Register or log in at GRIN

Your e-mail-address or password is wrong
Register now
For new authors: free, easy and fast
This will be used as your user name, please specify a valid e-mail address

Lost password

Your e-mail-address or password is wrong

Request a new password
"Eine Brücke lasst uns bauen" - Anbahnung ökumenischen Lernens mit Kindern des d... close

Please wait

Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.

"Eine Brücke lasst uns bauen" - Anbahnung ökumenischen Lernens mit Kindern des dritten Schuljahres anhand eines gemeinsam gestalteten Gottesdienstes zur Bewusstwerdung von konfessionellen Gemeinsamkeiten und Unterschieden

Examination Thesis, 2005, 51 Pages
Author: Claudia Hoppius
Subject: Theology - Didactics, Religion Pedagogy

Details

Category: Examination Thesis
Year: 2005
Pages: 51
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 18  Entries
Language: German
Archive No.: V92545
ISBN (E-book): 978-3-638-05165-1
ISBN (Book): 978-3-638-94554-7
File size: 692 KB

Abstract

In der vorliegenden Arbeit werden die Möglichkeiten eines ökumenischen Lernweges in der Grundschule näher beleuchtet. Es wird um die Bereitschaft gehen, sich auf eine andere Sicht und ein anderes Verständnis von Glauben einzulassen, miteinander ins Gespräch zu kommen, das eigene konfessionelle Bewusstsein zu festigen, Differentes zu entdecken und Gemeinsamkeiten zu stärken. Evangelische und katholische Christen sollen sich als Brüder und Schwestern in Jesus Christus wahrnehmen. Im Mittelpunkt dieser Arbeit steht die Entwicklung, Durchführung und Reflexion eines Konzeptes zum ökumenischen Lernen in einem dritten Schuljahr. Die Planungsprinzipien dieses Konzeptes werden anhand einer ökumenischen Unterrichtsreihe mit einem abschließenden, gemeinsam gestalteten Gottesdienst zu der Thematik „Eine Brücke lasst uns bauen“ umgesetzt und ausgewertet.


Excerpt (computer-generated)

Schriftliche Hausarbeit

gemäß §33 OVP,

vorgelegt im Rahmen der 2. Staatsprüfung

für Lehrämter an Schulen

GHRGe-P

Anbahnung ökumenischen Lernens mit Kindern des dritten Schuljahres

anhand eines gemeinsam gestalteten Gottesdienstes

zur Bewusstwerdung von

konfessionellen Gemeinsamkeiten und Unterschieden.

vorgelegt von:

Claudia Hoppius

Erstleserin: XY

Studienseminar XY


Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

1.

Einleitung

1

1.1. Leitendes Interesse 2

1.2. Aufbau der Arbeit 4

2.

Aspekte ökumenischen Lernens

5

2.1. Zum Begriff ,,ökumenisches Lernen" 5

2.2. Bedeutung des ökumenischen Lernens für heutigen

konfessionellen Religionsunterricht 6

2.3. Konfessionell-kooperativer Religionsunterricht 8

2.4. Ökumenisches Lernen aus dem christlichen Glauben heraus

begründet 9

3.

Konzept zur Anbahnung ökumenischen Lernens

10

3.1. Organisation 10

3.1.1. Kooperation innerhalb der Schule 10

3.1.2. Kooperation mit den Kirchen 11

3.2. Aufgaben und Positionen der Lehrperson 12

3.3. Beheimatung

und

Begegnung

13

3.4. Der ökumenische Gottesdienst als ein Weg zur Einheit 15

4.

Unterrichtsreihe

17

4.1. Lernvoraussetzungen 17

4.1.1. Allgemeine Lernvoraussetzungen 17

4.1.2. Sachstrukturelle Lernvoraussetzungen 18

4.2. Thematische Strukturierung der Unterrichtsreihe 19

4.2.1. Ökumenische Themennachmittage 19

4.3. Ziele der Unterrichtsreihe 20

4.4. Begründungszusammenhang 22

4.5. Methodisch- didaktische Überlegungen 23


Inhaltsverzeichnis

5.

Darstellung und Auswertung des ökumenischen Lernweges ..

25

5.1. Erste Begegnung mit der katholischen Lerngruppe 25

5.2. Eine Brücke lasst uns bauen 27

5.3. Der ökumenische Gottesdienst 28

6.

Gesamtreflexion

31

6.1. Ausblick 32

Literaturverzeichnis

Anhang


1. Einleitung

1

1. Einleitung

Jesus Christus wünscht vorbehaltlose Liebe und Brüderlichkeit unter seinen

Jüngern. Aber die Christen bleiben hinter seinen Forderungen zurück. Sie

grenzen sich voneinander ab. Protestanten und Katholiken werden separat in

konfessionsgebundener Religionslehre unterrichtet, die Kirchenoberhäupte

streiten beispielsweise über unterschiedliche Auffassungen im Hinblick auf die

Eucharistiefeier und weitere christliche Lehren. Es gibt durchaus schon

weitreichende Bemühungen auf dem Weg zur Ökumene, die es aber in der

Christenheit weiter zu ergänzen gilt, im Hinblick darauf, den Auftrag des

gemeinsamen Herrn Jesus Christus zu erfüllen und eine Einheit unter den

Konfessionen zu finden.

In der vorliegenden Arbeit werden die Möglichkeiten eines ökumenischen

Lernweges in der Grundschule näher beleuchtet. Es wird um die Bereitschaft

gehen, sich auf eine andere Sicht und ein anderes Verständnis von Glauben

einzulassen, miteinander ins Gespräch zu kommen, das eigene konfessionelle

Bewusstsein zu festigen, Differentes zu entdecken und Gemeinsamkeiten zu

stärken. Evangelische und katholische Christen sollen sich als Brüder und

Schwestern in Jesus Christus wahrnehmen.1 Im Mittelpunkt dieser Arbeit steht

die Entwicklung, Durchführung und Reflexion eines Konzeptes zum

ökumenischen Lernen in einem dritten Schuljahr. Die Planungsprinzipien

dieses Konzeptes werden anhand einer ökumenischen Unterrichtsreihe mit

einem abschließenden, gemeinsam gestalteten Gottesdienst zu der Thematik

,,Eine Brücke lasst uns bauen" umgesetzt und ausgewertet. Eine besondere

Bedeutung erhält die Rolle der Lehrperson durch die parallelen Funktionen

des Unterrichtens, Erziehens, des Organisierens und des Kooperierens. Diese

Lehrerfunktionen kommen in einem ökumenischen Lernprozess besonders

zum Tragen und werden im Laufe der Arbeit näher ausgeführt.

1 vgl. Freudenberg, Hans (Hrsg.): Religionsunterricht praktisch: Unterrichtsentwürfe und Arbeitshilfen für

die Grundschule. Schuljahr 3. 4. Aufl. Göttingen: Vandenhoeck und Ruprecht, 1995. S. 36


1. Einleitung

2

Ökumenisches Lernen wird in dieser Arbeit durchweg als eine

zukunftsträchtige Perspektive angesehen, die in einer modernen, aus-

differenzierten und individualisierten Gesellschaft auf ein Leben und Lernen in

Gemeinschaft ausgerichtet ist.2

1.1. Leitendes

Interesse

Zu Beginn eines neuen Schuljahres und am Ende einer gemeinsam

durchlebten Schulzeit feiern wir an der Grundschule XY stets einen

ökumenischen Gottesdienst in der evangelischen XY-Kirche. Meist wird mit

Hilfe einiger SchülerInnen eines Jahrgangs ein solcher Gottesdienst

vorbereitet, in dem sich jedoch selten aktuelle Unterrichtsgegenstände

widerspiegeln. Diese Feier wird für alle Jahrgänge, Konfessionen und

Religionen der Schule gestaltet. Angesichts dieses verbindenden Vorhabens

wurde mir jedoch schnell deutlich, dass konfessionelle Gemeinsamkeiten und

Unterschiede in einem solchen ökumenischen Gottesdienst nicht eigens

aufgegriffen werden oder bei der Vorbereitung Beachtung finden. Die

ritualisierten Elemente eines Gottesdienstes werden von den Kindern

nachvollzogen, ohne sich beispielsweise katholisch oder evangelisch geprägte

Abläufe bewusst zu machen.

