Bitte warten
Bitte installieren Sie den Flash Player, wenn kein E-Book erscheint.
Hausarbeit, 2007, 21 Seiten
Autor: Stefan Krause
Fach: Geschichte - Neuere Geschichte, 19. Jhdt.
Details
Tags: Einheit, 1866, Der deutsche Krieg, Deutscher Bund, Preußen, Österreich, Bismarck, Reichsgründung, Zollverein, Königgrätz, Napoleon III., Italien, Frankreich, Russland
Jahr: 2007
Seiten: 21
Note: 1,7
Literaturverzeichnis: ~ 13 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-05788-2
ISBN (Buch): 978-3-638-94950-7
Dateigröße: 99 KB
Andere Nutzer haben sich auch für folgende Titel interessiert:
Zusammenfassung / Abstract
Als im Frieden von Prag am 23. August 1866 die Neuordnung Deutschlands ohne Österreich festgeschrieben wurde, fand damit auch der jahrzehntelange Konflikt um die Führungsrolle in Deutschland einen endgültigen Abschluss. Die kleindeutsche Lösung unter preußischer Führung und ohne Österreich wurde greifbar. Österreich musste als Ergebnis des Deutschen Krieges politisch und militärisch seine Niederlage anerkennen. In der Geschichtsschreibung der folgenden Jahrzehnte erschien jene Entwicklung oft als zwingend notwendiger und natürlicher Vorgang, die Neugestaltung Deutschlands als Folge eines planmäßigen großen Sieges Preußens. Nach der vernichtenden Niederlage des Jahres 1945 trat eine skeptischere Auffassung der Ereignisse zutage, in der auch die Frage nach Alternativen zum preußisch-deutschen Reich gestellt wurde. Zweifellos war das Ergebnis der Entscheidungsschlacht von Koniggrätz von den gleichen Unwägbarkeiten begleitet, die jeden Krieg zu einem in letzter Konsequenz unberechenbaren Vorgang machen. Beide Großmächte, die sich 1866 gegenüberstanden, fanden sich in der Herausforderung einer schwierigen Kriegsführung und keine Kriegspartei hatte einen garantierten militärischen Vorteil. Doch Preußen drängte auf die Lösung des innerdeutschen Gegensatzes mit kriegerischen Mitteln und der Erfolg schien der Politik Bismarcks Recht zu geben. War der militärische Sieg auch nicht garantiert, so kann andererseits nicht ignoriert werden, dass die Position, die Preußen durch den Kriegsausgang erhielt, einer gewissen historischen Kontinuität folgte. Die preußische Führungsrolle in Deutschland war nicht nur das Ergebnis der Schlacht von Königgrätz, sondern ein Vorgang, dem lange Entwicklungslinien vorausgingen, die 1866 kulminierten. Diese Arbeit wird untersuchen, welche innen-, außen- und wirtschaftspolitischen Realitäten das Kriegsergebnis zementierten und welcher gesellschaftliche Stellenwert der Entscheidung von 1866 zukam. Damit soll die Frage geklärt werden, was Preußen gegenüber Österreich zur Führungsmacht in Deutschland prädestinierte.
Textauszug (computergeneriert)
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Überblick über die politische Lage in Deutschland um 1866 4
3. Innenpolitik der deutschen Großmächte bis 1866 5
3.1 Preußen 5
3.2 Österreich 6
3.3 Fazit 7
4. Die deutsche Öffentlichkeit 8
4.1 Die Nationalbewegung: Erfolglose Hoffnungen 8
4.2 Realpolitik 9
4.3 Fazit 11
5. Wirtschaft 12
5.1 Industrialisierung in Preußen und Österreich 1865 12
5.2 Der Zollverein 12
5.2.1 Eine preußische Erfolgsgeschichte 12
5.2.2 Der Handelsvertrag von 1862 13
5.3 Fazit 14
6. Außenpolitik 14
6.1 Frankreich 14
6.2 Russland 16
6.3 Großbritannien 16
6.4 Italien 17
6.5 Fazit 18
7. Schluss 18
Bibliographie 20
1. Einleitung
Als im Frieden von Prag am 23. August 1866 die Neuordnung Deutschlands ohne
Österreich festgeschrieben wurde, fand damit auch der jahrzehntelange Konflikt um
die Führungsrolle in Deutschland einen endgültigen Abschluss. Die kleindeutsche
Lösung unter preußischer Führung und ohne Österreich wurde greifbar. Österreich
musste als Ergebnis des Deutschen Krieges politisch und militärisch seine
Niederlage anerkennen.
