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Arbeitsplatzunsicherheit als Stressor

Subtitle: Kennzeichnung und Bewertung eines Stressors unseres Arbeitslebens

Intermediate Diploma Thesis, 2007, 37 Pages
Author: Verena Traut
Subject: Economics / Business: Personnel and Organisation

Details

Event: Personal II – Verhalten in Organisationen
Institution/College: University of Hamburg (Department Wirtschaft und Politik)
Tags: Arbeitsplatzunsicherheit, Stressor, Personal, Verhalten, Organisationen
Category: Intermediate Diploma Thesis
Year: 2007
Pages: 37
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 17  Entries
Language: German
Archive No.: V92272
ISBN (E-book): 978-3-638-06090-5

File size: 229 KB
Notes :
Diese Arbeit ist eine "Große Hausarbeit", welche bei Bachelor-Studiengängen die Vorstufe zur Abschlussarbeit ist.


Abstract

In Zeiten der Globalisierung sehen sich Betriebe oder Unternehmen vieler Industrieländer immer häufiger gezwungen, u.a. durch Senkung der Kosten oder a-typische Beschäftigungsverhältnisse ihre Rentabilität aufrecht zu erhalten, um auf zunehmend unsicherer werdenden Märkten bestehen zu können. Diese Veränderungen haben enorme Auswirkungen auf die Beschäftigten und so ist u.a. eine Zunahme von Belastungen zu verzeichnen. Die allgemeine Erklärung für diese Entwicklung lautet Stress, der in den letzten Jahren rasant und über alle Branchen hinweg zugenommen hat und von der Weltgesundheitsorganisation zu einer der großen Gefahren des 21. Jahrhunderts erklärt wurde. Zwar ist das Arbeits-leben rein physisch gesehen durch umfassende Arbeitsschutzbestimmungen sicherer geworden, auf der anderen Seite ist jedoch eine erhebliche Zunahme der psychischen Belastungen zu verzeichnen - eine davon ist die Arbeitsplatzunsicherheit. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Arbeitsplatzunsicherheit als Stressor. Die Perspektive ist darauf gerichtet, inwieweit es sich bei Arbeitsplatzunsicherheit um einen Stressor handelt und welche Auswirkungen daraus zu erwarten sind. Im ersten Kapitel konzentrieren sich die Ausführungen auf den Stressbegriff. Es werden u.a. seine charakteristischen Merkmale wie Stressoren sowie Aspekte bei seiner Entstehung erläutert. Das zweite Kapitel befasst sich mit dem Phänomen der Arbeitsplatzunsicherheit, das anhand des bedeutenden theoretischen Konzeptes der subjektiven Arbeitsplatzunsicherheit von Greenhalgh und Rosenblatt vorgestellt und eingegrenzt wird. Im dritten Kapitel wird Arbeitsplatzunsicherheit als Stressor verortet und gekennzeichnet. Dabei werden zwei Instrumente aus der empirischen Forschung vorgestellt und interpretiert, um die aus den bisherigen Ausführungen gewonnenen Aspekte hinsichtlich Bewertung und Kennzeichnung zu konkretisieren. Letztes Kapitel behandelt mögliche Auswirkungen, die sich aus Arbeitsplatzunsicherheit als Stressor ergeben können und die Ausführungen dieser Arbeit beschließen. Es muss an dieser Stelle der Hinweis darauf erfolgen, dass in dieser Arbeit kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben werden kann. Sowohl bei Stress als auch bei Arbeitsplatzunsicherheit handelt es sich um zwei sehr komplexe und vielschichtige Begriffe, deren detaillierte Durchleuchtung sowie die umfassende Darstellung aller bisherigen Forschungsansätze zu diesen Begriffen den Rahmen der Arbeit bei Weitem sprengen würden.


Excerpt (computer-generated)

Universität Hamburg

Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Department Wirtschaft und Politik

Abgabedatum: 22.10.2007

SoSe 2007 ­ Semester VI

Kurs: Personal II ­ Verhalten in Organisationen



Arbeitsplatzunsicherheit als Stressor

Kennzeichnung und Bewertung eines Stressors

unseres Arbeitslebens


















von

Verena Traut


INHALTSVERZEICHNIS

1.

Einleitung 3

2. Zum Begriff ,,Stress" 5

2.1. Stressentstehung und Stressempfinden 5

2.1.1.

Stressoren 6

2.1.2.

Subjektives Stresserleben 7

2.2. Stress und Stressoren im Arbeitsumfeld 7

3. Das Phänomen der Arbeitsplatzunsicherheit 8

4. Kennzeichnung des Stressors Arbeitsplatzunsicherheit 11

4.1. Merkmale des Stressors 12

4.1.1.

Die Stress-Skala von Holmes und Rahe 13

4.1.2.

Variablen subjektiver Arbeitsplatzunsicherheit 17

4.2.

Auswirkungen von Arbeitsplatzunsicherheit als Stressor 19

5. Fazit 21

6. Anlage 22

6.1. Das S-O-R-Model 22

6.2. Übersicht und Klassifikation von Stressoren am Arbeitsplatz 23

6.3. Das Konzept der Arbeitsplatzunsicherheit von Greenhalgh und Rosenblatt 23

6.3. Das Konzept der Arbeitsplatzunsicherheit von Greenhalgh und Rosenblatt 24

6.4. Ergebnisse einer Betriebsräte-Befragung 24

6.4. Ergebnisse einer Betriebsräte-Befragung 25

6.5. Die Stress-Skala von Holmes & Rahe 26

6.5.1.

Struktur der Befragten 26

6.5.2.

Social Readjustment Rating Questionnaire ­ SRRQ 27

6.5.3.

Social Readjustment Rating Scale ­ SRRS 29

6.5.4.

Life Changes Scaling across 30 years 29

6.5.4.

Life Changes Scaling across 30 years 30

6.6. Auszug der Diskussionen über methodische Vorgehensweisen bei der

Befragung von subjektiver Arbeitsplatzunsicherheit 31

6.7. Telefonische Befragung des sozialwissenschaftlichen Umfragezentrums der

Universität Duisburg-Essen 32

6.7.1.

Stichprobenstruktur der Befragten 32

6.7.2.

Gesundheitliche Beschwerden und Wahrnehmung von

Arbeitsplatzunsicherheit 33

6.7.3.

Gesundheitliche Beschwerden und Empfinden von Arbeitsplatzunsicherheit 34

Literaturverzeichnis 35

2


1. Einleitung

In Zeiten der Globalisierung sehen sich Betriebe oder Unternehmen vieler

Industrieländer immer häufiger gezwungen, u.a. durch Senkung der Kosten oder a-

typische Beschäftigungsverhältnisse ihre Rentabilität aufrecht zu erhalten, um auf

zunehmend unsicherer werdenden Märkten bestehen zu können.1 Diese

Veränderungen haben enorme Auswirkungen auf die Beschäftigten und so ist u.a.

eine Zunahme von Belastungen zu verzeichnen.2 Die al gemeine Erklärung für diese

Entwicklung lautet Stress, der in den letzten Jahren rasant und über al e Branchen

hinweg zugenommen hat3, und von der Weltgesundheitsorganisation zu einer der

großen Gefahren des 21. Jahrhunderts erklärt wurde. Zwar ist das Arbeits-leben rein

physisch gesehen durch umfassende Arbeitsschutzbestimmungen sicherer

geworden, auf der anderen Seite ist jedoch eine erhebliche Zunahme der

psychischen

Belastungen

zu

verzeichnen.4

Eine

davon

ist

die

Arbeitsplatzunsicherheit, die ,,(...) zu einem der bedeutendsten Probleme im

gegenwärtigen Arbeitsleben geworden" ist.5

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Arbeitsplatzunsicherheit als Stressor.

Die Perspektive ist darauf gerichtet, inwieweit es sich bei Arbeitsplatzunsicherheit um

einen Stressor, also um ,,eine Stress verur-sachende Bedingung des Arbeitsplatzes

(...)"6 handelt und welche Auswirkungen daraus zu erwarten sind.

1 Vgl.: Hel gren, K.; Näswal , K.; Sverke, M.: Arbeitsplatzunsicherheit: Überblick über den

Forschungsstand, in: Fehlzeiten-Report 2005, Springer-Verlag, Berlin ­ Heidelberg;

2006,

S. 60

2 Vgl.: Renz, J.: Wahrnehmung und Auswirkungen von Arbeitsplatzunsicherheit,

Philosophische Fakultät der Universität, Freiburg / Schweiz; 2003,

<http://ethesis.unifr.ch/theses/downloads.php?file=RenzJ.pdf>, PDF-Datei, S. 8

3 Vgl.: Ahlers, E.; Brussig, M.: Gesundheitsbelastungen und Prävention am Arbeitsplatz ­

WSI-

Betriebsrätebefragung 2004, WSI Mitteilungen; 11/2004,

<http://www.boeckler.de/pdf/wsimit_2004_11_Ahlers_Brussig.pdf>, PDF-Datei, S. 618

4 Vgl.: Litzcke, S.; Schuh, H.: Stress, Mobbing und Burn-out am Arbeitsplatz, Springer-

Verlag, Heidelberg; 2005, S. 2 sowie ohne VerfasserIn-Angabe: WHO-

Vorbereitungstreffen

zum Thema Arbeitsleben und psychische Gesundheit, Weltgesundheitsorganisation; 2005,

<http://www.euro.who.int/InformationSources/MtgSums/2004/20041119_1?language=German>

5 Hellgren, K.; Näswal , K.; Sverke, M.: Arbeitsplatzunsicherheit: Überblick über den

Forschungsstand, a.a.O., S. 61 sowie Dragano, N.; Siegrist, J.: Arbeitsbedingter Stress

als

Folge von betrieblichen Rationalisierungsprozessen ­ die gesundheitlichen

Konsequenzen, in:

Fehlzeiten-Report 2005, Springer-Verlag, Berlin ­ Heidelberg; 2006,

S. 167

6 Schramm, F.: Beschäftigungsunsicherheit. Wie sich die Risiken des Arbeitsmarktes auf

die

Beschäftigten auswirken, Rainer Bohn Verlag, Berlin; 1992, S. 155

3


Im ersten Kapitel konzentrieren sich die Ausführungen auf den Stressbegriff. Es

werden u.a. seine charakteristischen Merkmale wie Stressoren sowie Aspekte bei

seiner Entstehung erläutert.

Das zweite Kapitel befasst sich mit dem Phänomen der Arbeitsplatzunsicherheit, das

anhand

des

bedeutenden

theoretischen

Konzeptes

der

subjektiven

Arbeitsplatzunsicherheit von Greenhalgh und Rosenblatt vorgestel t und eingegrenzt

wird.

Im dritten Kapitel wird Arbeitsplatzunsicherheit als Stressor verortet und

gekennzeichnet. Dabei werden zwei Instrumente aus der empirischen Forschung

vorgestel t und interpretiert, um die aus den bisherigen Ausführungen gewonnenen

Aspekte hinsichtlich Bewertung und Kennzeichnung zu konkretisieren.

Letztes

Kapitel

behandelt

mögliche

Auswirkungen,

die

sich

aus

Arbeitsplatzunsicherheit als Stressor ergeben können und die Ausführungen dieser

Arbeit beschließen.

Es muss an dieser Stel e der Hinweis darauf erfolgen, dass in dieser Arbeit kein

Anspruch auf Vol ständigkeit erhoben werden kann. Sowohl bei Stress als auch bei

Arbeitsplatzunsicherheit handelt es sich um zwei sehr komplexe und vielschichtige

Begriffe, deren detail ierte Durchleuchtung sowie die umfassende Darstel ung al er

bisherigen Forschungsansätze zu diesen Begriffen den Rahmen der Arbeit bei

Weitem sprengen würden.

4


2. Zum Begriff ,,Stress"

Bei dem Begriff Stress handelt es sich um einen von vielen Faktoren wechselseitig

beeinflussten Begriff. Es bietet sich demnach an zunächst einen Blick auf

grundsätzliche Stresstheorien zu richten, woraus Erklärungen über das

Zustandekommen und Erleben von Stress generiert werden können. Im zweiten

Abschnitt wird der Fokus auf das Arbeitsumfeld verlagert, das den Rahmen dieser

Hausarbeit darstel t. Hierfür müssen sowohl einige Aspekte konkretisiert, als auch

Arbeitsplatzunsicherheit als psychischer Stressor verortet werden.

2.1. Stressentstehung und Stressempfinden

Der Begriff Stress wurde 1936 von dem Biochemiker

Hans Selye

erstmals in die

Psychologie eingeführt. Selye stel te fest, dass Organismen auf Umweltereignisse

mit Alarmreaktionen reagierten, wodurch der Körper mit Energie versorgt und schnel

(beispielsweise) auf Gefahren oder Bedroh-ungen reagieren kann. Bei diesem

physiologisch orientierten Ansatz spielt die Qualität eines Reizes keine Rol e. Unter

Stress wurde grundsätzlich die bloße Aktivierungsreaktion eines Organismus auf

äußere Anforderungen und Bedrohungen verstanden, was Stress auf instinkthaftes

Verhalten reduzieren würde.7

Weitaus interessanter ist die

transaktionale Stresstheorie

von Richard S. Lazarus

(1970), der sich im Unterschied zu Selye für psychologische Prozesse interessierte

und Stress als Wechselwirkung zwischen Reizen oder Anforderungen der Umwelt

und kognitive Verarbeitungsmechanismen von Personen definierte.8

Daraus lassen sich zwei Ebenen erkennen, auf die im Folgenden jeweils

eingegangen werden sol : die Ebene der Stressoren und die subjektive Ebene des

Stresserlebens.

7 Vgl.: Litzcke, S.; Schuh, H.: Stress, Mobbing und Burn-out am Arbeitsplatz, a.a.O., S. 6

und

S. 21f sowie Kolip, P.: Theorien und Model e von Gesundheit und Krankheit, Institut

für Public

Health und Pflegeforschung; 2006/2007, <http://mlecture.uni-

bremen.de/intern/ws2006_2007/fb11/vak-11-56-1-m11-1/20061023/folien.pdf>,

PowerPoint-

Datei, Folie 8 und 9

8 Vgl.: Oppolzer, A.: Gesundheitsmanagement im Betrieb, VSA-Verlag, Hamburg; 2006,

S. 91

sowie Litzcke, S.; Schuh, H.: Stress, Mobbing und Burn-out am Arbeitsplatz,

a.a.O., S. 6

5


2.1.1. Stressoren

Unter Stressoren werden die Reize aus der Umwelt verstanden, die bei Individuen

eine Stressreaktion auslösen (können).9

Dabei kann eine grundsätzliche Unterscheidung zwischen physischen und

psychischen Stressoren erfolgen. Physische Stressoren beinhalten Reize, die auf

den Körper wirken. Als Beispiele sol en hier u.a. Lärm, Temperatur-schwankungen,

Hunger oder schwere körperliche Arbeit genannt sein. Psychische Stressoren

umfassen al gemein Über- oder Unterforderung, was weiter nach quantitativen (z.B.

Zeitdruck, hohe Arbeitsintensität u.v.m.) oder qualitativen Diskrepanzen (z.B.

geringer Handlungsspielraum, wider-sprüchliche Aufgaben etc.) differenziert werden

kann. Hier ist eine weitere Unterscheidung nach psychosozialen Stressoren möglich,

worunter beispielsweise soziale Konflikte wie Mobbing oder emotionale Belastungen

wie Angstzustände (um nur einige zu nennen) zu verstehen sind.10

Stressoren stehen in Wechselbeziehungen zueinander, können al eine oder

gemeinsam auftreten, sich gegenseitig ergänzen oder verstärken sowie aus völ ig

verschiedenen Lebensbereichen stammen (Bsp. Arbeit oder Familie).11 Die Stärke

eines Stressors ergibt sich aus den Merkmalen Dauer, Vorhersag-barkeit,

Kontrol ierbarkeit und Intensität (i.S.v. Überforderung, wie sehr eine Person durch

den Stressor an ihre Grenzen stößt).12 Vor al em Stressoren, die nicht punktuel ,

sondern andauernd sind, bieten enormes Potenzial, chronisch zu werden. Hieraus

kann sich im schlimmsten Fal eine sog. Stress-Spirale ergeben, wodurch der

Stresszustand und die Stressreaktionen um ein Vielfaches verstärkt werden

können.13

Doch nicht jeder Stressor wirkt bei Individuen in derselben Art und Weise oder führt

zu gleichen Stressreaktionen.14 Die Wirkungsweise von Stressoren hängt ab vom

subjektiven Stresserleben, was Thema im nachfolgenden Abschnitt sein wird.

