserprioritäten in Deutschland: im Jahr
2003 wurde an erster Stelle der Lokalteil zu 83 Prozent immer gelesen, dagegen gaben die
Leser an, nur zu 69 Prozent Berichte über Innenpolitik und zu 60 Prozent außenpolitische
Belange immer zu lesen1 (Abbildung 1).
Die lokale Kompetenz, wie bereits im Titel der Arbeit formuliert, sucht sich Themen im
lokalen Raum, der anderen Medien weitgehend verschlossen ist und findet Leser, die sich
über ihr Lebensumfeld informieren wollen. Noch bevor es national verbreitete Blätter gab,
entstanden die ersten publizierten gedruckten Schriftstücke separat an vielen kleinen
Orten. Wie es dazu kam, dass zuerst ausschließlich Ereignisse außerhalb des Ortes
aufgefasst wurden und erst später auch über ,,Hiesiges" berichtet wurde, ist Gegenstand
des zweiten Kapitels.
Daran schließt sich das Missbrauchpotenzial der Zeitung als Meinungsplattform an. So
vollzieht sich die Geschichte der Presse mäandernd zwischen Propaganda und gesetzlicher
Pressefreiheit. Im dritten Kapitel wird erörtert, welche theoretische Funktionen eine freie
Presse zu erfüllen hat und woran es bei deren Umsetzung noch mangelt.
Ob inhaltliche Defizite monokausal dem verlegerischen Willen angelastet werden können,
oder ob nicht auch strukturelle Gegebenheiten tendenziösen Journalismus begünstigen,
wird im vierten Kapitel betrachtet, wenn Pressemonopole in Deutschlands Städten, sowie
den dazwischenliegenden Landschaften nachvollzogen werden. Abschließend wird der
deutsche Regionalzeitungsmarkt statistisch beschrieben, sowie an den Eckpunkten in den
historischen Kontext des Nachkriegsdeutschland gepackt.
Abgerundet wird das Thema mit einem Ausblick, wie die Verlage versuchen, sich am
digitalen Gegenwind auszurichten, um mit den eigenen Segeln wieder Fahrt aufzunehmen.
1 Siehe Anhang für Abbildungen, S. 17
3
2. Geschichte der Lokalberichterstattung
Die publizistischen Anfänge in Deutschland reichen bis zu Beginn des 16. Jahrhunderts
zurück, als wichtige Ereignisse des
,,bürgerlichen Lebens, Stadtneuigkeiten [sowie]
Mord- und Klatschgeschichten"
(Jonscher 1995: 86) zunächst in Flugblättern abgedruckt
wurden. Der Unregelmäßigkeit der Ereignisse folgend, erschienen die
,,fliegenden
Blätter"
(ebd.) je nach Anlass. Mit der Aufnahme der öffentlichkeitsrelevanten Themen
und deren Publikation, zum Beispiel auf Marktplätzen, wurden zwei der heutigen
Kriterien für eine Zeitung erfüllt, die Aktualität und die Publizität (ebd.). Bis Anfang des
17. Jahrhunderts evolutionierten sich die monothematischen und unregelmäßigen Blätter
zu periodisch erscheinenden
,,Meßrelationen"
(ebd.), die eine größere Bandbreite an
Themen aufweisen konnten. Insofern stimmten sie in den Charakteristika heutiger
Zeitungen Aktualität, Publizität, Universalität und Periodizität bereits überein (ebd.). Die
1650 in Leipzig herausgegebene
,,Einkommenden Zeitungen"
(ebd.: 88) markiert den
Anfang als
,,die erste bekannte Tageszeitung der Welt"
(ebd.). In der Folge gab es bis
Ende des 17. Jahrhunderst 250.000 Leser von etwa 60 solcher Zeitungen. Abgesehen
davon, dass sie die vier Charakteristika erfüllten, waren die Blätter allerdings in ihrer
Sprache noch verbesserungswürdig (vgl. Zitat nach Jonscher 1995: 87).
Obwohl der Zeitungsmarkt prosperierte, so war er für einen hauptberuflichen Journalisten
noch nicht sättigend. Die Verleger im heutigen Sinne waren deshalb zunächst
Postkutscher und Buchdrucker, die nebenberuflich die Zeitungen publizierten. Beide
Berufe hatten die besten Bedingungen für diese Tätigkeit, da einerseits der Postkutscher
Kontrolle über die Distribution hatte und andererseits verfügte der Buchdrucker über die
Produktionsressourcen (ebd.: 88). Inhaltlich waren die Artikel geprägt von einer, im
Wortsinne, unkritischen ,,Hofberichterstattung", da die Auftraggeber hinter den
Publikationen häufig die herrschenden Fürsten waren (ebd.: 87).
Ihrer Bestimmung nach, die Öffentlichkeit zu informieren, mussten die Zeitungen so
gestaltet sein, um beim einzelnen Leser auch Interesse zu wecken. Deshalb wurden im
Spannungsfeld zwischen ,,höflicher" Berichterstattung und bürgerlicher Leserrelevanz, die
Themen zunächst außerhalb der örtlichen Lebenswelt gesucht. Sensationsmeldungen wie
zum Beispiel Hexenverbrennungen, Wetterextreme und Verbrechensgeschichten (ebd.:
88) kamen damals dem nahe, was heutzutage unter dem Boulevardjournalismus titelt.
Eine lokale Berichterstattung war auch noch nicht notwendig, da die Menschen in
überschaubaren Netzwerken lebten, in denen wichtige Meldungen mündlich oder per
4
Comments
No comments yet
Other users also were interested in the following titles:
Allein- oder Monopolstellung von Tageszeitungen in lokalen Räumen: Eine Erscheinung und ihre Auswirkungen
Author: Janine WerginPolitics - Political Systems - Germany, 2004 Download as PDF-file for 7,99 EUR
Charakteristika des Lokaljournalismus
Author: Axel GrehlCommunications: Journalism, Journalism Professions, 2002 Download as PDF-file for 8,99 EUR
Tageszeitung am Sonntag vs. Sonntagszeitung
Author: Konrad LischkaCommunications: Print Media, Press, 2001 Download as PDF-file for 5,99 EUR
Kosten- und Erlösstruktur bei Printmedienunternehmen
Author: Ida KrenzlinCommunications: Print Media, Press, 2002 Download as PDF-file for 6,99 EUR
Finanzierung des Printmediums - Zur Lage der Zeitungen 2003
Author: Nina RöhrCommunications: Print Media, Press, 2003 Download as PDF-file for 5,99 EUR
This text can be quoted and accessed from this url: