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Termpaper, 2006, 14 Pages
Author: Gabriela Bara
Subject: Philosophy - Philosophy of the Ancient World
Details
Institution/College: Technical University of Braunschweig (Seminar für Philosophie)
Tags: Wirklichkeit, Hypostasen, Metaphysik, Plotins, Plotin, Enneade, Hypostasen)
Year: 2006
Pages: 14
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 8 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-05756-1
ISBN (Book): 978-3-638-94830-2
File size: 168 KB
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Abstract
Plotin ist einer der Begründer und der bedeutendste Denker des Neuplatonismus. Seine Philosophie beruht sich auf die gesamte antike Philosophie, aber erfolgt unter dem Einfluss Platons. Plotin schätzt Platon hoch und hält seine Philosophie für die richtige, da Platon die Idee von der absoluten Transzendenz des Einen über Sein und Vernunft und die Idee der Wirklichkeit als Dualismus zwischen der übersinnlichen und der sinnlichen Welt vertreten hat. Obwohl die intelligible und die sinnliche Welt in einer gegenseitigen Beziehung stehen und das gesamte Bild der Wirklichkeit als Dualismus erscheint, ist Plotins Metaphysik eher monistisch konzipiert, indem „alle Sphären einem einheitlichen System angehören und nach einem und zwar nach dem Ersten sich richten“ (Plotin, 55). Das Prinzip der Einheit steht im Mittelpunkt und wird als Voraussetzung der Vielheit begriffen. Die Philosophie Plotins steht in der Tradition griechischer Metaphysik, indem sie sich mit der Frage nach der άρχή, nach dem Urgrund der Einheit des Ganzen, beschäftigt. Dieser Urgrund ist das Eine (έν), das unbedingte und absolute Prinzip allen Sein. Plotin hebt die Bedeutung dieses Prinzips hervor und deduziert die Welt aus dem abstrakten und bestimmungslosen Einen. Das Eine ist sogleich das Gute und das Göttliche, während das Seiende als stufenweises Hervorgehen aus dem Einen verstanden wird. Aus dem jenseitigen Einen entstehen die Vernunft (νους), die Weltseele, der endliche Kosmos und die Materie (ύλη). Jede Stufe der Wirklichkeit entsteht durch Emanation aus der vorigen Stufe, und die nachfolgende Stufe ist jeweils unvollkommener als die vorige. Jede Stufe repräsentiert die Einheit für jede nachfolgende, und so bildet die Reihe der Wesen eine konsequente Hierarchie: „Alle seienden Dinge lassen so, solange sie Bestand haben, aus ihrem Wesen notwendig ein Existentes zur Wirklichkeit werden, welches außen um sie liegt und abhängt von der Gegenwart ihrer Kraft, als ein Abbild gleichsam der Urbilder aus denen es hervorwuchs …“ (Plotin, 47). Der Anfang und das Ziel aller Philosophie ist für Plotin die Gottheit, die höchste Stufe, und darüber hinaus der Gedanke der Rückkehr zum Einen. Das Seiende zeichnet sich durch eine dialektische Rückkehr aus dem irdischen in den göttlichen Zustand aus. Durch die innerseelische Geistigkeit nehmen die Menschen an der Idee Gottes teil und sind stets mit dem Absoluten verbunden.
Excerpt (computer-generated)
TU Braunschweig
Seminar für Philosophie
PS: Plotin: Enneade V. 1 (Die drei anfänglichen Hypostasen)
SS 2006
Die Wirklichkeit und ihre Hypostasen in der Metaphysik Plotins
Gabriela Bara
Inhalt
A. Einleitung 1
B. Der Plotinische Stufenbau 2
1. Die erste Hypostase: Das Eine 2
2. Die zweite Hypostase: Der #" 3
3. Die Weltseele als Mittelglied zwischen mundus intelligibilis und mundus sensibilis 5
4. Der Kosmos und die einzelnen Seelen 6
5. Die * 7
C. Der Mensch und seine Bestimmung 8
1. Der Abstieg der Einzelseele 8
2. Umkehr zum Einen 9
D. Schlussfolgerungen 10
Literatur 11
2
A. Einleitung
Plotin ist einer der Begründer und der bedeutendste Denker des Neuplatonismus. Seine
Philosophie beruht sich auf die gesamte antike Philosophie, aber erfolgt unter dem Einfluss
Platons. Plotin schätzt Platon hoch und hält seine Philosophie für die richtige, da Platon die
Idee von der absoluten Transzendenz des Einen über Sein und Vernunft und die Idee der
Wirklichkeit als Dualismus zwischen der übersinnlichen und der sinnlichen Welt vertreten
hat. Obwohl die intelligible und die sinnliche Welt in einer gegenseitigen Beziehung stehen
und das gesamte Bild der Wirklichkeit als Dualismus erscheint, ist Plotins Metaphysik eher
monistisch konzipiert, indem ,,alle Sphären einem einheitlichen System angehören und nach
einem und zwar nach dem Ersten sich richten" (Plotin, 55). Das Prinzip der Einheit steht im
Mittelpunkt und wird als Voraussetzung der Vielheit begriffen.
Die Philosophie Plotins steht in der Tradition griechischer Metaphysik, indem sie sich
mit der Frage nach der !$, nach dem Urgrund der Einheit des Ganzen, beschäftigt. Dieser
Urgrund ist das Eine (), das unbedingte und absolute Prinzip allen Sein. Plotin hebt die
Bedeutung dieses Prinzips hervor und deduziert die Welt aus dem abstrakten und
bestimmungslosen Einen. Das Eine ist sogleich das Gute und das Göttliche, während das
Seiende als stufenweises Hervorgehen aus dem Einen verstanden wird. Aus dem jenseitigen
Einen entstehen die Vernunft ( #"), die Weltseele, der endliche Kosmos und die Materie
(*). Jede Stufe der Wirklichkeit entsteht durch Emanation aus der vorigen Stufe, und die
nachfolgende Stufe ist jeweils unvollkommener als die vorige. Jede Stufe repräsentiert die
Einheit für jede nachfolgende, und so bildet die Reihe der Wesen eine konsequente
Hierarchie: ,,Alle seienden Dinge lassen so, solange sie Bestand haben, aus ihrem Wesen
notwendig ein Existentes zur Wirklichkeit werden, welches außen um sie liegt und abhängt
von der Gegenwart ihrer Kraft, als ein Abbild gleichsam der Urbilder aus denen es
hervorwuchs ..." (Plotin, 47).
Der Anfang und das Ziel aller Philosophie ist für Plotin die Gottheit, die höchste Stufe,
und darüber hinaus der Gedanke der Rückkehr zum Einen. Das Seiende zeichnet sich durch
eine dialektische Rückkehr aus dem irdischen in den göttlichen Zustand aus. Durch die
innerseelische Geistigkeit nehmen die Menschen an der Idee Gottes teil und sind stets mit
dem Absoluten verbunden. Es handelt sich bei Plotin um die Sehnsucht nach einem Zustand
der Ruhe und Wahrheit, um philosophische Mystik. Entscheidend ist der Weg zum Ursprung
zu finden, und damit zur
unio mystica
.
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