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Die Königserhebung Heinrichs II. im Jahre 1002 close

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Die Königserhebung Heinrichs II. im Jahre 1002

Scholary Paper (Seminar), 2007, 12 Pages
Author: Saskia Elle
Subject: History - Middle Ages, Early Modern

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2007
Pages: 12
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 10  Entries
Language: German
Archive No.: V92104
ISBN (E-book): 978-3-638-05779-0
ISBN (Book): 978-3-638-94948-4
File size: 86 KB
Notes :
Kommentar des Dozenten: Sehr gute Arbeit, aber Titelauswahl etwas unklar.


Abstract

Im Mittelalter gab es Reihe von Regenten, die aus verschiedenen Königshäusern stammten. Anlass für eine Thronerhebung war meistens der Tod des Vorgängers, der zumeist seinen Erben als Nachfolger selbst auserwählte (Designation). Was aber, wenn kein Würdiger auserkoren wurde, keine Erben vorhanden sind, wenn der Tod des Königs unvorhersehbar und plötzlich eintritt und die Nachfolge noch nicht geregelt ist? Wie wird man König, wenn die Thronnachfolge offen ist und plötzlich mehrere Bewerber ihren Anspruch auf die Regentschaft erheben? Dieser Essay soll sich mit jenen Fragen beschäftigen, wobei auf die spezielle Situation im Jahre 1002 eingegangen wird. Es wird beleuchtet, wie der Bayernherzog Heinrich IV. zum Thron gelangte und wie er sich gegenüber seinen Konkurrenten Otto von Kärnten, Ekkehard von Meißen und Herrmann von Schwaben - deren Kandidaturen als „durchaus aussichtsreich“ gewertet wurden – durchsetzte. Um der Kürze eines Essays gerecht zu werden, soll auf die chronologische Wiedergabe der Ereignisse weniger Augenmerk gerichtet sein, als auf die Herausstellung der Vorteile und die vermeintliche Eignung Heinrichs für das Königsamt. Hierbei werden seine Herkunft, sein Ansehen in Bayern, das besondere Sendungsbewusstsein infolge des alten Thronstreites zwischen der Otto- und der Heinrichlinie und die Einschätzungen seiner Zeitgenossen Adalbert von Utrecht und Thietmar von Merseburg als Argumente dienen.


Excerpt (computer-generated)

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitende Worte 3

2. Der Tod Ottos III. als Anlass einer Thronnachfolgebestimmung 3

3. Die günstige Situation für Heinrich nach dem Tod Ottos 4

4. Einige Ausführungen zu den Konkurrenten Heinrichs 5

5. Die Eignung Heinrichs für den Thron 6

6. Wie Heinrich auf den Thron gelangte 9

7. Zusammenfassung 10

Literatur- und Quellenverzeichnis 12

2


1. Einleitende Worte

Im Mittelalter gab es Reihe von Regenten, die aus verschiedenen Königshäusern stammten.

Anlass für eine Thronerhebung war meistens der Tod des Vorgängers, der zumeist seinen

Erben als Nachfolger selbst auserwählte (Designation). Was aber, wenn kein Würdiger

auserkoren wurde, keine Erben vorhanden sind, wenn der Tod des Königs unvorhersehbar

und plötzlich eintritt und die Nachfolge noch nicht geregelt ist? Wie wird man zum König,

wenn die Thronnachfolge offen ist und plötzlich mehrere Bewerber ihren Anspruch auf die

Regentschaft erheben?

Dieser Essay soll sich mit jenen Fragen beschäftigen, wobei auf die spezielle Situation im

Jahre 1002 eingegangen wird. Es wird beleuchtet, wie der Bayernherzog Heinrich IV. zum

Thron gelangte und wie er sich gegenüber seinen Konkurrenten Otto von Kärnten, Ekkehard

von Meißen und Herrmann von Schwaben - deren Kandidaturen als ,,durchaus aussichtsreich"

1 gewertet wurden ­ durchsetzte. Um der Kürze eines Essays gerecht zu werden, soll auf die

chronologische Wiedergabe der Ereignisse weniger Augenmerk gerichtet sein, als auf die

Herausstellung der Vorteile und die vermeintliche Eignung Heinrichs für das Königsamt.

Hierbei werden seine Herkunft, sein Ansehen in Bayern, das besondere Sendungsbewusstsein

infolge des alten Thronstreites zwischen der Otto- und der Heinrichlinie und die

Einschätzungen seiner Zeitgenossen Adalbert von Utrecht und Thietmar von Merseburg als

Argumente dienen.

2. Der Tod Ottos III. als Anlass einer Thronnachfolgebestimmung

Nachdem Otto III. am 23. oder 24. Januar 1002 in der Burg Paterno am Monte Soracte

überraschend verstorben war, galt es nun, die Nachfolge zu bestimmen. Otto war ein

jungendlicher Kaiser, er war unvermählt und hinterließ keine Söhne, die den Thron hätten

übernehmen können. Die Fürsten des Reiches mussten sich nun der Herausforderung stellen,

einen Nachfolger zu bestimmen ohne das Reich dem Chaos auszusetzen. Die Zeit drängte,

denn kurz nach Ottos Tod hatte sich Markgraf Arduin von Ivrea am 15. Februar in Pavia zum

König der Langobarden krönen lassen ­ es drohte also Gefahr von außen für das Reich.

Die verwirrende und krisenhafte Situation im Reich resultierte wohl daraus, dass die Großen

des Reiches schlichtweg nicht wussten, wie sie bei der Auswahl eines königlichen

Nachfolgers vorgehen sollten. Bislang musste darüber auch nicht nachge-dacht werden und

eine Liste mit verbindlichen Kriterien zur Königswürde gab es nicht.

1 Vgl. KELLER, Hagen: Schwäbische Herzöge als Thronbewerber.

3


Vorher war die Nachfolge durch Designation geklärt. Dabei legte der regierende Vater die

Nachfolge des Sohnes oder eines anderen Mitgliedes der Königssippe

(stirps regia)

fest, sei

es durch die Erhebung zum Mitregenten (

designatio de praesenti

) oder durch die Übernahme

der Herrschaft nach dem Tode des Vaters (

designatio de futura

). Die Großen des Reiches

waren bei dieser Form der Nachfolgebestimmung nicht vollkommen ausgeschlossen, denn es

erfolgte eine ,,Wahl", bei der aber dem Wahlvorschlag des Herrschers verpflichtend gefolgt

wurde. Die Zustimmung erwies sich dann als ,,Königsannahme" und Bestätigung desselben.2

Eduard Hlawitschka schließt aus der Chronik Thietmars von Merseburg (Geschichtsschreiber

und Zeitzeuge), dass die Vorgehensreihenfolge für die Großen im Jahre 1002 klar sei3:

,,Sohnesnachfolge und ­ beim Fehlen eines Königssohnes ­ Finden des Nachfolgers unter den

Blutsverwandten, und erst, wenn unter diesen kein Würdiger existiert, Erhebung eines

Würdigen, der aus einer anderen als der bisherigen königlichen Blutsverwandtschaft stammt,

zum neuen König."4 Danach sei auch verfahren worden.

3. Die günstige Situation für Heinrich nach dem Tod Ottos

Otto III. war wohl an Fieber oder inneren Geschwüren verstorben. Der Leichenzug mit dem

militärischen Aufgebot des Reiches zog von Paterno aus gen Norden, um Otto in Aachen

begraben zu können, wie er es gewünscht hatte. Der Zug führte auch den

apparatus imperialis

mit sich, die königlichen Insignien, die sich in der Obhut des Erzbischof Heriberts von Köln,

,,den vornehmsten unter den anwesenden Fürsten"5 befanden. Man vermutet, dass sich der

Erzbischof damit die Schlüsselstellung für die Nachfolgeregelung sichern wollte.

In Polling bei Weilheim in Oberbayern wartete der Bayernherzog Heinrich IV, wie Otto auch

ein Urenkel Heinrichs I. Er übernahm die Sorge für den Toten, ließ die Eingeweide in

Augsburg beisetzen und verfügte eine umfangreiche ,,Seelgerätsstiftung"6. Der ,,treueste und

zuverlässigste Gefolgsmann Ottos III."7 verkündete als letzter Spross des ottonischen

Mannesstammes und dem damit einhergehenden Bewusstsein königlicher Abstammung den

Anspruch auf die Nachfolge und forderte sogleich die Auslieferung der Reichsinsignien.

Heinrich musste aber feststellen, dass Heribert von Köln die Heilige Lanze vorsorglich

2 Vgl. BOSHOF, Egon: Königtum und Königsherrschaft im 10. und 11. Jahrhundert, S.57.

3 Thietmar I, 19: ,,Wenn sich in der Sippe kein für das hohe Amt Würdiger findet, dann muss freilich unter

Zurückstellung aller Feindschaft aus anderem Hause ein edler Mann erhoben werden."

4 HLAWITSCHKA, Eduard: Nochmals zu den Thronbewerbern des Jahres 1002.

5 SCHLEUSING, Bettina: Der Weg Heinrichs II. zum Thron.

6 Seelgerät ist die Güterübertragung an eine Kirche gegen das Versprechen ständiger Fürbitte [

memoria

] im

Gebet (Lexikon des Mittelalters VII, S.1680).

7 HÖFER, Manfred: Heinrich II., S. 49.

4



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