In der Geschichtsschreibung der folgenden Jahrzehnte erschien jene Entwicklung oft
als zwingend notwendiger und natürlicher Vorgang, die Neugestaltung Deutschlands
als Folge eines planmäßigen großen Sieges Preußens. Nach der vernichtenden
Niederlage des Jahres 1945 trat eine skeptischere Auffassung der Ereignisse
zutage, in der auch die Frage nach Alternativen zum preußisch-deutschen Reich
gestellt wurde.
Zweifellos war das Ergebnis der Entscheidungsschlacht von Koniggrätz von den
gleichen Unwägbarkeiten begleitet, die jeden Krieg zu einem in letzter Konsequenz
unberechenbaren Vorgang machen. Beide Großmächte, die sich 1866
gegenüberstanden, fanden sich in der Herausforderung einer schwierigen
Kriegsführung1 und keine Kriegspartei hatte einen garantierten militärischen Vorteil.2
Doch Preußen drängte auf die Lösung des innerdeutschen Gegensatzes mit
kriegerischen Mitteln und der Erfolg schien der Politik Bismarcks Recht zu geben.
War der militärische Sieg auch nicht garantiert, so kann andererseits nicht ignoriert
werden, dass die Position, die Preußen durch den Kriegsausgang erhielt, einer
gewissen historischen Kontinuität folgte. Die preußische Führungsrolle in
Deutschland war nicht nur das Ergebnis der Schlacht von Königgrätz, sondern ein
Vorgang, dem lange Entwicklungslinien vorausgingen, die 1866 kulminierten.
Diese Arbeit wird untersuchen, welche innen-, außen- und wirtschaftspolitischen
Realitäten das Kriegsergebnis zementierten und welcher gesellschaftliche
Stellenwert der Entscheidung von 1866 zukam. Damit soll die Frage geklärt werden,
1 Preußens Staatsgebiet wurde durch feindliches Territorium geteilt, während Österreich einen
Zweifrontenkrieg im Norden und Süden zu führen hatte. Man erwartete einen langen Krieg und die
Intervention der anderen europäischen Mächte. (Thomas Nipperdey: Deutsche Geschichte 1800-
1866. Bürgerwelt und starker Staat, 6., durchgesehene Auflage, München 1993. S. 784).
2 Für Stärken und Schwächen der Armeen Preußens und Österreichs vgl. Gordon A. Craig: 1866.
Eine Schlacht macht Weltgeschichte, 4. Auflage, Wien 1997. bes. S. 21-53 und
Frank Zimmer: Bismarcks Kampf gegen Kaiser Franz Joseph. Königgrätz und seine Folgen,
Graz/Wien/Köln 1996. bes. S. 42 und 56-66.
was Preußen gegenüber Österreich zur Führungsmacht in Deutschland
prädestinierte.
2. Überblick über die politische Lage in Deutschland um 1866
Mitte der 60er Jahre des 19. Jahrhunderts strebte der langwierige Machtkampf
zwischen der alten Präsidialmacht des Deutschen Bundes, dem Kaiserreich
Österreich, und der aufsteigenden Großmacht, dem Königreich Preußen, auf eine
Entscheidung zu.
Im Friedensschluss von Wien am 30.Oktober 1864 hatte das besiegte Dänemark die
Herzogtümer Schleswig, Holstein und Lauenburg an die Kriegssieger Preußen und
Österreich abgetreten. Der zukünftige Status des nun gemeinsam verwalteten
Schleswig-Holsteins war in der Schwebe geblieben und belastete die weitere Politik
zwischen den deutschen Staaten. Österreich trat von Anfang an für die Regentschaft
des legitimen Augustenburger-Herzogs Friedrich und die Bildung eines autonomen
Bundesstaates Schleswig-Holstein ein. Preußen wollte keine selbstständige Existenz
Schleswig Holsteins zulassen, sondern die Herzogtümer langfristig annektieren.3
Am 14.August 1865 bildet die Konvention von Gastein einen Kompromiss, der jedoch
einen fragwürdigen Wert hatte. Die Konvention diskreditierte Österreich in den Augen
der Nationalbewegung und des Dritten Deutschland, die ein selbst-ständiges
Schleswig-Holstein forderten.4
Anfang 1866 gingen Preußen wie Österreich von der Unvermeidlichkeit eines
Krieges um Schleswig-Holstein und die Vormacht in Deutschland aus. Am 8. April
schlossen Preußen und Italien ein befristetes Offensiv- und Defensivbündnis gegen
Österreich.5
Am 1. Juni übergab Österreich die Schleswig-Holstein-Frage an den Bundestag.