In Anbetracht dieser Tatsache ergab sich meines Erachtens nach die

Notwendigkeit einen ökumenischen Lernweg zu planen und anhand eines

gemeinsam gestalteten Gottesdienstes für ein präsenteres konfessionelles

Bewusstsein zu sorgen. Ich beziehe dabei mein Vorhaben ­ hinsichtlich des in

dieser Arbeit zu betrachtenden ökumenischen Lernens ­ auf das dritte

Schuljahr. Da ich im Rahmen des selbstständigen Unterrichts eine

Religionsgruppe des dritten Schuljahres unterrichte, entwickelte sich die Idee

mit dieser Lerngruppe sowie den katholischen SchülerInnen dieser

Jahrgangsstufe einen ökumenischen Lernweg zu beschreiten. Ein

2 vgl. Scheidler, Monika: Didaktik ökumenischen Lernens ­ am Beispiel des Religionsunterrichts in der

Sekundarstufe. Münster: LIT, 1999. S. 95


1. Einleitung

3

abschließender Gottesdienst soll das vorangehende Unterrichtsgeschehen

abbilden und die Viertklässler involvieren. Einmal wöchentlich gehen die

Kinder aus der dritten und vierten Jahrgangsstufe zum Schulgottesdienst und

haben dadurch ein Grundwissen bezüglich der Liturgie. Diese Gegebenheit

und die Berücksichtigung der entwicklungspsychologischen Verstehens-

voraussetzungen begründet, warum der Gottesdienst ausschließlich für diese

Jahrgangsstufen gestaltet sein soll.

Die SchülerInnen des dritten Schuljahres verfügen also zum einen über ein

gefestigtes Wissen hinsichtlich eines Schulgottesdienstes und zum anderen

machen sie zum ersten Mal die Erfahrung mit einer hervorgehobenen

Differenz, der Erstkommunion. Durch informative Gespräche zwischen

evangelischen und katholischen SchülerInnen erfahren die Kinder etwas über

die Erstkommunion, verbunden mit einem großen Fest und Geschenken. Die

heilige Kommunion zeigt offensichtlich nicht nur einen Unterschied zwischen

den Konfessionen auf, sondern für Kinder werden hier auch Vor- und

Nachteile einer Konfessionszugehörigkeit spürbar. Es wird als ungerecht

empfunden, dass die einen ein großes Fest feiern und viele Geschenke

bekommen und die anderen zu diesem Zeitpunkt nichts Vergleichbares

erleben. Es bleibt daher an dieser Stelle nicht gleichgültig, wie der

Religionsunterricht mit aufkommenden Fragen der Kinder umgeht. Ein

sensibel umgesetzter, ökumenischer Lernweg im Religionsunterricht, der

einen intensiven Austausch zwischen den Kindern und ein gemeinsames

Arbeiten an einem Ziel beinhaltet, kann zu diesem Zeitpunkt Perspektiven für

eine Verständigungsbereitschaft zwischen den beiden Konfessionen eröffnen.

Die Rahmenbedingungen an der Grundschule XY bilden eine gute

Voraussetzung, ein Konzept zur Anbahnung ökumenischen Lernens zu

entwickeln. Der Religionsunterricht in den jeweiligen Jahrgangsstufen wird

fortwährend parallel unterrichtet, so dass sich verschiedene Arten der

Kooperation ermöglichen lassen. Die enge Zusammenarbeit mit der

katholischen Kollegin und den angrenzenden Kirchengemeinden lassen es

ebenfalls zu, die Chancen und Grenzen eines ökumenischen Lernweges in der

Grundschule zu entdecken.


1. Einleitung

4

1.2. Aufbau der Arbeit

Im Kapitel 2 dieser Arbeit wird der Begriff des ,,ökumenischen Lernens" näher

definiert und die Notwendigkeit eines ökumenischen Lernweges im heutigen

konfessionell gebundenen Religionsunterricht dargestellt. Es werden rechtliche

Grundlagen eines ökumenischen Religionsunterrichtes aufgeführt und

Möglichkeiten sowie Empfehlungen der konfessionellen Kooperation benannt.

Das darauf folgende Kapitel 3 wird vorab genannte Grundlagen aufgreifen und

sich mit der näheren Ausführung des entwickelten Konzepts zur Anbahnung

ökumenischen Lernens beschäftigen. Es werden Planungsprinzipien

aufgezeigt, die sich zur Umsetzung eines interkonfessionellen Lernweges in

einer dritten Jahrgangsstufe anbieten. Hierbei wird im Speziellen auch die

Aufgabe der Lehrperson beschrieben und die Möglichkeiten des

Gottesdienstes als einen Weg zur Verbindung der Konfessionen erläutert.

