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Untertitel: Geographische und organisatorische Aspekte
Hauptseminararbeit, 2007, 20 Seiten
Autor: Stephanie Dahmen
Fach: Geschichte - Frühgeschichte, Antike
Details
Institution/Hochschule: Westfälische Wilhelms-Universität Münster (Alte Geschichte)
Tags: Veteranenansiedlung, Caesars, Hauptseminar
Jahr: 2007
Seiten: 20
Note: 2,3
Literaturverzeichnis: ~ 20 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-640-13559-2
ISBN (Buch): 978-3-640-24416-4
Dateigröße: 93 KB
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Zusammenfassung / Abstract
Betrachtet man die Entwicklung des römischen Heeres, so stellt die Heeresreform von Gaius Marius, durch die der Übergang von einer Milizarmee zu einem Berufsheer eingeleitet wurde, einen besonderen Meilenstein dar. Zur Steigerung der Wehrkraft machte Gaius Marius den Militärdienst vom Vermögen unabhängig und eröffnete auf diese Weise auch den Besitzlosen die Möglichkeit zur Ausübung des Militärdienstes. Als logische Konsequenz resultierte daraus, dass der Staat nicht nur für den Unterhalt und die Bewaffnung der Soldaten, sondern auch für ihre Versorgung nach der Entlassung aus dem Militärdienst Sorge zu tragen hatte. Aufgrund der damaligen agrarisch geprägten wirtschaftlichen und sozialen Struktur kann davon ausgegangen werden, dass eine angemessene Entschädigung durch die Zuteilung von Land erfolgen musste. Grundsätzlich wurde die Abfindung der Soldaten seit dem 1. Jahrhundert v. Chr. zunehmend zu einem brennenden Problem; denn mit dem Versprechen der späteren Versorgung der Soldaten band der Feldherr diese an sich, so dass das Heer zu der Klientel des Feldherrn wurde. Mit Hinblick darauf ergab sich für den Heerführer prinzipiell die Schwierigkeit, die Landzuweisungen an die Veteranen politisch durchzusetzen. Caesar besaß jedoch seit 48 v. Chr. diktatorische Vollmachten, was ihm bezüglich der Versorgung seiner Veteranen wahrscheinlich nutzbringende Chancen eröffnete. Vor diesem Hintergrund befasst sich die vorliegende Hausarbeit mit der Veteranenansiedlung Caesars und zielt insbesondere darauf ab, durch die genauere Betrachtung geographischer und organisatorischer Aspekte, die Motive, die eine mögliche Konzeption bedingt haben könnten, und die daraus insgesamt für die Ansiedlungen resultierenden Rückschlüsse herauszuarbeiten. Nach einer kurzen Darstellung der Quellenlage und des Forschungsstandes, befasst sich diese Arbeit inhaltlich zunächst mit den Grundzügen der Veteranenansiedlung. Im Fokus steht dabei die Frage, auf welche konzeptionelle Vorgehensweise die Quellen verweisen und welche möglichen Interessen und Ziele Caesar verfolgt haben könnte. Darauf aufbauend werden Geographische und organisatorische Aspekte, die in Verbindung zu einer möglich Konzeption stehen, analysiert.
Textauszug (computergeneriert)
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Seminar für Alte Geschichte
Hauptseminar: Caesars Monarchie
Sommersemester 2007
Hausarbeit:
Die Veteranenansiedlung Caesars
Geographische und organisatorische Aspekte
Stephanie Dahmen
Lehramt Gym/Ges
Mathematik, Geschichte
7. Semester
Abgabetermin: 23.08.2007
INHALTSVERZEICHNIS
EINLEITUNG 3
1.
QUELLENLAGE UND FORSCHUNGSSTAND 4
1.1
Quellenlage 4
1.2
Forschungsstand 5
2.
GRUNDZÜGE DER VETERANENANSIEDLUNG 6
2.1
Caesars Konzeption der Veteranenversorgung
6
2.2
Mögliche Ziele und Interessen
7
3.
GEOGRAPHISCHE UND ORGANISATORISCHE ASPEKTE
8
3.1
Die Orte der Ansiedlungen
8
3.1.1 In Italien
8
3.1.2 In den Provinzen
10
3.2
Die Leitung der Ansiedlungen
14
4.
FAZIT 16
5.
QUELLENVERZEICHNIS/LITERATURVERZEICHNIS 18
2
Einleitung
Betrachtet man die Entwicklung des römischen Heeres, so stellt die Heeresreform von Gaius
Marius, durch die der Übergang von einer Milizarmee zu einem Berufsheer eingeleitet wur-
de, einen besonderen Meilenstein dar. Zur Steigerung der Wehrkraft machte Gaius Marius
den Militärdienst vom Vermögen unabhängig und eröffnete auf diese Weise auch den Besitz-
losen die Möglichkeit zur Ausübung des Militärdienstes. Als logische Konsequenz resultierte
daraus, dass der Staat nicht nur für den Unterhalt und die Bewaffnung der Soldaten, sondern
auch für ihre Versorgung nach der Entlassung aus dem Militärdienst Sorge zu tragen hatte.1
Aufgrund der damaligen agrarisch geprägten wirtschaftlichen und sozialen Struktur kann
davon ausgegangen werden, dass eine angemessene Entschädigung durch die Zuteilung von
Land erfolgen musste. Grundsätzlich wurde die Abfindung der Soldaten seit dem 1. Jahrhun-
dert v. Chr. zunehmend zu einem brennenden Problem; denn mit dem Versprechen der späte-
ren Versorgung der Soldaten band der Feldherr diese an sich, so dass das Heer zu der Klien-
tel des Feldherrn wurde.2 Mit Hinblick darauf ergab sich für den Heerführer prinzipiell die
Schwierigkeit, die Landzuweisungen an die Veteranen politisch durchzusetzen. Caesar besaß
jedoch seit 48 v. Chr. diktatorische Vollmachten, was ihm bezüglich der Versorgung seiner
Veteranen wahrscheinlich nutzbringende Chancen eröffnete.
Vor diesem Hintergrund befasst sich die vorliegende Hausarbeit mit der Veteranenansiedlung
Caesars und zielt insbesondere darauf ab, durch die genauere Betrachtung geographischer
und organisatorischer Aspekte, die Motive, die eine mögliche Konzeption bedingt haben
könnten, und die daraus insgesamt für die Ansiedlungen resultierenden Rückschlüsse heraus-
zuarbeiten. Nach einer kurzen Darstellung der Quellenlage und des Forschungsstandes, be-
fasst sich diese Arbeit inhaltlich zunächst mit den
Grundzügen der Veteranenansiedlung
. Im
Fokus steht dabei die Frage, auf welche konzeptionelle Vorgehensweise die Quellen verwei-
sen und welche möglichen Interessen und Ziele Caesar verfolgt haben könnte. Darauf auf-
bauend werden
Geographische und organisatorische Aspekte
, die in Verbindung zu einer
möglich Konzeption stehen, analysiert. Um ein differenziertes Bild zu erhalten, ist es im
Rahmen dessen notwendig, die Ansiedlungsorte in Italien und in den einzelnen Provinzen
sowie entsprechende Besonderheiten, auf die die Quellen hinweisen, genauer zu beleuchten.
Aufschlussreich ist zudem der Aspekt, auf welche Art und Weise die Ansiedlungen geleitet
und durchgeführt wurden.
1 Bleicken, Jochen: Geschichte der Römischen Republik, S. 66ff.
2 Erdmann, Elisabeth H.: Die Rolle des Heeres, S. 102.
Das Fazit dient schließlich der Verknüpfung der geographischen und organisatorischen As-
pekte mit der konzeptionellen Vorgehensweise Caesars und der Darlegung übergeordneter
Schlussfolgerungen, die sich meines Erachtens für die Veteranenansiedlung Caesars ergeben.
1. Quellenlage und Forschungsstand
1.1
Quellenlage
Die drei letzten Jahrzehnte der Republik gelten als die am besten dokumentierte Periode der
römischen Geschichte und auch über die Jahre der Alleinherrschaft Caesars sind wir verhält-
nismäßig gut unterrichtet. Die Überlieferung beruht vor allem auf den Schriften von Cicero,
Caesar und Sallust sowie der kaiserzeitlichen Literatur von Cassius Dio, Appian, Plutarch
und Sueton.3
Die Thematik der Veteranenversorgung wird von den antiken Historiographen grundsätzlich
eher am Rande, im Kontext der Entwicklung des Heeres oder im Zusammenhang militärisch
bedingter Konflikte, erwähnt.
Hinweise zu einer möglichen Konzeption der Veteranenversorgung Caesars sind vornehm-
lich der kaiserzeitlichen Literatur von Sueton (1./2. Jh. n. Chr.; ,,De vita Caesarum"), Cassius
Dio (2. Jh. n. Chr.; ,,Historia Romana") und Appian (2. Jh. n. Chr.; ,,Bella civilia") zu ent-
nehmen. Bezüglich der Ansiedlungsorte der caesarischen Veteranen bieten die Briefe Ciceros
sowie das 17-bändige Werk ,,Geographiká" von Strabon und die Schrift ,,Bios Kaisaros" von
Nikolaos von Damascensus zeitgenössische Anhaltspunkte. Darüber hinaus erteilen die spä-
ter schreibenden Autoren Cassius Dio (2. Jh. n. Chr.; ,,Historia Romana"), Appian (2. Jh. n.
Chr.; ,,Bella civilia"), Plutarch (1. Jh. n. Chr.; ,,Vitae parallelae") und Plinius (1. Jh. n. Chr.;
,,Naturalis historiae") Auskunft über mögliche Ansiedlungsorte.
Grundsätzlich enthalten die Quellen lediglich relativ knappe, verstreute Informationen, die
teilweise im Widerspruch zueinander stehen, so dass die Heranziehung vieler verschiedener
Autoren notwendig ist.
3 Bleicken, Jochen: Geschichte der römischen Republik, S. 206.
4
1.2
Forschungsstand
In der zahlreichen Literatur, die sich mit der Person Caesars beschäftigt, wird die Thematik
der Veteranenansiedlungen grundsätzlich sekundär erwähnt. Interessante Aspekte sind ledig-
lich bei Martin Jehne ,,Der Staat des Dictators Caesar" zu finden. Darüber hinaus gibt es ei-
nige Werke, die sich mit der Entwicklung und Bedeutung des Heeres in der späten römischen
Republik befassen. Dazu zählen ,,Die Rolle des Heeres in der Zeit von Marius bis Caesar"
von Elisabeth H. Erdmann sowie ,,Italian Manpower" von Peter A. Brunt, welche zwar für
einen ersten Überblick gut geeignet sind, aber das Problem der Veteranenversorgung nur als
Teilaspekt behandeln und wesentliche Forschungskontroversen aussparen. Lediglich einige
wenige Monographien befassen sich explizit und detailliert mit den caesarischen Veteranen-
ansiedlungen. Dazu zählen insbesondere die Dissertationen ,,Die Ansiedlungsgesetze und
Landanweisungen im letzten Jahrhundert der römischen Republik" von Focke-Tannen Hin-
richs, ,,Studien zu den Koloniegründungen Caesars" von Hans Bögli und ,,Das Problem der
Veteranenversorgung in der späteren römischen Republik" von Hans-Christian Schneider
sowie das Werk ,,Römische Kolonisation und Bürgerrechtspolitik unter Caesar und Augus-
tus" von Friedrich Vittinghoff. Während man sich zwar darüber einig ist, dass Caesar mit
seinen Ansiedlungen ein methodisches Konzept verfolgte, werden die einzelnen Faktoren
einer solchen Konzeption teilweise kontrovers diskutiert. Insbesondere besteht Uneinigkeit
darüber, ob Konfiskationen in Italien vermieden und inwieweit Veteranen und Proletarier
zusammen angesiedelt wurden. Strittig ist zudem auf welchen rechtlichen Normen die von
Caesar vorgenommenen Ansiedlungen basierten, wozu Hinrichs ausführlich Stellung nimmt.4
Im Kontext dieser Kontroversen sind schließlich noch die beiden Werke ,,Colonisation and
veteran settlement in Italy" von Lawrence Keppie sowie ,,Das römische Städtewesen in
Nordafrika" von Leo Teutsch zu nennen, die wichtige Anhaltspunkte in Bezug auf Italien
und Nordafrika nennen.
Insgesamt ist festzuhalten, dass sich die Forschung über die wesentlichen Eckpfeiler der cae-
sarischen Veteranenansiedlung einig ist; die Frage nach den einzelnen Motiven, welche die
Vorgehensweise Caesars bedingten, wird jedoch weitestgehend unterschiedlich beantwortet.
4 Hinrichs, Focke-Tannen: Die Ansiedlungsgesetze und Landanweisungen, S. 157ff, S. 191ff.
5
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