Preußen protestierte, weil es das in Gastein vereinbarte preußische Mit-
bestimmungsrecht übergangen sah. Preußische Truppen marschierten in Holstein
ein, Österreich beantragte die Mobilmachung der nichtpreußischen Bundestruppen.
Nach der Annahme des Antrags am 14. Juni erklärte Preußen, dass es den
bisherigen Bundesvertrag für gebrochen und den Deutschen Bund als erloschen
betrachte. Im folgenden Krieg ging der Riss nicht nur durch den Deutschen Bund,
sondern auch durch den Zollverein. Nach raschen Siegen über Österreichs
3 Friedrich Lenger: Industrielle Revolution und Nationalstaatsgründung (=Gebhardt Handbuch der
deutschen Geschichte 15), 10., völlig neu bearbeitete Auflage, Stuttgart 2003. S. 309.
4 Ebd. S. 310-311.
5 Ebd. S. 311-312.
Verbündete Sachsen, Hannover und Kurhessen fand am 3. Juli in Königgrätz die
Entscheidungsschlacht statt, in der Preußen siegte. Der Vorfrieden von Nikolsburg
vom 26. Juli und der Friede von Prag am 23. August beendeten den Deutschen
Krieg.6
Die letzte Sitzung der Bundesversammlung, an der nur noch neun Gesandte
teilnahmen, fand am Tag nach dem Frieden von Prag kriegsbedingt in Augsburg
statt.7 Damit war die Geschichte des Deutschen Bundes beendet, der Weg für den
Norddeutschen Bund unter preußischer Führung wurde frei.
3. Innenpolitik der deutschen Großmächte bis 1866
3.1 Preußen
Bereits im Mai 1849 erfolgte die Reform der Verfassung vom 5. Dezember 1848. Das
verfassungsmäßige gleiche Männerwahlrecht wurde durch ein Dreiklassen-wahlrecht
ersetzt, das allgemein aber ungleich8, indirekt9 und öffentlich war. Andererseits kam
es nicht zur Rückkehr zum ständischen Repräsentationsprinzip. Die revidierte
Verfassung vom 31. Januar 1850 schrieb das neue Wahlrecht fest. Es war eine
Verfassung mit durchaus modernen Zügen10, angelehnt an die belgische Verfassung
von 1831. Bemerkenswert ist, dass sie auf das Bekenntnis zum monarchischen
Prinzip ebenso verzichtete wie auf eine Festschreibung der Volkssouveränität. Die
Gesetzgebung war gemeinsame Aufgabe des Königs und der beiden
Parlamentskammern, die Gesetzesinitiativ- und Haushaltsbewilligungs-recht
erhielten. Allerdings wurden auch monarchische Vorbehalte fixiert.11
Am 6. Februar 1850 leistete Friedrich Wilhelm IV vor den Abgeordneten beider
Kammern den Verfassungseid, dennoch bemühte sich der Monarch in der Folge um
eine Aushöhlung des Verfassungswerkes. Ab 1854 wurde die erste Kammer nicht
mehr länger gewählt, sondern aus erblichen Mitgliedern, aus den Delegierten
ständisch definierter Korporationen und aus vom König ernannten Vertretern
gebildet. Ab 1855 hieß diese Kammer ,,Herrenhaus". In der Ära Manteuffel (1850 bis
6 Ebd. S. 312-314.
7 Gerald Kohl: Deutscher Bund, In: Enzyklopädie der Neuzeit 2. Hrsg. von Friedrich Jaeger, Stuttgart
2005. S. 944.
8 Die Wählerstimmen wurden nach Steuerleistung gewichtet.
9 Die Urwähler wählten Wahlmänner.
10 Sie umfasste die Öffentlichkeit von Gerichtsverhandlungen, die Einführung von
Geschworenengerichten und einen Grundrechtskatalog, der Meinungs-, Versammlungs- und
Vereinigungsfreiheit enthielt.
11 Die alleinige Kontrolle über das Militär, Verwaltung und Diplomatie. Der König behielt ein
Notverordnungsrecht und die Kontrolle über die Exekutive.
