Register or log in at GRIN

Your e-mail-address or password is wrong
Register now
For new authors: free, easy and fast
This will be used as your user name, please specify a valid e-mail address

Lost password

Your e-mail-address or password is wrong

Request a new password
ADHS und soziales Umfeld - Eine Exploration close

Please wait

Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.

ADHS und soziales Umfeld - Eine Exploration

Diploma Thesis, 2007, 127 Pages
Author: Christophe Witz
Subject: Psychology - Consulting, Therapy

Details

Category: Diploma Thesis
Year: 2007
Pages: 127
Grade: 2,7
Bibliography: ~ 53  Entries
Language: German
Archive No.: V92444
ISBN (E-book): 978-3-638-05274-0
ISBN (Book): 978-3-638-94541-7
File size: 867 KB

Abstract

Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist zusammen mit aggressiven Verhaltensstörungen die häufigste psychische Störung im Kindes- und Jugendalter. In den vergangenen Jahren und Jahrzehnten hat diese Störung viel öffentliches (und Forschungs-) Interesse erfahren. Im Zentrum dieses Interesses standen Fragen wie z.B. diejenige nach der Verursachung der Störung oder nach den Möglichkeiten der verschiedenen Therapieformen. Der Theorieteil der vorliegenden Arbeit stellt die bisherigen Ergebnisse der Forschung zu diesem Thema vor. Das besondere Augenmerk liegt dabei auf Faktoren des sozialen Umfelds. Welche Rolle spielt dieses Umfeld bei der Verursachung und Aufrechterhaltung der hyperkinetischen Störung? Dieser Frage soll in der vorliegenden Arbeit nachgegangen werden. Der empirische Teil der Studie untersucht ganz konkret den Zusammenhang zwischen elterlichem Erziehungsverhalten und Aufmerksamkeitsdefiziten bei Kindern. Die dabei verwendeten Begrifflichkeiten und Messinstrumente werden in den vorangehenden Kapiteln vorgestellt werden. Um den Übergang vom theoretischen zum empirischen Teil zu erleichtern, ist ein Kapitel eingefügt, welches die bisherigen Erkenntnnisse zu ADHS und sozialem Umfeld nochmals zusammenfasst und ein Modell vorstellt, in dessen Rahmen die zu erwartenden empirischen Ergebnisse eingeordnet werden können. Da die zum gegenwärtigen Zeitpunkt vorliegenden Ergebnisse zu einer umfassenden Modellbildung nicht ausreichen, ist der vorgestellte Ansatz eher als Arbeitsmodell aufzufassen.


Excerpt (computer-generated)

Universität Koblenz-Landau

Abteilung Landau

ADHS und soziales Umfeld

Eine Exploration





Diplomarbeit

Fachbereich 8: Psychologie

Christophe Witz


Inhaltsverzeichnis


1. Einleitung

5

2. Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) 7

2.1

Definition

und

Geschichte 7

2.2

Diagnostische Kriterien

9

2.2.1 Differentialdiagnose

10

2.2.2 Klassifikation

nach

ICD-10

10

2.2.3 Klassifikation

nach

DSM-IV

11

2.2.4 Diagnostische

Leitlinien

11

2.2.5 Komorbidität

12

2.3

Beschreibung

des

Störungsbilds

13

2.3.1 Prävalenz 14

2.3.2 Verlauf

14

2.4

Ätiologie

15

2.4.1 Genetische

Faktoren

15

2.4.2 Neurologische

Faktoren 16

2.4.2.1 Kritik am genetisch-neurologischen Modell

17

2.4.3 Umweltfaktoren

18

2.4.3.1 Psychosoziale

Faktoren 18

2.4.3.2 Kritik an den psychosozialen Modellen

20

2.4.4 Zusammenfassung

21

2.5

Interventionen

22

2.5.1 Kindzentrierte

Verfahren

22

2


2.5.1.1 Pharmakotherapie

22

2.5.1.2 Verhaltenstherapie

24

2.5.1.3 Entspannungsverfahren

24

2.5.2 Familien- und Schulzentrierte Verfahren

24

2.5.3 Multimodale

Therapie

26

2.5.4 Zusammenfassung

27

3. Aufmerksamkeit

28

3.1

Definition

28

3.2

Aufmerksamkeitstheorien 29

3.2.1 Filtermodelle

29

3.2.2 Computeranalogien

30

3.2.3 Kritik an der traditionellen Modellen

31

3.2.4 Neuropsychologische

Modelle 32

3.3

Aufmerksamkeitstheorien

bei

Kindern

33

3.4

Aufmerksamkeitsdiagnostik

36

3.4.1 Klassische

Tests 38

3.4.2 Der TEA-Ch

40

4. Erziehungsstile

42

4.1

Definition

42

4.2

Stand

der

Forschung

42

4.3

Methoden zur Erfassung von Erziehungsstilen

43

4.3.1 Das FDTS

45

5. ADHS

und

Erziehungsverhalten 47

5.1

Vorliegende

Befunde

47

3


5.2

Ein Arbeitsmodell

49

6. Fragestellung

und

Operationalisierung 52

6.1

Operationalisierung 52

6.2

Verwendete

Instrumente

53

7. Hypothesen

56

8. Untersuchungsablauf

59

9. Stichprobenbeschreibung

61

10. Ergebnisse der Studie

53

10.1 Deskriptive Auswertung

63

10.2 Auswertung

der

Hypothesen

67

11. Diskussion

84

11.1 Allgemeine

Diskussion

84

11.2 Hypothesenbezogene

Diskussion 86

11.3 Zusammenfassende Diskussion und Ausblick

88

12. Zusammenfassung

90

13. Abbildungsverzeichnis

91

14. Tabellenverzeichnis

92

15. Literaturverzeichnis

94

16. Anhang

99

4


1. Einleitung

Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist

zusammen mit aggressiven Verhaltensstörungen die häufigste psychische

Störung im Kindes- und Jugendalter. In den vergangenen Jahren und

Jahrzehnten hat diese Störung viel öffentliches (und Forschungs-)

Interesse erfahren. Im Zentrum dieses Interesses standen Fragen wie z.B.

diejenige nach der Verursachung der Störung oder nach den

Möglichkeiten der verschiedenen Therapieformen.

Der Theorieteil der vorliegenden Arbeit stellt die bisherigen Ergebnisse

der Forschung zu diesem Thema vor. Das besondere Augenmerk liegt

dabei auf Faktoren des sozialen Umfelds. Welche Rolle spielt dieses

Umfeld bei der Verursachung und Aufrechterhaltung der

hyperkinetischen Störung? Dieser Frage soll in der vorliegenden Arbeit

nachgegangen werden.

Der empirische Teil der Studie untersucht ganz konkret den

Zusammenhang zwischen elterlichem Erziehungsverhalten und

Aufmerksamkeitsdefiziten bei Kindern. Die dabei verwendeten

Begrifflichkeiten und Messinstrumente werden in den vorher-gehenden

Kapiteln vorgestellt werden.

Um den Übergang vom theoretischen zum empirischen Teil zu erleichtern,

ist ein Kapitel eingefügt, welches die bisherigen Erkenntnnisse zu ADHS

und sozialem Umfeld nochmals zusammen-fasst und ein Modell vorstellt,

in dessen Rahmen die zu erwartenden empirischen Ergebnisse

eingeordnet werden können. Da die zum gegenwärtigen Zeitpunkt

vorliegenden Ergebnisse zu einer umfassenden Modellbildung nicht

ausreichen, ist der vorgestellte Ansatz eher als Arbeitsmodell aufzufassen.

Anschließend werden die Ergebnisse der Studie vorgestellt und diskutiert.

5


Im weiteren Text wird der Begriff Aufmerksamkeitsdefizit-

/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) gebraucht. In der Literatur sind

verschiedene Begriffe im Umlauf, der Verfasser folgt mit seiner

Entscheidung der Vorgabe von Barkley (1998). Die historische Entstehung

des Begriffs ,,ADHS" wird in Kapitel 2 hergeleitet.

6


2. Die Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitäts-

störung (ADHS)

Im nachfolgenden Abschnitt wird das Störungsbild ADHS genauer

beschrieben. Dies beinhaltet eine kurze Übersicht über die Geschichte der

Störung, ihrer diagnostischen Erfassung und bisherige Ansätze und

Erklärungsmodelle. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die

verschiedenen theoretischen Positionen zur Erklärung der Störung gelegt.

Anschließend werden die verschiedenen Interventionsmöglich-keiten

dargestellt.

2.1 Definition und Geschichte

Die Kernsymptome der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitäts-störung

heißen Ablenkbarkeit, Impulsivität und motorische Überaktivität. Es

handelt sich um eine Störung mit unterkontrolliertem Verhalten (Davison

& Neale, 1998); sie wird, neben aggressiven und dissozialen

Verhaltensauffälligkeiten, zu den externalisierenden Verhaltensstörungen

gezählt (Döpfner, 1998).

Bereits 1845 beschrieb der Frankfurter Nervenarzt Heinrich Hoffmann

die Figur des ,,Zappelphillip" in einem bekannten Kinderbuch, die typische

ADHS-Symptome wie Unruhe und Zappeligkeit aufweist.

Erstmalig in einer wissenschaftlichen Publikation erwähnt wird die

Symptomatik von George Still im Jahre 1902. Er beschreibt dort

aufsässige Kinder (größtenteils Jungen) mit einem ,,Defekt der

moralischen Kontrolle". Er beschreibt Symptome, die den heutigen

Diagnosekriterien schon sehr ähnlich sind. Dazu zählen erhöhte

Emotionalität, mangelnde Aufmerksamkeit und Überaktivität. Er nimmt

neurologische Ursachen an und vermutet einen vererbten Anteil (Barkley,

1998).

7


In den 1920ern trat in Nordamerika eine Encephalitis Epidemie auf. Bei

Kindern, die diese entzündliche Gehirnerkrankung überlebt hatten, traten

Symptome auf, die man heute als ADHS-Symptome beschreiben würde. In

den 30er und 40er Jahren konzentrierte sich daher die Forschung im

Zusammenhang mit Verhaltensauffällig-keiten bei Kindern auf

Verletzungen am Gehirn. In dieser Zeit wurde der Begriff ,,Minimal brain

dysfunction" (MBD) geprägt (Barkley, 1998).

Ende der 30er Jahre werden erstmals erfolgreich Stimulantien zur

Behandlung verhaltensauffälliger Kinder eingesetzt (Bradley, 1937, zit.

nach Trott, 1993).

Etwa zur selben Zeit entstanden in den Vereinigten Staaten sogenannte

,,child guidance centers", die sich als Dienstleistungs-zentren im Bereich

Jugend- und Familienhilfe verstanden. Diese Zentren arbeiteten

psychoanalytisch, interpretierten die Auffällig-keiten dieser Kinder als

Ausdruck unbewußter unbewältigter Konflikte der Eltern und vermutete

die Ursachen in der frühen Mutter-Kind Beziehung (Hinshaw, 1994). Sie

behandelten mit Spiel- und Familientherapie. Hinshaw bemerkt dazu: ,,Es

ist in vielerlei Hinsicht kaum möglich, sich zwei unterschiedlichere

theoretische Modelle auszudenken, als das organische versus das psycho-

dynamische um die zugrundeliegenden Mechanismen des Aufmerk-

samkeitsdefizits und der Hyperaktivität zu erklären." (Hinshaw 1994,

S.10, Übersetzung durch den Verfasser).

In den 50er und 60er Jahren tauchte der Begriff ,,Hyperkinetische

Störung" auf. Laufer (1957, zit. nach Barkley, 1998) vermutete die

Ursache in einem Defizit des Zentralnervensystems. Seiner Theorie

zufolge filtern die thalamitischen Gehirnregionen zu wenig Sti-mulation

heraus, so daß das Gehirn von Eindrücken überschwemmt wird.

Betroffenen Kindern wurden spezielle, reiz- und ablenkungs-arme

Klassenzimmer zur Verfügung gestellt.

Das Konzept des MBD (minimal brain dysfunction) wurde in den 60er

Jahren zunehmend kritisiert. Beklagt wurden die mangelnde Validität

8


und die undurchschaubare Anzahl der Symptome, die unter diesem

Begriff subsumiert wurden.