Die Bausteine dieses Konzeptes werden im Kapitel 4 letztendlich als

Ausgangspunkte für eine konkrete Unterrichtsreihe in einem dritten Schuljahr

genutzt. Es wird eine Lerngruppe beschrieben, auf deren Lernausgangslage

sich die methodisch- didaktischen Vorgehensweisen und die Ziele der

Unterrichtreihe beziehen.

Daran anschließend werden im Kapitel 5 ausgewählte Momente und

Ergebnisse der durchgeführten Unterrichtsreihe beleuchtet.

In der Gesamtreflexion in Kapitel 6 werden die erlangten Erkenntnisse mit den

Grundgedanken des Konzeptes in Verbindung gestellt und evaluiert.

Außerdem wird ein Ausblick auf eine mögliche weitere Entwicklung und

Durchführung ökumenischen Lernens in der Grundschule aufgezeigt.


2. Aspekte ökumenischen Lernens

5

2. Aspekte ökumenischen Lernens

Im folgenden Abschnitt wird das ökumenische Lernen unter verschiedenen

Aspekten betrachtet. Es wird zunächst der grundlegende Begriff der

,,Ökumene" erklärt. Überdies gesetzliche Grundlagen, die Relevanz für einen

Religionsunterricht von heute und empfohlene Möglichkeiten zur Umsetzung

ökumenischer Lernwege erörtert.

2.1. Zum Begriff ,,ökumenisches Lernen"

Mit dem Begriff ,,ökumenisches Lernen" kommt die Verständigungsaufgabe

zwischen den christlichen Kirchen in den Blick. Ökumenisches Lernen lehnt

sich an den Terminus ,,Ökumene" an, welcher aus dem Griechischen stammt

und den Weltkreis, die gesamte bewohnte Erde, bezeichnet. Es ist ein

Fachausdruck, der für alle Bemühungen steht, die Einheit der christlichen

Kirche auf der Welt wieder herzustellen, eine Einheit zwischen christlichen

Kirchen verschiedener Konfessionen.3

Nach bedeutenden Anfängen im 19. Jahrhundert, hat sich im Laufe des 20.

Jahrhunderts eine ökumenische Bewegung entwickelt, die das Ziel anstrebt,

weltweit Konfessionsgrenzen abzubauen und auf verschiedenen Gebieten das

Getrennte zu einer Einheit zusammenzuführen.4 Schon seit 1948 gibt es den

Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK), der inzwischen mit mehr als 300

angehörigen Kirchen regelmäßig Aspekte der Ökumene diskutiert.

Es geht bei der ökumenischen Diskussion nicht um ein Einheitschristentum im

Sinne einer uniformierten Kirchlichkeit ­ in der für traditionsbedingte und

kulturbedingte Unterschiede kein Raum mehr ist ­ sondern vielmehr um eine

,,Einheit in versöhnter Verschiedenheit"5. Dieses Verständnis von Ökumene ist

3 vgl. rpi-virtuell.de/verweise/lexartikel.asp

4 vgl. Kappes, Michael / Fassnacht, Michael (Hrsg.): Grundkurs Ökumene. Ökumenische Entwicklung ­

Brennpunkte ­ Praxis. Band 1: Theologische Grundlagen. 2. Auflage. Kevelaer: Butzon und Bercker,

1999. S. 19

5 vgl. Schweitzer, Friedrich / Biesinger, Albert: Gemeinsamkeiten stärken ­ Unterschieden gerecht

werden. Erfahrungen und Perspektiven zum konfessionell- kooperativen Religionsunterricht. Gütersloh:

Gütersloher Verlagshaus, 2002. S. 207



Comments

No comments yet

Add Comment
Your comment is reviewed before being published

Other users also were interested in the following titles:

Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit

Author: Claudia Nickel
Presentations, Models, Tutorials, Instructions, 2006 Download as PDF-file for 4,99 EUR

Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens

Author: Maik Philipp
Presentations, Models, Tutorials, Instructions, 2004 Download as PDF-file for 5,99 EUR

This text can be quoted and accessed from this url:

http://www.grin.com/e-book/92545/eine-bruecke-lasst-uns-bauen-anbahnung-oekumenischen-lernens-mit-kindern
please wait Please wait