9 Vgl.: Kolip, P.: Theorien und Modelle von Gesundheit und Krankheit, a.a.O., Folie 11

sowie

Allenspach, M.; Brechbühler, A.: Stress am Arbeitsplatz, Verlag Hans Huber, Bern; 2005, S. 37

sowie Litzcke, S.; Schuh, H.: Stress, Mobbing und Burn-out am Arbeitsplatz, a.a.O., S. 6

10 Vgl.: Ebenda, S. 6 sowie Kolip, P.: Theorien und Model e von Gesundheit und

Krankheit,

a.a.O., Folie 11 sowie Oppolzer, A.: Gesundheitsmanagement im Betrieb,

a.a.O., S. 91f

11 Vgl.: Allenspach, M.; Brechbühler, A.: Stress am Arbeitsplatz, a.a.O., S. 37 sowie Litzcke, S.;

Schuh, H.: Stress, Mobbing und Burn-out am Arbeitsplatz, a.a.O., S. 6

12 Vgl.: Ebenda, S. 10 und 14

13 Vgl.: Oppolzer, A.: Gesundheitsmanagement im Betrieb, a.a.O., S. 91f

14 Vgl.: Litzcke, S.; Schuh, H.: Stress, Mobbing und Burn-out am Arbeitsplatz, a.a.O., S. 6

und

14

6


2.1.2. Subjektives Stresserleben

Stressentstehung

hängt

maßgeblich

von

zwei

subjektiven,

kognitiven

Bewertungsprozessen ab:15 Die primäre Bewertung richtet sich auf die

Wahrnehmung und Beurteilung einer Situation, die durch einen Stressor entsteht.

Dabei kommt es darauf an, ob diese situative Veränderung als Herausforderung, als

Verlust oder als Bedrohung empfunden wird.16 Darüber entscheidet die sekundäre

Bewertung,

die

von

den

einer

Person

zur

Verfügung

stehenden

Bewältigungsressourcen abhängt. Unter Ressourcen werden in diesem Kontext

innere Personenmerkmale wie beispielweise die persönliche Verfassung, gemachte

Erfahrungen, Veranlagung oder Kompetenzen sowie äußere Personenmerkmale wie

der soziale Hintergrund, finanziel e Status oder die Gesundheit verstanden.17 Erst

wenn die Ressourcen nicht ausreichend sind oder als solche bewertet werden,

kommt es zur Entstehung von Stress. Dass dies demnach nur bei Verlust oder bei

Bedrohung der Fal sein kann, macht das Wort ,,Herausforderung" deutlich, das

bereits eine positive Einstel ung hinsichtlich der Bewältigungsressourcen

signalisiert.18

Im Ergebnis kann es dabei zu unterschiedlichen Reaktionen (behavioral, physisch,

psychisch19) kommen, auf die an spätere Stel e genauer eingegangen werden wird

(Abschnitt 4.2.).

Abschließend sein angemerkt, dass bisherige Ausführungen anhand eines S-O-R-

Model s bildhaft dargestel t werden können (siehe Anlage 6.1.).

2.2. Stress und Stressoren im Arbeitsumfeld

Die Arbeitswissenschaften trennen eindeutig zwischen Arbeitsbelastung, worunter

al e äußeren Einflüsse und Anforderungen der Arbeitswelt verstanden werden, und

15 Vgl.: Ebenda, S. 6ff, sowie Kolip, P.: Theorien und Modelle von Gesundheit und

Krankheit,

a.a.O., Folie 18. Anmerkung: Begriffe primär und sekundär stel en keine

Hierarchie oder

Reihenfolge dar.

16 Vgl.: Renz, J.: Wahrnehmung und Auswirkungen von Arbeitsplatzunsicherheit,

a.a.O., S. 53

sowie Litzcke, S.; Schuh, H.: Stress, Mobbing und Burn-out am Arbeitsplatz, a.a.O., S. 6ff und 14

17 Vgl.: Ebenda, S. 9 sowie Oppolzer, A.: Gesundheitsmanagement im Betrieb, a.a.O., S.

91

sowie Renz, J.: Wahrnehmung und Auswirkungen von Arbeitsplatzunsicherheit,

a.a.O., 31f

sowie Hellgren, K.; Näswall, K.; Sverke, M.: Arbeitsplatzunsicherheit: Überblick über den

Forschungsstand, a.a.O., S. 67ff

18 Vgl.: Litzcke, S.; Schuh, H.: Stress, Mobbing und Burn-out am Arbeitsplatz, a.a.O., S. 6ff und

14 sowie Oppolzer, A.: Gesundheitsmanagement im Betrieb, a.a.O., S. 89ff.

Anmerkung: Es kann auch zwischen Eu-Stress (positiv) und Dis-Stress (negativ) differenziert

werden, was in dieser Arbeit jedoch keine Rolle spielen soll.

19 Vgl.: Hel gren, K.; Näswal , K.; Sverke, M.: Arbeitsplatzunsicherheit: Überblick über den

Forschungsstand, a.a.O., S. 71

7



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