Chess (1960, zit. nach Barkley, 1998) prägte den Begriff des ,,hyperactive

child syndrome" und betonte die Bedeutung beobacht-barer und

beschreibbarer Merkmale bei der Diagnostik der Störung. 1968 führte das

DSM-II (APA, 1968) den Begriff ,,Hyperkinetische Reaktion der

Kindheit" ein.

In den 70er Jahren wurde der Fokus auf zerebrale Mechanismen als

Ursache von ADHS gelegt. Gleichzeitig kamen Theorien auf, die die

Ursachen eher in Umwelteinflüssen vermuten (z.B. Feingold, 1975;

Bettelheim, 1973).

Block (1977) beklagte die zunehmende Beschleunigung westlicher

Gesellschaften und macht diese für das vermehrte Aufreten von ADHS

verantwortlich. Empirische Belege blieben aus.

Douglas (1980, zit.n. Barkley, 1998)) rückte die Aufmerksamkeits-

problematik stärker in den Blickpunkt. Das DSM-III (APA, 1980) führt die

Störung erstmals unter der Bezeichnung ,,attention deficit disorder" (ADD)

und unterscheidet ADHS mit und ohne Hyperaktivität. Diese

Unterscheidung wird im DSM-III-R (APA, 1987) wieder aufgehoben,

allerdings im DSM-IV (APA, 1994) wieder eingeführt (siehe Kap. 2.2).

1990 gelingt Zametkin der Nachweis eines reduzierten Hirnstoff-wechsels

bei Erwachsenen mit ADHS (vgl. Davison & Neale, 1998). Besonders die

frontalen Regionen des Kortex scheinen davon betroffen zu sein.

Der aktuelle Stand der Forschung wird in Kap. 2.4 dargestellt.

2.2 Diagnostische Kriterien nach ICD-10 und DSM-IV

In Deutschland ist sowohl die Internationale Klassifikation psychischer

Störungen ICD-10 (WHO, 1992) als auch das Diagnostische und

statistische Manual psychischer Störungen (DSM-IV, APA, 1994)

gebräuchlich. Da sie sich in einigen Details unterscheiden, werden sie

beide vorgestellt.

9


2.2.1 Differentialdiagnose

Um eine ADHS-Diagnose nach ICD-10 oder DSM-IV zu stellen, muß

zuerst ausgeschlossen werden, daß die Symptome nicht eine andere,

plausiblere Ursache haben. Dazu zählen:

- tiefgreifende Entwicklungsstörungen (F84)

- Angststörungen (F41.x, F93.0)

- Affektive Störungen (manisch oder depressiv) (F30-39)

2.2.2 Klassifikation nach ICD-10

Im ICD-10 sind die Hyperkinetischen Störungen (F90) unter Verhaltens-

und emotionale Störungen mit Beginn in Kindheit und Jugend (F9)

klassifiziert. Es werden vier Arten der Hyperkinetischen Störungen

unterschieden:

- einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (F90.0)

- Hyperkinetische Störung des Sozialverhaltens (F90.1)

- Sonstige hyperkinetische Störungen (F90.8)

- Nicht näher bezeichnete hyperkinetische Störung (F90.9)

Die Kategorie F90.1 (ADHS mit Hyperaktivität und Störung des

Sozialverhaltens) trägt der Tatsache Rechnung, daß hyperaktive

Symptome oft zusammen mit dissozialen Verhaltensweisen auftreten (vgl.

Davison & Neale, 1998). Sie wird diagnostiziert, wenn sowohl die

Symptome einer ADHS als auch die einer Störung des Sozialverhaltens

(F.91.x) auftreten.

10



Comments

No comments yet

Add Comment
Your comment is reviewed before being published

Other users also were interested in the following titles:

Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit

Author: Claudia Nickel
Presentations, Models, Tutorials, Instructions, 2006 Download as PDF-file for 4,99 EUR

Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens

Author: Maik Philipp
Presentations, Models, Tutorials, Instructions, 2004 Download as PDF-file for 5,99 EUR

This text can be quoted and accessed from this url:

http://www.grin.com/e-book/92444/adhs-und-soziales-umfeld-eine-exploration
please wait Please wait