1858) war der Landtag von Staatsdienern dominiert und unterstützte bereitwillig die
Reaktionspolitik der Regierung.12
An die Machtübernahme des Kronprinzen und späteren Königs Wilhelm im Oktober
1858 knüpften sich große Hoffnungen auf eine liberale Wende. Die Ersetzung des
konservativen Manteuffel durch eine liberalere Regierung unter Fürst Karl Anton von
Hohenzollern-Sigmaringen wurde ebenso als positives Signal gesehen, wie die
Vorstellungen Wilhelms von ,,moralischen Eroberungen" Preußens in Deutschland.
Doch scheiterten liberale Reformen am Widerstand des Herrenhauses.13
Bald wurden die liberalen Hoffnungen schwer enttäuscht, als sich der Konflikt um die
Finanzierung der preußischen Heeresreform in den Anfangsjahren der 1860er Jahre
zum hart ausgetragenen Verfassungskonflikt entwickelte. Im Oktober 1862 lehnte
das Herrenhaus im Sinne der Regierung die Budgetvorlage ab, die das
Abgeordnetenhaus um die Militärausgaben gekürzt hatte. Der im Monat zuvor zum
Ministerpräsidenten berufene Bismarck schreckte nicht vor einer Regierung ohne
verabschiedeten Haushalt zurück und überzog die opponierenden Parlamentarier mit
einer Repressionspolitik. Die Pressefreiheit wurde eingeschränkt, die
Wahlmanipulation wieder aufgenommen.14
Andererseits lehnte Bismarck die gänzliche Beseitigung der Verfassungsordnung ab.
Im August 1865 neutralisierte der Ministerpräsident die ultrakonservative
Staatsstreichpartei, die eine Beseitigung des Parlaments befürwortete, indem deren
Anführer Manteuffel15 als Militärgouverneur nach Schleswig abgeschoben wurde.16
3.2 Österreich
In Österreich wurde durch das ,,Sylvesterpatent" vom 31. Dezember 1851 der
Neoabsolutismus eingeführt, mit dem Kaiser Franz Joseph die Verfassung vom 7.
März 1849 außer Kraft setzte. Österreich setzte sich mit dieser Rückkehr zu einem
,,vorkonstitutionellen Zustand" von der Verfassungsentwicklung der übrigen
deutschen Staaten ab. Darüber hinaus regierten in großen Teilen der Monarchie bis
zur Aufhebung des Belagerungszustandes 1853/54 Militärkommandanten.
12 Friedrich Lenger: Industrielle Revolution und Nationalstaatsgründung. S. 275-278.
13 Ebd. S. 280-282.
14 Ebd. S. 298-303.
15 Edwin Freiherr von Manteuffel war der Vetter des ehemaligen Ministerpräsidenten Otto Theodor
Freiherr von Manteuffel.
16 Vgl. Thomas Nipperdey: Deutsche Geschichte 1800-1866. S. 777. und Hans-Ulrich Wehler: Von der
,,Deutschen Doppelrevolution" bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges: 1849-1914 (=Deutsche
Gesellschaftsgeschichte Band 3), München 1995. S. 289-290.
Kommentare
Bisher keine Kommentare
Andere Nutzer haben sich auch für folgende Titel interessiert:
Das christliche Europa und der islamische Orient während der mittelalterlichen Kreuzzüge
Autor: David VolkertPolitik - Int. Politik - Thema: Geschichte der IB / IP, 2003 Als PDF-Datei downloaden für 4,99 EUR
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit - Formatvorlage / Vorlage für eine Hausarbeit für Microsoft Word
Autor: GRIN VerlagVorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren, 2005 Als PDF-Datei downloaden für 6,99 EUR
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit - Formatvorlage / Vorlage für eine Hausarbeit für OpenOffice.org
Autor: GRIN VerlagVorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren, 2005 Als PDF-Datei downloaden für 9,99 EUR
Formatvorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit / Vorlage zur Erstellung einer Hausarbeit
Autor: Marco FeindlerVorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren, 2005 Als PDF-Datei downloaden für 6,99 EUR
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Autor: GRIN VerlagVorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren, 2008 Als PDF-Datei downloaden für 6,99 EUR
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wissenschaftlichen Arbeit
Autor: Zoran ZivkovicVorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren, 2004 Als PDF-Datei downloaden für 5,99 EUR
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Autor: Claudia NickelVorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren, 2006 Als PDF-Datei downloaden für 4,99 EUR
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Autor: Maik PhilippVorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren, 2004 Als PDF-Datei downloaden für 5,99 EUR
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - Hausarbeiten - Seminararbeiten
Autor: Mark RichterVorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren, 2008
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden: